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Reisebericht Kreta 2012 Paleochora

Mittwoch 13.06.2012

Kreta Karte Das Frhstck nahmen wir wieder gegen 8.30 Uhr ein, packten unsere Sachen und fuhren um 9:30 Uhr ab. Der Wirt des Hotels verabschiedete uns, als ob wir als Stammgste schon mehrmals vier Wochen da gewesen wren.
Eigentlich wollten wir eine Kaffeepause in Georgiopolis machen, haben aber die Abfahrt von der Schnellstrae verpasst, so nahmen wir uns Agia Marina als Pausenort vor, aber auch diese Ausfahrt blieb uns verborgen. Schlielich hielten wir in Maleme am Strand an, der Strand nicht sehr schn und voller grober Kieselsteine, aber dafr ein sehr nettes Caf mit sehr freundlichen Leuten und sehr dnnem Kaffee. Nach einer weiteren Stunde Fahrt kamen wir in Paleochora an. Zunchst lschten wir im Restaurant Caravella am Hafen unseren Durst, lieen das Auto dort stehen und machten uns zu Fu auf Zimmersuche. Auf der anderen Seite des Ortes am schnen Strand fanden wir das hbsche und sehr neu wirkende Pal Beach Hotel und sie hatten auch ein Zimmer fr uns. Wir holten unser Auto und zogen ein. Leider hatte das Zimmer keinen besonders schnen Ausblick, aber einen sehr groen und vor allem windgeschtzten Balkon.
Paleochora ist ein Stdtchen im Sdwesten Kretas, gehrt zur Prfektur Chania und existiert verschiedenen Angaben nach seit etwa 1400 n. Chr.

Unser Hotel in Paleochora Blick auf Paleochora

Der Ort liegt direkt am Meer auf einer Halbinsel, auf der Ostseite der Halbinsel gibt es einen kleinen Kieselstrand, an der Westseite einen schnen Sandstrand. Auf beiden Seiten gibt es eine kleine Uferpromenade mit zahlreichen Cafes und Tavernen.
Oberhalb des Ortes finden sich auf einem kleinen Hgel die berreste eines venezianischen Kastells. Die begonnene, aber nicht beendete Ausgrabung des Kastells zeigt verschiedene Grundmauern und Reste einer Zisterne und eines Brunnens.
Die Infrastruktur ist fast nur auf den Tourismus ausgelegt, die meisten Bewohner verdienen ihren Lebensunterhalt durch die Vermietung von Zimmern oder mit Beschftigung in der Gastronomie. In der Sommersaison werden abends sogar die Straen fr den normalen Autoverkehr gesperrt und die Tavernenbesitzer stellen ihre Sthle und Tische auf die Strasse. Trotz fortschreitenden Tourismus ist Paleochora eine nette "Kleinstadt" geblieben.
Nachdem wir uns eingerichtet hatten schlenderten wir durch den kleinen Ort, alles wirkte etwas verschlafen. Schlielich landeten wir wieder auf der anderen Seite des Ortes am kleinen Hafen und lieen uns gegen 15 Uhr wieder im Restaurant Caravella nieder. Nach einer Weile bekamen wir Hunger und weil das Essen in der Auslage gut aussah, bestellten wir Bifteki mit grnen Bohnen, das Essen war so lecker wie es aussah.
Nach dem Essen gingen wir zurck zum Hotel und etwas spter liessen wir uns in der benachbarten Kneipe "Atoli" zum Fuball gucken nieder.

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Donnerstag 14.06.2012

Wir frhstckten gegen 9 Uhr, fr griechische Verhltnisse recht ppig mit Schinken, Wurst und Kse. Anschlieend gingen wir die wenigen Schritte zum Strand, belegten zwei Liegen, die wir unter einen Baum zogen, denn dieser bot viel mehr Schatten als die kleinen Sonnenschirmchen. Das Wasser war mir zu kalt zum Baden und es dauerte nicht lange bis ein ziemlich starker Wind aufkam, der den Aufenthalt am Strand sehr ungemtlich machte. Also brachen wir unsere Zelte ab und machten einen Spaziergang durch den Ort und kamen so auch auf die andere Seite der Halbinsel zum dortigen Strand. Dieser war sehr viel kleiner und bestand auch nur aus groben Kieselsteinen. Der Wind war hier zwar etwas schwcher aber eine Alternative war es nicht. Also gingen wir zurck zum Hotel und setzten uns zum Lesen auf unseren windgeschtzten Balkon.

Der Strand in Paleochora Am Hafen von Paleochora

Zum Abendessen gingen wir wieder ins Caravella, und es war immer sehr lecker. Wir schauten uns dort auch das erste Fuballspiel an, Italien Kroatien 1 : 1.
Auf dem Rckweg kehrten wir noch im "Atoli" ein, dort fand ein Rock-Abend mit Songs aus den 70er und 80er Jahren statt. Es war berhaupt nichts los, die Griechen hatten in den 70er und 80er Jahren wohl auch andere Musik gehrt als wir, denn wir kannten fast keines der Stcke, die gespielt wurden und gefallen hat uns die Musik auch nicht. Also gaben wir auf und waren etwa um 23.30 wieder im Hotel.

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Freitag 15.06.2012

Wir frhstckten bereits um 8.30 und machten uns um 10 Uhr auf den Weg nach Elafonissi, angeblich der schnste Strand auf Kreta.
Auf kleinen Nebenstraen kamen wir zunchst nach Elos und machten dort eine Kaffeepause. Elos befindet sich im grnen landschaftlich so reizvollen und abwechslungsreichen Westteil Kretas, und es heit, es gebe hier mehr Kastanienbume als Einwohner, denn in dieser Region wird der Hauptanteil der Kastanienernte Kretas eingebracht.
Erstaunlicherweise gab es in dem kleinen Ort mehrere groe Tavernen, irgendwann fallen dort wahrscheinlich die Touristen mit mehreren Bussen ein.

in Elos Landschaft bei Elos

Als wir unseren Kaffee bezahlt hatten, kam der Wirt mit einer kleinen Karaffe mit Raki Wir lieen ihn unbeachtet stehen, denn der Raki htte unsere Weiterfahrt verhindert um kurz nach 10 Uhr am Vormittag.
Wir fuhren weiter durch die wunderschne hgelige und grne Gegend zum Museum und Kloster Chrissoskalitissa, das erhht auf einem Felsen am Meerliegt, und nur ber eine ziemlich steile Treppe zu erreichen ist. "Zur goldenen Treppe" ist auch der Name des Klosters (Chrisso = Gold, Skala = Treppe) und die Legende besagt, dass eine Stufe dieser Treppe aus purem Gold geschaffen sei und nur der, der ohne Snde ist, diese Stufe auch sehen knne. Wir haben sie leider nicht sehen knnen...
Das abgelegene Kloster wurde selten von vielen Menschen bewohnt. Heute leben und arbeiten hier nur noch ein, zwei Mnche und eine Kchenhilfe. Aus der Geschichte von Chrissoskalitissa ist nicht viel bekannt. In venezianischer Zeit soll hier bereits eine Kloster gestanden haben, ebenso in trkischer Zeit. Im zweiten Weltkrieg diente das Kloster zunchst als Zufluchtsort fr alliierte Soldaten, bis dies nach gypten evakuiert werden konnten. Danach besetzte die deutsche Wehrmacht das Kloster und nutzte es ab 1943 als Gefngnis - auch fr deutsche Soldaten.

Kloster Chrissoskalitissa Kloster Chrissoskalitissa


Es herrschte jede Menge Touristenbetrieb, drei Reisebusse standen vor dem Kloster und die dazu gehrenden Menschen wuselten in dem kleinen Kloster herum.
Besichtigen kann man die Klosterkirche und ein kleines Museum zeigt Ikonen, alten Bcher und Haushaltsgegenstnde, die Zelle eines Mnches ist nachgestellt und im letzten Raum eine winzige Geheimkirche, die auch als Schule diente in der Zeit der trkischen Besatzung. Die kleine Klosterkirche wirkte zwar sehr alt aber nicht so richtig sehenswert, zumindest nicht fr "Kirchenlaien".
Wir genossen noch den Blick, den man von dort oben hatte und stiegen die steile Treppe wieder hinunter.

Elafonissi Elafonissi


Bis nach Elafonissi waren es dann nur noch 6 km. Dieser Traumstrand Kretas, ist ein Badeparadies an der uersten Sdwestkste. Elafonissi ist auch eine Insel, die ca. 100 Meter vor der Sdkste liegt und man kann zu Fu durch das Meer zu der Insel gehen. Das Wasser reicht bei Erwachsenen bis zur Hfte. Der Strand gefiel uns wirklich sehr, wir hatten auch Badesachen dabei, aber leider war es genauso strmisch wie in Paleochora und der Wind peitschte den Sand am Strand entlang und so hatten wir keine Lust zu bleiben. Am Strand gibt es mehrere Strandbuden, sie Tavernen zu nennen wre bertrieben und wir suchten uns eine aus um etwas zu trinken.
Fnf junge griechisch Mnner saen dort herum, sie waren sehr "lustig" und brllten abwechselnd "Hallo Linda" und lachten sich kaputt, das ging die ganze Zeit als wir dort saen, der Sinn blieb uns allerdings verborgen und wir fanden das alles nur ziemlich bld.
Fr die Rckfahrt nach Paleochora hatten wir uns eine andere Strae ausgesucht mit spektakulren Ausblicken und ppigen Oleanderbschen, allerdings sehr beifahrerunfreundlich, ich hatte die ganze Zeit den Abgrund auf meiner Seite.

Blick auf Paleochora

Durch den anderen Heimweg hatten wir kurz vor Paleochora einen traumhaften Ausblick auf den Ort.
Zunchst lschten wir unseren Durst im "Atoli", saen dann bei 35 Grad noch lesend auf unserem Balkon herum. Zum Abendessen gingen wir mal nicht ins Caravella, sondern blieben in der Hauptstrae, die ab 19 Uhr zu Fugngerzone wird, weil alle Wirte ihre Tische und Sthle auf die Strae stellen. Die Atmosphre war toll, leider war das Essen in dem von uns ausgewhlten Grillrestaurant nicht besonders gut.
Bei allen Lokalen standen groe Fernseher auf der Strae, wir wechselten dann noch mal zu einem mit bequemeren Sthlen und schauten uns das Spiel Ukraine gegen Frankreich an (0 : 2) .

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Sonnabend 16.06.2012

Kreta Karte Eigentlich sollte unser letzter Tag in Paleochora noch ein Strandtag werden, aber der Wind war noch strker geworden, man konnte ihn schon als Sturm bezeichnen. Der Strand war auch menschenleer. Wir beschlossen nach Chania zu fahren, in der Hoffnung, dass dort nicht so viel Wind sei.
An der Stelle des heutigen Chania lag einmal das antike Kydonia. In der Folge blieb Chania relativ autonom, bis die Araber im 9. Jahrhundert Kreta eroberten. Sie ließen die Stadt aber ebenso vergammeln wie den Rest der Insel, erst die späteren Herren Kretas, die Venezianer, putzten Chania wieder heraus. Noch heute sind an allen Ecken und Enden die zwar nicht besonders gepflegten, aber dennoch prächtigen Relikte der venezianischen Zeit erkennbar. Unter den Venezianern war das heutige Viertel Kastelli (östlich des Hafens) das Stadtzentrum. Dem türkischen Ansturm 1645 konnte auch Chania nicht standhalten. Viel an bleibenden Werten haben die Türken auf Kreta nicht hinterlassen, in Chania aber immerhin die Janitscharen-Moschee am Hafen und ein Minarett unweit der Markthalle.

Chania am Hafen

1898 mußten die Türken dann die Insel räumen, der Hochkommissar der Großmächte, Prinz Georg, machte Chania zur Inselhauptstadt. Dies blieb sie bis 1971, dann trat Iraklion an ihre Stelle. Unter Führung des kretischen Nationalhelden Elevtherios Venizelos forderten die Kreter den Anschluss ans griechische Mutterland. Während des Zweiten Weltkriegs war der Bezirk Chania das am meisten betroffene Gebiet. Beim Flughafen Maleme westlich der Stadt gelang es den deutschen Invasionstruppen zuerst, Fuß zu fassen. Mit der Eroberung des Flughafens war auch der Nachschub gesichert und der Fall der Insel trotz heftigen weiteren Widerstandes der Kreter nur eine Frage der Zeit.

Chania in der Markthalle Die Altstadt von Chania ist nicht sehr groß, doch die kleinen Gassen haben viel Atmosphäre. Zahlreiche Häuser aus venezianischer Zeit und Reste der venezianischen Stadtmauer sind erhalten geblieben.
Am alten (venezianischen) Hafen stehen noch die großen Hallen der ehemaligen venezianischen Arsenale. Von den 23 Hallen, in denen Schiffe repariert und Waren gelagert wurden, sind 9 erhalten geblieben, die heute als Ausstellungsräume benutzt werden.
Die neue Stadt dehnt sich rings um Kastelli aus. Die Gesamtlänge der äußeren venezianischen Mauern beträgt etwa 3000 m. Vor ihr lag ein Graben, der 50 m breit war. Die alte venezianische Stadt lag innerhalb dieses Mauergürtels.
Gasse in Chania
Nach Chania sind es zwar nur etwa 75 km, aber die Fahrt zog sich etwas in die Lnge. An der Nordkste angekommen, fuhren wir ab Maleme auf der alten Strasse weiter, um zu sehen, ob wir in Agia Marina irgendetwas wieder erkennen wrden (wir waren dort im Jahr 2004). Der Ort hat sich in den Jahren dermaen verndert, dass uns gar nichts bekannt vorkam, deshalb hielten wir auch gar nicht an, sondern fuhren gleich weiter nach Chania.
Irgendwo in der Nhe des alten Hafens wurden wir unser Auto los, d.h. wir fanden einen Parkplatz, was in Chania auch wohl eher einem Lottogewinn gleichkommt. Es war zwar ein Stckchen zu laufen, aber so gro ist ja Chania auch wieder nicht. Zuerst besuchten wir den alten Hafen, es waren Menschenmassen unterwegs. Auerdem fuhren auch Kutschen durch die Stadt, ich kann mich gar nicht erinnern, dass es die frher schon gab. Eine Fahrt von einer halben Stunde fr "nur" 30 Euro.
Da wir keinen Stadtplan dabei hatten, wollten wir in der Touristinformation am Hafen in der alten Moschee einen erwerben, aber die Moschee war geschlossen und das Bro wohl umgezogen. Wir schlenderten dann also planlos durch die vielen Gassen und Gsschen. berall wimmelte es von Menschen. Zum Teil waren die alten Kramlden durch schicke Boutiquen mit Markenklamotten ersetzt worden, Allerweltslden, die es berall gibt. Auch der obligatorische Besuch der Markthalle war natrlich dabei. alte Moschee am Hafen in Chania
Die zentrale Markthalle der Stadt, die kreuzfrmig nach Marseiller Vorbild gebaut wurde, gehrt zu den echten Sehenswrdigkeiten der Stadt Leider hat auch hier der Tourismus zugeschlagen es gibt nur noch einen Seitenarm mit Fisch und Fleisch, der Rest ist Andenkenkrempel. Frher beherbergte jeder der vier Kreuz-Arme andere Warengruppen. Einer Fisch und Fleisch, einer Gemse, Eier und Geflgel, einer Brot, Wurst und Kse, und der letzte von allem ein bisschen, dazu noch Gewrze, Windeln und Spielwaren.
Nach 2 Stunden herumlaufen landeten wir wieder am Hafen und lieen uns von einem Aufreier in ein Restaurant zerren, schlielich hatten wir Durst. Wir bestellten ein groes und ein kleines Bier und bekamen ein Glas mit einem Liter und eins mit Liter fr 10 bzw. 5 Euro, Touristenanschiss. Auf unsere Beschwerde hin, dass man uns htte drauf aufmerksam machen knnen, meinte der Kellner nur das sei bei Ihnen eben so.
Anschlieend gingen wir zurck zum Auto und verlieen Chania wieder auf der alten Strae um noch mal durch Agia Marina zu fahren und hatten dieses Mal den Eindruck, das Hotel Mithos wieder erkannt zu haben, waren uns aber nicht sicher. Allein von Durchfahren her fanden wir den Ort schrecklich, es ist wirklich gelungen alles zu zubauen.
Gegen 17 Uhr waren wir wieder in Paleochora und um keinen Fehler zu machen, gingen wir wieder ins Caravella zum Abendessen, Kaninchenstifado wieder sehr kstlich, obwohl wir die Pommes dazu etwas merkwrdig fanden.
Spt abends gab es dann berraschenderweise noch Fuball, wieder im "Atoli", Griechenland gegen Russland, es war eine Superstimmung, denn alle Gste waren natrlich fr Griechenland. Auf dem kurzen Heimweg zu unserem Hotel war es inzwischen so strmisch, dass ich mich fast nicht auf den Beinen halten konnte.

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letzte Änderung: 20.11.2017 · Copyright © 2003 - 2018 by Angelika Rosenzweig