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Reisebericht China Philippinen 1994
Guangzhou

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Sonnabend 02.04.1994

China Karte mit Guangzhou Aufstehen 4:30, Abfahrt mit dem Bus zum Flughafen um 5:30.
Mit packen mußten wir keine Zeit vertrödeln, da wir die Koffer schon am Vorabend vor die Tür gestellt hatten. Bei strömenden Regen flogen wir pünktlich um 7:00 mit Southern China Airlines in einer sehr neuen Boing 737 ab und landeten ebenso pünktlich um 7:45 in Kanton.
Pagode der 6 Banyan Bäume in Guangzhou Mit 3,2 Mill. Einwohnern, bei Einbeziehung des Umlandes 5,8 Mill., ist Guangzhou (Kanton) heute eine der Größten Städte Chinas und hielt mit seiner Messe auch während der jüngsten Isolierungszeit stets Kontakt mit seiner Außenwelt. Erleichtert wurde dies durch die Nähe zu Hongkong. Wenn man heute durch die Altstadt kommt, dann ist die alte Herrlichkeit noch zu spüren. Die vier bis fünfstöckigen Häuser zeugen von großem Wohlstand der Jahrhundertwende, die Insel Shamian, ehedem Ghetto für Europäer und Tabu für Chinesen, von großer europäischer Vergangenheit.
Unser ersten Weg in der frühen Morgenstunde führte uns zur Dr. Sun Yat Sen Gedenkhalle. Die gewaltige Halle mit dem imposanten Dach aus blauen Glasurziegeln wurde im chinesisch-japanischen Krieg (1937-45) zerstört und erst 1963 wieder aufgebaut, ist 47 m hoch und 71 m breit. Im inneren befindet sich ein Konzertsaal, in dem 4800 Personen Platz finden.
Dr. Sun Yat Sen Gedenkhalle in Guangzhou Wir fuhren dann weiter zum Ahnentempel der Familie Chen: Gebaut wurde er in den letzten Jahren der Qing-Dynastie. Er war ein Ort, wo Einwohner aus 72 Kreisen der Provinz Guang-dong, die Chen hießen, ihren Ahnen opferten, und wo junge Männer aus diesen Familien sich auf die Prüfung für den Grad eines Juren (akademischer Grad und Titel, der während der Ming- und Qing-Zeit bei den staatlichen Prüfungen auf Provinzebene verliehen wurde) vor-bereiteten. Die imposanten Bauwerke mit prächtigen Dekors sind vom Stil der Provinz Guangdong geprägt. Im Tempelgelände befindet sich ein wunderschönes Museum, in dem wir uns stundenlang hätten aufhalten können. Leider hatten wir nur eine halbe Stunde Zeit, der Fluch der Gruppenreise.
Ahnentempel der Familie Chen in Guangzhou Der nächste Besichtigungspunkt war der Tempel der sechs Banyan-Bäume: Der heutige Name des Tempels geht auf Su Dongpo (1037-1101) zurück, den sechs alte Banyan-Bäume im Tempelgarten so beeindruckten, das er die Zeichen liu (sechs) und rong (Banyan) niederschrieb. Der Tempel (gegründet 537) wird von der Blumenpagode (Hua Ta; 1079 wieder aufgebaut) überragt. Die Avalokiteshvara-Halle birgt ein Guanyin-Standbild und im Tempelgarten ist die Galerie der Steintafeln beachtenswert. Die neunstöckige Pagode lud zum erklimmen ein, denn von oben versprachen wir uns einen guten Ausblick auf die Stadt.
In einem privaten Restaurant fand unser Mittagessen statt, was ausgesprochen köstlich war. Anschließend fuhren wir dann in das White Swan Hotel, wo ich mich schon auf das Aha-Erlebnis beim Betreten der Eingangshalle freute, aber als Gruppentouri wurden wir nicht durch den Haupteingang, sondern durch den Keller zur Gruppenrezeption gebracht, Touristen 2. Klasse. Nun wollten wir uns wenigstens etwas frisch machen, weil wir um 14:00 wieder an der Kellerrezeption treffen wollten. Aber frisch machen war erst mal nicht, unser Zimmer war noch nicht fertig, aber wenigstens nicht mehr bewohnt.
Als wir dadurch mit leichter Verspätung (14 min) am vereinbarten Treffpunkt erschienen, mußten wir uns von unserem arroganten kantonesischen Reiseleiter abkanzeln lassen.
irgendwo in Guangzhou Er führte uns bis zum Anfang des Freimarktes, wo wir frei herumlaufen durften.
Es gab wieder Gewürze, Medikamente und Kräuter, aber auch lebende Tiere, die grausam zusammengepfercht in viel zu kleinen Käfigen hockten. Kein schöner Anblick und daher durchquerten wir diesen Teil des Marktes ziemlich schnell. Wir bummelten dann noch ein wenig durch die Straßen.
Um 18:00 trafen wir uns wieder an der arme Leute Rezeption, wobei diesmal die 5 min. zu spät kommende Familie Rumpf von unserem Reiseleiter angepfiffen wurde. Er hatte sich schon mehrmals im Ton vergriffen, wie etwa: "Wollen sie nun endlich zuhören". Im Bus zum Abendessen erklärte er uns den Ablauf der morgigen Abreise aus China nach Hongkong, bevor wir nach dem Abendessen betrunken seien, was er dreimal wiederholte. Eigentlich freuten wir uns auf das Abendessen, nach dem guten Mal in der Mittagszeit. Als wir ankamen wurden wir zunächst an einem Tisch zusammengedrängt, weil wir nicht mehr als 14 Personen waren und uns so nur noch ein Tisch zustand. Es war reichlich eng, zwischen Bernd und mir drängelte sich ständig die Kellnerin zum Bedienen und Vorlegen durch, so dass an Essen kaum zu denken war, außerdem lies die Qualität des Essens auch sehr zu wünschen übrig.
Dann kam noch She und erzählte irgend etwas von Gepeike und vor die Tür stellen und Reiseleiter und Tip geben und sonst nicht sicher, was wir alles nicht so gut verstanden, und so beschlossen wir für uns, unsere Taschen am nächsten Tag selbst zu transportieren. Nach diesem eher schlechten Abendessen trafen wir uns noch zu einem Abschiedsbier in der Hotelbar, wobei wir auch noch Herrn She dazuholten, der uns nun wieder was von sicherem Gepeike erzählte, aber wir blieben bei unserem Entschluß.

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letzte Änderung: 17.04.2016 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig