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Reisebericht Kreta 2015 Ausflge von Pitsidia

Montag 06.07.2015 - Ausflug nach Lendas

Nach dem Frhstck brachen wir auf und fuhren ber das Bergdorf Miamou (das schnste auf Kreta - hatte der Fernsehmensch behauptet) nach Lendas. Im Bergdorf sahen wir auch wieder keine Menschenseele, es wirkte vllig verschlafen, wir hielten also auch nicht an, vielleicht haben wir ja was verpasst. Lendas oder Lentas ist ein Ort an der Sdkste mit rund 80 Einwohnern. Der Name Lentas soll von dem altgriechischen Wort fr Lwe - leonta herleiten, weil in der vorgelagerten Landzunge die Form eines Lwen erkennbar ist (mit ganz viel Phanntasie). Lendas wurde schon im 3. und 2. Jahrtausend v. Chr. besiedelt. Seine Blte erlebte der Ort in der griechischen und rmischen Epoche der Antike, als sich hier ein wichtiger Hafen befand.
In den 1980er Jahren war Lendas ein beliebtes Ziel fr Rucksacktouristen, die vor allem in der westlich des Ortes gelegenen Bucht als geduldete Wildcamper unterkamen. Heute entsteht an gleicher Stelle der Ort Diktos bis heute etwa 10 Huser.

Blick auf die Messara Ebene mit Mires Blick auf Lendas

Von Miamou fhrte uns die Strae ber sehr viele Serpentinen mit wunderbaren Ausblicken in die kleine Bucht von Lendas. Vor ein paar Jahren hatten wir Lendas schon einmal besucht, aber zunchst hatte es berhaupt keinen Wiedererkennungswert, erst als wir dann an einer Art Dorfplatz ankamen und zum Frap-Trinken in ein Restaurant am Strand gingen, kam es uns etwas bekannt vor. Von der Terrasse aus konnten wir wunderbar das Treiben am Strand beobachten. Viele Familien mit Kindern, alles sehr idyllisch, aber uns wre es zu ruhig.
Auf der Straenkarte war eine Strae von Lendas nach Kali Limenes eingezeichnet, die fast nur an der Kste entlangfhrte, wesentlich krzer als erst wieder nach Agia Deka zu fahren, von Kali Limenes gab es eine Strae nach Sivas.

der Strand in Lendas Blick auf Kali Limenes

Kurz hinter Diktos wurde die Strae dann etwas schlechter. Schlielich war es nur noch eine sehr schlechte, sehr schmale Schotterpiste, die wir eigentlich mit dem Mietwagen gar nicht befahren durften, bis Kali Limes waren es nur 28 km, wir dachten, das knne ja nicht so schlimm sein, aber wir brauchten fast eine Stunde und konnten manchmal weniger als 20 km/h fahren. Die Strae nach Sivas war dann bis zum Kloster Odigitrias auch nicht besser, aber umkehren wollten wir nun auch nicht mehr. Ab dem Kloster war es dann wieder eine normale sogar recht gut ausgebaute Strae, wahrscheinlich fahren da manchmal Touristenbusse hin. Die Fahrt war also recht abenteuerlich und wir waren ganz froh, dass wir heil in Pitsidia ankamen.

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Mittwoch 08.07.2015 - Ausflug nach Rethymnon

Da es wieder ziemlich windig war, wollten wir nicht zum Strand, sondern nach Rethymnon, wo wir 2012 ein paar Tage verbracht hatten.
Rethymnon ist eine Hafenstadt im Norden von Kreta. Sie ist nach Iraklion und Chania die drittgrte Stadt der Insel und neben Iraklion eine Standort der Universitt von Kreta. Rethymnon liegt zwischen den beiden anderen greren Stdten Kretas, 60 Kilometer westlich von Iraklion und 45 Kilometer stlich von Chania. Das Zentrum der Stadt liegt auf einer felsigen Halbinsel. Es fhren mehrere Passstraen von Rethymnon zur Sdkste: durch die Kourtaliotiko-Schlucht oder die Kotsifou-Schlucht nach Plakias und ber Spili nach Agia Galini.
Bauten aus venezianischer und osmanischer Zeit gehren zu den Sehenswrdigkeiten. Erst in den spten 1950er Jahren wuchs Rethymnon ber Grenze der ehemaligen Stadtmauern hinaus. Neben den heute noch bestehenden Bauten oder Gebuderesten gab es in Rethymnon bis weit in das 20. Jahrhundert hinein viele Baudenkmler, die im Rahmen der Stadterweiterung abgerissen wurden. Auf dem Platz sdlich der Megali Porta befand sich die lteste Markthalle Kretas, die 1961 abgerissen wurde, um einem Taxistand und Parkplatz zu weichen.

am alten Hafen in Rethymnon Altstadtgasse in Rethymnon

Rethymnon streitet sich mit Chania um den Titel der schnsten Stadt Kretas. Grte wirtschaftliche Bedeutung hat der Tourismus. Sehenswert ist die Altstadt mit ihren malerischen Gassen und der venezianischen Festung. stlich der Stadt gibt es kilometerlange Sandstrnde mit seicht abfallendem Wasser, die sich bis zur angrenzenden Gemeinde Arkadi erstrecken. Hier stehen die meisten Hotels und stellen den Groteil der rund 2800 Betten in ber 150 Hotels und Pensionen.
Rethymnon liegt an der einzigen teils autobahnhnlich ausgebauten Verbindung Kretas, der Nationalstrae 90, die der kretischen Nordkste folgt und die vier Prfekturhauptstdte der Insel miteinander verbindet. Buslinien der ffentlichen Nahverkehrsgesellschaft KTEL verkehren hier tagsber mindestens im Stundentakt zwischen den Grostdten.
Unsere Fahrt nach Rethymnon fhrte uns ber den malerischen Ort Spili, doch schon etwa fnf Kilometer vor Spili, in einem kleinen Ort namens Akoumia, packte uns der Kaffeedurst, wir machten eine kleine Pause und kamen nach insgesamt 2 Stunden Fahrzeit in Rethymnon an. Unser Ziel war die Strandstrae und das Hotel Poseidon, wo wir 2012 gewohnt hatten.

Getmmel am Strand von Rethymnon Getmmel am Strand von Rethymnon

Damals waren wir Anfang Juni dort gewesen und alles war recht ruhig und vertrumt. Offensichtlich war im Juli nun schon die Saison ausgebrochen, der groe Strand war sehr voll, die Liegen standen dicht gedrngt, viele weie Schwabbelbuche in knappen Bikinis, sehr hbsch. Weil kein Wind war, wollten wir doch eine Weile am Strand bleiben, zahlten 5 Euro fr die Liegen, und gaben nach knapp 2 Stunden auf, es war einfach nur schrecklich, dann doch lieber Wind. Wir hatten auch keine Lust mehr in der berfllten und heien Stadt herum zu laufen und fuhren zurck. Wir machten einen kurzen Abstecher nach Matala, um uns bei Christina zu erkundigen, ob sie etwas ber den Beitrag in Brisant wusste, aber sie hatte auch nichts gehrt, ob und wann der gesendet wrde. Wir wollten in Pitsidia zurck, noch ein schnes gezapftes Bier im Bodikos trinken, gab es aber nicht Fassbier war alle. Das Abendessen wie immer bei Doxia, ein kleiner Gyrosteller - meine Gte, wie mag ein groer aussehen!

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Sonnabend 11.07.2015 - Ausflug nach Spinalonga

Nach zwei Strandtagen wollten wir etwas anderes machen und beschlossen, Richtung Agios Nikolaos zu fahren und fuhren kurz nach 9 Uhr ab.
Zunchst fuhren wir in 1½ Stunden Richtung Iraklion bis zum Flughafen, ein paar Kilometer hinter dem Flughafen machten wir eine Kaffeepause an einem hbschen kleinen Strand, eine nette Alternative, den Tag zu verbringen bei einem spten Abflug.

Strand bei Iraklion Strand bei Iraklion

Gegen 10.30 fuhren wir weiter, kamen durch das sehr schreckliche Hersonissos und das inzwischen genauso furchtbare Malia, vorbei an dem ehemals netten Ort Sissi und weiter Richtung Agios Nikolaos, wo wir kurz vorher nach Elounda abbogen. Elounda machte einen netten Eindruck, aber wir hielten uns nicht weiter auf, sondern fuhren mit einem Touristenboot um 13.00 zur Leprainsel Spinalonga.
Die unbewohnte Insel Spinalonga heit eigentlich offiziell Kalydon und liegt im westlichen Golf von Mirabello. Obwohl die Insel 1954 wieder ihren antiken Namen Kalydon erhielt, ist die ehemalige Bezeichnung aus der venezianischen Zeit bis heute gebruchlicher. Die lngste Stelle in Nord-Sd-Richtung ist 440 m, die grte Breite 250 m im sdlichen Inselteil. Die hchste Erhebung ist 53 m.

Blick vom Boot auf Elounda Blick vom Boot auf Spinalonga


Bereits in der Antike war die Insel zum Schutz des antiken Hafens von Olous befestigt. Auf den alten Ruinen errichteten die Venezianer ab dem spten 16. Jahrhundert eine mchtige Festung. Laut venezianischen Dokumenten entspringt der Name der Insel aus dem griechischen Satzfragment "stin Elounda" (bei Elounda). Die Venezianer verstanden den Ausdruck nicht und bertrugen ihn in ihre Sprache und nannten den Ort "spina lunga".
1715 eroberten die Osmanen die Festung und geriet 1718 endgltig unter osmanische Kontrolle. Etwa 600 christliche Einwohner wurden von den Trken verschleppt und es begannen sich Muslime anzusiedeln. Im Jahr 1881 zhlte Spinalonga 1112 Einwohner, die dann mit der Unabhngigkeit Kretas die Insel verlassen mussten. 1903 wurde auf der Insel dann eine Leprakolonie errichtet und diese blieb bis 1957 bestehen und war eine der letzten Leprakolonien Europas.

Spinalonga Spinalonga


Die kleine Insel war vllig anders, als ich sie von meinem Besuch 1995 in Erinnerung hatte. Damals hatte das Inselchen etwas Verwunschenes, sogar ein bisschen Unheimliches, inzwischen gibt es eine kleine Kneipe, ein Museum, viele der Ruinen sind restauriert, wahrscheinlich um einen Einsturz zu verhindern. Dauernd legen Ausflugsboot an, es herrscht ein ziemliche Getmmel, damals waren auer uns nur ein paar Leute auf der Insel.
Wir umrundeten die Insel und um 15 Uhr fuhr uns das Boot zurck nach Elounda. In einem netten Restaurant aen wir eine Kleinigkeit, eine Stunde spter fuhren wir wieder ab und wollten "andersherum" zurck nach Pitsidia fahren, es sah auf der Karte nicht viel weiter aus. Wir fuhren an der schmalsten Stelle der Insel Kreta, nur etwa 23 Kilometer zurck zur Sdkste nach Ierapetra, dann die Sdkste entlang bis in den kleinen Ort Mirtos, wo wir wieder eine Kaffeepause machten.

Spinalonga Spinalonga


Mirtos liegt 15 km westlich von Ierapetra und hat ca. 500 Einwohner. Hier hat sich im Gegensatz zu den rein landwirtschaftlich orientierten Nachbardrfern seit Ende der 80er Jahre etwas Tourismus entwickelt, der heute die Haupteinnahmequelle der kleinen Gemeinde ist. Das Dorf liegt in einer Klimazone, die als die wrmste Kretas gilt (In der Umgebung werden Bananen auch auerhalb von Gewchshusern angebaut).
Von der frhen Geschichte zeugen zwei Ausgrabungssttten mit berresten eines Palastes aus frhminoischer Zeit in unmittelbarer Umgebung des Ortes. Man fand in unmittelbarer Nhe des Ortes in den Jahren 1950 bis 1970 gleich an zwei Stellen berreste eines Palastes aus der frhminoischen Zeit:
Mirtos liegt direkt am Wasser, inzwischen gibt es eine hbsch ausgebaute Strandpromenade mit vielen Tavernen und Restaurants, der Strand ist zwar schmal und kieselig, aber dafr war es windstill. Wir stellten fest, dass man es auch hier ein paar Tage aushalten knnte und hatten berhaupt keine Lust den Ort mit seiner sptnachmittglichen Vertrumtheit zu verlassen.

Pause in Mirtos Pause in Mirtos

Schweren Herzens fuhren wir ab. Da wir die ganze Zeit westwrts fuhren schien uns zweieinhalb Stunden lang die tiefstehende Sonne direkt in die Augen, durch die kurvenreichen Straen kurz hinter Mirtos bis weit hinter Ano Viannos, das mitten in den Bergen liegt, kamen wir auch nur recht langsam voran, zumal die Strae bis in eine Hhe von 1000 m fhrt. Hinter Martha fhrt die Strae nur noch bergab und bei Pirgos war die Messara Ebene erreicht. Bis Petrokefali hatten wir immer noch die tiefstehende Sonne von vorne, dann bogen wir nach Sden ab und kamen gegen 20 Uhr in Pitsidia an.
Dann erstmal schnell zu Bodikos, das wohlverdiente gezapfte Bier trinken und anschlieend Abendessen bei Babis und Doxia. Zwei Leute verlieen gerade unseren Lieblingstisch und ich stellte meine Tasche ab und ging erst mal zur Toilette, als ich zurckkam, war meine Tasche weg. Unerklrlich, denn bei Doxia und Babis klaut doch keiner, alle waren sehr irritiert. Etwa 10 Minuten spter kam eine Frau und brachte meine Handtasche, ihr Mann hatte gedacht es sei ihre und hat sie mitgenommen. Wir waren dann doch sehr erleichtert, abgesehen von der Spiegelreflexkamera waren auch die Papiere und Kreditkarten in der Tasche.
Da wir noch lange bei den beiden blieben, hatte wir keine Lust mehr zur Platia zu gehen und blieben den Rest des Abends auf unserem Balkon.

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letzte Änderung: 20.11.2017 · Copyright © 2003 - 2018 by Angelika Rosenzweig