Wat Rong Kun angelikasreisen.de

Reisebericht Thailand 2019 Chiang Rai

Sonnabend 02.03.2019

Thailand Karte mit Chiang Rai unser Taxi nach Bangkok Als wir kurz vor 9 Uhr zum Frhstck gingen, sahen wir vor fast jedem Bungalow ein Auto stehen, keine Ahnung, wann die alle gekommen waren. Das Frhstcksbffet war riesig mit allem, was das Herz begehrt, sowohl asiatisch als auch westlich. Auf der Terrasse waren fast alle Tische besetzt, aber immer noch waren wir die einzigen europischen Touristen, alles andere waren wohl Wochenendausflgler aus Bangkok.
Unser Taxifahrer war pnktlich um 10 Uhr da und holte uns direkt am Bungalow ab. Wir verabschiedeten uns noch von der freundlichen englischsprechenden Dame an der Rezeption. Es war zwar eine Menge Verkehr, aber wir kamen recht gut durch und waren kurz nach 12 Uhr am Flughafen Don Mueang. Wir gaben unsere Koffer ab und machten uns auch gleich auf den Weg zu unserem Gate, denn auch im kleinen Flughafen Don Mueang sind die Wege weit. Unser Air Asia Flug startete pnktlich um 13.55 und landete ebenfalls ganz pnktlich um 15.20 in Chiang Rai.
In der Ankunftshalle wurden wir mit thailndischer Musik begrt. Sieben junge Frauen spielten eher lustlos auf ihren Instrumenten, fr europische Ohren stark gewhnungsbedrftig. Wir verlieen das Gebude, auch hier versuchte man wieder, uns teure Privattaxis zu vermitteln. Man musste nur um die Ecke gehen, das gab es einen Schalter fr Public Taxi, mit 600 Baht immer noch sehr teuer, denn Chiang Rai ist klein und der Flughafen nicht weit von der Innenstadt entfernt.
In unserer Unterkunft, dem Baan Soontree Resort, angekommen, bekamen wir einen hbschen Bungalow mit Blick auf den kleinen Pool.

Flughafen Chiang Rai Flughafen Chiang Rai

Die kleine Stadt Chiang Rai mit etwa 70.000 Einwohnern liegt hoch im Norden in der gleichnamigen Region, 730 Kilometer nrdlich der Hauptstadt Bangkok auf einer Hhe von 580 Metern inmitten der Berglandschaft des Goldenen Dreiecks, am rechten Ufer des Maenam Kok, einem Zufluss des Mekong. Chiang Rai ist die nrdlichste Provinzhauptstadt Thailands. Hier leben noch zahlreiche Angehrige der Bergvlker Akha, Karen, Lisu und Meo. Am 5. Mai 2014 wurde Chiang Rai von einem starken Erdbeben betroffen.

Baan Soontree Resort Baan Soontree Resort

Chiang Rai wurde 1262/63 von Knig Mangrai auf einer alten Siedlung der Lawa und Mon gegrndet und war fr einige Zeit das Zentrum des Knigreichs Lan Na (Land der Millionen Felder). Chiang Rai wurde erst im Jahre 1786 unter Knig Phra Phutthayotfa Chulalok (Rama I.) Thailand (damals Siam) angegliedert. Im Jahre 1910 wurde Chiang Rai von Knig Vajiravudh (Rama VI.) zur eigenstndigen thailndischen Provinz erklrt.

irgendwo in Chiang Rai Nachtmarkt in Chiang Rai

Wir packten unseren Kram aus und saen bis 17.30 auf unserer gemtlichen Terrasse herum. Auf der Karte sah es ziemlich weit aus bis zum Stadtzentrum, aber so schlimm war es nicht, wir brauchten nur eine halbe Stunde, dann waren wir am Nachtmarkt. Der Nachtmarkt besteht aus zwei Teilen, in der Mitte ein groer Fremarkt, und drumherum jede Menge Verkaufsstnde mit viel touristischem Kram und Restaurants.
Wir steuerten zunchst den Essensmarkt an, ein groer Platz mit etwas vergammelt wirkenden Tischen und Sthlen, und sauber war es auch nicht. Wir gingen an den Essensstnden entlang, berwiegend gab es Fisch. Bei der Wrme und so weit weg vom Meer wollten wir keinen Fisch essen. Schlielich fanden wir einen Stand mit diversen Nudelgerichten, wir bestellten uns jeder eine Portion, es schmeckte auch ganz nett, aber die schmuddelige Umgebung lie nicht so groen Appetit aufkommen.

Nachtmarkt in Chiang Rai Nachtmarkt in Chiang Rai

Wir schauten uns noch die Verkaufsstnde an und gingen dann in Richtung Busbahnhof, denn dort fahren auch die Tuk Tuks und Taxis ab. Schrg gegenber vom Busbahnhof fanden wir ein kleines Caf, das auch ein paar Tische drauen anbot, wo man rauchen durfte, und Bier gab es auch. Ab 20 Uhr kam etwas Unruhe auf, sie fingen an abzurumen, und um 20.30 mussten wir dann gehen. Im daneben liegenden 7-eleven kauften wir noch fr den Abend ein und fuhren mit einem Tuk Tuk zurck zum Hotel.

nach oben

Sonntag 03.03.2019

Das Frhstck war nicht sehr bemerkenswert, Spiegelei, Toast, Butter und Marmelade und Nescaf, der schon Milch und Zucker enthielt (Igitt).
Um 10.00 Uhr gingen wir los, mit zwei groen Tten Schmutzwsche, die wir in die Laundry brachten. Da Gaby schon seit Tagen Schwierigkeiten mit ihren Zhnen hatte, weil das Provisorium nicht richtig sa, hatten wir im Internet einen Zahnarzt rausgesucht, der ganz in der Nhe war, und gingen auf gut Glck dorthin. Trotz Sonntag war die kleine, sehr gepflegte Praxis geffnet, wir mussten nicht lange warten. Der Zahnarzt sprach gut Englisch, und so konnte das Problem behoben werden.

Moo 12 Soi Prasarnmit Dentist`s Heart Dental Clinic in der Srivhiang Road

Auch aus dem Internet hatten wir uns ein Tourbro rausgesucht, wir wollten auch etwas von der schnen Umgebung von Chiang Rai sehen.
Zunchst gingen wir in Richtung Nachtmarkt, dann aber daran vorbei und kamen in die Thanon Phaholyothin. Vor dem Reisebro gab es ein nettes Caf, und so tranken wir erstmal eine leckere Lime Soda. Die Dame im Reisebro war sehr nett und professionell und sprach auch gut Englisch. So war alles ganz einfach, und wir buchten fr den 5. Und 6. Mrz je eine Tour. Nicht gerade billig, aber wie sich dann herausstellte, war der Preis gerechtfertigt.

Chiang Rai First Church Clock Tower

Noch ein Stck weiter die Strae entlang fanden wir anschlieend Chiang Rais goldenen Uhrturm (Hoh Nalika Chalerm Prakiat ). Dieser wurde vom thailndischen Knstler Chalermchai Khositpipat entworfen und 2008 zu Ehren Seiner Majestt des Knigs enthllt. Er ist ein Kunstwerk und eine Touristenattraktion. Chalermchai ist der Mann, der den Weien Tempel in Chiang Rai errichtete. Derselbe unverwechselbare Baustil aus Wat Rong Khun ist an dem Uhrturm wieder zu sehen.

Accha Jain Food in der Thanon Jetyod Blick auf den Clock Tower aus der Jetyod Road

Wir hatten mal wieder Hunger und versuchten nun etwas zu finden, wo man drauen sitzen konnte. Die meisten Restaurants hatten noch geschlossen oder man konnte nicht drauen sitzen. Wir kamen dann beim Accha Jain Food in der Thanon Jetyod, ein indisches Restaurant vorbei, das geffnet war. Kurz entschlossen gingen wir hinein, sie hatten sogar Bier vom Fass. Wir bestellten jeder ein Gericht mit Huhn und Gaby noch einen Salat. Der Salat war ein groer Teller voll, da wren 4 Leute von satt geworden. Auch die anderen Portionen waren viel zu gro, da htten wir uns eine teilen knnen. Wir aen, bis wirklich nichts mehr ging, es blieb fast die Hlfte brig.

Wat Rong Seur Ten (Blue Temple) Wat Rong Seur Ten (Blue Temple)

Als wir das Lokal verlieen, entdeckten wir direkt gegenber eine Thai Massage, und so gnnten wir uns eine Stunde Fumassage, das war nach dem opulenten Mahl genau das richtige. Um 16 Uhr kamen wir wieder raus. Wir hatten schon vom blauen Tempel gehrt und beschlossen, uns den noch anzusehen. Mit etwas Mhe fanden wir ein Tuk Tuk, zum Laufen war es viel zu weit.
Der blaue Tempel heit Wat Rong Suea Ten, bersetzt heit das Haus des tanzenden Tigers. Die Tiger gibt es dort natrlich nicht mehr, der Name erinnert an die Tiere, die frher nrdlich der Innenstadt von Chiang Rai am Kok River herumwanderten.

Wat Rong Seur Ten (Blue Temple) Wat Rong Seur Ten (Blue Temple)

Mit dem Bau der Anlage wurde erst 2005 begonnen, 2016 war die Ordinationshalle mit der groen perlmuttfarbenen Buddhastatue fertiggestellt. Fr die ungewhnliche Farbe ist ein Schler des Erbauers des weien Tempels Wat Rong Khun verantwortlich.
Alle Gebude waren in einem sehr krftigen Blau gehalten, sehr ungewhnlich fr einen Tempel. Die ganze Art des Tempels hnelte sehr dem Wat Rong Khun, der Stil von Chalermchai Khositpipat hat sich auf seinen Schler bertragen.
Leider war die Sonne schon sehr tief, und so hatten wir frchterliches Gegenlicht. Viele Fotos sind nichts geworden.
Unser Tuk Tuk Fahrer hatte auf uns gewartet und brachte uns in unser Hotel. Den Rest des Abends verbrachten wir gemtlich auf unserer Terrasse.

nach oben

Montag 04.03.2019

Nach dem Frhstck trdelten wir noch etwas herum und machten uns um 11.00 Uhr auf den Weg zum Busbahnhof. Dort suchten wir uns den Bus, der zum Wat Rong Khun fahren sollte, es war der Bus nach Chiang Saen. Der Bus fuhr um kurz nach 12 Uhr los, und in einer knappen halben Stunde waren wir dort. Da wir mal wieder Durst hatten, suchten wir uns zunchst ein Caf und nahmen einen Pineapple Shake.

am Bustermminal 1 Chiang Rai unser Bus zum Wat Rong Khun

Wat Rong Khun (der weie Tempel) liegt etwa 20 Kilometer auerhalb des Stadtzentrums, in Tambon Ao Don Cha. Der Tempel ist, wie der Name schon sagt, vollstndig in Wei gehalten und bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Fr den Knstler Chalermchai Kositpipat symbolisiert sein Meisterwerk das Paradies. 1996 begann er den Bau mit seinem Team, und bislang ist der Tempel noch nicht vollstndig.

auf dem Weg zum Wat Rong Khun der Eingang zum Wat Rong Khun

Die Haupthalle (Ubosot) und der angrenzende Bereich sind wei mit Glasmosaiken verziert. Wenn man genau hinschaut, entdeckt man Bilder von internationalen Helden, wie Spiderman, Yoda oder Michael Jackson, die in den Wandgemlden versteckt sind. Auf dem Dach sind vier Kreaturen zu sehen, die die Elemente Erde (Elefant), Wind (Schwan), Wasser (Naga) und Feuer (Lwe) reprsentieren. Nach seiner Fertigstellung (es kann noch 50 Jahre dauern) wird der Tempel neun Gebude haben.

Wat Rong Khun Wat Rong Khun

Chalermchai Kositpipat wurde am 15. Februar 1955 geboren und ist der bekannteste thailndische bildende Knstler. Sein Vater war ein chinesischer Einwanderer aus Guangdong, whrend seine Mutter Thai-Chinesin ist. Spter besuchte er die Silpakorn Universitt, Thailands beste Kunstgewerbeschule. 1977 schloss er sein Studium der thailndischen Kunst mit dem Bachelor of Fine Arts ab.

Wat Rong Khun Wat Rong Khun

Er malte Filmwerbung auf Werbetafeln. Seine frhen Wandbilder mischten traditionelle thailndische buddhistische Tempelkunst mit zeitgenssischen Bildern, was umstritten war. Im Jahr 1980 besuchte Acharn Chalermchai Kositpipat Sri Lanka als seinen ersten Auslandsbesuch und blieb dort fr sechs Monate, um Architektur, Skulptur, Malerei und buddhistische Tempel in Sri Lanka zu studieren. Er wurde von weien Statuen und Tempeln in Sri Lanka beeinflusst. Acharn Chalermchai arbeitete eng mit Sri Lankas erfahrenem Knstler Manju Sri zusammen. Er hatte 1980 eine eigene Kunstausstellung in Colombo, Sri Lanka. Nach der Ausstellung brachte er die Kunstwerke nach Thailand und verkaufte alles.

Wat Rong Khun Wat Rong Khun

Schlielich wurde seine Arbeit immer mehr akzeptiert, wobei der thailndische Knig Bhumibol Adulyadej zu seinen Kunden gehrte.
Wir bezahlten unseren Eintritt, der erst seit dem Erdbeben 2014 erhoben wird. Der gesamte Tempel musste aufwendig saniert werden. Seit meinem Besuch 2014 (vor dem Erdbeben) sind eine Menge neuer Gebude hinzugekommen. Nicht mehr alles ist in Wei gehalten, das Klohuschen und ein etwas abseits stehendes, rundes Gebude sind goldfarben.

Wat Rong Khun Klohuschen am Wat Rong Khun

Wir hielten uns fast zwei Stunden auf dem Tempelgelnde auf. Vor dem Gelnde standen ein paar Songthaeos, und der Fahrer wollte uns und einem Prchen aus Uruguay 80 Baht pro Person abknpfen, der offizielle Fahrpreis ist jedoch 20 Baht. Schlielich gab er auf und fuhr uns fr 20 Baht zurck nach Chiang Rai zum Busbahnhof.
Da wir mal wieder Hunger hatten, versuchten wir noch einmal in dieser Gegend ein geffnetes Lokal zu finden, wir wollten nicht wieder zum Inder. Schlielich fanden wir eins, nicht besonders gemtlich, aber ein paar Tische standen auch drauen. Das Essen war nichts Besonderes, aber man konnte es essen.
Anschlieend liefen wir noch etwas durch die Stadt, aber alles war noch sehr ruhig, wahrscheinlich geht in der Innenstadt der Trubel erst am Abend los.

Wat Jed Yod Wat Jed Yod

Wir liefen die Thanon Jedyod entlang. An deren Ende stand der Tempel Wat Jed Yod, den wir uns anschauten. Der Bau des Wat Jed Yod begann 1844, wurde jedoch erst ein Jahrhundert spter vollendet.
Bevor man die Haupthalle betritt, geht man durch eine Art Veranda, die reich mit Blumen-Motiven und einem astrologischen Fresko verziert ist. Im Hauptgebude ist ein groer goldener sitzender Buddha untergebracht. Sein Gesicht ist von freundlichen Wandgemlden umgeben. Beide Durchgangstren sind ebenfalls schn lackiert. Auer uns besuchte nur ein Prchen den Tempel.
Wir gingen zurck in Richtung Busbahnhof, tranken im Connect Caf noch ein Bier, kauften noch im benachbarten 7-eleven ein. Kurz darauf kam ein Tuk Tuk und lie ein paar Leute aussteigen, wir nutzten die Chance und nahmen das Tuk Tuk. Dieser Fahrer nahm nur 80 Baht, sonst hatten wir immer 120 bezahlt. Also offensichtlich einer von der ehrlichen Sorte. Wir hielten noch kurz an der Wscherei und waren gegen 18.00 Uhr wieder im Hotel.

nach oben

Dienstag 05.03.2019

Um 8.30 Uhr kam das Auto, das uns auf unserem Ausflug bis zur Grenze Thailands bringen sollte. Unser freundlicher Fahrer hie Adireg, und das Lehrmdchen, das er noch dabeihatte, Pim Pawee. Nach einer Stunde Fahrzeit kamen wir zu einem Hgel namens Doi du dao (Hgel sehen Sterne) mit Aussicht in die Umgebung und Blick auf ein am Hang liegendes Akha Dorf.

Doi du dao Doi du dao

Um 9.45 ging es weiter und 5 Minuten spter stoppten wir in einem anderen Akha Dorf. Die Akha sind eines der zahlreichen Bergvlker Sdostasiens. Die Akha kamen aus der Grenzgegend von Birma und Yunnan nach Sdostasien, wo sie heute in Nord-Thailand, Laos und Vietnam siedeln. Die Sprache Akha gehrt zur Sino-Tibetischen Sprachfamilie und kennt nur die mndliche berlieferung ohne schriftliche Zeugnisse. Man schtzt die Zahl der Akha auf mehr als 400.000. Sie bilden damit eine relativ groe Minderheit in den Lndern, in denen sie siedeln.
Die Akha kamen mglicherweise ursprnglich aus der Mongolei, wo sie vor 1500 Jahren gesiedelt haben sollen. Sie zogen spter nach Yunnan in Sdchina und beherrschten vom 8. bis zum 13. Jahrhundert das Knigreich Nanzhao. Die nach Yunnan vordringenden Thai-Vlker, Mongolen und Han, integrierten die Akha in ihre Bevlkerung oder vertrieben sie auf die hher liegenden Gebiete ihres eigenen Lebensraumes.

Akha Dorf Akha Dorf

Hauptsiedlungsgebiet sind heute die Bergrcken oberhalb etwa 1.000 m in Thailand (in den Provinzen Chiang Rai, Chiang Mai, Lampang, Phrae, Tak und Kamphaeng Phet). Im Jahr 2000 lebten nach einer groben Schtzung rund 50.000 Akha in etwas mehr als 300 Drfern. Die Akha leben als Bauern, die Wechselwirtschaft mit Trockenreis, Weizen, Bohnen, Knoblauch und anderen Gemsesorten betreiben sowie Schweine und Wasserbffel halten. Diese intensive Landwirtschaft versucht die thailndische Regierung in eine eher extensive Form umzusteuern. Dazu werden Hilfsprojekte durchgefhrt.
Sie leben traditionell in Bambushtten, die auf Holzpfhlen gebaut sind Jedes Dorf hat eine Art Brgermeister, der die Interessen der Akha gegenber den thailndischen Kommunen vertritt. Sie treiben fr gewhnlich regen Handel mit den umliegenden Drfern und Stdten, verkaufen ihre landwirtschaftlichen Produkte auf den rtlichen Mrkten und decken sich dort mit Konsumgtern oder Kleidung ein.
Handwerklich sind die Akha sehr begabt. Sie stellen viele alltgliche Gebrauchsgegenstnde wie Krbe, Behlter oder Trinkbecher aus Bambus her. Der Dorfschneider nht die traditionellen Trachten und Hemden sowie Mtzen, Taschen, Geldbeutel oder Armbnder. Die traditionelle Tracht der Frauen ist sehr farbig, sie tragen dazu schwarze Mtzen mit Silbermnzen. Die Mnner tragen schwarze Hosen mit einer kurzen Jacke, die mit wenigen Knpfen lose zusammengehalten wird. Die Kleidung besteht aus selbstgesponnener Baumwolle. Auch ihre Macheten, Messer und Fischernetze sind hufig Eigenkreationen.

Akha Dorf Akha Dorf

Um 9.45 fuhren wir weiter und kamen nach Mae Salong, auch bekannt als Doi Mae Salong und offiziell Santikhiri.
Mae Salongs frhe Geschichte konzentrierte sich auf den Opiumhandel des Goldenen Dreiecks. Ihre jngste Geschichte wurde von der 93. Division der chinesischen nationalistischen Armee geprgt, die sich nach der Niederschlagung der nationalistischen Kuomintang-Regierung unter Chang Kai Chek im Jahr 1949 weigerte, sich chinesischen Kommunisten zu ergeben.
Im Gegensatz zu den meisten unnachgiebigen Nationalisten, die 1949 nach Taiwan flohen, floh eine Truppe von 12.000 von Yunnan nach Burma und setzte den Aufstand gegen die Volksrepublik fort. Sie wurden zunchst von Taiwan und den USA untersttzt, aber diplomatische Verschiebungen, zu denen auch die amerikanische Ambivalenz gegenber den Nationalisten und die Verbesserung der Beziehungen zwischen Burma und dem kommunistischen China zhlten, fhrten spter zu einer teilweisen Auflsung der nationalistischen Krfte in Burma. Whrend 1961 Tausende nach Thailand flohen, blieben viele in Burma.
Die Soldaten, die sich in Mae Salong niederlieen, hielten es als Militrsttzpunkt in Vorbereitung auf einen eventuellen Gegenangriff auf das kommunistische China. Sie finanzierten ihre Waffenkufe mit Opiumproduktion.

auf dem Markt in Mae Salong auf dem Markt in Mae Salong

In den 70er Jahren schloss die thailndische Regierung mit den Renegaten einen Deal: Die kampferprobten Soldaten wrden ihnen helfen, gegen thailndische kommunistische Aufstndische vorzugehen. Ein Teil ihres Strebens bestand darin, die Opiumproduktion einzustellen, zugunsten der Kultivierung von Pilzen und vor allem des Ooolong-Tees, dem Hauptprodukt von Mae Salong. Wir hielten an einem kleinen Markt, wo es allerlei Tees und Utensilien zur Teezubereitung zu kaufen gab. Wir probierten irgendeinen Tee, der mir allerdings nicht schmeckte.

Teeplantage 101 bei Mae Salong Teeplantage 101 bei Mae Salong

Da dieser Markt sehr klein war, fuhren wir schon kurze Zeit spter, um 10.50 Uhr weiter und waren dann um 11.00 Uhr an der Teeplantage Nr. 101, wo wir auch wieder ausstiegen und viele grne Teefotos machten. 20 Minuten spter ging es weiter und wir fuhren nach Mae Sai. Dort gab es dann um 12.30 Uhr ein eher mittelmiges Mittagessen.
Mae Sai ist die Stadt am Grenzbergang zu Tachilek (Myanmar). Mae Sai liegt langgezogen an einer Hgelkette. Auf den letzten Kilometern bis zur Grenze haben sich zahllose Hndler angesiedelt, die Waren aus Yunnan (China), Myanmar und Thailand anbieten.

Ausblick auf Myanmar vom Wat Phra That Doi Wao in Mae Sai Chedi vom Wat Phra That Doi Wao in Mae Sai

Nicht nur am Grenzbergang, auch weiter im Landesinneren gibt es Straensperren der Polizei, an denen regelmig Passkontrollen durchgefhrt werden. Um Unannehmlichkeiten zu vermeiden, sollte man daher, auch wenn man nur einen Tagesausflug nach Mae Sai macht und keinen Grenzbertritt vorhat, immer seinen Reisepass mit sich fhren.
Nach dem Mittagessen fuhren wir auf einen Berg zum Wat Phra That Doi Wao, wo es einen Aussichtspunkt mit tollem Blick ber die umliegende Bergwelt, das Tal des Grenzflusses Ruak und die Zwillingsstdte Mae Sai und Tachilek gibt.

Museum der aus der Hhle bei Mae Sai geretteten Jungs Museum der aus der Hhle bei Mae Sai geretteten Jungs

Die thailndischen Jungen, die aus der berschwemmten Tham Luang Hhle befreit wurden, waren elf Tage als Novizenmnche im zum Tempel gehrenden Kloster, um den Taucher Saman Kunan zu ehren, der whrend der Rettungsaktion starb.
Im Tempel gibt es jetzt eine Gedenkhalle fr Saman Kunan und die geretteten Jungen, mit vielen Fotos von der Rettungsaktion und ihrer Zeit im Kloster.
Danach wurden wir am Markt in Mae Sai abgesetzt und liefen dort eine halbe Stunde lang herum. Es gab unsglich viel Krempel, Klamotten, die wir nicht tragen wrden, Andenken fr die Touristen, die erstaunlicherweise wohl gekauft werden. Dagegen ist der Polenmarkt in Slubice todschick.

Grenzbergang nach Myanmar in Mae Sai Markt in Mae Sai

Wir warfen noch einen Blick auf den Grenzbergang nach Myanmar und fuhren um 14.00 Uhr weiter zum Goldenen Dreieck, bekannt unter The Golden Triangle. Die Geschichte des Goldenen Dreiecks ist zugleich die Geschichte des Opiumhandels im Grenzgebiet von Thailand, Laos und Myanmar (ehemals Burma). Hier wird seit Jahrzehnten Schlafmohn angebaut und zu Heroin verarbeitet. Geografisch gesehen ist das Goldene Dreieck das Gebiet, in dem der Mae Sai (Ruak) in den Mekong mndet und die Grenzen von Myanmar, Laos und Thailand aufeinandertreffen. Die Bezeichnung Goldenes Dreieck soll auf den Opium-Handel zurckgehen. Goldenes Dreieck daher, weil Opium einst mit Gold bezahlt wurde.

Touristenfoto am Goldenen Dreieck das Goldene Dreieck

Wir fuhren zu einem Aussichtspunkt auf einem Hgel oberhalb des Dorfes Sop Ruak, weil man hier den besten Ausblick auf das Dreilndereck hat. Hier steht auch das berhmte Schild mit der Aufschrift Golden Triangle", das Tausende Touristen tglich fotografieren, und wir natrlich auch. Landschaftlich ist das Ganze nicht besonders reizvoll, aber man muss es wohl mal gesehen haben.
Anschlieend besichtigten wir noch das Opium Museum in Sop Ruak, nicht zu verwechseln mit der Hall of Opium im Golden Triangle Park. Das kleine Museum zeigt jede Menge Opiumpfeifen und Gewichte, die Geschichte der Bergvlker, die den Schlafmohn aus China ins Goldene Dreieck brachten, die Geschichte der Opiumkriege und die Geschichte des Opiumknigs Chang Shi-Fu (Chang Xi Fu) alias Khun Sa.
Um 15.30 Uhr waren wir mit unserer Besichtigung fertig, und es ging weiter nach Chiang Saen, unserem letzten Besichtigungspunkt.

Wat Phra Thad Chedi Luang in Chiang Saen Wat Phra Thad Chedi Luang in Chiang Saen

Chiang Saen liegt im nrdlichsten Zipfel Thailands. Die Provinzhauptstadt Chiang Rai liegt etwa 60 Kilometer nach Sdwesten. In der weiten Ebene des unteren Maenam Kok (Kok-Fluss) liegt Chiang Saen am westlichen Ufer des Mekong, das gegenberliegende Ufer befindet sich in Laos. Etwa fnf Kilometer weiter sdlich der heutigen Stadt mndet der Maenam Kok in den Mekong. Die Gegend um Chiang Saen war bereits in prhistorischer Zeit besiedelt, wie Fundstcke beweisen. Chroniken beschreiben eine alte Knigsstadt, Ngoen Yang, die wahrscheinlich die erste grere Stadt in diesem Gebiet war. Sie lag an einer der Handelsrouten, die von Nordthailand bis hin nach Yunnan fhrten.
Hier fuhren wir direkt zu den berresten eines alten Tempels, dem Wat Chedi Luang. Dieser war einst der Haupttempel von Chiang Saen. Es gibt kein genaues Datum fr die Grndung des Tempels, die Historiker vermuten, dass es zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert gewesen sein muss.
Die groe Chedi (Pagode), die dem Tempel seinen Namen gibt, ist 18 Meter (60 Fu) hoch. Die achteckige Form gilt als typisch fr den Chiang Saen-Stil. Neben dem Chedi befinden sich die Ruinen eines groen Wiharn (Gebetshalle). In den letzten Jahren wurde ein neues Dach ber der Kapelle errichtet und ein neues Buddha-Bild installiert, obwohl die Seiten der Halle noch offen sind. Das Ganze erinnerte mich an die Tempelruinen von Sukhothai und Aytthaya.
Wir brauchten fast eine Stunde zurck nach Chiang Rai und waren um 17 Uhr wieder im Hotel. Um 18 Uhr machten wir uns auf den Weg, ein Restaurant zu suchen und fanden "Simply Northern Thai Food".

Restaurant Simply Northern Thai Food Restaurant Simply Northern Thai Food

Da Restaurant war sehr gerumig mit wenigen Tischen, es plrrte laute Countrymusik. Das Essen war auch nicht sehr begeisternd, ein sehr knuspriges, aber trockenes Huhn, aber vom Geschmack her nicht als Huhn zu erkennen, das Beef Barbecue war auch eher staubig und geschmacklos.

nach oben

Mittwoch 06.03.2019

Unser Fahrer und seine Assistentin kamen pnktlich um 9.00 Uhr, und wir fuhren zum Fluss. Dort stiegen wir vom Auto in ein kleines Longtailboot um, und dann ging die Fahrt auch schon los.
Der Mae Nam Kok ist ein Nebenfluss des Mekong im Osten Myanmars und der Nordregion von Thailand. Er entspringt im Shan-Staat in Myanmar und fliet dann sdlich bis zur Grenze Myanmar-Thailand, wo er bei Tha Ton nach Thailand kommt. Etwa 100 Kilometer seiner Lnge in Thailand liegen in der Provinz Chiang Rai, im Landkreis Chiang Saen mndet er in den Mekong. Das Boot fuhr relativ langsam und vorsichtig, offenbar hat der Fluss viele Untiefen, und wir schlngelten uns durch das flache Gewsser. Am Ufer standen zum Teil sehr schne Huser, wohl eine Art Auenbezirk von Chiang Rai, die Landschaft war freundlich hgelig, zwischendurch sah man schon mal einen Tempel.
Nach etwas ber einer Stunde kamen wir in dem Karen Dorf Ruam Mit an und kletterten aus dem Boot.

Fahrt auf dem Kok Flu Fahrt auf dem Kok Flu

Die Karen oder Karieng sind die grte Gruppierung unter den Bergvlkern Thailands. Ihre Gesamtanzahl betrgt zirka 280.000, was ber 50 Prozent der ganzen Population von Bergstmmen in Thailand ausmacht. Das Hauptsiedlungsgebiet der Karen befindet sich auf der gesamten Lnge der thailndisch-burmesischen Grenze. Sie haben ihre eigene gesprochene und schriftliche Sprache, die mit keiner anderen Sprache der Welt direkt verwandt ist.

im Ruam Mit Village im Ruam Mit Village

Vor ungefhr einhundert Jahren sind die ersten Angehrigen des Karen-Volkes von Myanmar (Burma) nach Thailand eingewandert. Auch heute noch gibt es Gruppen von Karen, die versuchen, die thailndisch-burmesische Grenze zu berschreiten, um sich in Thailand niederzulassen. Die thailndischen Behrden versuchen allerdings mit allen Mitteln, die neu zugewanderten Karen davon abzuhalten, sich auf thailndischem Boden einzuquartieren. Die Karen sind in der Mehrzahl Angehrige des Christentums, was das Ergebnis der missionarischen Aktivitten von Europern ist.

im Ruam Mit Village im Ruam Mit Village

In den Husern am Ufer gab es jede Menge Schnickschnack fr Touristen zu kaufen: Schals, Pullover, Trachtenmode, Bilder einheimischer Knstler, sehr viele mit Knig Bhumipol als Motiv, und vieles mehr.
An einem der Lden stand ein Schild: Toilet 5 Baht. Wir gingen in das Haus. Die Bewohner verdienen sich ein wenig dazu, dass sie Touristen ihr eigenes Klchen anbieten, warum auch nicht.

Elefantencamp im Ruam Mit Village Elefantencamp im Ruam Mit Village

Wir gingen dann vom Fluss weg, einen Hgel hinauf und kamen zu einer kleinen Kirche, die aber leider verschlossen war. Wir schlenderten durch das hbsche Dorf, die Strae entlang und kamen gegen 11.00 Uhr am Elefantencamp an. Reiten wollten wir nicht, aber es gab ein hbsches Caf mit Blick auf die Elefanten, und der Kaffee schmeckte sogar gut.

Bootsanlegestelle im Ruam Mit Village Rckfahrt nach Chiang Rai

Um 11.40 brachen wir wieder auf. Wir mussten nicht durch das ganze Dorf laufen, unser Boot hatte direkt unter dem Elefantencamp angelegt. ber eine Sandbank kamen wir trockenen Fues zu unserem Boot. Die Fahrt flussabwrts zurck nach Chiang Rai ging deutlich schneller als die Hinfahrt, wir brauchten nur 40 Minuten. Alles in allem ein schner Ausflug.
Da wir mal wieder Hunger hatten, baten wir Adireg, uns bei einem guten Restaurant in der Nhe unseres Hotels abzusetzen. Er erzhlte was von einem Onkel, was wir nicht alles verstanden, und brachte uns in das Restaurant Lung Eed (Onkel Eed). Adireg und seine Begleiterin hatten wohl auch Hunger. Er bestellte das Essen, eine leckere Fischsuppe, Lab Gai, Lab Pla und einen in ein Bananenblatt gewickelten Fisch. Es war alles lecker, aber die absolute Krnung war das Lab Gai, das beste, das ich je gegessen habe. Um 14 Uhr waren wir wieder im Hotel und baten Adireg, uns am nchsten Morgen zum Flughafen zu bringen. Den Rest des Nachmittags blieben wir im Hotel, packten schon mal unsere Sachen und machten unsere Reste leer, Bier, Saengsom und Knabberzeug. Weil wir frh aufstehen mussten, waren wir schon um 22.00 Uhr im Bett.

nach oben

letzte Änderung: 31.01.2021 · Copyright © 2003 - 2022 by Angelika Rosenzweig

Datenschutz Impressum

Diese Seite verwendet Cookies, fr Funktions- und Statistikzwecke. Mit der Nutzung meiner Webseite stimmen Sie dem zu! Ok Mehr erfahren