Flagge Polen

Reisebericht Polen 2008
Koszecin

Flagge Polen

Donnerstag 19.06.2008

Polen Karte mit Koszecin Um 9:00 Uhr trafen wir uns mit Gabi und Hannes und fuhren mit zwei Autos los in Richtung Polen. Hannes übernahm die Führung, da er im Besitz eines Navigationsgerätes ist.
Nach knapp 2 Stunden waren wir an der polnischen Grenze und legten dort zunächst eine Tank,- Frühstücks- und Rauchpause ein. Auf der Autobahn ging es weiter Richtung Osten, die ersten 80 Kilometer war es allerdings eine furchtbare Holperstrecke, irgendwie aus der Zeit vor dem Krieg und niemals repariert, wir hatten schon echte Bedenken vor der gesamten Fahrt. Aber wie von Zauberhand hörte das Geholper plötzlich auf und die Autobahn war völlig in Ordnung. Hannes fuhr dann an der Ausfahrt Richtung Opole, die wir uns auf der Karte ausgeguckt hatten vorbei, seine Navi wollte anders fahren. Wir waren zwar etwas skeptisch, schließlich bogen wir doch von der Autobahn ab und fuhren auf netten kleinen Nebenstraßen bis nach Koszecin, (deutsch Koschentin) eine Gemeinde in der Woiwodschaft Schlesien, ca. 30 km entfernt von Czestochowa mit etwa 4.500 Einwohnern. Das Haus von Sabinas Eltern fanden wir auch ziemlich problemlos.
Nach einer kurzen Erfrischungspause wurden wir dann zu unserer Unterkunft gelotst, im Gemeinde-Sport- und Erholungszentrum Koszecin (Gminny Osrodek Sportu i Rekreacji). Dort stehen kleine Bungalows mitten im Wald, großzügig verteilt. Die Häuser sind zum Teil schon renoviert, aber die Inneneinrichtung ist doch noch recht spartanisch. Wir richteten uns ein, so gut es ging und fuhren dann zunächst zum Einkaufen, damit wir am nächsten Morgen ein Frühstück hatten.

Polterbraut Unsere Unterkunft

Später fuhren wir dann zurück zum Haus von Sabinas Eltern. Da das Wetter sehr schön war, konnten wir gut im Garten sitzen und nach und nach trafen dann auch die Polterabendgäste ein. Leider war eine Verständigung nicht immer möglich, denn unser Polnisch ist nicht vorhanden und viele der anderen Gäste konnten kein Deutsch.
Irgendwann am späteren Abend fuhren wir zurück in unsere Hütte und saßen dann dort noch ein wenig auf der Terrasse.

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Freitag 20.06.2008

Leider mussten wir am Morgen feststellen, dass unsere Dusche nur kaltes Wasser lieferte, aber wir hatten wenigstens den Schlüssel zu einem anderen Bungalow und so konnten wir wenigstens dort warm duschen. Wir versuchten auch Bescheid zu sagen, dass wir keine warmes Wasser hatten, es kam auch jemand und machte irgendetwas, aber wie sich am nächsten Morgen herausstellte, leider erfolglos und so blieb es während unseres gesamten Aufenthaltes beim "Fremdduschen".
Wir frühstückten ausgiebig auf unserer schönen Terrasse. Da an diesem Tag noch kein Hochzeitsprogramm angesagt war, sondern nur am späten Nachmittag die Taufe des Bräutigams stattfinden sollte, hatten wir also "frei" und fuhren nach Czestochowa nur 30 km von Koszecin entfernt. Es war auch ganz einfach zu finden, wir mussten nur immer auf der Strasse 967 bleiben.

Klosterkirche Allee der Heiligsten Jungfrau Maria

Czestochowa (deutsch Tschenstochau) ist eine Stadt in der Woiwodschaft Schlesien im südlichen Teil Polens - rund 200 Kilometer südwestlich der Landeshauptstadt Warschau und rund 100 km nordwestlich von Krakau an der Warthe gelegen. Sie ist ein weltbekannter Wallfahrtsort.
Auf dem Jasna Góra Hügel im Westen von Czestochowa steht das schwer befestigte und bekannte Paulinerkloster. An die Klosterkirche mit barockem Innenraum schließen ein 106 m hoher Turm und eine Kapelle mit der berühmten Ikone der Schwarzen Madonna an. Zu hohen kirchlichen Festen zieht das Kloster Hunderttausende Pilger an.
Wir fanden ganz in der Nähe des Klosters einen Parkplatz und gingen nun zunächst das Kloster und die Wallfahrtskirche ansehen.
Viele Pilger gingen direkt vor zur schwarzen Madonna, aber wir wollten die Gläubigen nicht stören und hielten uns im Hintergrund.
Als nächstes machten wir uns auf den Weg in die Stadt, ganz nahe bei der Kirche gibt es eine Strasse mit vielen Buden, die allerlei heilige Andenken anbieten. Schließlich kamen wir zur Allee der Heiligsten Jungfrau Maria (Aleja Najswietszej Maryi Panny), die Prachtstraße von Czestochowa, die von der St. Sigismund-Kirche bis zu den Parks unterhalb des Klosters verläuft und dabei das ehemalige alte und neue Czestochowa verbindet.
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden hier eindrucksvolle Gebäude für öffentliche Institutionen und Wohnsitze lokaler Fabrikbesitzer, deren Fassaden mit Erkern, Balkonen und anderen architektonischen Details reich verziert sind. Die Bebauung ist bis zum heutigen Tag größtenteils erhalten geblieben.

Koszecin Kirche von Koszecin

Wir schlenderten durch die Strasse, auch hier viele Buden, die aber nicht nur heiliges, sondern auch nützliches und alle mögliche Zeug verkauften.
Schließlich plagte uns ein kleiner Hunger und wollten irgendwo einkehren, aber alle Lokale in der Straße waren Pizzerien, aber das war nun gar nicht unser Geschmack, wir wollten polnisch essen und fanden dann auch irgendwann eine kleines Lokal, das fast wie ein Imbiss wirkte und bestellten uns Pirogen, Teigtaschen mit Füllung, gefüllt mit Sauerkraut und Pilzen, die anderen mit Gehacktem. Es war sehr lecker.
Anschließend machten wir uns auf den Rückweg zu unserem Auto und fuhren zurück nach Koszecin in unsere Bungalowanlage.
Wir zogen uns um und fuhren wieder in die Stadt hinein, denn um 18:00 Uhr sollte die Taufe des Bräutigams stattfinden. Ein kleinerer Kreis ging zur Kirche, um den Täufling und seine Frau zu begleiten. Die Zeremonie dauerte etwas über eine Stunde, war zum Teil auf Deutsch und zum Teil auf Polnisch, wobei der Pfarrer, dem Täufling ab und zu mal vorsagen musste, er hatte wohl nicht richtig gelernt.
Nach der Taufe ging es wieder zurück in den "Familiengarten", aber wir blieben nicht mehr sehr lange, sondern zogen uns auf die Terrasse unseres Bungalows zurück.

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Sonnabend 21.06.2008

Wir frühstückten wieder gegen 9:00 Uhr. In der Nacht waren noch jede Menge Familienangehörige, die aus Berlin angekommen waren, in die anderen Bungalows eingezogen.
Nach dem Frühstück kam kurzfristig etwas Hektik auf, denn alle wollten duschen und "aufdonnern" zur Hochzeitsfeier.
Als wir alle fertig waren fuhren wir wieder zur Hochzeitsfamilie, saßen noch eine Weile fein gemacht im Garten herum und dann brach die ganze Gesellschaft auf zur Kirche. Vorneweg der Bräutigam, der jede Menge Wodkaflaschen dabei hatte, von allen Nachbarn angehalten wurde und sich den Weg jeweils mit einer Flache Wodka "freikaufen" musste. Dadurch zog sich der kurze Weg bis zur Kirche doch etwas in die Länge, aber als wir dort ankamen, standen wir doch noch eine Weile vor der Kirche herum. Irgendwann gab irgendjemand das Zeichen zum Reingehen und alle strömten in die Kirche und suchten sich einen Platz.

Wodka für die Nachbarn Das Brautpaar


Der aufgeregte Bräutigam stand vorne und endlich erschien der Brautvater mit der wunderschön aussehenden Braut.
Auch die Hochzeitszeremonie wurde zum Teil auf Deutsch gesprochen. Da wir mit den katholischen Riten nicht so vertraut waren, standen wir einfach auf, wenn alle aufstanden und setzten uns wieder, wenn sich alle setzten. Die ganze Angelegenheit dauerte etwa 2 Stunden und es war sehr feierlich, obwohl wir nicht alles verstanden.
Das glückliche Brautpaar verließ dann die Kirche und vor der Tür regnete es keinen Reis, kein Konfetti, sondern Groszy, sozusagen die Pfennige in der polnischen Währung und das Brautpaar hatte alle Hände voll zu tun, alles wieder einzusammeln, wurde aber tatkräftig von sämtlichen anwesenden Kindern beim Einsammeln unterstützt.
Die ganze Gesellschaft ging nun zur Halle der freiwilligen Feuerwehr, in deren Gebäude oben ein großer Festsaal für die Hochzeitsfeiern vorbereitet und geschmückt war. Als wir dort ankamen, standen schon jede Menge Leute vor der Tür, wir warteten, was nun geschehen sollte, irgendwie ging es nicht voran.
Nach etwa einer halben Stunde durften wir aber doch in den Festsaal und alle drängelten, um die besten Plätze zu bekommen, dabei waren eigentlich alle Plätze gleich, das Problem war nur, dass wir nicht verteilt zwischen den polnisch sprechenden Leuten sitzen wollten und für unsere deutsche Gruppe, waren nicht mehr genug zusammenhängende Plätze vorhanden. Aber nach viel Herumgerücke und Geschiebe, saßen wir dann doch alle zusammen (dank der Initiative der Brautmutter).

Hochzeitstorte und andere Köstlichkeiten

Zunächst wurde mit Sekt auf das Brautpaar angestoßen, dann wurde gratuliert, was bei der großen Gästezahl eine ganze Weile dauerte, dann gab es Mittagessen und bald danach konnte getanzt werden. Die Kapelle spielte sehr viel polnische Schlager, aber man muss ja den Text nicht verstehen, wenn man tanzen will. Zwischendurch wurden immer wieder irgendwelche mehr oder weniger doofe Tanz- und sonstige Spielchen veranstaltet, auf den Tischen stand immer etwas zu essen, der Wodka wurde auch nicht alle und so wurde die Stimmung immer besser.
Irgendwann wurde es etwas kühler und so fuhr ich zu unserem Bungalow, um etwas anderes anzuziehen, mehr auch deshalb, weil mein Kleid sich als unbequem herausstellte. Als wir zurückkamen, wurde immer noch getanzt, gegessen, getrunken und gespielt, irgendwann zwischendurch wurde die Hochzeitstorte verteilt und dann wurde wieder getanzt, gegessen und getrunken. Irgendwann, bereits nach Mitternacht, waren wir dann endgültig vollgefressen und müde und zogen uns dezent zurück.

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Sonntag 22.06.2008

Gegen 9 Uhr versammelten wir uns wieder auf unserer Terrasse zum Frühstück, danach schauten wir uns eine hübsche alte Holzkirche (Trinitatiskirche, Kosciól sw. Trójcy) an, die am Wege lag und fuhren dann wieder in den Hochzeitsfeiersaal, es ging weiter wie am Vortag, Berge zum Essen, jede Menge zu trinken, Musik, Tanz, Spiele. Eigentlich genauso wie am Vortag, nur dass die Leute nicht mehr so fein gemacht waren.

Trinitatiskirche Feuerwache in Koszecin

Da immer noch das allerschönste Wetter war, machten Rolf und ich einen kleinen Spaziergang durch den Ort, aber alles war völlig ruhig, sonntagsverschlafen und friedlich. Irgendwann waren wir dann auch wieder satt und müde, fuhren zurück zum Bungalow und saßen wieder noch ein wenig auf der Terrasse, aber es wurde dann doch etwas zu kühl und wir gingen schlafen.

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letzte Änderung: 17.04.2016 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig