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Reisebericht Spanien 2003 Sevilla

Sonnabend 15.03.2003

Andalusien Karte Wir brachen um 10:30 auf und kamen gegen 12:30 in Sevilla an. Wir hatten noch keine Vorstellung, wo wir wohnen wollten und gerieten mit unserem Auto in die kleinen Gassen der Altstadt. Irgendwann standen wir vor einer Einbahnstrasse, an deren Ende ein Hotel zu sehen war und wir gingen nach einem Zimmer fragen. Sie hatten auch etwas frei, also wollten wir nur noch unser Auto holen. Als ordentliche Deutsche fuhren wir nicht das Stück Einbahnstraße verkehrt herum, wollten nur 2 mal rechts fahren, um dann vor dem Hotel zu stehen. Aber weit gefehlt, wir konnten niemals da abbiegen, wo wir wollten, entweder waren die Gassen für Autos zu eng oder eben Einbahnstraßen. Schließlich fanden wir eine Gasse, von deren Anfang wir das Hotel schon sehen konnten, die Einfahrt war aber von einer Baumaschine versperrt, also so ging es auch nicht. Wir irrten eine ganze Stunde herum, kamen immer wieder zu der Baumaschine, aber niemals auf die andere Seite und wollten schon aufgeben und uns ein anderes Hotel suchen, aber plötzlich und unerwartet war die Baumaschine weg und wir fuhren ganz bequem zum Hotel.
Wir bezogen unser Zimmer und waren etwas enttäuscht, nach der vielversprechenden Eingangshalle hatten wir auch schöne Zimmer erwartet, aber das Zimmer war verwohnt und auch nicht wirklich sauber, aber wir hatten keine Lust mehr noch mal stundenlang in der Altstadt herumzuirren.

Mittagspause in Sevilla Ein Platz in Sevilla

Sevilla gilt als die typischste spanische Stadt, da das Spanienbild in anderen Ländern meist von Andalusien geprägt wird. Zu ihrer Bekanntheit haben außerdem Opern beigetragen wie "Carmen", "Don Giovanni", "Fidelio", "Der Barbier von Sevilla" und viele andere. Wegen der Hitze in den Sommermonaten sind Häuser mit reizvollen Innenhöfen entstanden, deren Höfe mit Pflanzen und Springbrunnen oft von der Strasse aus einzusehen sind. Sevilla ist der Regierungssitz der Region Andalusien und zugleich deren größte Stadt.

Turm der Kathedrale in Sevilla die Kathedrale in Sevilla in der Kathedrale in Sevilla

Nach der langen Sucherei hatten wir zunächst einmal Hunger und fanden ein nettes Restaurant, wo man auch schön draußen sitzen konnte. Es war ziemlich voll, aber wir fanden noch ein Plätzchen. Nach dem Essen liefen wir etwas planlos durch die Altstadt und konnten uns nicht so recht entscheiden, wo es uns am besten gefiel. Schließlich kamen wir mehr durch Zufall zur Kathedrale, ein Schild wies uns darauf hin, dass sie sonntags nicht zu besichtigen sei, weil Gottesdienste stattfinden.
Eigentlich hatten wir heute gar nichts besichtigen wollen, sondern nur die Stadt genießen, aber so mussten wir doch in die Kathedrale. Der Glockenturm (Giralda) ist 93 m hoch und wurde als Minarett der damaligen Hauptmoschee im 12. Jh. erbaut, der fünfstöckige Aufbau im Stil der Renaissance stammt aus dem Jahr 1568. Im untersten Stockwerk hängen 24 Glocken.

Plaza de España in Sevilla Kutsche in Sevilla

Die Kathedrale wurde an der Stelle der arabischen Moschee im 15. Jh. im gotischen Stil erbaut und ist die drittgrößte Kirche Europas. Die Kathedrale gliedert sich in 5 geräumige Längsschiffe und ein großes Querschiff mit der Kapelle des von einem Gitter abgeschlossenen Hochaltars. Jede Menge berühmter Leute sind in der Kathedrale begraben, im Seitenschiff wurde 1902 ein Prunkgrab für Christoph Columbus errichtet.
Die riesige Kirche war schon mächtig beeindruckend und wir hielten uns ein ganze Weile dort auf. Anschließend schauten wir uns weiter in der Stadt um, überall waren jede Menge Menschen unterwegs, nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische, die das schöne Wetter beim Einkaufsbummel und in den Bars und Cafes genossen. Auch wir hatten irgendwann vom herumlaufen genug und suchten uns wieder ein nettes Lokal zum draußen Sitzen. Am Nebentisch aßen die Leute köstlich aussehende überbackene Champignons und es gelang uns, dem Ober klar zu machen, dass wir so etwas auch haben wollten, es stellte sich heraus, sie waren so köstlich wie sie aussahen.

Torre del Oro in Sevilla Blick vom Balkon in Sevilla

Gegen 21:00 wurde es dann doch etwas kühl und so zogen wir uns in unser Hotel zurück. Es gab auch eine kleine Bar, zunächst war da keiner, dann kam der Koch und wir bestellten zwei Bier, das wir auch bekamen, aber dann versuchte er mit der Kasse umzugehen, was ihm nicht so recht gelang, also bezahlten wir irgendwann irgendwas.

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Sonntag 16.03.2003

Wir hatten gelesen, dass der Palast um 10:00 öffnet und waren dann auch pünktlich am Eingang, in der Hoffnung dass es dann noch nicht so voll sein würde, und es waren auch noch nicht sehr viele Leute dort.

der Palast in Sevilla im Palast in Sevilla

Am Rand des alten Stadtviertels Santa Cruz erhebt sich der aus dem 8. Jh. stammende, im 14. und 15. Jh. grundlegend umgestaltete Alcázar. Er war das Schloss der arabischen Herrscher und nach der Eroberung Sevillas (1248) der christlichen Könige. Der größte Teil des Palastes wurde von Peter, dem Grausamen erbaut, jedoch die Baumeister kamen vom Hof des befreundeten Nasridenfürsten aus Granada, und so hat man eher das Gefühl sich irgendwo in der moslemischen Welt zu bewegen. Da man sich ohne Führung durch den Palast bewegen darf, konnten wir uns Zeit lassen und alles in Ruhe anschauen, und so waren wir auch erst mittags wieder draußen.

im Palast in Sevilla im Palast in Sevilla

Da nun Mittagszeit war, auf den Straßen sowieso nichts los, wollten wir etwas essen und fanden ein Lokal, wo man in einem hübschen Innenhof sitzen konnte und wie bekamen auch noch einen Platz, das Restaurant war gut besucht. Warum allerdings wurde uns nicht klar, denn das Essen war schlecht und teuer.
Dann gingen wir zur Uferpromenade, denn von dort fahren die Busse der Stadtrundfahrt ab, Doppeldecker, die oben offen sind. Leider wurde das Wetter schlechter, so war es dann recht kühl auf dem Bus. Der erste Punkt der Rundfahrt war die Plaza de Espana, der von einem halbkreisförmigen Palais umgeben ist, dem Palacio Central. Angelegt wurde er anlässlich der Iberoamerikanischen Ausstellung.

in Sevilla in Sevilla


Anschließend wurde noch andere Paläste umrundet, dann fuhren wir wieder zum Wasser, vorbei an der Stierkampfarena und dann über eine Brücke zum Weltausstellungsgelände. Weil Columbus 1492 von hier aus seine Fahrt nach "Indien" plante, wurde die Stadt 500 Jahre später, 1992 zum Veranstalter der Weltausstellung bestimmt. Leider wirkte das gesamte Gelände etwas verkommen und verlassen, sehr schade, denn alles war eigentlich recht schön angelegt. Nach der Stadtrundfahrt liefen wir noch etwas durch die Straßen, aber alles war wie ausgestorben, Sonntagnachmittag ist wohl selbst in Sevilla nichts los.
Zu Abend aßen wir in einer Pizzeria, ganz nett und auch nicht allzu teuer, die Bedienung konnte sogar etwas Deutsch, weil sie es in der Schule gelernt hatte, und freute sich es jetzt bei uns mal ausprobieren zu können.

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letzte Änderung: 20.11.2017 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig