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Reisebericht Südostasien 1985
Java/Jakarta

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Montag 01.04.1985

Java Karte mit Jakarta Um 9:00 sollte uns der Bus zum Flughafen bringen, um 9:30 ging es endlich los. Wir kamen in ein ziemliches Verkehrschaos, und ich dachte schon, wir verpassen den Flug. Aber es klappte gerade noch. Der Flug nach Singapur war sehr schön ruhig, in Singapur hatten wir anderthalb Stunden Aufenthalt. Der Flughafen ist blitzsauber und angenehm. Dann ging es weiter nach Jakarta. Der Flughafen von Jakarta "Cengkareng", war gerade heute am 1.4.85 eröffnet worden, und es wirkte alles noch etwas provisorisch. Vor dem Flughafen waren unheimliche Menschenmassen, die wohl die Eröffnung miterleben wollten. Wie sich herausstellte war unser Linien-Flieger der erste, der auf diesem Flughafens gelandet war. In der Tourist Information erhielten wir eine Empfehlung für das Hotel Cikini. Mit einem deutschen Pärchen konnten wir uns das teure Taxi nach Jakarta teilen. Offensichtlich war der Berufsverkehr voll im Gange, aber nach Bangkok konnte mich das nicht mehr erschüttern.Das Hotel war auf den ersten Blick ganz nett, aber teuer.

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Abends machten wir noch einen Rundgang in der Nähe des Hotels. Viele Menschen auf den Straßen, viele Essenstände (Warungs) und ein Copy Shop am anderen, aber alles war ganz anders als ins Bangkok. Die Leute auf den Straßen sahen alle unheimlich freundlich aus und strahlten jeden Fremden an.
Die Nacht im Hotel war etwas unruhig, da wir offensichtlich das Zimmer unter der Disco hatten, bis 3 Uhr ließ uns die Musik kein Auge zutun.

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Dienstag 02.04.1985

Dank Wolfgangs Bemühungen konnten wir in ein ruhigeres Zimmer umziehen. Anschließend machten wir uns auf den Weg in Richtung Merdeka Platz (Platz mit einem großen hässlichen Denkmal mit einer Flamme aus 35 kg Gold). Noch vor dem Platz sprach uns ein älterer Mann auf Englisch an, ob er uns helfen könne, als wir unschlüssig mit dem Stadtplan hantierten. Als er nun feststellte, dass wir Deutsche sind, sprach er plötzlich fließend Deutsch mit uns. Er hieß Samuel Terek, war 67 Jahre alt, Rentner und Deutsch war sein Hobby. Er fuhr mit uns zur Jalan Thamrin in ein Kaufhaus, in dem er ein wenig ziellos mit uns rumrannte.

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Dann sind wir mit ihm noch ein wenig die Jalan Thamrin langgegangen, dann ein Stück mit dem Bus gefahren; er musste dann aber zu seinem Deutschunterricht. Wir sind auf dieser Straße noch etwas weiter gegangen, 8 spurige Straße mit fürchterlichem Verkehr, als Fußgänger hatte man wenig Chancen. Weil uns diese Straße nur mit Autos und Hochhäusern auf die Nerven ging, bogen wir in eine kleine Nebenstraße ein, die über einen Fluss führte und kamen in eine Siedlung mit kleinen Häusern, wenig Autos und vielen Rikschas. Mitten in dieser Siedlung standen ein paar hässliche, übervölkerte, von einem Zaun umgebene Neubauten. Wahrscheinlich ehemalige umgesiedelte Slum Bewohner, was da eigentlich los war, haben wir auch abends von Herrn Terek nicht erfahren können.

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Nach einer Weile kamen wir wieder auf die Jalan Thamrin zurück und fuhren mit dem Bus in das alte Batavia. Dort liefen wir eine ganze Weile herum, über einen schmutzigen Fluss, an dem furchtbar verkommenen Baracken standen, bis zum alten Hafen (langweiliger Hafen mit ein paar alten Holzbooten). In einem kleinen chinesischen Restaurant tranken wir etwas und beobachteten das rege Treiben auf der Straße.

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Anschließend ging es weiter durch Batavia. Viele Menschen, viele Autos, zum Teil sehr vergammelt und ärmlich, aber die alten Häuser sind noch vorhanden. Man konnte sich so richtig vorstellen, dass hier unter der Herrschaft der Holländer die Gegend von der Malaria und anderen Krankheiten verseucht war. Wir gingen zurück zum Bahnhof und von dort mit dem Bus zurück zum Hotel.
Mein Eindruck von Jakarta war erstmal: voll, hässlich, dreckig und ohne Atmosphäre. Sehr viel Armut, die Leute wohnen zum Teil auf der Straße und sind noch glücklich, wenn sie unter alten Autounterstellplätzen untergekommen sind.
Meine Füße konnte ich wegschmeißen, denn wir sind insgesamt 6 Stunden gelaufen, und meine Zuhause sehr bequemen Schuhe entpuppten sich als unbequem und viel zu eng.
Abends kam Herr Terek ins Hotel und wir tranken zusammen Tee. Er wollte mit uns essen gehen, aber wir hatten keinen Hunger. Wie unterhielten uns recht interessant und um 23 Uhr zogen er und Wolfgang noch mal los, um arme Leute anzusehen.

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letzte Änderung: 17.04.2016 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig