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Reisebericht China Philippinen 1994
Beijing

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Sonnabend 26.03.1994 - Sonntag 27.03.1994

China Karte mit Beijing Um 6:55 flogen wir pünktlich von Berlin Tegel ab, landeten jedoch in Frankfurt mit etwa 15 Minuten Verspätung, weil wir wegen hohen Flugaufkommens über Fulda in einer Warteschleife gehangen hatten. Nach anfänglichen etwas ziellosem Herumirren auf dem Flughafen, fanden wir die Diners Lounge, und warteten dort bis etwa 10:30 Uhr. Danach gingen wir schon mal in den Duty Free Bereich, erstanden preiswerte Zigaretten und warteten wieder. Der Flieger nach Kopenhagen hatte ebenfalls 15 Minuten Verspätung, in Kopenhagen landeten wir auch wieder mit 20 Minuten Verspätung.
In den 900 Jahren, die Beijing (Nördliche Hauptstadt) die Hauptstadt Chinas war, spielte es nie eine so große Rolle wie heute. Es ist Sitz der stärksten Zentralregierung in der Geschichte des Landes und kultureller, politischer und verwaltungsmäßiger Mittelpunkt des riesigen Landes. Selbst in entferntesten Orten gehen die Uhren im wahrsten Sinne des Wortes nach Pekinger Zeit.
Verbotene Stadt in Beijing

Die Gesamtfläche der Stadt am nordwestlichen Rand der großen nord-chinesischen Ebene beträgt 16800 qkm. Beijing liegt ungefähr auf dem gleichen Breitengrad wie Madrid. Mit mehr als 9 Millionen Einwohnern gehört es zu den größten Metropolen der Welt. Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt in den ländlichen Ausläufern der Stadt, die mehrere tausend Quadratkilometer umfassen.
Peking steht als Beispiel für die Verschmelzung von Altem und Neuen. Der größte Teil der früher von Mauern umgebenen Innenstadt stammt aus dem 16. Jh. 1958 wurden, sehr zum Leidwesen einer Anzahl westlicher Forscher, die alten Stadtmauern und verschiedene Tore der alten Kaiserstadt Stein für Stein abgetragen, um für neue Gebäude Platz zu schaffen. Man baute eine U-Bahn, die entlang der Linie der ehemaligen Stadtmauer verläuft. Ein im Bau befindliches Schnellstraßensystem soll helfen, die während der Hauptverkehrszeiten auftretenden Staus von Bussen, Lastwagen, Pkws und Radfahrern zu beseitigen. Moderne Fabrikanlagen entstanden in den südöstlichen Vororten, um die Luftverschmutzung durch die Staub hereintragenden Nordwestwinde nicht noch zu verstärken, aber die momentane Emission von Schadstoffen durch Automobile und die im Winter mit Kohle geheizten Öfen ist bereits heute sehr hoch.
Verbotene Stadt in Beijing Der Flug zog sich endlos in die Länge, wir saßen auch ziemlich schlecht auf einen Mittelplatz, an Schlafen war auch nicht so recht zu denken Zudem kam mir der Platz auch sehr eng vor. Nach 7201 km und 8 Stunden und 45 Minuten landeten wir um 7:50 Ortszeit in Peking. Nachdem die Ausweiskontrolle, Gepäckausgabe und Zollkontrolle, die aus einfachem Durchwinken bestand, hinter uns gebracht hatten, standen wir um 8:30 in der Ankunftshalle.
Weit und Breit war kein Mensch mit einem Morgenstern-Schild zu sehen. Schließlich quatschte uns ein junger männlicher Chinesen, der einen weißen Zettel in der Hand hielt, auf dem mit einem gelben Marker (!) "Morgenstern" geschrieben stand. Dann stieß noch ein zweiter hinzu, der etwas besser Deutsch konnte und so hatten uns unsere Reiseleiter aus China gefunden.
Herr She, der mit dem unverständlichen Deutsch, entpuppte sich als unser Begleiter für China, während es sich um Herrn Fang, der sehr verständlich sprach, um unseren Begleiter für Peking handelte. Die beiden meinten dann, dass wir noch auf die Air China aus Frankfurt warten müßten, weil damit der Rest der Reisegruppe ankommen sollte. Warum wir nun über Kopenhagen hatten fliegen müssen, war jetzt völlig unverständlich.
Verbotene Stadt in Beijing Es wurden immer mehr Leute, die Herr She und Herr Fang "einfingen", aber die Zahl 14 blieb unerreicht. Nach erfolgloser Suche der letzten zwei Teilnehmer fuhren wir dann um 11:00 endlich vom Flughafen ab, direkt zum Mittagessen in ein Restaurant an der verbotenen Stadt. Von dort aus machte sich unserer Pekinger Reiseleiter auf die Suche nach den restlichen zwei Reiseteilnehmern, die, wie sich dann herausstellte, schon seit zwei Tagen in Peking waren. Das Mittagessen war recht lecker und anschließend sollten wir dann sofort den Kaiserpalast besichtigen. Vor dem Eingang stießen dann die vermißten zwei Mitreisenden zu uns, und so konnte unser Rundgang beginnen:
Der Kaiserpalast: dessen Kernbereich auch "Verbotene Stadt" genannt wird, ist heute noch ein Symbol des alten China. Der Gebäudekomplex ist eines der beeindruckendsten Meisterwerke chinesischer Architektur und Kunst. Den heutigen Standort wählten die Herrscher der mongolischen Yuan-Dynastie (1279-1368). Die Gebäude wurden vom dritten Ming-Kaiser, Yongle (1403-24), neu errichtet, 1644 bei der Machtübernahme der Mandschu geplündert, später aber, besonders unter dem allem Künstlerischen gewogenen Qing Kaiser Qianlong (1736-1796), in ehemaliger Pracht wiederhergestellt. Neue Gebäude kamen während der tyrannischen Herrschaft der ehemaligen Konkubine Cexi (1835-1908) hinzu. Der Kaiserpalast liegt im Stadtzentrum und bedeckt eine Fläche von 101 ha. Er ist von einem breiten Wassergraben umgeben und durch eine über 10 m hohe Mauer geschützt. Der gesamte Komplex mit seinen 6 Hauptgebäuden und vielen kleineren Bauten enthält mehr als 9000 Räume. Die Mehrzahl der Bauwerke ist zweistöckig und von Höfen umgeben.
Um 15:00 fuhren wir dann endlich zu unserem Hotel, das SAS Hotel, etwas abgelegen vom Zentrum. Gegen 16:00 waren endlich alle Zimmer verteilt und wir freuten uns schon mächtig auf eine Dusche. Wir schlossen unser Zimmer auf und erblickten ein Chaos. Der erste Gedanke war, es sei noch nicht sauber gemacht, aber als auf Bernds Ausruf "wie sieht es denn hier aus" eine Antwort kam, mußten wir erkennen, dass es noch besetzt war, denn die Antwort kam aus dem Bett. Also wieder zur Rezeption, es lag tatsächlich eine Doppelbuchung vor, und wir befürchteten schon, in ein anderes Hotel verlagert zu werden, aber sie hatten dann doch noch in einer etwas besseren Kategorie etwas frei, und so konnten wir endlich duschen. Um 17:15 holte uns ein Bus zum Abendessen ab. Anschließend genehmigten wir uns noch einen kleinen Schlummertrunk an der Hotelbar, wo noch Dorothea Bieber und Familie Rumpf zu uns stieß. Um 22:00 gingen wir endlich schlafen.

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Montag 28.03.1994

Cloisonne-Fabrik  in Beijing Frühes Aufstehen um 6:00, Frühstück um 7:00. Wir wunderten uns, dass außer uns keiner zum Frühstück erschien, wie sich später herausstellte, waren wir im falschen Frühstücksraum gelandet. Unser Bus fuhr um 8:00 ab, uns zuerst besichtigen wir eine Cloisonné-Fabrik und obligatorisch, die dazugehörige Verkaufsausstellung. Um 11:00 fuhren wir dann weiter zu den Ming Gräbern und zur Straße der Tiere. Am Eingangstor wimmelte es von Andenkenbuden, die es 1988 dort noch nicht gegeben hat, eine Feststellung die ich noch öfter treffen sollte.
Die Ming-Gräber (shisanling): Einer alten Tradition folgend wählten die Herrscher der Ming, wie bereits in der Zhou-Dynastie (ca. 11. Jh. - 221 v.Chr.) üblich, noch bei Lebzeiten den Standort ihrer Grabanlagen. Hierbei spielten Faktoren wie Windrichtung, Wasserspiegel und die Absicherung vor bösen Geistern eine bedeutende Rolle. 13 der 16 Ming-Kaiser sind in dem Tal im Norden Beijings bestattet.

Ming-Grabanlagen Der heilige Weg: Die Straße zu den Gräbern, die von der Landstraße zur Großen Mauer abzweigt, war in früheren Zeiten ein 6 km langer, heiliger Weg, den nur das Gefolge des Herrschers beschreiten durfte. Nähert man sich den Grabstätten taucht ein 1540 erbauter Marmorbogen auf. Folgt man der Straße weitere 2 km gelangt man zum Dahongmen (Großes rotes Tor). Durch den mittleren der drei Eingänge wurde der Leichnam des Kaisers getragen. Die Statue einer steinernen Schildkröte trägt eine 9 m hohe Stele, die größte ihrer Art in China, auf dem Rücken. Sie weist eine Inschrift auf, die der vierte Ming-Kaiser entwarf, als sein Vorgänger, Yongle, 1424 verstarb. Die Schildkröte markiert den Anfang der berühmten Straße der Tiere, wo gigantischen Figuren von Löwen, Kamelen, Elefanten, Pferden und mythischen Tieren paarweise stehen oder knien. Ein wenig später sieht man 12 Steinfiguren aus dem 15 Jh., die Soldaten, Beamte und Höflinge darstellen. Nach der heiligen Straße stiegen wir wieder in den Bus der uns zum Grab bringen sollte. Auch dort gab es eine neue Touristenattraktion: eine Sänfte, die von rot gekleideten (kostümierten) Menschen hüpfend nach Musik eine Treppe hinauf und wieder herunter getragen wurde. Was es kostete weiß ich nicht, aber es fanden sich japanische Touristen, die den Quatsch mitmachten.
Die grosse Mauer Changling: Das Grab, für Kaiser Yongle im 15. Jh. errichtet, ist das größte und besterhaltene des gesamten Komplexes und diente offensichtlich als Vorbild für alle anderen. Obwohl die Grabkammer selbst noch nicht geöffnet worden ist, lohnt sich die Besichtigung. Man geht durch ein rotes Tor in den Innenhof gelangt durch den "Torbogen der besondere Gnade" zu der aus Marmor erbauten Halle gleichen Namens. Sie liegt eingebettet in einem Kiefernhain (Symbol für langes Leben). Das Dach der Halle wird von 32 hohen Pfeilern getragen. Jenseits dieser Halle (eine der ältesten erhaltenen Holzbauten Chinas), in einem dritten Hof, steht eine schlichte Stele mit den Zeichen "Da Ming" (große Ming).
Dingling: Dieses Grab von Kaiser Manli, auch unterirdischer Palast genannt, wurde 1956-1959 freigelegt. 1620 begrub man den Herrscher und zwei seiner Frauen vier Stockwerke unter der Erde in Marmorsärgen. Das Gewölbe ist auch an den heißesten Tagen angenehm kühl. Riesige Flügeltüren aus Marmor schließen das Gewölbe mit seinen drei Grabkammern ab. In zwei als Museum hergerichteten Gebäuden ist der Inhalt von 26 Truhen mit kostbarem Schmuck, Edelsteinen und anderen Grabbeigaben ausgestellt, die in den Gewölben entdeckt wurden. Nach dem Mittagessen brachen wir zur großen Mauer auf. Zunächst stießen wir auf eine Umleitung wegen einer VIP, schließlich gelangten wir zu einer Straßensperre, und es stellte sich heraus, die VIP sei der Präsident von Korea, der sich gerade die Mauer anschaute. Die grosse Mauer Deshalb durften die anderen Touristen nicht weiterfahren. Unser Bus war nicht der einzige. Zuerst blieben wir im Bus sitzen, als es aber klar war, dass es eine Weile dauern sollte stiegen wir aus. Zwei geschäftstüchtige junge Frauen kamen mit einer Kiste Büchsenbier und verkauften diese an die wartenden Touristen. Wir mußten von 15:45 bis 16:45 warten, dann fuhr der Konvoi doch noch los. An der Mauer angekommen, sahen wir, dass die Andenkenläden schon aufgegeben hatten und zum Teil schon geschlossen hatten oder gerade im Begriff waren zu schliessen. Als sie jedoch die Busse kommen sahen, bauten sie in Windeseile ihre Waren wieder auf. Bis 18:00 tummelten wir uns auf der Mauer, diesmal auf der linken Seite und nicht bis ganz oben.
Die große Mauer (Wanli Changcheng): erstreckt sich über 6000 km vom Shanhaigan-Paß an der Bohai-Küste bis zum Jiayuguan-Paß in der Wüste Gobi. Der Bau begann in der Zeit der Streitenden Reiche (475-221 v. Chr.), als in auseinanderliegenden, strategisch wichtigen Gebieten einzelne Abschnitte errichtet wurden. Nach der Einigung des Landes durch Qin Shi Huangdi, den ersten Kaiser Chinas, stellten 300000 Zwangsarbeiter, viele von ihnen politische Gefangene, deren Leichen in dem Wall begraben sind, eine Verbindung der Mauerteile her und schufen so dieses einzigartige Bauwerk.
Touristen (und so auch wir) besuchen im allgemeinen das bei Badalin, 75 km nordwestlich Beijings gelegene Teilstück, das sich im guten Zustand befindet. Es stammt aus der Ming-Zeit und ist breit genug, 5 nebeneinander reitende Soldaten Platz zu bieten. Die durchschnittliche Höhe der Mauer beträgt mehr als 6 m, an der Basis ist sie 6,5 m, auf der Mauerkrone ca. 5 m breit. Von Zeit zu Zeit unterbrechen Signaltürme die den Landschaftskonturen angepaßte Linie des Schutzwalls.
Wir fuhren dann nach Beijing zurück und bei einem köstlichen Abendessen mit Pekingente nahmen wir Abschied von Herrn Liu Fang, unserem Pekinger Begleiter, der am nächsten Tag eine 29-köpfige Gruppe übernehmen sollte.

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letzte Änderung: 17.04.2016 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig