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Reisebericht Südostasien 1985
Bangkok

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Donnerstag-Freitag 28.03.1985-29.03.1985

Thailand Karte mit Bangkok Abfahrt aus Köln Aufstehen 5:30, den Rest zusammenpacken und Taxifahrt um 7:30 zum Flughafen. Abflug von Berlin um 8:30, Ankunft in Köln/Bonn um 9:30 und Fahrt mit dem Flughafenbus zum Kölner Hauptbahnhof. Die Zugfahrt nach Amsterdam vermittelte dann endlich das Gefühl des Verreisens. Vom Amsterdamer Hauptbahnhof ging's dann mit dem Flughafenbus zum Flughafen Schiphol.
Wir stellten uns dann bald bei der Schlange zum Einchecken an, denn an der Kofferabgabe waren keine Platzkarten ausgegeben worden, weil der Computer ausgefallen war. Aber die Schlange stellte sich dann geschlossen woanders an und so ging das noch zweimal hin und her. Trotzdem haben wir dann noch einen Fensterplatz bekommen und sogar eine Dreierreihe für uns alleine.
Noch vor dem Abflug kam die Stewardess mit warmen feuchten Waschlappen zum Händeabwischen. Kurz nach dem Start gab es Bier, Orangensaft oder Sekt zu trinken. Pünktlich um 17:30 flogen wir los. Als der Flieger dann so eine halbe Stunde unterwegs war, gab es einen Aperitif, Dry Martini Cocktail oder Sweet Martini Cocktail. Das Essen schmeckte vorzüglich, zum Essen gab es wahlweise Weiß- oder Rotwein. Nach dem Essen brachte der Steward unaufgefordert einen Cognac zum Kaffee und später gab es auf Wunsch auch noch einen zweiten. Die viereinhalb Stunden bis Kairo vergingen wie im Fluge. Der Aufenthalt in Kairo dauerte anderthalb Stunden.

Unser Flieger in Amsterdam Landeanflug Bangkok

Man konnte an die geöffnete Tür gehen und feststellen, dass es draußen doch schon wesentlich wärmer als bei uns Zuhause war. Nach dem Start in Kairo kamen wieder die warmen Waschlappen und dann bald auch noch mal ein Essen, das auch wieder sehr gut schmeckte. Dann wurde bald Schlafenszeit angesagt, und so ein bisschen konnte ich auch schlafen. Irgendwann gab es dann endlich Frühstück, danach zogen sich die letzten zwei Stunden furchtbar in die Länge.
Die Ankunft in Bangkok war etwas durcheinander, aber schließlich waren wir doch in unserem Bus, eine junge Frau namens Angela erzählte auf Englisch ein bisschen über Thailand, aber so richtig verstanden habe ich sie nicht. Immerhin habe ich mitgekriegt, dass auf Thailändisch "Guten Tag" "Sawadi ka" heißt.
In Bangkok hatten wir das Hotel Indra Regent gebucht, recht schön und komfortabel. Wir hatten ein Zimmer im 17. Stock mit einem sehr schönen Blick.

Autoverkehr Bangkok Blick aufs Hotel Indra Regent Bangkok

Nach dem sehr notwendigen Duschen brachen wir noch zu einem Spaziergang in der Hotelumgebung auf. Es war unwahrscheinlich heiß, und das Gedränge auf der Straße unbeschreiblich. Die Fußgänger schoben sich auf einem sehr schmalen Bürgersteig langsam vorwärts, der Bürgersteig zudem noch rechts und links mit Verkaufständen zugestellt. Das Angebot ging von "echten" Lacoste T-Shirts über Schuhe, Röcke, Hosen, Kleider, bis hin zu Obst und Garküchen mit fremdartig riechenden Gerichten. Wir bogen dann in so eine Art Markthalle ein, in der es wahnsinnig stickig war und zum Teil etwas streng roch. An den Essenständen waren wir aber doch noch nicht mutig und haben nichts gegessen, obwohl es zum Teil sehr lecker aussah.
Das Gedränge auf dem Bürgersteig wurde noch von dem Autoverkehr überboten. Fünf Spuren auf denen nicht endenwollende Autoschlangen in halsbrecherischer Art und Weise durcheinanderfuhren, die Busse waren alle überfüllt, aus den Nebenstraßen schoben sich Autos und Busse geradezu wahnwitzig in den laufenden Verkehr. Die Straße als Fußgänger zu überqueren war ein Ding der Unmöglichkeit, aber für den Fall, dass ein solcher Wunsch entstehen sollte, waren Fußgängerbrücken vorhanden.
 

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Sonnabend 30.03.1985

Aufstehen um 5:00, weil wir die Bootsfahrt nach Thonburi um 6.30 gebucht hatten. Wir fuhren erst mit einem Bus zur Bootsanlegestelle an der Oriental Plaza und von dort dann mit einem Motorboot durch die Kanäle (Klongs). Bangkok wurde früher auch das Venedig Asiens genannt. Am Wasser entlang Häuser auf Pfählen, im und am Wasser spielt sich das Leben ab, hier wird gebadet, Wäsche gewaschen, aber die Kanäle auch als Klo benutzt, andererseits das Wasser zum Kochen verwendet.

In den Klongs von Bangkok In den Klongs von Bangkok

Der erste Halt mit dem Boot war an einer Art Kaufhaus für Touristen und auch hier wieder überall Essensstände und Buden mit Kokosnüssen und Getränken.

Wat Arun Wat Arun

Das Boot fuhr dann weiter zum Tempel der Dämmerung, in manchen Reiseführern auch Tempel der Morgenröte, auf Thailändisch Wat Arun. Der Tempel ist mit tausenden von Porzellanstücken besetzt. Es geht die Sage, dass ein englisches Schiff, das chinesisches Porzellan geladen hatte, vor Bangkok gesunken ist, und diese Scherben sollen dann beim Bau des Tempels verwendet worden sein.
Wat Arun ist eines der berühmtesten Klöster des Landes. Die Anlage mit dem 80 m hohen Zentral- und den vier Neben - Prangs wurde unter Rama II (1809-24) begonnen und unter Rama III (1824-51) vollendet. Die Prangs sind alle aus Ziegeln aufgemauert und mit einer dicken Stuckschicht überzogen, in die man chinesische Fayencen (Scherben zu Blumenmustern geordnet) eingelassen hat. Von der Terrasse des Zentral-Prangs hat man einen herrlichen Blick.
Nach dem Halt am Wat Arun ging es mit dem Boot zurück nach Bangkok, dort wurde dann noch mal Halt in einem Seidenladen gemacht. Dort gab es was zu Trinken (mit Eiswürfeln!) und außerdem sollte den Touristen Schmuck (hässliche große Klunker) aufgedrängelt werden, aber ich glaube, es hat keiner was gekauft.

Wat Phra Keo Wat Phra Keo

Nachmittags fuhren wir dann mit einem Tuk-Tuk (Motorrad-Rikscha), das sich ziemlich rasant durch den Verkehr drängelte, zum Königspalast und zum Tempel Wat Phra Keo (Tempel des Smaragd-Buddha).
Schon von außen ist der goldenen Chedi ein beeindruckender Anblick. Am Eingang standen Soldaten, die uns erst nicht hineinlassen wollten, weil im Tempel gerade eine Trauerfeier für einen Onkel des Königs veranstaltet wurde. Aber dann bedeutete der Mensch mir, ich sollte die Ärmel von meiner Bluse runterkrempeln und ließ uns durch. Wir konnten dann ungehindert im Tempelbereich herumlaufen, nur den Tempel selbst durften wir nicht betreten. Es war auch so sehr beeindruckend.
Es glänzte und glitzerte in der Nachmittagssonne, eine solche Pracht habe ich noch nie gesehen. Nach unserem Rundgang kam eine rosa gekleidete Frau, die sehr wichtig schien, aus dem Tempel und sammelte Geld ein, das die Leute ihr hinstreckten. Wie sich später herausstellte, handelte es sich um die Tochter des Königs, Maha Chakri Sirindorn.

Wat Phra Keo Maha Chakri Sirindorn im Wat Phra Keo


Die Anlage des Tempels ist größtenteils unter Rama I (um 1782) entstanden. Der Bot dient sozusagen als königliche Kapelle, der Wohnbereich für die Mönche fehlt, da es Mönchen nicht gestattet ist, im Palastbereich zu wohnen. Der goldene Chedi stammt aus der Zeit von Rama IV (1851-68) und ist eine Replik des Chedi der königlichen Kapelle in Ayuthia.
Anschließend wollten wir noch den Palast besichtigen, aber da ließen uns die Soldaten nicht mehr rein. Wir setzten uns gegenüber vom Tempel auf ein Mäuerchen, um eine Verschnaufpause zu machen. Da quatschte uns ein Thai an, der da mit seiner Frau saß. Er war Bankangestellter und sie Lehrerin. Von ihm erfuhren wir auch, dass es sich um die Tochter des Königs gehandelt hatte. Nach einer Weile kam er auf einen Freund zu sprechen, der einen Seidenladen hat, ganz neu, und wir ließen uns überreden und fuhren mit einem der abenteuerlichen Busse durch Bangkok. Der Seidenladen entpuppte sich als ein ebensolcher Laden wie am Vormittag, und da wir wieder nichts kauften, waren unsere neuen Bekannten sauer und verabschiedeten sich recht knapp. Wir fuhren mit einem Tuk-Tuk zurück zum Hotel.
Am Abend sind wir wieder in der Nähe des Hotels im Gewühle herumgelaufen und auch durch kleinere Nebenstraßen gekommen, in denen es nicht ganz so voll und recht malerisch war.

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Sonntag 31.03.1985

Ausflug nach Ayuthia. Hinfahrt mit dem Bus, aber schon auf der Ausfallstraße zum Flughafen dicker Verkehr, der sich dann zu einem beachtlichen Stau ausweitete. Auf diese Art und Weise brauchten wir für die 72 km über 3 Stunden.

Ayuthaya Ayuthaya

Ayutthaya war von 1370 - 1767 die Hauptstadt von Siam, zeitgenössische Reisende priesen sie als eine der prächtigsten Städte Asiens. 1767 legten die Birmanen Ayutthaya in Schutt und Asche, alle Archive und Bücher verbrannten, die Einwohner wurden vertrieben. Heute zeugen von der Bautätigkeit der 34 Könige nur noch die Ruinen von über 500 Monumenten. 29 Bollwerke und 94 Stadttore schützen die mächtige Stadt auf der Insel des Menam.

Ayuthaya Ayuthaya

Leider wurden wir wegen der im Stau verlorenen Zeit durch die Tempelanlagen gehetzt, und die eindruckvollsten und größten Tempelbauten sahen wir nur vom Bus aus.
Der zweite Halt war am Vihan Phra Mongkul Bophit, dessen großes Gebäude erst 1956 fertiggestellt wurde. Dieses Haus beherbergt die berühmte meditierende und nach Osten gewandte Buddhastatue Phra Mongkul Bophit. Sie gilt als die größte Bronze - Statue in Thailand und als eine der schönsten. Exakt konnte nicht festgestellt werden, wann diese Statue entstanden ist, sie wird der Regierungszeit Königs Boroma-trai-loka-nat (1448 -1488) zugeschrieben. Im Tempel selber sind viele Thailänder, die die Nebenstatuen mit Blattgold, das es in kleinen Blättchen zu kaufen gibt, bekleben.

Vihan Phra Mongkul Bophit Bangpa In

Neben diesem Gebäude wird das gesamte Ruinenfeld von den drei größten nadelspitzen Chetiya aus Wat Phra Sri Sanphet beherrscht, die unmittelbar im Norden anschließen. Die östliche Chetiya wurde 1492 von König Rama Thibodi II (1491-1529) für die Asche seines Vaters Boroma-trai-loka-nat und die mittlere für die seines älteren Bruders und Vorgängers Boroma-Raja III (1488-1491) gebaut. Die westliche etwas kleinere Chetiya wurde 40 Jahre später für die Asche Rama Thibodis II selbst von dessen Sohn errichtet. Die drei Chetiyas stehen auf dem Fundament des Palastes von Rama Thibodi I, dem ersten Ayuthia König. Mehr als dieses Grundmauerwerk ist allerdings von dem Palast nicht erhalten geblieben.

Bangpa In Bangpa In

Anschließend besichtigten wir noch den Sommerpalast in Bangpa In, der bis in die 50-er Jahre von den heutigen Königen Thailands als Sommerresidenz benutzt wurde. Sie wurde von Rama V Chulalongkorn (1868-1910) errichtet. Der europäische Einfluss ist deutlich zu erkennen, der Park enthält ulkige Strauchtiere, der Hauptpalast ist im chinesischen Stil erbaut, aber ziemlich hässlich.
Anschließend fuhren wir dann mit dem Schiff Oriental Queen zurück nach Bangkok. Es gab ein schönes kaltes Buffet; die Gesellschaft auf dem Schiff war recht gemischt, Touristen aus aller Herren Länder. Am Hotel Oriental war dann unsere Schifffahrt zu Ende.

auf der Oriental Queen auf der Oriental Queen

Wir machten uns zu Fuß auf den Weg, durch die New Road, Suriwongse Road und Silom Road (Geschäftsviertel), weil Sonntag war, hatten die Geschäfte leider geschlossen. In einem kleinen Restaurant, in dem sonst offensichtlich nur Thailänder einkehren, tranken wir ein Bier, hatten aber keinen Hunger. Wir hätten allerdings sicher auch Verständigungsschwierigkeiten bei der Essenauswahl gehabt. Wir nahmen uns ein Tuk-Tuk zurück zum Hotel.
In der Nähe des Hotels liefen wir noch ein bisschen durch die Gegend, am Stand gegenüber des Hotels kaufte Wolfgang drei "echte" Lacoste T-Shirts, während ich so nebenbei beinahe von einem Bus zerquetscht wurde. Der Fahrer hatte mich offenbar nicht gesehen und ich konnte gerade noch unter den Stand kriechen.

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letzte Änderung: 17.04.2016 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig