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Reisebericht Südostasien 1985 Bali/Legian

Sonnabend 13.04.1985

Bali Karte mit Legian Wir beschlossen, Lovina zu verlassen und in den Sden von Bali, nach Legian berzusiedeln, weil die meisten Sehenswrdigkeiten von dort aus besser zu erreichen sind. Wolfgang sprach nach dem Frhstck ein deutsches Ehepaar an, die aus Legian waren. Die meinten dann, dass die Adresse, die wir von unserem Reisebro hatten, das Hotel Three Brothers in Legian, eine frchterlich heruntergekommene Anlage sei, sie wrden im Hotel Baleka wohnen, da sei es sehr schn. Htten wir diesen Schwtzer schon gekannt, htten wir das Gequatsche sicher nicht ernst genommen. Nachdem wir alles gepackt hatten, nahm uns Mad mit nach Singaraya, weil wir noch zur Bank wollten. Nachdem wir schlielich smtliche geffnete Banken Singarayas in der Mittagshitze abgeklappert hatten, fanden wir die einzige Bank, die Geld tauschte, aber die hatte schon zu.
Abschiedsfoto Also fuhren wir unverrichteter Dinge zurck nach Lovina, bezahlten, und netterweise fuhr uns Mad noch nach Singaraya zum Bus nach Denpasar. Wir waren um 14:00 am Busbahnhof, und nach einer halben Stunde ging es dann endlich los (als der Bus voll war). Die Fahrt ging mitten durch die Berge, mit einem schnen Blick zurck, ber Bedugul, Mengwi, Lukluk nach Denpasar. Um halb sechs waren wir dann auf dem Busbahnhof in Denpasar und von dort ging es weiter mit einem Tuk-Tuk nach Legian. Als wir ankamen, war es schon dunkel, aber mit vereinten Krften fanden wir das Hotel Baleka und whlten ein Zimmer im ersten Stock mit schnen groen Balkon, auch das Zimmer war recht gro und nett. Es war eine Bungalowanlage mit ziemlich wildem Garten.
Auf der Suche nach einem Restaurant fr das Abendessen bot sich die Auswahl berfllte Kneipe, offensichtlich "in", oder Lokale mit Totentanz. Wir entschieden uns fr Totentanz. Das Essen war dann auch nicht besonders, ich hatte so'ne Art Fisch fr Anfnger, Wolfgang hatte es mit den gebratenen Nudeln etwas besser getroffen. Erst wollten wir noch ans Meer gehen, aber es erschien uns dann doch etwas weit im Dunkeln, obwohl man die Brandung schon hrte. Wir machten uns also auf den Heimweg.

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Sonntag 14.04.1985

Strand Legian Wir sind frh am Strand entlang gegangen, naja frh ist auch bertrieben, es war mal wieder mehr die Sache mit der Mittagshitze. In Legian haben wir dann um halb 12 gefrhstckt und sind da eine Weile sitzen geblieben. Danach haben wir uns in die nicht besonders khlen Fluten gestrzt, aber mir war es etwas unheimlich, denn die Wellen hatten viel Kraft und zogen fast die Fe weg.
Wir gingen am Strand entlang, sahen eine Weile den Surfern zu und kamen bis Kuta. Pausenlos wollten uns Balinesen etwas "Wertvolles" aufdrngeln und balinesische Frauen boten "good massage" an.
In Kuta machten wir eine kurze Pause an der Einheimischenbadestelle, an der ein frchterliches Gewimmel herrschte. Sehr viele Kinder planschten im Wasser, aber auch viele Frauen, die allerdings meist in voller Montur.
Es wurde dann langsam dmmerig und auf dem Rckweg erlebten wir den sagenhaften Sonnenuntergang von Kuta, allerdings mit Wolkenbehinderung. Bis wir in Legian waren, war es stockfinster, und wir fanden den Rckweg nicht und mussten quer durch die Anlage des Kuta Palace. Wir waren noch in Legian essen, irgendwelche Riesenmengen Kochfisch, der im ersten Hunger sehr gut schmeckte, dann aber nicht mehr so besonders, deshalb hatten Hund und Katze auch etwas davon. Auf dem Rckweg war ich etwas ngstlich, weil ich auf dem Hinweg gesehen hatte, wie ein Jeep eine Schlange berfuhr. Und wenn sich eine auf die Strae verirrt....Auf jeden Fall hielt ich jeden Stock fr eine Schlange, die gleich zuschnappt.

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Montag 15.04.1985

Den Vormittag haben wir vertrdelt und mit Kartenschreiben und Frhstcken zugebracht. Wir wollten dann nach Denpasar fahren, um die Flge besttigen zu lassen. Der Schwtzer erzhlte uns, dass es kein Bemo nach Denpasar gbe, wir Idioten haben das geglaubt und mieteten uns fr 7000 RP ein teures Spezialbemo hin und zurck. Der Bemofahrer lie uns am Marktplatz raus und wollte dort auf uns warten, bot uns sogar noch an, uns zu Garuda zu fahren, aber wir wollten laufen, auf dem Stadtplan sah es nicht weit aus, und wir stellten es uns interessanter vor durch die belebte Stadt zu laufen. Weit war es wirklich nicht allzu sehr (nur etwas ber eine Stunde), aber die Gegend war vllig tot, Bankgebude, Verwaltungsgebude, Wohngegenden und geschlossenen Geschfte sumten unseren Weg.

unterwegs in Denpasar unterwegs in Denpasar

Mit unserem Flug klappte alles und wir trabten wieder zurck, in der Hoffnung, dass die Geschfte inzwischen geffnet htten.
Aber weit gefehlt, es war immer noch alles zu, obwohl es schon nach 17:00 war, also fuhren wir zurck mit dem Ergebnis, dass zwar unsere Flge besttigt waren, aber Denpasar sonst sehr langweilig ist. Wie sich spter herausstellte htten wir die Flge auch in Kuta besttigen lassen knnen.

Schweinerei in Denpasar Essenstand in Denpasar

Abends wollten der Schwtzer und seine Frau uns ein Fischrestaurant in Kuta zeigen, das sehr kstlichen Fisch haben sollte, aber als wir sie um 19:00 abholen wollten, waren sie schon weg. Na gut dachten wir, gehen wir ins Glory, das hatte er uns auch empfohlen. Und siehe da, dort saen die beiden. Das Essen war ausgesprochen langweilig, mit Hilfe grerer Mengen Sojasoe bekam die Sache einigermaen Geschmack. Schlielich setzte sich noch ein gewisser Doktor Hauenstein an unseren Tisch, der begeistert sein Schildkrtensteak verspeiste. Der Schwtzer erzhlte dusseliges Zeug.
Fr den Rckweg fand ich ihn noch ganz begrenswert, da er eine Taschenlampe hatte, denn ich glaubte immer noch an eine frchterliche Schlangengefahr.

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Dienstag 16.04.1985

Bali Karte mit Ubud Ubud Wir sind etwas frher aufgestanden, weil wir nach Ubud wollten. Nach dem Frhstck fuhren wir dann mit einem ganz normalen ffentlichen Bemo, das es ja eigentlich gar nicht gibt, nach Denpasar, und zwar mit Umsteigen am Busbahnhof in Kuta. Das Bemo nach Denpasar fuhr bis zur Busstation Tegal, von dort ging es mit dem Stadtbemo zur Station Kreneng und von dort mit dem berlandbemo nach Ubud. (hrt sich umstndlich an und war auch so)
Ubud ist das kulturelle und knstlerische Zentrum Balis, wie das z.B. Yogyakarta fr Java ist. Ubud ist mittlerweile mit den umliegenden Drfern Penestanan, Padangtegal, Peliatan und Campuan zusammengewachsen.
Wir stiegen gegenber vom Palast aus dem Bemo aus. Der Palast ist von einer Mauer umgeben und besteht im inneren Bereich aus vielen kleinen Husern, die zum Teil sehr prchtig aussehen und z. T. etwas vergammelt, etliche waren zu vermieten, auerdem wohnten in einigen Husern auch Leute.
Nach dem Palastbesuch machten wir uns auf die Suche nach der Post, um Briefmarken zu kaufen, wieder mal das Ding mit der Mittagshitze. Die Post fanden wir dann auch, aber die Briefmarken waren ausverkauft. So kehrten wir unverrichteter Dinge um und machten einen Schlenker ber den Markt. Der Schlenker dauerte etwas lnger und endete mit dem Erwerb von drei Sarongs, 10 Servietten und 40 Postkarten. Vor dem Aufbruch aus Ubud packte uns noch der Durst, aber da wir ja noch gar nichts gekauft hatten wurden zu dem Bier noch zwei Sarongs erworben.

Palast in Ubud Palast in Ubud

Wir wollten noch zur Goa Gajah, der Elefantenhhle, lt. Beschreibung mit dem Bemo bis Teges und von dort noch mit einem anderen Bemo 2 km in Richtung Bedulu. Das mit dem Bemo bis Teges klappte auch hervorragend, trotz grerer Mengen Schulkinder (ein Bemo ist nie voll), aber von dort blieb uns der Fuweg nicht erspart und zwei Kilometer halte ich fr stark untertrieben.
Aber die Gegend war sehr schn, die Mittagshitze war vorbei und es ging die ganze Zeit bergab.

unterwegs zur Goa Gajah unterwegs zur Goa Gajah

Schlielich kamen wir an der Elefantenhhle an, sie liegt neben der Strae in einem Kessel. Es rhrte sich kein Lftchen und war ganz schn hei. Die Goa Gajah ist eines der ltesten Monumente Balis, 1923 wiederentdeckt. Die Hhle befindet sich in einem ausgehhlten Felsblock und diente wahrscheinlich im 11. Jahrhundert buddhistischen oder hinduistischen Mnchen als Einsiedelei. Im Innern der Grotte befinden sich Nischen, die den Asketen wahrscheinlich als Schlafstellen gedient haben, und eine Ganesha Statue. Die senkrechte Frontwand des Felsens ist durch Steinmetzereien reich verziert. Der Eingang wird von einem eindrucksvollen Dmonenkopf gekrnt. 1954 haben Ausgrabungen gegenber der Hhle einen Badeplatz ans Tageslicht gebracht, sechs steinerne Nymphen halten Vasen, aus denen Wasser in das Becken sprudelt. (Hielt sich aber, als wir da waren, mit dem Sprudeln in Grenzen).

Goa Gajah Goa Gajah

Wir machten uns dann auf den Rckweg in der Hoffnung ein Bemo nach Teges zu finden, aber es blieb uns nichts anderes brig, als die ganze Strecke zurckzulaufen, diesmal ja nun bergauf.
Unterwegs trafen wir viele Leute, die sich anschickten in irgendwelchen Flsschen zu baden, jedoch Mnnlein und Weiblein getrennt. Es hatte etwas von Feierabendstimmung. In Teges wollten wir nun ein Bemo nach Denpasar finden, aber es wurde uns nur ein Spezialbemo fr 10000 Rp angeboten. Wir marschierten etwas verunsichert die Strae in Richtung Denpasar entlang, es wurde schon langsam dunkel, Wolfgang stellte schon bernachtungsberlegungen fr Ubud an, da tauchte doch noch ein Bemo auf, das nach Denpasar-Kreneng fuhr. Um nach Kuta zu kommen, mussten wir von dort zur Busstation Tegal, wobei der Eindruck entstand, dass der Bemofahrer mit uns eine Stadtrundfahrt machte, aber im Dunkeln konnte man auch wenig erkennen. Das Bemo von Tegal fuhr zum Flughafen, lie uns aber vorher in Kuta raus und wir machten uns zu Fu auf in Richtung Legian. In Kuta ist ein Geschft neben dem anderen mit Klamotten Lederwaren und Schmuck, zum Kauf regte allerdings nichts davon an. Nach einer Trinkpause beschlossen wir auch gleich in Kuta zu essen und fanden ein Restaurant mit Kche zur Strae, wo man bei der Zubereitung zusehen konnte. Ich bestellte Fisch und bekam wieder einen kstlichen grokopfigen Fisch wie im Hotel Perama. Der gebratene Reis dazu schmeckte auch sehr gut. Von dort aus war es dann noch eine gute halbe Stunde bis zu unserem Hotel, und ich war etwas fulahm, als wir dort ankamen.

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Mittwoch 17.04.1985

Wir haben lange geschlafen, weil wir auch nicht so richtig was vorhatten, sondern erst abends zum Firedance wollten. Als ich dann duschen wollte, gab es kein Wasser. Gegen Mittag packte uns dann doch ein grerer Hunger, und wir machten uns zum Frhstck in ein Restaurant in der Nhe auf, das Frhstck war kstlich. Wir blieben noch eine ganze Weile da sitzen und trafen noch den Schwtzer mit seiner Frau, und so wurde eben noch eine Runde geschwtzt. Als wir zurckkamen gab es immer noch kein Wasser und Wolfgang ging mal nachfragen. Es stellte sich heraus, dass es wegen Stromausfall kein Wasser gab, weil die Pumpe nicht ohne Strom funktionierte, aber im Erdgeschoss gab es Wasser. Wir durften in einem leeren Haus fremdduschen.
Kejak Dance Weil wir mit Perama-Tourist-Service zum Firedance wollten, machten wir uns auf den Weg nach Kuta und von dort ging es mit dem Bus zu einem kleinen Tempel, in dem der Tanz stattfinden sollte. Der erste Tanz war eine starke Zusammenfassung des Ramayana-Epos. Es wurde nach Gesang getanzt, wobei die Mnner immer zwischendrin das Geschrei der Affen nachmachten. Die Mnner saen im Kreis, und in der Mitte des Kreises wurde der Tanz aufgefhrt. Diese Tanzform entwickelte sich erst im 20. Jahrhundert, frher war es reiner Kecak - Tanz der Mnner.
Als zweiter Tanz wurde ein nachgemachter Sanghyang Dedari aufgefhrt, wieder begleitet vom Kecakchor. Ein junges Mdchen in Trance (in unserer Auffhrung wirkte aber die Trance nicht echt) tanzt, ohne diesen Tanz jemals gelernt zu haben. Der echte Sanghyang-Tanz darf nur von ganz jungen Mdchen aufgefhrt werden. Frher wurde der Tanz zur Abwehr von Epidemien getanzt. Zum Schlu wurde dann ein Holzstapel fr den Firedance aufgebaut, und als das Ding endlich brannte, dachte man, dass nun der Tnzer um das Feuer herumtanzt. Dem war aber nicht so, er sprang mitten hinein und tanzte dann barfuss auf den glhenden Holzstcken. Ihm glaubte man die Trance schon eher, zumal er sich nicht die Fe verbrannte. Es war eine Tanzschau fr Touristen, aber so erhielt man doch wenigstens einen Eindruck der balinesischen Tnze. Strend war allerdings das alberne Gekicher einiger australischer Touristen, die die Auffhrung wohl nur lcherlich fanden.
Unser Bus setzte uns wieder in Kuta raus und wir buchten bei Perama die Cremation - Tour und die Tour zum Affenwald und Tanah Lot.
Zum Abendessen waren wir wieder im "Mini", diesmal a Wolfgang den kstlichen Fisch. Offensichtlich handelte es sich um ein Lokal der Katzenliebhaber, ich habe 11 Katzen an unserem Tisch gezhlt.

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Donnerstag 18.04.1985

Verbrennungsturm Wir mussten frh aufstehen, weil der Bus uns um 8:00 abholen wollte. Als wir vor dem Hotel warteten, kamen zwei junge Mnner mit Motorrdern, um uns abzuholen. Ich war ja ein bisschen skeptisch, setzte mich dann aber doch auf das eine Motorrad, allerdings im Herrensitz, dem indonesischen Damensitz traute ich nicht so recht. Der Fahrer preschte mit mir los, und ich hatte etwas Mhe, mich auf dem Gert zu halten, da ich keine Fusttzen fand. Jedenfalls kam ich trotzdem heil an, und als ich abstieg, konnte ich mich endlich umdrehen und nach Wolfgang Ausschau halten, den ich ja die ganze Zeit direkt hinter uns vermutet hatte. Aber wer nicht kam war Wolfgang. Die anderen Leute saen schon alle da rum. Schlielich tauchte der zweite Fahrer auf, aber ohne Wolfgang und versuchte mir klar zu machen, dass Wolfgang zu schwer fr sein Motorrad sei, also schickten sie dann den los, der mich transportiert hatte. Inzwischen kam der Bus und alle stiegen ein, aber Wolfgang kam immer noch nicht. Verbrennungsturm Als sich dann auch weiterhin nichts tat, fing ich schon an, mir die schrecklichsten Unflle vorzustellen. Schlielich bedeutete man mir, dass ich einsteigen sollte, der Bus wollte dem Motorrad entgegen fahren, aber in dem Moment kam er dann doch, mit aufgeschlagenem Knchel und ramponierter Hose. Der etwas zierliche Fahrer hatte das Motorrad mit Wolfgang nicht halten knnen, und so waren die beiden in den Straenrand gekippt. Nun konnte die Fahrt zur Verbrennungs-Zeremonie losgehen.
Der Tod ist bei den Balinesen nur ein Schritt der Reinkarnation entgegen, aus diesem Grunde ist das Sterben eines Angehrigen nicht nur ein trauriges Ereignis, sondern hat auch positive Aspekte. Nach dem Glauben der Balinesen fllt die Seele (Atman) zwar den ganzen Krper aus, aber der Hauptsitz ist der Kopf. Nachts wenn der Mensch schlft, entweicht Atman durch den Mund und schweift in der Welt umher. Das was sie erlebt sind die Trume. Kehrt die Seele eines Morgens nicht zurck, ist der Mensch gestorben. Allerdings hat die Seele des nachts den Krper nicht ganz verlassen und erst durch die vollstndige Vernichtung der krperlichen Hlle ist die Seele frei und kann in den Himmel aufsteigen. Diese Vernichtung wird durch die Verbrennung vorgenommen.
Ist ein Familienmitglied gestorben, kommen Freunde und Verwandte, um die Hinterbliebenen zu trsten und bei der Zubereitung der Opfergaben und der Reinigungszeremonie zu helfen. Der Leichnam wird einbalsamiert und provisorisch begraben. Es ist angebracht, den Krper so schnell wie mglich zu verbrennen, da die Seele des Toten sonst auf dem Friedhof herumspukt und allerlei Unheil anrichten kann.
Sobald die Zeit der Verbrennung gekommen ist, herrscht viel Betrieb im Dorf. Es wird der Verbrennungsturm gebaut, er ist je nach Reichtum und Stand des Toten mehr oder weniger hoch und reich verziert. Er wird aus Bambus, buntem Papier, Watte, Stoff und Spiegelchen usw. erbaut. Einem Brahmanen stehen bis zu 11 Dchern zu, niedere Kasten mssen sich mit 3 bis 9 Dchern begngen. Auerdem wird ein groes Tier (Stier, geflgelter Lwe, Fisch, Elefant je nach Kaste) gebaut. Es dient whrend der Verbrennung als Sarkophag.

Verbrennumgsstier Verbrennungsturm

Whrend der ganzen Vorbereitungszeit (bis zu einer Woche) strmen Verwandte und Bekannte aus ganz Bali zusammen. Alle wollen helfen, mssen aber auch bewirtet werden. Man hat den Toten bereits wieder ausgegraben und innerhalb des Hauses seiner Angehrigen auf ein Podest inmitten der Opfergaben aufgebahrt. Am Tage der Verbrennung gibt es ein festliches Mahl. Pltzlich wird ein Gong geschlagen, und viele Menschen packen den Leichnam und wirbeln ihn in alle vier Himmelsrichtungen, um die Seele im Krper zu verwirren und zu verhindern, dass sie sich zu weit entfernt und womglich vor den Verbrennen nicht zurckkommt. Der Leichnams wird dann in den Verbrennungsturm gebracht und dieser dann unter viel Geschrei und Trara zum Verbrennungsplatz gebracht. Der ganze Turm wird oft gedreht, was bei groen Bauwerken recht schwierig ist. So verhindert man, dass die Seele den Weg zurck findet. Die groe Tierfigur, die hohl ist, wird ebenfalls mitgebracht und nimmt dann den Leichnam whrend der Verbrennung auf. Auerdem werden dem Toten noch einige Dinge mitgegeben. Nach einigen Gebeten, Beschwrungen und Ritualen (z.B. Wassersprengen) wird alles angezndet und verbrannt. Nachdem alles verbrannt ist, werden die Aschenreste der Leiche gesammelt und in einer Prozession zum Meer oder dem nchsten Fluss gebracht und diesem bergeben.

Verbrennumg Verbrennung

Wir wurden also mit dem Bus in den Ort der Verbrennung gefahren. Der groe wunderhbsch aussehende Verbrennungsturm und ein schwarzer Stier standen schon da und es wuselten unheimlich viele Menschen auf der Strae herum. Es kamen noch mehr Touristenbusse, aber alles in allem strten die Touristen nicht allzusehr, weil es doch wesentlich mehr Balinesen waren.
Es dauerte noch fast eine Stunde bis die Gruppe mit dem in weie Tcher gewickelte Leichnam kam und ihn in den Turm brachte. Dann ging die Prozession los, zuerst die Treppe des Turms, dann der Stier (schwarz, also ein mnnlicher Brahmane war der Tote, denn der Turm hatte auch 11 Dcher), dann der Korb mit den Gaben, die der Tote mitkriegen sollte (u.a. Obst, Gemse, ein Spanferkel, Eier, Zigaretten usw.), dann der Turm und zum Schluss das Gamelan Orchester. Zwischen Turm und Orchester gingen auch die meisten Leute, zwischendurch verlor ich Wolfgang kurz im Gewimmel, fand ihn aber vor dem Verbrennungsplatz wieder.
Der Tote wurde in den Stier gelegt, mit einigen Schwierigkeiten, er war wohl etwas zu gro, und nach den Gebeten, bei denen die nchsten Angehrigen neben dem Stier standen, wurde der Stier angezndet. Aber so richtig brannte die ganze Angelegenheit nicht. Nach einer Weile tropfte es aus dem Stier und schlielich fiel der Tote auf ein Rost unter dem Stier, seitlich durch eine Wand aus Bananenstmmen vor den Blicken der Zuschauer verborgen, aber von der Kopf- und Fuseite aus einzusehen. Fast alle standen nun an den einsehbaren Enden und sahen zu, selbst Kinder. Ich ging dann auch gucken und sah, wie sich der Fu, der schon ganz schwarz war in der Hitze zusammenzog und der Tote sich aufbumte, im ersten Moment dachte ich, dass er noch lebte. Wenn man in Windrichtung stand roch es auch seltsam. Dann wurde der Verbrennungsturm umgekippt und ebenfalls verbrannt.
Unser Bus fuhr uns zurck. Gegen Abend machten wir noch einen Spaziergang am Strand entlang, aber es war ziemlich bewlkt und dadurch sogar etwas khl.

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Freitag 19.04.1985

Bali Karte mit Mengwi Wir wurden von einem kleinen Bus fr 8 Personen vor dem Hotel abgeholt. Das Wetter sah gar nicht besonders einladend aus, es war ziemlich grau. Wir sammelten dann noch ein australisches Ehepaar und ein Prchen aus Singapur ein, das waren dann schon alle Tourteilnehmer.
Es wurde fr alle Touren um korrekte Kleidung gebeten, aber natrlich trug der dicke Australier komische Shorts und sah nicht sonderlich korrekt aus. Unsere Tour ging nach Sangeh, Mengwi, Bedugul und Tanah Lot.
Auf der Fahrt nach Sangeh kamen wir durch einen Ort, in dem gerade ein Reisopfer stattfand. Im Tempel saen viele Menschen, ein Orchester spielte und es war ein Tisch aufgebaut mit vielen bunten Frchten und Blumen, es sah sehr schn aus. Unser Busfahrer hielt auch kurz an, damit wir fotografieren konnten, aber die Frauen im Tempel hatten das nicht so gerne, solange kein Fotoapparat in Sicht war, lachten sie uns freundlich an.

Reisopfer Reisopfer

In Sangeh beim heiligen Affenwald war unser erster lngerer Halt. Hier verehren die Balinesen die Nachkommen der Legionen des Affenhelden Hanuman. Bis zu 30 m hohe Bume, die einer Art angehren, die eigentlich nicht auf Bali heimisch ist und deren Herkunft sich keiner erklren kann, erheben sich hier. Hunderte von Affen klettern in den Zweigen herum und halten Ausschau nach Touristen mit Erdnssen.

Affenwald Sageh unterwegs nach Mengwi

Der Busfahrer warnte uns vor den Affen, die Brillen und Schmuck klauen, manchmal auch Fotoapparate, und ab und zu auch beien.
Die Affen waren dann sehr zutraulich, und als Wolfgang dann noch kleine Bananen kaufte, wurden sie sogar sehr aufdringlich. Zuerst krabbelte einer auf Wolfgang herum, und als ich mich noch darber amsierte, sa auch bei mir einer auf der Schulter und dann auf dem Kopf und zerrte an meinen Haaren herum. So ganz geheuer war er mir allerdings nicht. Die Affen waren wirklich sehr possierlich und gebissen wurden wir auch nicht. Auf dem Rckweg entschloss sich ein kleinerer sehr friedlicher Affe, sich auf meiner Schulter niederzulassen und eine Erdnuss zu knabbern. Er war wirklich sehr niedlich und hatte ganz kleine warme Hndchen, die bis auf die Farbe wie bei einem kleinen Menschen aussahen.

Mengwi Mengwi

Wir fuhren dann weiter nach Mengwi, wo der zweitgrte Tempelkomplex Balis angelegt ist. Der Pura Taman Ayum gehrt zu den sogenannten Nationaltempeln Balis, er wird also nicht nur von der Gemeinde Mengwi benutzt und unterhalten, sondern von allen Balinesen. Unter anderem verehrt man hier die alten Herrscher des Knigreiches Mengwi, das hier bis 1891 bestand.
Der Tempel ist aber um einiges lter, er wurde bereits 1634 erbaut und 1937 auf die heutige Gre erweitert. 27 Schreine, Pavillons und Merus befinden sich innerhalb der Tempelmauern. Besonders die Tren der Schreine weisen kunstvolle Schnitzereien auf, allein 5 Merus mit 11 Dchern und vier niedrigere geben der Anlage auch eine gewisse Ausdehnung nach oben.

Bedugul Bedugul

Der Bus fuhr dann mit uns weiter nach Bedugul, ein kleines Dorf, das 1200 m hoch am Bratansee inmitten des zentralen Hochlandes gelegen ist. Die Landschaft ist wunderschn, sehr grn und ppig. Direkt am See ist ein kleiner sehr hbsch gelegener Tempel. In dieser Berggegend wachsen unheimlich schne groe Blumen und groe Weihnachtssternstrucher.
In einem kleinen Restaurant von Perama gab es dann auch etwas zu essen, aber alle Leutchen der Gruppe saen an extra Tischen, als wir uns dann zu unserem Fahrer setzten, wollte er aufstehen, aber wir wollten uns ja gerade zu ihm setzen. Er war sehr erfreut, als wir ihm das klar machten.

Tanah Lot Tanah Lot

Auf dem Rckweg ging es noch nach Tanah Lot, dem Meerestempel, auch wieder ein Nationaltempel Balis, der den Gttern des Meeres geweiht ist. Hier erbittet man sich von ihnen Schutz vor den bsen Dmonen, die in den Tiefen des Meeres wohnen und das Land bedrohen. Tanah Lot liegt auergewhnlich schn und ist deshalb wohl auch sehr berhmt. Es liegt auf einer kleinen Felseninsel in unmittelbarer Nhe der Kste und ist bei Ebbe zu Fu zu erreichen. In der Hhle am Ufer sind Wasserschlangen zu bewundern, aber als wir dort waren, war nur eine Zuhause und die schlief gerade. Ansonsten gab es hunderte von Touristen, da gerade 20 Busse dieselben ausgekippt hatten.

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letzte Änderung: 20.11.2017 · Copyright © 2003 - 2018 by Angelika Rosenzweig