Flagge Griechenland

Reisebericht Griechenland 2006
Samos

Flagge Griechenland

Sonntag 10.09.2006

Unser erstes Ziel war Pythagorio, der Ort gefiel uns gut, aber der Strand ließ doch sehr zu wünschen übrig. Nun sprach mein Reiseführer von schönen Stränden in Votsalakia, etwa 20 km von Pythagorio entfernt, und so fuhren wir dorthin.
Votsalakia liegt im Südwesten von Samos und hat einen guten Sandstrand, der nur vereinzelt durch kleine Kieselstrandabschnitte unterbrochen wird. Der Ort selbst hat keinen direkten Kern, er ist eine Ansiedlung von Privathäusern, Tavernen, Minimärkten, Hotels, Appartements und Pensionen. Wer Sehenswürdigkeiten erwartet, ein aufregendes Nachtleben oder Shopping rund um die Uhr ist hier allerdings falsch.

unsere Strasse in Pythagorio Pythagoras Denkmal in Pythagorio

Wir parkten unser Auto und klapperten mindesten 6 Hotels ab, aber nirgends war etwas frei. Nur in einem Hotel gab es ein Dreibettzimmer, aber einer hätte in der Küche schlafen müssen, was wir blöd fanden. Dann zeigte man uns noch ein Hotel ganz am Anfang des Ortes, wo es außer diesem wirklich nichts gab, wir lehnten direkt ab und schauten uns nicht einmal die Zimmer an.
Wir fuhren zurück nach Pythagorio, parkten unser Auto und machten uns wieder auf die Suche. An einem kleinen Supermarkt wurden wir angesprochen, ob wir ein Zimmer suchten und so gingen wir mit der Frau mit und kamen so zu einer kleinen Pension, ganz nett, sauber und mieteten ein Zimmer und ein Studio (die Bezeichnung war etwas übertrieben, es gab eine Spüle, einen Herd und einen Kühlschrank im Zimmer).
Wenn wir nicht schon von der Zimmersuche so genervt gewesen wären, hätten wir es sicher nicht genommen, aber es stellte sich dann doch als ganz brauchbar heraus, der Balkon war schön, die Betten in Ordnung, es lag sehr zentral und unsere Wirtin Effie, war sehr nett und freundlich.
Wir machten nur noch eine kleine Runde durch den Ort, aßen etwas zu Abend und gingen bald schlafen, denn von der letzten Nacht waren wir noch recht müde.

der Hafen in Pythagorio der Hafen in Pythagorio

Pythagorio ist ein Hafenstädtchen und Hauptort des gleichnamigen Verwaltungsbezirks mit etwa 1.500 ständigen Einwohnern. Pythagorio hieß ursprünglich Tigani (zu deutsch: "Pfanne") und ist zu Ehren des auf Samos berühmten Mathematikers Pythagoras, der aus Samos stammte, umbenannt worden.
Pythagorio ist das wichtigste touristische Zentrum der Südseite der Insel. Die Stadt hat über 5.000 Fremdenbetten sowie etwa 60 Gaststätten und Diskotheken. Der Flughafen ist in der Nähe und es ist eine sehr schöne, malerische Stadt mit vielen touristischen Einrichtungen. Die heutige Siedlung ist relativ neu. Die ersten Menschen bewohnten die Gegend um 1850 und benutzten für die Errichtung ihrer Häuser Baumaterial von antiken Gebäuden.
Der Hafen, Flaniermeile Pythgorios und der Haupttreffpunkt,hat über 60 Tavernen, Bars und Cafés.Es ist sehr malerisch, da sich die Lichter der Hafentavernen im ruhigen Wasser spiegeln. Auf einer Kaimauer des Hafens steht das Denkmal des Pythagoras.

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Montag 11.09.2006

Gegen 7:00 standen wir auf, tranken Kaffee auf unserem Balkon und machten uns anschließend auf den Weg, um für unser Frühstück einzukaufen, ein kleiner Supermarkt und ein Bäcker waren ganz in der Nähe. Zum Frühstück trafen wir uns auf Brigittes Balkon, weil unserer für drei Personen zu schmal war. Nach der vielen Herumfahrerei vom Vortag, hatten wir nicht so große Lust, viel zu unternehmen, und beschlossen einen Strandtag zu machen. In Pythagorio direkt gibt es nur zwei sehr kleine kieselige Strände, wir suchten uns den etwas größeren aus. Es war auch sehr voll, aber wir fanden noch 3 freie Liegen, die merkwürdigerweise nichts kosteten. Das Wasser war sehr klar, aber mir zu kalt zum Baden, und so wurden nur meine Füße etwas getaucht. Bis gegen 16:00 lungerten wir dort herum.

Am Strand von Pythagorio Abendstimmung in  Pythagorio

Auf dem Heimweg tranken wir noch einen sehr teuren Kaffee, aber er schmeckte wenigstens. Zurück in unserer Unterkunft (Fishermen's House) machten wir uns stadtfein und gingen in einem vom Reiseführer empfohlenen Restaurant namens Aphrodite essen. Der Garten, in dem wir saßen war zwar sehr hübsch, aber das Essen ließ doch stark zu wünschen übrig. Mein Zitronenhuhn war nur einfach ein staubtrockenes gegrilltes Hühnerbein, die Kartoffeln waren allerdings sehr lecker. Die Zitronensoße war nicht vorhanden. Rolfs Lamm Kleftiko war ebenfalls staubtrocken und Brigittes Souvlaki war auch nicht der Renner. Erstaunlicherweise wurde das Restaurant aber doch noch richtig voll. Nach dem Essen schlenderten wir noch ein wenig durch die Straßen, Geschäfte gucken und setzten uns noch in eines der Lokale am Hafen um einen Verdauungs-Ouzo zu trinken. Gegen 21:00 waren wir wieder zuhause auf unserem Balkon.

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Dienstag 12.09.2006

Wir frühstückten um kurz nach 8:00 Uhr und anschließend ging Rolf zunächst zum Frisör und kam gegen 11:00 Uhr zurück. Für diesen Tag hatten wir uns die Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Pythagorio vorgenommen.
Unser erster Besichtigungspunkt war der Eupalinos Tunnel oder auch Eupalinischer Graben. Dieser Graben ist das mittlere Stück eines Wasserwerkes, der 550 v. Chr. von dem aus Megara stammenden Architekt Eupalinon gebaut wurde, um die antike Stadt Samos mit laufendem Wasser zu versorgen. Der Tunnel des Wasserwerkes geht durch den Hügel Ampelos hindurch, um das Wasser aus der Quelle der Agiadon in die Stadt zu leiten. Der Bau des Grabens dauerte 10 Jahre, aber er wurde dann über 1.000 Jahre benutzt. Leider wurde er später verschüttet und verlassen.

Eingang zum Eupalinos Tunnel im Eupalinos Tunnel

Das Wasserwerk besteht aus drei Teilen. Der erste Teil ist eine Wasserleitung, die von der Quelle bis in den nördlichen Eingang des Grabens führt. Diese Wasserleitung wurde in die Oberfläche des Erdbodens gegraben und mit Steinen bedeckt. Ihre Länge beträgt 830 m.
Der zweite und wichtigste Teil ist der Tunnel im Berg. Die größte Schwierigkeit lag darin, dass aus Zeitgründen die Grabungen an beiden Seiten des Berges gleichzeitig begonnen werden sollten und Eingang und Ausgang auf gleicher Höhe liegen sollten. Diese Problem wurde mit Hilfe einer horizontalen Reihe von Stangen rund um den Berg gelöst, die mittels Wasserwaage und Peilungsgerät auf exakt die gleiche Höhe platziert wurden; eine weitere, diesmal vertikale Fluchtlinie über den Ampelos hinweg legte dann die genaue Position der Öffnungen fest. Im Inneren des Bergs wurde der exakte Tunnelverlauf mittels eines scharfen Lichtstrahles bestimmt. Letztlich betrug die Abweichung nur drei Meter in der Höhe und fünf Meter in der Breite. Der so entstandene Tunnel allerdings war nun völlig eben, weshalb man noch eine etwa 60 cm breite Rinne grub, die am Anfang etwa 3 Meter, am Ausgang im Süden aber 8 m unter Tunnelniveau liegt und so ein Gefälle von 0,5% aufweist. In dieser Rinne wurde schließlich die Wasserleitung verlegt, die aus Tonröhren mit einem Durchmesser von etwa 25 cm bestand.

Kloster Spiliani Kloster Spiliani

Dieses mittlere Stück hat eine Länge von 1036,18 m und mündet im Südeingang, wo das Wasser über eine andere an der Oberfläche gegrabene Leitung von 520 m Länge in die Stadt geführt wird. Das ist auch der dritte Teil des Wasserwerks.
Für die Konstruktion des Grabens wurden insgesamt 7000 qm an Felsen von dem Berg entfernt. Im Querschnitt ist der Tunnel 1,80 m hoch und 1,80 m breit und liegt 180 m unter dem Berggipfel. Der Graben besteht aus viereckigen Steinen die technisch perfekt aufeinander passen und er wird von einem dreieckigem Gewölbe überdeckt. Das Wasser wurde durch Rohre in den Graben geleitet, die unter dem Wasserwerk mit Richtung zur Quelle und parallel zum Graben in Richtung Stadt gelegt wurden.
Der Eintritt in den Tunnel kostete 4 Euro. Wir hatten zwar Taschenlampen dabei, aber diese waren nicht nötig, da der Tunnel innen gut beleuchtet ist. Leider ist vor einigen Jahren ein guter Teil der bis dahin begehbaren 500 Meter für die Öffentlichkeit gesperrt worden, es sind daher nur die ersten 150 Meter zugänglich und wir mussten bald auch wieder umkehren.
Alles in allem ist der Preis etwas heftig für das kleine Stückchen Tunnel, aber sehenswert war es allemal.

Kloster Spiliani Kloster Spiliani

Unser nächster Besichtigungspunkt war das Kloster von Spiliani (spilia = Höhle), das in einer Höhle nordwestlich von Pythagorio liegt. Man kann in der Kirche ein sehr altes in Marmor gehauenes Bild der Heiligen Maria besichtigen. Außerhalb der Höhle kann man die Kirche des Ag. Georgios und einige Mönchzellen sehen. Von der Terrasse vor dem Kloster hat man einen wunderbaren Blick auf Pythagorio auf der einen Seite und den Flughafen in einer weiten Ebene auf der anderen. Wir hatten Glück und konnten von dort oben die Landung und den Start eines Flugzeuges beobachten.

Wir bekamen so langsam Hunger und beschlossen nach Mytilini zu fahren. Die kleine Stadt ist auf einem Hügel gebaut. Die ersten Bewohner stammten von der Insel Mytilini (Lesbos), wie der Name verrät, als Kilitz Ali die Genehmigung von dem Türken Sultan Souleiman bekam den verfolgten Einwohnern von Mytilini auf Samos Herberge zu geben.

Blick auf den Flughafen vom Kloster Spiliani Blick auf den Flughafen vom Kloster Spiliani

Recht ursprünglich geblieben ist die Platia des Ortes, mit ein paar Tavernen. Wir suchten uns eine Taverne aus und aßen dort Fisch, der aber leider nur mittelmäßig war, aber dafür saß man dort recht nett und konnte das Treiben auf dem Platz beobachten.
Bedeutend ist auch das Naturmuseum, bekannt als Paläontologisches Museum Mytilinion, aber aufgrund des schönen Wetters hatten wir keine Lust auf Museum.
Nach einem griechischen Kaffee nach dem Essen, brachen wir wieder auf. Wir wollten nun erkunden, welche Strände in der Nähe von Pythagorio nicht steinig sind und fuhren zur Küste. So kamen wir in den kleinen Ort Iraion, dessen Strände aber auch nicht besser sind, so hielten wir uns dort nur kurz auf und wollten nun lieber das in der Nähe gelegene Heraion besichtigen, ein Tempel, der der Göttin Hera gewidmet ist. Jahrhunderte lang war das Heraion der wichtigste Tempel der Insel. Die ersten Bauten gehen zurück in die Hälfte des 2. Jahrhunderts v. Chr. Der Ort bestand aus einem kleinen steinernen Opferaltar, auf welchem die Tiere zu Ehre der Göttin geopfert wurden, und ein tempelartiges Gebäude in dem die hölzerne Verehrungsstatute der Göttin aufbewahrt wurde. Anfang des 6. Jahrhunderts v. Chr. wurde der große Heratempel in monumentalen Dimensionen (52,5 m x 105,8 m) errichtet. Er wurde aber entweder durch ein Erdbeben oder durch Ablagerung des Erdbodens zerstört. Während der Tyrannei von Polykrates begannen die Arbeiten an der Wiedererrichtung des Tempels. Er sollte jetzt 55,6 m x 108,63 m groß werden mit 155 Säulen von je 20 m Höhe, jedoch wurde er wegen dem politischen und wirtschaftlichen Untergang des Staates nach dem Tod von Polykrates, nie vervollständigt. Im 333. Jahrhundert n. Chr. wurde der Tempel durch ein Erdbeben zerstört.

Blick auf Pythagorio vom Kloster Spiliani Strand bei Pythagorio

Wir fuhren bis zum Eingang des Geländes und sahen eine einsame Säule stehen, ansonsten nur ein paar Grundmauern. Da uns die Phantasie fehlt, aus so wenig Überresten eine Vorstellung von den Gebäuden zu entwickeln, verzichteten wir auf die Besichtigung, zumal der Eintritt auch wieder 4 Euro betrug, was uns für die paar Mäuerchen und umgekippten Säulenreste etwas zu teuer erschien.
Wir fuhren am Wasser neben dem Flughafen zurück. um festzustellen, dass auch hier der Strand sehr steinig war. Wir starteten noch einen letzten Versuch einen schönen Sandstrand zu finden und fuhren nach Psili Amos. Die Parkplatzsuche war schon etwas mühsam, aber wir fanden tatsächlich einen schönen Sandstrand vor. Der an die 350 Meter "lange" Sandstrand von Psili Amos Ost ist der wohl meistbesuchteste Strand der Insel. Zum Baden und Erholen ist er bestens geeignet, denn flachabfallend mit feinem Sand und meist kristallklarem Wasser kommen auch Familien mit kleinen Kindern hier voll auf ihre Kosten. Dazu findet man rund um die Bucht ein gutes, kulinarisches Angebot und auch ein paar Übernachtungsmöglichkeiten. Aber die meisten Gäste kommen mit dem Bus oder Mietwagen. Es war ja nun inzwischen schon später Nachmittag, aber trotzdem war es immer noch sehr voll, die Preise in den am Strand liegenden Tavernen waren erschreckend, die Liegen hatten eine Tagesmiete von 5 Euro, und so fuhren wir wieder ab.
Auf der Rückfahrt schauten wir uns dann noch den Strand von Mykali an, aber auch dieser war wieder sehr steinig, wenn auch sehr lang und weitläufig. Also fuhren wir zurück nach Pythagorio, löschten unseren Durst in unserem "Stammlokal" Dolphin am Hafen. Zum Abendessen holten wir uns Brot und aßen auf unserem Balkon.

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Mittwoch 13.09.2006

Wir frühstückten wieder um 8:00, Heute wollten wir die Insel erkunden.
Zunächst fuhren wir nach Samos Stadt, oder auch Vathy. Sie ist die Hauptstadt der griechischen Insel Samos und Verwaltungszentrum der Präfektur Samos, welche die Inseln Samos, Ikaria und Fourni umfasst. Vathy ist mit etwa 5600 Einwohnern (Stand 2005) die größte Stadt mit dem größten Hafen von Samos. Vathy besteht aus den Ortsteilen Kato-Vathy (Unterstadt) und Ano-Vathy (Oberstadt). Ano Vathi ist eigentlich schon eine eigenständige Siedlung im Süden am Hang gelegen, mit kleinen, engen Gassen und traditionellen Häusern.

Blick auf Samos Stadt Blick auf Samos Stadt

Vathy wurde etwa 1840 errichtet. Zuerst gab es fast keine Wohnhäuser, sondern nur einige Handelshäuser. Einige Bewohner der Oberstadt Ano Vathi waren die ersten Bewohner, dann kamen auch andere Griechen nach Samos. Sie haben Handelswege mit den Türken und Russen eröffnet und die Stadt wandelte sich zu einer der schönsten Städte des Bezirks. In Vathy sieht man schöne große Häuser, zwei wichtige Museen und bewundernswerte Kirchen. Schon von oben von der Straße aus Pythagorio kommend hatten wir einen wunderschönen Blick auf die Stadt und den Hafen, was natürlich zu einem Fotostop führte.

Platia Pythagoras in  Samos Stadt Kirche des Hl. Spiridon in Stadt

Kurz hinter den Ortseingang ist ein großer Parkplatz, wo wir unser Auto abstellten, nach dem vergeblichen Versuch direkt am Hafen zu parken. Wir schlenderten die Hafenpromenade entlang und kamen zunächst zur Platia Pythagoras, über der seit 1930 eine Marmorstatue eines Löwen wacht, der an den griechischen Freiheitskampf erinnern soll, und gingen dann weiter bis zur Fähranlegestelle. Dort schauen wir bei den vielen dort ansässigen Reiseagenturen nach den Fahrplänen der Fähren, um uns schon mal zu informieren, welche anderen Inseln von Samos aus gut zu erreichen sind. Auf dem Weg zurück gingen wir nicht wieder die Uferstrasse entlang, sondern die Fußgängerzone, die eine Querstraße weiter parallel dazu verläuft und am Stadtpark endet.
Direkt am Stadtpark liegt das Rathaus. Das Gebäude wurde im neuklassisches Stil am Ende des 19ten Jahrhunderts errichtet und schön restauriert. 1834 - 1912 tagte hier das Parlament von Samos. 1950 wurde das Gebäude von dem griechischem Staat der Stadtgemeinde Samos übergeben. Im Rathaus ist heute eine Gemäldegalerie und im Erdgeschoss die Post.
Neben dem Rathaus, schräg gegenüber vom Stadtpark steht die Kirche des Hl. Spiridon, eine Stiftung des reichen Tabakhändlers Paschalis aus dem Jahre 1909. Auch die Innenausstattung wurde überwiegend durch Spenden in dieser Zeit bezahlt, einige Ikonen sind allerdings älter.

Kokkari Kokkari

Da wir noch mehr von Samos sehen wollten verließen wir dann Vathy in Richtung Westen und kamen nach etwa 10 km nach Kokkari, ein kleiner Touristenort mit rund 1000 Einwohnern.
Im Jahr 1900 hatte das Dorf 167 Häuser mit 745 Einwohnern, die damals vom Oliven- und Weinanbau lebten. Kokkari ist ein kleines malerisches Fischerdörfchen, umgeben von waldreichen Bergketten, an einer weiten idyllischen Bucht. Das Dorf wird als schönster Ort auf Samos bezeichnet, der überwiegend von treuen Stammgästen besucht wird.
Es gibt nette Tavernen, kleine Geschäfte und griechische Kafenions. In der Nähe gibt es sowohl ausgedehnte Kiesstrände, als auch kleinere wunderbar idyllische Badebuchten.

Kokkari Kokkari

Wir parkten unser Auto und schauten uns den Ort an. Die malerischen Gassen, der recht schöne, wenn auch steinige Strand und die vielen Tavernen und Restaurants ließen erkennen, dass das Örtchen inzwischen weitgehendst vom Tourismus lebt. Da wir inzwischen auch Hunger hatten, wollten wir in einem der malerischen Restaurants am Wasser etwas essen, aber die Preise schreckten uns ab. So beschlossen wir dann, es mit dem Essen doch lieber woanders zu versuchen und fuhren weiter in Richtung Westen.
Nach wieder etwa 10 km kamen wir nach Agios Konstantinos. Die lang gestreckte Küstensiedlung lebt nur zu einem geringen Teil vom Fremdenverkehr und ist deshalb noch ziemlich ursprünglich geblieben. Die Mehrzahl der rund 300 Einwohner ernährt sich immer noch von der Landwirtschaft. Der Fremdenverkehr bildet nur ein Zubrot, denn der Strand ist wenig einladend und der Meltemi trifft hier die Küste mit voller Wucht. Den Namen bekam das Dorf von der St. Konstantinos Kirche, die dort 1890 erbaut wurde.

Agios Konstantinos Ausblick unterwegs

Direkt an der Uferpromenade fanden wir dann auch ein nettes Restaurant namens "To Kyma". Die Wirtin brachte uns zwar eine Karte, aber bat uns auch gleichzeitig in die Küche, damit wir uns unser Essen aussuchen, das hatten wir schon lange nicht mehr erlebt. Das Essen sah sehr lecker aus, nicht die in den Touristenzentrum üblichen Grillteller, sondern die köstlichen Topfgerichte, die den ganzen Tag warm gehalten werden und immer besser werden. Ich entschied mich für Nudeln mit Hackfleischbällchen und bekam eine dermaßen riesige Portion, dass es einfach nicht zu schaffen war, aber es war wirklich köstlich. Wir hatten alle drei etwas anderes und waren alle rundherum zufrieden.
Dieses Restaurant ist also wirklich zu empfehlen, schon daran zu erkennen, dass dort die meisten Gäste Griechen waren. Gut gesättigt machten wir uns wieder auf den Weg und kamen schließlich nach Karlovassi, den zweitgrößten Ort der Insel. Wir hatten aber keine Lust auf Stadtbesichtigung und fuhren so nur durch den Ort, um danach wieder Richtung Süden nach Pythagorio zu fahren.
Platanos Auf dieser Strecke mitten in den Bergen zweigt ein kleines Sträßchen ab, das zu dem höchst gelegenen Ort (520m) von Samos führt: Platanos. Dieses Dorf wurde 1641 von Bewohnern aus Evvia bewohnt und bekam seinen Namen von den vielen Platanen der Gegend. Hier leben die Menschen noch weitgehendst vom Weinanbau. Wir wagten uns mit unserem Auto in die kleinen Gässchen, kamen aber an der Platia nicht weiter, ohne mitten durch die Tavernen zu fahren, was wir uns nicht trauten, wendeten also sehr mühevoll in der engen Gasse und fuhren zum Ortseingang zurück, um dort zu parken.
Wieder zu Fuß an der Platia angekommen, setzten wir uns in eine der Tavernen, natürlich draußen unter, wie zu vermuten, einer Platane und tranken dort einen Kaffee. Es kamen dann doch noch Autos, die sich zwischen den Stühlen hindurchschlängelten und tatsächlich noch irgendwie weiter fuhren. Die Einheimischen meisterten die engen Gassen sehr geübt, die Touristen stellten sich weitgehend etwas blöd an und hätten ihr Auto wie wir auch besser am Ortseingang stehen lassen sollen. Der Abstecher hatte sich aber gelohnt, der Ort war nett und gemütlich, an der Platia saß man sehr schön und der Kaffee schmeckte auch.
Nach dem Kaffee fuhren wir dann endgültig zurück nach Pythagorio, stillten unseren Durst wieder am Hafen im Dolphin. Da wir Mittags so richtig viel gegessen hatten, war uns nur nach einer Kleinigkeit und so aßen wir eine Pitta Gyros aus der Hand an einem Imbiss in der Hauptstraße von Pythagorio, die auch sehr gut war.
Wir schlenderten dann noch an der Hafenpromenade entlang und genossen die ruhige abendliche Stimmung.

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Donnerstag 14.09.2006

Wir hatten uns überlegt, dass wir auf gar keinen Fall wieder mit der Fähre zurück nach Athen wollten, nach unserer Erfahrung mit der Hinfahrt, zumal die Fähren abends losfuhren und morgens in Piräus ankamen, unser Flug ging aber erst am späten Abend. Also unsere nächste Insel musste einen Flughafen haben und so guckten wir uns Kos aus. Nach dem Frühstück fuhren wir also nach Samos Stadt, um das alles zu buchen. War alles etwas schwierig, denn die Fähren hatten schon Winterfahrplan, aber es klappte dann doch alles.Der Flug nach Athen war dann nur ein paar Euro teurer als die Fähre.

Metamorfosis Kirche in Pythagorio Kastell in Pythagorio

Nun wollten wir eigentlich ein paar Klöster besichtigen, aber nach meinem Buch schlossen diese um 12 oder 13 Uhr, und inzwischen war es schon kurz nach 11. Also beschlossen wir, die Klöster um einen Tag zu verschieben und fuhren zurück nach Pythagorio.
Wir wollten uns nun endlich das Kastell auf dem Kastro Hügel ansehen, westlich oberhalb des Hafens. Das Areal ist noch längst nicht völlig erforscht, doch Funde beweisen eine Besiedelung bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. Hier standen im Laufe der Jahrtausende die Akropolis der Ionier, der völlig verschwundene Palast des Polykrates, römische Villen und eine frühchristliche Basilika. Das heutige Kastell ließ der griechische Freiheitskämpfer Lykourgos Logothetis von 1822 - 1824 erbauen, Die Burg verfiel aber bald, wurde vor einigen Jahren restauriert, aber besichtigen kann man sie nicht. Neben der Burg auf dem Hügel steht noch die Metamorfosis Kirche, ab 1831 hier errichtet und 1907 erweitert. Neben der Kirche gibt es den malerisch gelegenen Friedhof, die Kirche war leider geschlossen. Neben dem Friedhof werden Überreste einer römischen Villa ausgegraben.

Blick auf das Pythagoras Denkmal von Pythagorio Blick auf Pythagorio vom Pythagoras Denkmal

Wir gingen dann zurück zum Hafen, und schauten uns noch das Pythagoras Denkmal aus der Nähe an und aßen dann in einer Taverne am Strand eine leckere Vorspeisenplatte. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir auch in Pythagorio mit Spazieren gehen und Lesen.
Zum Abendessen probierten wir ein anderes im Reiseführer empfohlenes Restaurant, die Taverne Maritsa, direkt gegenüber der Taverne Aphrodite. Spezialität des Tages war gegrilltes Lamm am Spieß, es war auch ganz lecker, aber ein wenig langweilig zurechtgemacht, auf dem Teller lagen nur das Fleisch und ein paar Kartoffeln und für gute Esser wäre die Portion auch sicher zu klein gewesen. Zum Abschluss des Abends tranken wir noch einen Cocktail im Dolphin.

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Freitag 15.09.2006

Frühstück wieder gegen 8:00 Uhr. Dann wollten wir zu unserer Klosterbesichtigung starten. Leider hatten wir am Abend vorher nicht darauf geachtet, wo wir parken und haben einen Platz unter einem "Vogelschlafbaum" erwischt, dementsprechend sah das Auto aus, von oben bis unten besch... Also war als erste Aktion Auto waschen angesagt und wir fanden auch eine Tankstelle mit Waschanlage. Für nur 5,- Euro wurde das Auto abgekärchert, gewaschen und trockengerieben.

Moni Timiou Stavrou Moni Timiou Stavrou


Etwa einen Kilometer von der Hauptstraße von Pythagorio nach Pirgos steht das Kloster Moni Timiou Stavrou. Das Kloster des Heiligen Kreuzes (Timios Stavros) wurde vom Mönch Neilos 1592 gegründet nachdem ihm sich der Ort an dem die Ikone des Heiligen Kreuzes vergraben war, im Traum offenbart hatte. Die heutige Kirche ist eine Basilika und wurde im Jahr 1838 gebaut. Der mittlere Teil ist dem Heiligen Kreuz gewidmet. Vom Kloster hat man eine schöne Aussicht auf die Ebene, hübsch anzusehen ist auch der blumengeschmückte Innenhof. Sehr sehenswert ist das Innere der dreischiffigen Kuppelbasilika, hier ist eine wundervoll gearbeitete Ikonastase zu sehen, die Mitte des 19. Jh. von zwei Holzschnitzern aus Chios gefertigt wurde und wertvolle Ikonen des 17. - 19. Jh. bewahrt.

Moni Megalis Panagias Moni Megalis Panagias

Das Gelände war mit bunten Fähnchen geschmückt, drei Mönche liefen geschäftig hin und her. Wie wir später in unseren Buch lasen, findet jedes Jahr am 14. September eine große Kirchweih-Feier statt, also doch den falschen Tag erwischt.
Wir fuhren dann weiter zum nächsten Kloster: Moni Megalis Panagias in der Nähe von dem kleinen Ort Koumaradei. Das Kloster der Megali Panagia (Kloster der Großen Allerheiligen) wurde 1586 von den Mönchen Dionysios und Neilos errichtet. Es ist eines der reichsten und schönsten Klöster der Insel. Die Kirche des Klosters, dem Vorbild der byzantinischen Kirchen nachgebaut, ist dem Heiligen Peter und Paul gewidmet. Sehr interessant sind die Wandbemalungen und der verzierte Holzaltar der Kirche. Die Kreuzkuppelkirche stammt noch von 1593, also aus den Anfängen des Klosters und ist völlig mit gut erhaltenen Fresken ausgemalt.
Die Mönche in diesem Kloster sind etwas geschäftstüchtiger, im Klostergelände fand sich ein kleiner Laden, mit Ikonennachbildungen, Büchern und CD's mit kirchlichen Gesängen und noch allerlei Krimskrams.

Koumaradei Koumaradei

Anschließend fuhren wir zurück zu dem kleinen Ort Koumaradei. "Koumaria" bedeutet auf Griechisch "Erdbeerbaum". Den Namen hat dieses kleine Dorf wegen den vielen dort angebauten Erdbeerbäumen bekommen. Der Ort liegt in 300 Metern Höhe am Hang und wir wollten dort einen Kaffee trinken, fanden aber im Ort selber keine Taverne, diese liegen wohl alle direkt an der Hauptstraße, die mitten durch den Ort führt. Wir erwischten einen schönen Platz auf der Terrasse eine Cafés mit wunderbarem Blick auf den Ort.
Gasse in der Altstadt von Vathy Neben dem Café gab es einen Laden, wo es Handwerkserzeugnisse, besonders Keramik und Webwaren, aber auch Kräuter und Honig gab. Interessant war der Pythagoras Becher, "Dikea Koupa" oder auch der "gerechte Becher", eine Spezialität der Töpfereien in dieser Gegend. Dieser Becher läuft über, wenn eine bestimmte Füllhöhe überschritten wird. An einem halbfertigen Exemplar wurde uns erklärt, wie es funktioniert (die Besitzerin des Ladens spricht fließend Deutsch): Der Hohlraum in der Mitte füllt sich wie der Becher selbst; ist erst mal die Höhe einer im Innenraum angebrachten Röhre überschritten, saugt diese das Gefäß in einem Zug leer. Erfinder dieses Bechers soll Pythagoras gewesen sein, der auf diese Weise seinen Schülern die Lehre des richtigen Maßes demonstrieren wollte. Natürlich mussten wir solch einen Becher kaufen.
Über Mili fuhren wir dann wieder zurück Richtung Pythagorio und dann weiter nach Samos Stadt, wir dachten in der malerischen Altstadt von Vathy eine nette Taverne zu finden, wo wir etwas essen konnten. Wir stellten also vor den engen Gassen das Auto ab und irrten dann ein wenig in den malerischen Gassen herum, fanden aber keine Taverne und fuhren dann schließlich doch in den Hafenbezirk, wo sich ja ein Restaurant und Café ans andere reiht. Dort fanden wir dann auch etwas und es schmeckte auch ganz brauchbar.
Den Rest des Nachmittags verbrachten wir auf unserem schönen Balkon. Zum Abendessen besuchten wir das dritte der im Reiseführer beschriebenen Restaurants. Wie nicht anders zu erwarten, war es das beste von den dreien, schließlich war es ja unser letzter Abend. In der Taverne Esperides saßen wir in einem schönen Garten und das Essen war ebenfalls sehr gut und die Bedienung freundlich.

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letzte Änderung: 17.04.2016 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig