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Reisebericht China Philippinen 1994
Xian

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Dienstag 29.03.1994

China Karte mit Xi'an Bis zur Abfahrt des Busses um 9:00 verbrachten wir die Zeit mit Frühstücken. Wir fuhren dann mit unserer neuen Begleiterin zu unserem Vormittagsprogramm zum Konfuzius- und zum Lama-Tempel. Im Konfuzius-Tempel waren wir die ersten und einzigen Gäste.
Der Konfuzius-Tempel: ist nach demjenigen in Qufu der zweitgrößte im Land. Er wurde 1981 wiedereröffnet, nachdem er angeblich einem hohen Beamten als Wohnsitz gedient hatte, und beherbergt heute ein Museum. Auf den Stelen im Innenhof sind die Namen derjenigen festgehalten, die die Prüfungen für den Staatsdienst am kaiserlichen Hof erfolgreich abgeschlossen haben.
Von dort gingen wir zu Fuß zum Lama-Tempel.
Lama Tempel in Beijing

Der Lama-Tempel: Die Bauwerke des Beijinger Lamaklosters Yonghegong im nordöstlichen Teil der Innenstadt stammen aus dem Jahr 1694. Sie dienten zunächst als Residenz von Yongzheng, dem vierten Sohn des Kaisers Kangxi, der später den Thron bestieg. Ab 1744 wurde der Komplex, der zeitweise als Lustschloß gedient hatte, in ein Kloster umgewandelt. Während der Kulturrevolution war das Kloster geschlossen, die Mönche waren vertrieben worden. Durch ein hölzernes Ehrentor gelangt man in einen Innenhof mit einer Trommel und einem Glockenturm. Eine Anzahl von Hallen beherbergen Statuen von Buddha in verschiedenen Erscheinungsformen, darunter der aus einem Stück gearbeitete 18 m hohe Maitrya-Buddha aus Sandelholz, Wächtergottheiten, Rollbilder und Wandmalereien.

Kinder in Beijing Nach einem gemeinsamen Rundgang durch den Tempel hatten wir noch eine halbe Stunde Zeit, die wir lieber dazu nutzten, die Einkaufstraße außerhalb des Tempels entlang zu bummeln, als noch weiter auf dem Tempelgelände zu bleiben. Anschließend fuhren wir zu einem Restaurant zum Mittagessen (12:00) und hatten anschließend wieder eine halbe Stunde Zeit, diesmal um auf dem freien Markt zu bummeln. Plötzlich stand ein kleiner chinesischer Junge vor mir und erzählte mir irgend etwas unverständliches auf Chinesisch. Meine deutsche Antwort verstand er wohl genausowenig, also zeigte er auf meinen Fotoapparat, er wollte offensichtlich fotografiert werden, was ich dann auch tat. Daraufhin wollte auch noch ein zweiter abgelichtet werden.
Um 13:00 fuhr unser Bus zum Flughafen. Im Flughafen angekommen wuselte unser Reiseleiter Herr She ziemlich aufgeregt in der Gegend herum, aber es gelang ihm unsere Bordkarten zu besorgen, wobei er schon im Bus etwas unverständliches Zeug erzählt hatte. Außerdem sollten wir nichts im Bus lassen denn: "wir kommen nicht mehr zurück". Wir starteten um 15:15, und hätten es sicher nicht gemerkt, wenn She nicht den entscheidenden Hinweis: "Wir starten" gegeben hätte. Ankunft in Xi'an um 17:00, nach wiederum erklärenden Hinweisen: "Wir landen", "Wir sind da". She war schrecklich nervös und aufgeregt, es war wohl sein erster Flug. Man hatte eher das Gefühl, es ist ein Chinese mit 14 Reiseleitern unterwegs. Vor Flughafen in Xi'an mangelte es an einen Bus für uns, und wir sollten auf diesen "bis Uhr" warten (er meinte 18:00).
Strasseneindruck in Xian Er erzählte uns dann noch etwas über unser Gepeike, was wir aber wieder nicht verstanden. Der neue Flughafen von Xi'an liegt sehr weit außerhalb und so mußten wir noch über eine Stunde mit dem Bus fahren, vorbei an "Graben" (wir suchten alle den Graben, bis wir merkten er meinte die Hügel, bei denen es sich um Gräber handelte), und an keine Wildganspagode, die aber doch vorhanden aber nur klein war. Er erzählte uns noch eine Menge über Xi'an, denn hier war er gleichzeitig auch unser örtlicher Reiseleiter. Was er eigentlich mitteilen wollte, blieb den meisten verborgen, denn fast alles war völlig unverständlich, aber lustig.
Xi'an gilt als Wiege der chinesischen Kultur am Mittellauf des Huanghe. Ausgrabungen in der näheren Umgebung der Stadt brachten Wohnanlagen aus der Yangshao-Zeit (6.-3.-Jahrtausend v. Chr.) ans Tageslicht, und Xi'an selbst war - in alter Zeit mit dem Namen Changán (Immerwährender Friede) - mit Unterbrechungen Sitz von elf Dynastien. Als Herrschaftszentrum wurde Xi´an stets mit herrlichen Bauwerken ausgestattet.
Abendessen (sehr köstlich) gab es um 19:30 in einem Hotel (nicht dem unserem), und anschließend fuhren wir zum New Dynasty Hotel, wo wir erst um 20:40 ankamen. Die Wartezeit auf unser "Gepeike" verbrachten wir in der Bar bei einem Bier, das "Gepeike" kam kurz nach 22:00 Uhr.

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Mittwoch 30.03.1994

alle wollen aufs Bild Aufstehen 7.:00, Frühstück um 8:00, Abfahrt um 9:00. Zuerst fuhren wir zu den heißen Quellen. Schon am Vortag wurde uns im Bus ein Mädel vorgestellt, die einen Videofilm drehen sollte und uns am Ende unseres Aufenthaltes in Xi´an die Videokassette zum Verkauf anbieten wollte. Als wir bei den heißen Quellen ankamen, wurde dem Mädel die Videokamera von der Polizei oder weiß ich was, weggenommen, es gab einen ziemlich schlimmen Streit und so hielten wir uns sicher länger dort auf als geplant, weil sie versuchte, die Videokamera wiederzubekommen. Alles war sehr merkwürdig und wir konnten nicht so recht was mit der Situation anfangen. Wir trotteten also durch den Garten, eine lustige Männergruppe wollte unbedingt von uns fotografiert werden, um 11:00 fuhren wir endlich weiter.
Die heißen Quellen von Xi´an: Die Quellen wurden schon im 8. vorchristlichen Jahrhundert von königlichen Familien besucht, und liegen 24 km südlich von Xi´an. Hier wurde auch Tschiang Kai-schek gefangen genommen, als er versuchte, über den steilen Pfad hinter den Pavillons zu entfliehen. Seit 1949 sind die Quellen für jedermann zugänglich und zu einem beliebten Ausflugsort für Reisende aus ganz China geworden.
bei den heissen Quellen in Xian In den schönen Gärten gibt es Teiche mit Wasserlilien, Teepavillions und Badehäuser. Die Busfahrt zur Tarrakottaarmee war nicht allzu lang. Wir sammelten uns am Anfang der großen Halle der ausgegrabenen Soldaten, wo uns She alles mögliche zu erklären versuchte, was aber auch zum Teil wieder unverständlich war.
Mausoleum und Terrakotta-Krieger des Qin Shihuang: Die Geschichte der Stadt ist unlösbar mit dem ersten Kaiser eines geeinten chinesischen Volkes, mit Qin Shuhuang verknüpft. Im 3. Jh. v. Chr. war China in 5 unabhängige und ständig sich bekämpfe Staaten unterteilt. Im Jahre 246 v. Chr. bestieg Ying Zheng im Alter von 13 Jahren den Qin-Thron. Ein Staat nach dem anderen fiel in der Folgezeit an die Qin, und im Jahre 222 v. Chr. waren alle übrigen Staaten von der Qin-Armee besiegt. Die Zentralisierung der Macht wurde durch die Zerstörung der Befestigungsanlagen in den anderen Staaten, durch den Bau von Straßen, die von der Hauptstadt aus in andere Teile des Reiches führten, und durch die Einführung eines einheitlichen Währungs- und Schriftsystem vorangetrieben.

Terrakottekrieger in Xian Alle Geschichtsschreibungen, die nicht mit der offiziellen Qin-Linie übereinstimmten, wurden vernichtet, so auch die Werke des Konfuzius, von denen viele deshalb nur heute bekannt sind, weil sie nach dem Sturz der Qin-Dynastie aus dem Gedächtnis niedergeschrieben wurden. Seine tyrannische Herrschaft dauerte bis zu seinem Tod im Jahr 210 v. Chr.; sein Sohn konnte sich nur noch 4 Jahr an der Macht halten, bevor die Dynastie von einer Revolte gestürzt wurde, aus der die Han-Dynastie hervorging.
Die Grabstätte des Shihuang: Unmittelbar nachdem Qin Shihuang den Qin-Thron bestiegen hatte, wurde mit dem Bau seiner letzten Ruhestätte begonnen; die Bauarbeiten zogen sich über 36 Jahre seiner insgesamt 37 Jahr währenden Herrschaft hin. Heute ist die Grabstätte des Kaisers der Grund für einen Xi´an Besuch schlechthin. Die eigentliche Gruft ist von einem riesigen Erdhügel bedeckt und etwa einen Kilometer nördlich des Lishan-Berges gelegen. Die Grabkammer wurde nicht freigelegt, so dass bis heute niemand genau weiß, was sich im Inneren befindet. In den "Historical Records" des Sima Qin. eines berühmten Geschichtsschreibers des 2. Jahrhundert v. Chr., ist angegeben, der gesamte Komplex bestände aus Palästen und Pavillons, angefüllt mit Edelsteinen und anderen Schätzen und gesichert durch Bogen, deren Pfeile automatisch auf Eindringlinge abgeschossen werden konnten.
im Museum in Xian Am Ende der Bestattungszeremonie wurden alle Künstler und Handwerker, die an der Ausgestaltung beteiligt waren, sowie sämtliche kinderlose Palastjungfrauen gezwungen, im unterirdischen Palast zurückzubleiben - lebendig begraben - damit niemand die Geheimnisse preisgeben konnte.
Was die Größe der gesamten Totenstadt betrifft, gibt ein Schreiber der Min-Dynastie an, der heilige Bezirk des Mausoleums besitze vier Tore und einen Umfang von 2,5 km und die äußere Umfassungsmauer weise einen Umfang von 6 km auf. Jüngste Studien an dieser Stätte haben ergeben, dass die Totenstadt tatsächlich aus einem heiligen Bezirk im Inneren und einer äußeren Stadt bestand und die Maße der jeweiligen Umfassungen etwa mit denen des Ming-Schreibers übereinstimmen. Der Südteil des Komplexes weist einen hohen Hügel aus gestampfter Erde auf, unter dem der Kaiser begraben liegt. Der Hügel ist 40 m hoch, seine Grundfläche bemißt 485 * 551 m. Heute ist er von niedrig wachsenden Bäumen bestanden und von Feldern umgeben.
Die begrabenen Krieger: Wie weit sich die Totenstadt tatsächlich ausdehnte, kann nur vermutet werden. Im Jahr 1974 stießen Bauern, die etwa 1500 m östlich des Grabhügels einen Brunnen graben wollten, auf eine der grandiosesten archäologischen Stätten der Erde. Sie entdeckten ein unterirdisches Gewölbe aus Erde und Holzgerüsten und daraufhin durchgeführte Ausgrabungen förderten Tausende von Terrakotta-Figuren zutage, lebensgroße Soldaten mit ihren Pferden, in Schlachtordnung aufgebaut, eine ganze Armee also, die dem Kaiser in die Unsterblichkeit folgte.
Markteindruck in Xian Das Gewölbe mißt in Ost-West-Richtung 210 m, die Nord-Süd-Richtung 62 m. Der Grubenrand liegt zwischen 5 und 7 m unterhalb der Erdoberfläche. Im Abstand von 3 m sind von Osten nach Westen verlaufende Mauerwände eingezogen, zwischen denen die Grubengänge liegen. In diesen Gängen, deren Böden mit grauen Ziegeln bedeckt sind, sind die Terrakotta-Figuren aufgestellt. Insgesamt sind es rund 6000 Figuren, Soldaten uns Pferde. Die vorderste Linie scheinen drei Reihen von 210 Armbrust- und Bogenschützen zu bilden. Dahinter folgt die Hauptabteilung bewaffneter Soldaten, die mit Speeren, Streitäxten und anderen langschäftigen Waffen ausgerüstet sind. Zwischen ihnen befinden sich von 35 Pferden gezogene Wagen. Jede Figur besitzt eigene Gesichtszüge und einen eigenen Ausdruck. Viele Figuren trugen ursprünglich richtige Waffen jener Zeit; bisher wurden rund 10 000 solcher Waffen gefunden. Figuren, die Generäle und andere hohe Offiziere repräsentieren, waren mit Bronzeschwertern ausgestattet.
Grosse Wildgans Pagode in Xian Durch besondere Behandlung der Oberfläche waren die Schwerter gegen Rost und Korrosion geschützt und ihre Klingen noch scharf, nachdem sie 2 000 Jahre in der Erde geruht hatten. Im zweiten Gewölbe, das 1976 freigelegt wurde, fanden sich 1 000 Figuren. Das dritte enthielt lediglich 68 Soldaten und einen Streitwagen und scheint den Kommandoposten für die Soldaten in den anderen Gewölben vorzustellen. Man nimmt an, dass die Terrakotta-Armee zum "Schutz" der Totenstadt geschaffen wurde.
Um 13:00 verließen wir das Gelände und fuhren zu einem nur sehr mäßigen Mittagessen. Auf der Rückfahrt nach Xi´an durften wir eine Viertelstunde über den Medizinmarkt laufe, wo es allerlei Fremdartiges mit allen Wohl- und Übelgerüchen, zu sehen gab, diverse Kräuter, Hörner, getrocknete Schlangen, Wurzeln und viel Undefinierbares.
Dann ging es weiter zur "Seidenfabrik«;. Leider nicht das, was wir uns vorstellten, nämlich eine echte Fabrik, wo von der Seidenraupe bis zum fertigen Stoff alle Arbeitsgänge gezeigt werden, sondern eine reine Verkaufsveranstaltung. Dann führte uns der Weg zur "Großen Wildgans-Pagode", wegen des diesigen Wetters ersparten wir uns die Besteigung.
Große Wildgans-Pagode, das Wahrzeichen Xi´ans: befindet sich am Südrand Xi´ans, das Herzstück des "Tempels der Gnade und Barmherzigkeit". Die Pagode wurde in der früheren Tang-Zeit errichtet und überragt den Tempel, in dem der große Buddhist und Indienpilger Xianzang nach seiner Rückkehr aus Indien lebte. Xianzang durchzog im 7. Jh. die Stätten des Ursprungs des Buddhismus und brachte zahlreiche Lehrschriften mit, die er dann ins Chinesische übersetzte. Das Ergebnis waren 1335 Bände.
Nach der Besichtigung der Pagode und des Tempels fuhren wir gegen 17:30 zu einem köstlichen Abendessen in einem Hotel in Xi´an, um 19:00 ging es dann weiter zu einer Tang-Oper Aufführung, mehr für Touristen, also nicht so lang wie die eigentliche Tang-Oper, sondern nur eine gute Stunde, aber sehr schön.
Dann sollte uns im Hotel noch das Video von dem Mädel gezeigt werden und wir versammelten uns alle in der Bar, aber das Mädel kam nicht, so saßen wir eben nur in der Bar.

letzte Änderung: 17.04.2016 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig

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