Ausblick von der Zitadelle Le Chateau angelikasreisen.de

Reisebericht Frankreich 2010 Ile d`Oleron

Mittwoch 01.09.2010

Frankreich Karte mit Oleron Wir hatten berlegt uns noch etwas in der Auvergne aufzuhalten, aber in Anbetracht des schlechten Wetters beschlossen wir doch gleich zur Atlantikkste weiter zu fahren.
Wir starteten um 8 Uhr ohne Frhstck, denn Hunger hatten wir noch nicht und das Hotelfrhstck sah fr 12 Euro pro Person auch nicht wirklich verlockend aus.
Nach etwa 100 km Fahrt Richtung Westen kamen wir durch den bezaubernden Ort Aubusson und hielten dort an, tranken in einer netten Brasserie einen Kaffee und kauften in einer Bckerei leckere Croissants, somit war das dann unser Frhstck. Wir wren gerne noch etwas geblieben, andererseits wollten wir die Atlantikkste ohne eine weitere bernachtung erreichen.
Aubusson liegt am Zusammenfluss der Creuse und seiner vier Nebenflsse. Die Wirtschaft der Stadt hngt seit je her mit dem Fluss zusammen, da die Gerber und Teppichweber das saubere Wasser fr ihr Handwerk verwendet haben. Die Hauptstadt der Teppichweberei, deren Herstellung stndig erneuert und erweitert wird, besitzt ein historisches Zentrum mit reizvollen Gassen, die mit Husern aus Granit und mit runden Trmen und Trmchen verzierten Gebuden gesumt sind.
Wir fuhren weiter Richtung Westen ber Limoges, Angouleme, Cognac, Saintes bis nach Marennes.
Von dort aus ging es ber eine der lngsten europischen Brcken, die seit 1969 mit mehr als 3000 m Lnge auf 45 Pfeilern die Meerenge berspannt, zur Ile d'Oleron.

Aubusson Aubusson


In unserem Reisebuch hatten wir gelesen, dass St. Trojann ein hbscher Ferienort auf der Insel sei, also fuhren wir zunchst dorthin. Wir fanden aber nur einen sehr verlassen wirkenden, sehr weitlufigen und sehr tot wirkenden Ort und fuhren dann sofort weiter zum Hauptort der Insel, St. Pierre d'Oleron. Am zentralen Platz liegt dort das Touristbro, dort bekamen wir Material ber die Insel.
Zunchst hatten wir Durst und in der sympathisch aussehenden Brasserie/Bar L'Olympia gab es auch ein wunderbar frisches "Pression". Da uns der Ort gut gefiel, fragten wir in Hotel "Le Square", das im Reisefhrer empfohlen wird, nach einem Zimmer und bekamen auch eines, zwar sehr klein und ohne Khlschrank, aber wir beschlossen trotzdem zu bleiben, denn das Hotel ist sehr nett und sauber, liegt sehr zentral und es gibt sogar einen Pool.

Bar Brasserie in St. Pierre Unser Hotel in St. Pierre


Wir holten unser Auto und rumten unser Zimmer ein, brachen dann wieder auf um etwas zu Abend zu essen. Wir waren sehr begeistert ber den lebendigen Ort, viele Menschen auf den Straen, das Wetter war auch ganz ok. Schlielich entschlossen wir uns in einem Restaurant zu essen, das ganz ansprechend aussah. Ich wei nicht mehr wie es heit, muss man aber auch nicht wissen, denn das Essen war teuer und schlecht. Also verlieen wir die gastliche Sttte um im L'Olympia noch etwas zu trinken, entdeckten einen alten Flipper und flipperten was das Zeug hielt. Um 21.30 wurden wir rausgeschmissen, denn sie wollten schlieen und wir hatten noch 7 Freispiele. Wir fanden es noch etwas frh um ins Bett zu gehen und irrten noch eine ganze Weile durch St. Pierre auf der Suche nach einer offenen Kneipe. Inzwischen war unser lebendiger Ort wie ausgestorben, die Geschfte geschlossen und smtliche Leute wie vom Erdboden verschluckt.
Irgendwann, mehr durch Zufall fanden wir das Restaurant "Le Zing", dem auch eine Bar angeschlossen war und so bekamen wir doch noch etwas zu trinken. So lange wir dort saen, machten sie auch nicht den Eindruck gleich schlieen zu wollen. Gegen 23 Uhr waren wir dann wieder in unserem Hotel.

Restaurant Le Zing Unser Hotelpool in St. Pierre


Die le d'Olron ist die zweitgrte franzsische Insel in Europa und liegt im Atlantischen Ozean an der franzsischen Westkste bzw. am Golf von Biskaya, nrdlich der Gironde-Mndung, in der Nhe der Hafenstadt Rochefort. Sie gehrt zum Departement Charente-Maritime und zur Region Poitou-Charentes.
Saint-Pierre d'Oleron le d'Olron und die Nachbarinsel le de R schlieen mitsamt dem Festland einen Meeresabschnitt ein, den Pertuis d'Antioche, der als Paradies zum Segeln gilt. Dessen sdlicher Bereich ist weitenteils verschlickt und ist eine der bedeutendsten Regionen der Muscheln- und Austernzucht in Europa.
Die Insel ist 34 km lang und an der breitesten Stelle 12 km breit. Sie ist - lsst man die berseedepartements auer Betracht - mit einer Grundflche von 175 km nach Korsika die zweitgrte franzsische Insel und an der Atlantikkste die grte, vor der le de Noirmoutier und der le de R. Nennenswerte Erhebungen gibt es nicht.
Saint-Pierre d'Oleron ist die Hauptstadt der Inselund hat ca. 6000 Einwohner. Seit dem zweiten Weltkrieg hat sich die Bevlkerungsanzahl beinahe verdoppelt- von 3 350 Einwohnern im Jahr 1946 auf 6 177 im Jahr 2006.
Das Klima in St. Pierre wird im Sommer durch die Meeresbrise gemildert und ist typisch ozeanisch. Der Niederschlag ist im Herbst und Winter besonders hoch, die Temperatur in der kltesten Jahreszeit mild.
1999 wurde die Stadt durch den Hurrikan Martin schwer beschdigt. Gebude, Holz- und Hafeninfrastruktur sowie die Kommunikation musste nach der Verwstung des Hurrikans neu aufgebaut werden.
Direkt in der Fugngerzone gelegen findet man die im zwlften Jahrhundert gegrndete Kirche von St. Pierre. Das Bauwerk enthlt architektonische Bestandteile der Gotik und Barock.
Miggang und Einkauf sind die beiden Hauptgrnde sich in St. Pierre aufzuhalten, in der verkehrsberuhigten Rue de la Rpublique lsst es sich gut bummeln.
Seinen berhmtesten Toten hlt St. Pierre im Garten des Hauses Nr. 19 an der Rue Pierre Loti versteckt. Ein Schild weist darauf hin, dass hier der Schriftsteller Pierre Loti (1850 - 1923) begraben liegt.

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Donnerstag 02.09.2010

Leuchtturm von Chassiron Um 8 Uhr nahmen wir das Frhstck zu uns und starteten um 9 Uhr, um die Insel zu erkunden.
Zunchst fuhren wir nach St. Georges und schauten uns das Hotel an, das wir uns aus dem Katalog von Logis de France ausgesucht hatten. Es lag aber nicht direkt im Ort, sondern ziemlich abgelegen. Die Anlage mit den kleinen Bungalows war zwar hbsch angelegt, aber um in den Ort zu kommen, htte man jedes Mal fahren mssen, also wohnten wir in unserem zentral gelegenen Hotel in St. Pierre doch besser. Danach schauten wir uns noch einen Strandort an, aber der Strand war nicht schn und der Ort gefiel uns auch nicht, also haben wir uns nicht einmal den Namen gemerkt.
Unser nchstes Ziel war der Leuchtturm von Chassiron. Der Leuchtturm wurde 1836 eingeweiht und liegt an der nrdlichsten Spitze der Insel in der Nhe von St. Denis. Er ist 46 Meter hoch und zur Unterscheidung mit dem Leuchtturm der Insel R schwarz-wei gestreift. Er ist aber nicht der erste Leuchtturm an diesem Ort, bereits im Jahr 1685 war hier ein erster 33 Meter hoher Turm erbaut worden.
Auf dem Weg zum Leuchtturm stehen Schilder, die die Geschichte und die Entwicklung des Leuchtturms zeigen und erklren. Leider nur auf Franzsisch, also etwas mhsam zu verstehen, aber grob bekommt man die Geschichte des Turms schon mit, wenn man sein uraltes Schulfranzsisch ein wenig auskramt. Man kann die 224 Stufen zur Lampe raufklettern, aber irgendwie waren uns das zu viele Stufen und wir lieen es sein, obwohl der Ausblick von dort oben phantastisch sein soll.
Um den Leuchtturm herum wurde ein recht schner Garten angelegt, wir bummelten dort etwas herum. Ein paar hundert Meter vom Leuchtturm entfernt hat sich der bliche Tourismus-Krimskrams angesammelt, mit einem kleinen Hotel, Andenken- und Fressbuden.
Strand bei Boyardville Nachdem wir uns nun eine Weile am Leuchtturm aufgehalten hatten, machten wir uns wieder auf den Weg und kamen dann nach La Bree les Bains und hielten uns mglichst immer an der Strae am Wasser entlang, auf der Suche nach dem schnsten Strand. Den fanden wir dann auch in der Nhe von Boyardville, leider war ja nicht wirklich Strandwetter und das Wasser war auch lausig kalt, nur 19 Grad. Aber falls noch Strandwetter sein sollte, wussten wir nun, wo wir dann hin wollten.
ber kleine Seitenstraen fuhren wir zurck nach St. Pierre, gingen noch im Carrefour einkaufen und lungerten danach noch ein wenig in einer windgeschtzten, sonnigen Ecke am Pool herum.
Zum Abendessen wollten wir nun das Restaurant vom Vorabend "Le Zing" ausprobieren, denn es hatte alles sehr appetitlich ausgesehen.
Wir setzten uns sogar nach drauen, denn ein wenig kam noch die Sonne dorthin. Wir qulten uns wieder durch die Speisekarte, zwei Wrterbcher auf dem Tisch. Schlielich kam dann der Chef und wollte die Bestellung aufnehmen. Es stellte sich heraus, dass er flieend Deutsch sprach, weil er aus dem Elsass stammt und so war dann die Bestellung ganz einfach. Ich hatte eine leckere Entenbrust und Rolf ein Tintenfischragout, zwar fremd schmeckend, aber wohl auch lecker.
Nach dem Essen gaben wir dann die Essenspltze frei und zogen uns in den Barbereich zurck und verbrachten dort den Rest des Abends.

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Freitag 03.09.2010

Wir frhstckten erst spt um 9:00 Uhr und machten uns um 9.30 Uhr auf den Weg nach Rochefort.
Rochefort (franzsisch fr starker Fels) oder auch Rochefort-sur-Mer hat etwa 26.000 Einwohner und liegt zwischen Meer und Binnenland, nicht direkt am Atlantischen Ozean. Die Stadt hat einen Hafen, obwohl sich der Atlantik etwa 20 km weit entfernt befindet. Die Verbindung zum Meer ist durch den Fluss Charente gegeben. Durch die vorgelagerten Inseln R, Olron und Aix bietet die Flussmndung der Charente einen gewissen Schutz, was Rochefort zu einem geografisch und strategisch gnstigen Ort machte.
Unser erster Gang fhrte uns in das Touristbro, wo wir einen Stadtplan und gute Informationen ber die Stadt bekamen.

Muse des Commerces d'Autrefois Muse des Commerces d'Autrefois

Als ersten Besichtigungspunkt whlten wir "Le Muse des Commerces d'Autrefois", das Museum der alten Lden. Auf ber 1000 qm in drei Stockwerken verteilt findet man hier Lden und Werksttten aus der Zeit um 1900. Sehr liebevoll zusammengetragene Sammlung, die Lden, Bistros und Werksttten wirken fast so, als msste gleich jemand kommen und man wird dann freundlich bedient.
Anschlieend gingen wir erst mal zurck zum zentralen Rathausplatz, wo es viele Restaurants gibt und machten Rast in einem davon, natrlich mit einem Pltzchen in der Sonne.

Rathausplatz Rochefort Rathausplatz Rochefort

Unser nchster Besichtigungspunkt war das Marinemuseum - Le Muse National de la Marine. Wir bekamen dort einen deutschsprachigen Audioguide. Wir wollten ja nur mal kurz in das Museum schauen, aber es entpuppte sich dann als so interessant, dass wir uns drei Stunden dort aufhielten. Im Jahre 1748 schenkte Henri-Duhamel de Monceau, Generalinspektor der Marine, Knig Ludwig XV. seine Sammlung von Schiffsmodellen und Kriegsmaschinen. Diese wurden im Louvre im so genannten "Marinesaal" untergebracht, wo sie den Schlern der neuen Schule fr Schiffbau-Ingenieure diente. Diese Objekte bilden heute das Herzstck der Sammlungen des nationalen Marinemuseums, das zusammen mit dem zentralen Kriegsmarine-Museum von St. Petersburg aus dem Jahre 1709 als ltestes Seefahrtsmuseum der Welt gilt.

altes Tor in Rochefort schne Strasse in Rochefort

Das Marinemuseum befindet sich in dem Stadthaus "Htel de Cheusses", das den Namen des letzten der Herren von Rochefort, Henri de Cheusses trgt. Es handelt sich um eines der ltesten Gebude der Stadt. Das Stadthaus aus dem 17. Jahrhundert gehrt zur Geschichte der Stadt Rochefort, bereits seit dem Jahr 1932 steht das Gebude, das das Museum beherbergt unter Denkmalschutz.
Vom Museum aus ist es nicht mehr weit zur Hermione: Hermione heit die franzsischen Fregatte des Marquis de La Fayette mit der er 1780 nach Boston segelte, um die amerikanischen Kolonisten in ihrem Unabhngigkeitskampf zu untersttzen. Das Schiff wurde 1779 im Marinearsenal von Rochefort nach Plnen von Henri Chevillard gebaut. Das Schiff war fr seine Zeit ausserordentlich handlich und schnell.
Im Jahr 1997 begann das Projekt im ehemaligen Marinearsenal von Rochefort diese Fregatte mit Originalwerkzeugen und Materialien nachzubauen. Die Fertigstellung ist fr 2011 geplant und das Schiff soll dann auf der historischen Route nach Amerika segeln. Die ursprnglichen Bauplne wurden damals aus Sicherheitsgrnden verbrannt. Aus Plnen aus dem britischen Marinemuseum, die den Englndern in die Hnde gefallen waren, wurden neue Plne erstellt auerdem gab es gut erhaltene Reste eines Schwesternschiffes. Die Rekonstruktion wird finanziert durch die Besichtigungserlse, Zuschsse des franzsischen Staates und der EU sowie aus Spenden.
Das Schiff wirkte riesig und sah auch schon ziemlich fertig aus. Innen konnte es nur mit einer gefhrten Tour besichtigt werden, an der wir aber nicht teilnahmen, weil sie leider nur auf Franzsisch angeboten wurde.

Hermione La Corderie Royale

Nachtrag 2015: Die Hermoine ist inzwischen fertig, wurde 2014 grndlich getestet und stach am 18. April 2015 in See nach Amerika. Mehr als 60.00 begeisterte Zuschauer sumten den Weg an der Mndung der Charente in den Atlantik. alles nachzulesen unter www.hermione.com/en/home
Gleich neben der Schiffsbaustelle steht noch die knigliche Seilerei, "La Corderie Royale". Sie beherbergt das internationale Meereszentrum, eine Ausstellung von Seilen und die gewaltigen Maschinen, mit denen bis zu 200 m lange Seile hergestellt wurden. Wir waren etwas enttuscht, denn wir dachten, dass dort die Seilherstellungsmaschine vorgefhrt wird, aber sie steht dort nur rum und im Gebude tmmelten sich etliche Reisegruppen und so war es furchtbar voll und wir sahen eigentlich nur jede Menge Seile.
Auf dem Rckweg zu unserem Auto noch eine kleine Rast um unseren Durst zu stillen und wir fuhren dann noch zur Schwebefhre.
Die Schwebefhre Rochefort (franzsisch: Pont transbordeur de Rochefort) ging im Jahr 1900 in Betrieb und ist das Werk des franzsischen Ingenieurs Ferdinand Arnodin Diese Schwebefhre ist ein Bauwerk welches die beiden Ufer der Charente zwischen Rochefort und chillais miteinander verbindet ohne den Schiffsverkehr zu behindern. Sie ist die letzte ihrer Art in Frankreich.

Pont transbordeur de Rochefort Pont transbordeur de Rochefort


Auf jeder Seite der Charente befinden sich jeweils zwei sthlerne Pylone von 68 m Hhe. Ein 175 m langer Brckentrger verbindet die Sttzen in 50 m Hhe ber dem Hochwasserstand. Eine von diesem Brckentrger abgehngte Gondel ermglicht den Fahrgsten von einem Ufer an das andere zu gelangen.
Die Arbeiten an der Schwebefhre mit dem Ziel, eine fr den wachsenden Verkehr unzureichende Fhre zu ersetzen, begannen 1898 unter der Leitung von Ferdinand Arnodin. Die Brcke wurde am 29. Juli 1900 nach 27 Monaten Bauzeit eingeweiht. Sie hatte 586.500 Francs nach damaligen Preisen gekostet und konnte bei jeder berfahrt 200 Personen oder 9 zweispnnige Fuhrwerke und 50 Personen befrdern. Ihre Tragkraft betrug 14 Tonnen. Die berfahrt dauerte, einschlielich der ntigen Zeit um auf die Fhre zu fahren und diese wieder zu verlassen, vier Minuten.
Zwischen 1933 und 1934 wurden umfangreiche Sanierungsmanahmen erforderlich, da man bei einigen Bauteilen Anstze von Brchen entdeckt hatte. Die maximale Tragkraft der Gondel wurde dabei auf 16 Tonnen erhht. In der Nachkriegszeit wurden weitere Verstrkungen vorgenommen. Da die Wartezeiten inzwischen auf Grund des zunehmenden Verkehrs immer lnger wurden, baute man 250 m flussabwrts 1967 eine Hubbrcke. 1975 wurden finanzielle Mittel in Hhe von 1,4 Millionen Francs fr den Abriss der Schwebefhre bereitgestellt. Aber am 30. April 1976 erhielt sie den Status eines Monument historique und entging so der Zerstrung
Von 1990 bis 1994 wurde die Brcke fr 7 Millionen Francs generalsaniert. Gleichzeitig wurde die Hubbrcke wegen des weiter zunehmenden Straenverkehrs durch eine mautpflichtige feste Straenbrcke aus Spannbeton mit zweimal zwei Fahrstreifen ersetzt (Viaduc de Martrou, 1991 eingeweiht). Danach wurde die Hubbrcke abgerissen; nur die Fundamente der Pfeiler und die sdliche Zufahrt blieben erhalten.
Heute dient die Schwebefhre Rochefort hauptschlich dem Tourismus. Es werden Fugnger und nicht zulassungspflichtige Fahrzeuge (z. B. Fahrrder) befrdert. Aus der Entfernung hatte die Schwebefhre beeindruckender ausgesehen und so fuhren wir auch nicht damit, da wir das Auto dabei hatten, htten wir nur sinnlos einmal hin und zurck fahren knnen.
ber kleine Nebenstraen und ber den malerischen Ort Brouage fuhren wir zurck nach St. Pierre, wo wir gegen 18 Uhr ankamen.
Zum Abendessen natrlich wieder ins Restaurant "Le Zing", das Essen war wieder vorzglich und den Rest des Abends blieben wir dort

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Sonnabend 04.09.2010

Wir frhstckten schon um 8.00 Uhr. Nicht weit von unserem Hotel steht die Markthalle von St. Pierre, die immer nur vormittags geffnet hat, also fhrte uns der Weg zunchst dorthin.
Es handelte sich um einen sehr schnen appetitlichen Lebensmittelmarkt, wo es neben Austern auch jede Menge anderer Kstlichkeiten gab: natrlich sehr viel Fisch, aber auch leckere Pasteten und Fleisch und Wurstwaren, eine Riesenauswahl an Kse, wunderbar frisch wirkendes Obst und Gemse, da wnscht man sich doch statt eines Hotelzimmers ein Appartement zu bewohnen, um etwas kaufen und auch verarbeiten zu knnen. Auerhalb der Lebensmittelmarkthalle gab es noch jede Menge Stnde, die allen mglichen Krimskrams anboten.

Markthalle von St. Pierre Markthalle von St. Pierre


Wir gingen dann zurck zum Auto und fuhren nach Le Chateau.
Neben St. Pierre ist Le Chateau der einzige Ort auf der Insel, der einen Hauch von stdtischem Flair verstrmt. Die groe Burg, nach der das Stdtchen benannt wurde, stammt aus dem Jahr 1630, wurde aber noch im selben Jahrhundert von Vauban neu befestigt. Die Besichtigung lohnt sich, erst auf dem Gelnde selbst lassen sich die Ausmae der Anlage erfassen. Sie besteht aus zwei miteinander verbundenen Festungen, dem Fort Royal und dem Fort de Brche. Der natrliche Schutz der Zitadelle durch das Meer wurde zur Landseite durch einen dicken Wall ergnzt. Einzig an eine Bedrohung von oben hatte der geniale Vauban nicht gedacht - von dort fielen 1945 die alliierten Bomben.
Der wohl bekannteste deutsche Bewohner der Zitadelle von Le Chateau war Theodor Fontane. Der Schriftsteller wurde whrend des Deutsch-Franzsischen Krieges 1870 in Frankreich als Spion verhaftet und auf die Ile d'Olron gebracht. Als preuischer Hauptmann genoss er Vorzugsbehandlung und htte sich frei bewegen knnen. Tat er aber nicht. Seine Spaziergnge beschrnkten sich auf den Festungswall. (Quelle: Michael Mller Verlag: Sdwestfrankreich)

Zitadelle von Le Chateau Zitadelle von Le Chateau

Das Burggelnde war zwar riesig aber vllig kahl, innerhalb der Burgmauern nur ein einziges Gebude. Fontanemig liefen wir dann auf dem Burgwall entlang, gab aber auch nicht wirklich was her. Das einzig Schne war das groe Eingangstor zur Burg. Der Ort selbst wirkte auch etwas verschlafen, also verlieen wir die Insel und fuhren nach Marennes. Aber auch dort war berhaupt nichts Bemerkenswertes, wir drehten nur eine kurze Runde mit dem Auto und dann ging es weiter nach Brouage.
Brouage ist ein Ort mit ca. 700 Einwohnern etwa fnf Kilometer nordstlich von Marennes.
Das Stdtchen wird seit 1626 offiziell Brouage genannt, vorher auch Jacopolis de Brouage. Im 11. Jahrhundert stand dort das ehemalige Dorf Hiers, neben dem Mitte des 16. Jahrhunderts die neue Ortschaft Brouage entstand. Das Doppeldorf wurde dann zeitweilig Hiers-Brouage genannt.

Brouage Brouage

Die Stadt ist fast quadratisch hat einen Verteidigungswall mit insgesamt 400 x 400 Metern Ausdehnung, der noch vollstndig erhalen ist und besteht aus einer ueren 13 Meter hohen Wehrmauer, die innen von Erdaufschttungen verstrkt wird. Auf deren Oberseite befinden sich Wege und Stellflchen von Geschtzen im Verteidigungsfall.
Die Zugnge zur Zitadelle waren die heute noch genutzten seitlichen Durchlsse in der nrdlichen Bastion Royal - gleichzeitig auch Verbindung zum Hafen - und in der sdlichen Bastion d'Hiers. Beide konnten ursprnglich mit massiven Toren verschlossen werden.
Wir besichtigten das auch etwas verschlafen wirkende Stdtchen, der Tourismus scheint hier erst langsam Fu zu fassen. Der Ort liegt wirklich nur innerhalb der Stadtmauern, auerhalb ist kein einziges Haus gebaut worden. Die Stadtmauern sind rundherum noch vllig erhalten, dort gibt es an jeder Seite die alten ffentlichen Latrinen. Und an den Ecken ehemalige Pulverfabriken. Wir liefen etwas ber eine Stunde in dem rtchen herum, dann hatten wir fast alles gesehen.

Brouage Brouage

Wir fuhren zurck nach St. Pierre stellten unser Auto wieder am Hotel ab und gingen zum zentralen Platz, aen dort in der Brasserie eine Kleinigkeit und beobachteten das mittgliche Treiben. Irgendwie war wohl Hochzeitstag, den zwei Hochzeitsgesellschaften begaben sich nacheinender ins Rathaus. Nach der Eheschlieung gingen alle wieder zurck zu ihren Autos und dann wurde mit groem Getse und Gehupe ein paar Runden im Ort gedreht, scheint also nicht nur bei den Trken Brauch zu sein.
Wir wollten noch ein paar Postkarten schreiben, also gingen wir welche kaufen und setzten uns zum Kartenschreiben ins "Zing", denn dort wollten wir auch zu Abend essen.
Vorher gingen wir jedoch erstmal wieder zurck ins Hotel, denn zum Abend wurde es dann doch recht khl und wir waren noch fr tagsber sommerlich angezogen.
Das Abendessen im Restaurant Zing war wieder vorzglich, ich hatte eine kstliche Fischsuppe und Rolf einen Riesenberg Muscheln.
Den Rest des Abends verbrachten wir auch wieder dort im Barbereich. Gegen 23 Uhr waren wir wieder in unserem Hotel.

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letzte Änderung: 20.11.2017 · Copyright © 2003 - 2018 by Angelika Rosenzweig