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Reisebericht China Philippinen 1994 Hongkong

Sonntag 03.04.1994

China Karte mit Hongkong White Swan Hotel in Guangzhou Aufstehen 7:00, Frühstück 7:45, Abfahrt mit dem Bus 8:30. Wir kamen gut durch den morgendlichen Verkehr uns waren schon in 15 min am Bahnhof (der Arrogante hatte was von einer Stunde gefaselt). Wir verabschiedeten uns von She und stellten uns an einer endlos erscheinenden Schlange zur Ausweiskontrolle an, die Abfertigung war jedoch recht zügig. Um zum Bahnsteig zu gelangen mußten wir eine ziemlich lange Strecke laufen, und ich verfluchte mein "Übergepäck". Schließlich kamen wir in eine Art Abfahrthalle, auf den Bahnsteig durften wir noch nicht. Schließlich fuhr der Zug ein und die Tür zum Bahnsteig wurde geöffnet und los ging die Drängelei, obwohl es in diesem Zug nur Plätze mit Platzkarten gibt.
Natürlich waren wir ziemlich am Ende des Zuges und mußten wieder eine ganze Strecke laufen. Merkwürdigerweise wurden vor dem Einsteigen noch einmal die Pässe verlangt. Schließlich waren alle Formalitäten erledigt, wir saßen im Zug und dieser fuhr pünktlich um 10:00 ab.
Die Großraumwagen waren bessere Kühlschränke und so verließ ich das Abteil mehrmals zum Aufwärmen. Die Zugfahrt war recht kurzweilig. Auf der ganzen Strecke konnten wir emsige Bauarbeiten beobachten, die Bahnstrecke wird erweitert auf mehrgleisig, darüber hinaus wurden Straßen gebaut, der letzte Ort vor der Grenze Shen Zen, sieht inzwischen fast schon aus wie Hongkong, jede Menge fertige und im Bau befindliche Hochhäuser. Trotzdem konnten wir erkennen, als wir in das Gebiet von Hongkong einfuhren, es war so ähnlich wie früher Osten und Bundesrepublik. Der Zug war pünktlich um 13:00 in Hongkong, aber auch hier stauten sich vor den Grenzkontrollen die Menschenmassen. Im Bahnhof erwartete uns ein fähiger, gut Deutsch sprechender Reiseleiter.

Blick vom Viktoria Peak in Hongkong

Ein Bus brachte uns zu unserem Hotel Imperial. Das Hotel selbst ist nicht sehr bemerkenswert, sicherlich überteuert, aber ich hatte es ja auch wegen seiner zentralen Lage ausgesucht. Wir packten unseren Krempel aus und gaben einen Riesenberg Wäsche ab.
Das Haus mit dem Loch für den Drachen Der Stadtstaat Hongkong liegt an der südchinesischen Küste im Bereich des bis zu 30 km breiten Kantondeltas, das der Kantonfluß (Perlfluß) mit mehreren Mündungsarmen bildet. Die Kolonie besteht aus der eigentlichen Insel Hongkong, der Halbinsel Kowloon sowie den noch eher ländlichen New Territories, zu denen auch fast alle nahen Insel und Eilande gezählt werden: Jedes dieser drei Gebiete ist seinerseits in Bezirke (Distrikts) untergliedert.
Bei der ersten Volkszählung (1851) lebten in der Kolonie 32.983 Menschen. Im Jahr 1931 war die Bevölkerung auf 878.947 Menschen angewachsen. Die Flut der legalen und illegalen Einwanderer hat die Einwohnerzahl seit 1949 auf über 6 Millionen anschwellen lassen. Mehr als 98% der Einwohner sind Chinesen.
Um 15:30 holte uns der Bus wieder ab zur "Hongkong Island Tour" mit folgenden Stationen:
Victoria Peak: die Bergstation "The Peak" liegt 610 m über dem Meeresspiegel. Von hier oben ist der Blick frei nach Kowloon, Central, Wanchai, Causeway Bay, Happy Valley und North Point. Im Peak Tower gibt es teure Restaurants (chinesische- und europäische Küche) und eine Aussichtsplattform mit Münzfernrohren. Der Blick ist nach wie vor beeindruckend, aber eine Menge Häuser sind dazugekommen.
Restaurant in Aberdeen Wir fuhren dann zum Ostufer der Insel, vorbei an dem Haus mit dem Loch, damit der Drache hindurchfliegen kann, hinüber zur Badebucht und zum Repulse-Bay und besuchten dort den Hafentempel Tianhou mit seiner überdimensionalen modernen Skulpturen des Meeresgottes und der Königin der Barmherzigkeit. Guanyin
Aberdeen: Anschließend ging es weiter nach Aberdeen, wo ein kläglicher Rest der Dschunken zu sehen ist, was früher einmal die schwimmende Stadt der Boat People war. Die Regierung von Hongkong hat die meisten dieser Menschen in Hochhäuser umgesiedelt, wobei ein Teil inzwischen mit ihren Booten in den Yaumati Taifunhafen übersiedelte. Wir machten trotzdem eine Sampan-Fahrt von ungefähr einer halben Stunde.
Dann wurden wir zum Hotel gebracht, verabredeten uns noch mit der Familie Rumpf und Dorothea für Montag und verabschiedeten uns von dem Rest der Reisegruppe. Unsere kleine Restreisegruppe machte sich zunächst auf den Weg zum "Biergarten", tatsächlich ein deutsches Restaurant in Kowloon, dann in ein chinesisches Restaurant zum Essen und beschlossen dann unseren ersten Abend wiederum im Biergarten.

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Montag 04.04.1994

Star Ferry in Hongkong Wir hatten beschlossen uns durch nichts stören zu lassen und nach dem ständigen Programm der Rundreise diesen Tag zu vertrödeln. Kurz nach 9:00 standen Wolfgang und Manuela vor der Tür und berichteten, dass sie das Frühstück mit 60.- HK$ bezahlen mußten, zudem sei es schlecht. Also machten wir uns um 10:00 ungefrühstückt auf den Weg. Zuerst suchten wir also das Büro der für uns zuständigen Reiseagentur, bei der Morgenstern den Hongkongteil der Reise gebucht hatte. Wir fanden zwar das Büro, etwa 10 min. Fußweg vom Hotel entfernt, aber es hatte wegen Ostermontag geschlossen. Also schlenderten wir weiter durch Kowloons Straßen, fanden dabei einen Optiker, wo wir eine Lesebrille zum Zusammenklappen für mich erstanden.
Dann zogen wir weiter in Richtung Star Ferry, kamen an einem Delsey Kofferladen vorbei, wo wir angedenk der Schlepperei in Kanton und auf dem Bahnhof in Hongkong einen Kofferkuli erwarben. Nachdem wir diesen ins Hotel gebracht hatten, machten wir uns nun endgültig auf den Weg zur Star Ferry und fuhren auf die Insel Hongkong. Dort bummelten wir durch die Straßen, ließen uns durch das Gewimmel treiben. Schließlich packte uns der Hunger und wir aßen bei Yummy Hut, einer chinesischen Fast-Food Kette eine recht wohlschmeckende Nudelsuppe mit paniertem, kaßlerähnlichen Schweinefleisch.

Strasse in Hongkong Strasse in Hongkong

Wir schlenderten weiter durch die Straßen Hongkongs ohne ein Ziel zu haben und sammelten Eindrücke in den kleinen Marktstraßen im Central District. Wir kamen durch die Eierstraße, wo unter anderem auch die "Hunderjährigen Eier" angeboten werden. Diese werden mit Arsen behandelt und anschließend 45 Tage in kalkhaltigem Schlamm und Reishülsen luftdicht vergraben. Die dunkelgrünen, geleeartigen Eier sehen nun aus wie verwitterte archäologische Funde. In der Eierstraße werden sie in Tongefäßen oder in Rattankörben verkauft. Gewürzt mit Ingwer und Sojasoße wird diese Delikatesse bei jedem Bankett serviert. Ähnlich unappetitlich sehen die gesalzenen Eier aus. Ihre Schalen sind mit einer schwarzen Lehmschicht überzogen. Wachsweich gekocht haben die Eier einen harten Dotter und ein flüssiges Eiweiß.
Wir schlenderten durch die "Kleiderstraße" zwischen Des Voeux Road Central und Queen´s Road, wenige Meter westlich vom Central Market. Von Synthetik aus England und Deutschland bis zu Seide aus China, Thailand und Japan findet sich eine Riesenauswahl in den Läden und Ständen der Textilhändler.
Viele Chinesen kaufen hier preiswert ein, denn hier kann man noch handeln. Irgendwann taten uns dann endgültig die Füße weh, und wir fuhren mit der Fähre zurück nach Kowloon und waren gegen 17:00 wieder im Hotel. Nachdem wir uns stadtfein gemacht hatten, holten wir zunächst meine Brille vom Optiker. Um 19:00 trafen wir uns mit Wolfgang und Manuela vor dem Hotel, dort warteten wir gemeinsam auf unsere "Reisekumpels". Um 19:15 kamen Klaus, Irene und Dorothea angehetzt, direkt von de Fähre aus Lantau. Eigentlich wollten wir zusammen Essen gehen, aber die anderen wollten sich noch umziehen. Also tranken wir im Biergarten ein Bierchen, die anderen zogen irgendwann los. Wir hatten keine Lust mehr das Lokal zu wechseln und aßen dann sehr chinesisch Leberkäse mit Bratkartoffeln und Spiegelei.

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Dienstag 05.04.1994

Gegen 9:00 spazierten wir wieder zum Tourist-Office, aber es hatte immer noch geschlossen, diesmal wegen so einer Art "Totensonntag". Also beschlossen wir uns noch weiter mit Verwaltungskram zu beschäftigen, und versuchten, ein Fax zu Rajah Tours nach Manila im Hotel abzugeben, aber das Faxgerät dort konnte nur innerhalb von Hongkong senden, sonst nur empfangen. Der Hotelangestellte verwies uns an einen Telecom Laden um die Ecke und dort konnten wir dann unser Fax loswerden. Um 10:30 fuhren wir dann mit der Star Ferry in den Central District auf der Insel Hongkong, suchten zunächst einen Fotoladen, um eine neue Batterie für meinen Fotoapparat zu erstehen und stiegen dann gegen 11:00 in die Straßenbahn nach Shaukiwan.
Durch Zufall hatten wir damit die Linie erwischt, die in den am weitesten entfernt gelegenen District fuhr. Die Fahrt dauerte fast eine Stunde und als wir an der Endhaltestelle ankamen, war es dort überhaupt nicht mehr touristisch, sondern das Hongkong der Chinesen. Wir schlenderten über einen kleinen Markt, und wollten schließlich auch etwas essen. Hier war aber Englisch nicht mehr die gängige Sprache, somit die Speisekarten für uns völlig unverständlich und so steuerten wir der Einfachheit halber einen Mc Donald an, es schmeckte sogar ganz nett.

Endhaltestelle Shaukiwan Hongkong Strasse in  Hongkong

Wir fuhren dann mit der Straßenbahn zurück, stiegen aber schon im Distrikt Wan Chai aus und bummelten dort noch ein wenig durch die Straßen. So kamen wir durch die Lockhart Road, die legendäre Straße der Suzie Wong, aber es ist alles ziemlich vergammelt., der ehemalige Glanz und Glimmer ist abhanden gekommen. Nun wollten wir das höchste Gebäude Hongkongs, das 78 stöckige Central Plaza (angeblich sogar das höchste Gebäude Asiens) besuchen, weil uns der Hongkonger Reiseleiter erzählt hatte, es gäbe dort eine Aussichtsplattform. Das Gebäude war ja leicht zu finden, aber nicht die Aussichtsplattform. Ich glaube, es gibt dort keine, jedenfalls konnte uns eine Art Pförtner/Wachtposten keine nennen und ausgeschildert war auch nichts.
So beschlossen wir dann wegen zu großem Durst wieder auf die Kowloon Seite zu wechseln, diesmal in der Lower Class der Star Ferry und den Biergarten aufsuchen.
Danach machten wir uns mit der U-Bahn auf den Weg, die Stelle in Kowloon zu finden, wo die Flugzeuge direkt über den Häusern hereinschweben. Zunächst fuhren wir bis zur Station She Kip Mei, aber dort sahen wir die Flugzeuge weit entfernt, also zurück zur U-Bahn und drei Stationen weiter bis Sha Tin.

Abendstimmung der Skyline Hongkong

Dort landeten wir absolut im Grünen an einer Bushaltestelle, weit und breit keine Hochhäuser mehr. Nun verloren wir die Lust und fuhren zurück zum Hotel um eine kleine Ruhepause einzulegen, um dann um 17:45 mit halbwegs erholten Füßen wieder zur Uferpromenade aufzubrechen und den Sonnenuntergang mit dem eindrucksvollen Blick auf die Skyline von Hongkong Island zu genießen.
Abendstimmung der Skyline Hongkong Kurz nach 19:00 waren wir wieder zurück im Hotel. Da Wolfgang und Manuela nicht da waren, dachten wir sie seinen im Biergarten. Da waren sie zwar nicht, tauchten aber gegen 20:00 dort auf und wir machten uns alsbald auf den Weg in ein indisches Restaurant, wo wir wirklich köstlich speisten.
Nach dem Essen machten Bernd und ich einen Spaziergang zum Nachtmarkt in der Temple Street im Stadtteile Yau Ma tei. Dieser Stadtteil am Ende der Nathan Road ist einer der ältesten Teile von Kowloon. Der Nachtmarkt selber war eine ziemliche Enttäuschung, er ist nur noch eine Veranstaltung für Touristen, wo alle Arten von Klamotten, Uhren, alle Arten von Geräten, CD´s und Kassetten angeboten werden. In einer etwas abgelegenen Ecke des Nachtmarktes traten Laien-Opernsänger auf, für unsere Ohren ein ziemliches Gejammere. In einer Drogerie wollten wir einen "Rasor Brush" erstehen, aber die Damen verstanden uns nicht so recht, und so bekamen wir von Zahnbürsten über Kleiderbürsten bis zu Badebürste alle möglichen Arten von Bürsten gezeigt, bis endlich jemand auf Rasierpinsel kam. Nachdem wir genug geschlendert waren, machten wir uns auf den Rückweg ins Hotel.

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Mittwoch 06.04.1994

Nachdem wir sehr spät aufgestanden waren besuchten wir gegen 10:30 erneut die Reiseagentur, diesmal war geöffnet. Wir wurden sehr freundlich empfangen, man bot uns einen Tee an und der Manager überprüfte unsere Reservierung und stellte fest, dass wir mit Frühstück gebucht und bezahlt hatten. Er meinte, es sei jetzt zu kompliziert, die Situation mit dem Hotel zu klären und gab uns das Geld für 4*4 Frühstück, also 480,- HKD.
Anschließend statteten wir dem New World Center einen Besuch ab, ein riesiges Einkaufszentrum. Dann zurück zum Hotel , um den Fotoapparat zu holen. Einmal mit der Star Ferry hin und zurück, um das alte Foto, das wir bei einem Trödler gekauft hatten, neuzeitlich zu wiederholen.
Zurück im Hotel besuchten wir das Weltraummuseum (Space Museum): Dank eines Zeiss-Sternprojektors wird die Dunstglocke über der Sechs-Millionen-Stadt wieder klar. Tausende von Sternen sind in unterschiedlichen Konstellationen unter der Halbkugel des Museumsdaches zu sehen.

Star Ferry in Hongkong alt Star Ferry in Hongkong neu

Das Programm umfaßt Beschreibungen der Beschaffenheit von Meteoren und Planeten, schwarzen Löchern und die 3K Mikrowellenstrahlung. In der Ausstellungshalle, die das Weltraumtheater umschließt, sind folgende Komplexe zu sehen: Sternhimmel über Hongkong; frühe chinesische astronomische Instrumente und Beobachtungen; Solarsystem; Raketen, Satelliten und Raumfahrtausrüstung.
Im Hotel legten wir dann eine Ruhepause ein und trafen uns um 19:30 mit Wolfgang und Manuela. Wir fuhren mit der U-Bahn nach Yau Ma Tei, aßen dort europäisch (Filet Steak) zu Abend. Anschließend suchten wir Wolfgangs Optiker auf, um seine Brille abzuholen, aber sie war nicht fertig. Also schlenderten wir in unsere Richtung zurück, um schließlich wieder im Biergarten zu landen.

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letzte Änderung: 20.11.2017 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig