Flagge Frankreich

Reisebericht Südfrankreich 1999
Beaulieu

Flagge Italien

Freitag 08.10.1999

Frankreich Karte mit Beaulieu St. Tropez Wir brachen früh auf, wir wollten wieder ans Wasser und uns dort für die letzten Tage eine Bleibe suchen. Also fuhren wir nach Süden und kamen bei St. Tropez wieder an die Küste. Wir fuhren auch nach St. Tropez hinein, waren aber sehr enttäuscht, der Ort selbst ist recht hübsch, der Hafen malerisch. Aber die Atmosphäre gefiel uns nicht, überall "kippten" Reisebusse Touristenscharen aus, die lärmend und schlecht angezogen (kurze Hosen, Halbschuhe und Socken) durch den Ort liefen.Hier wollten wir nicht bleiben. Wir fuhren weiter die Küstenstraße entlang, in der Hoffnung bald ein Plätzchen zu finden, wo es uns gefiel, nicht zu überlaufen aber auch nicht die totale Einsamkeit und der Strand sollte auch schön sein.
Schließlich kamen wir in Cannes an und brauchten lange um durch zu kommen, denn die Strasse bestand nur aus einem einzigen Stau. Inzwischen hatte ich auf der Karte einen Ort namens Beaulieu sur Mer, kurz hinter Nizza, entdeckt.
Da Beau Lieu "schöner Platz" bedeutet, dachten wir uns, dort könne es schön sein und quälten uns dann noch einmal durch einen Stau in Nizza und kamen schließlich in Beaulieu an. Es war sozusagen Liebe auf den ersten Blick, hier gefiel es uns sofort. Wir suchten und fanden eine Unterkunft, das Hotel Riviera. Es ist klein und nett, mit einem Sternchen. Besser als manches 2-Sterne Hotel, preiswert und sauber.

Beaulieu Spielkasino Beaulieu

Beaulieu liegt im Schutz einer Hügelkette, daher ist das Klima hier ausgesprochen mild, es gibt sogar Orangen und Zitronenbäume und Bananenstauden. Schon in der Antike war der Ort besiedelt. Später folgten die Landhäuser reicher Bürger aus Nizza.
Wir richteten uns dann in unserem Zimmer ein und suchten dann ein Restaurant zum Essen, fanden eine Pizzeria, die nett aussah, mussten aber noch bis 19:00 warten, bis wir etwas zu essen bekamen, konnten aber die Wartezeit mit einem Bier überbrücken. Nach dem Essen machten wir noch einen Erkundungsspaziergang, kamen zu dem netten kleinen Yachthafen und dann zum Strand. Außerdem kamen wir auch noch am Spielkasino vorbei, das drittgrößte in Frankreich.

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Sonnabend 09.10.1999

Frankreich Karte mit Peille Peille Nach dem Frühstück setzten wir unseren Erkundungsgang fort, das kleine Städtchen überzeugte durch seine angenehme Atmosphäre.
In unserem Reisebuch hatten wir über Peille gelesen und dort wollten wir nun hin. Von La Turbie führt eine Gebirgsstraße (D53) hoch nach Peille, das in 630 m Höhe malerisch am Hang klebt. Eine Burgruine thront über dem Dorf, die Landschaft trägt bereits deutlich alpine Züge. Vor dem Ort mussten wir das Auto stehen lassen, denn die Gassen sind so eng, dass ein Auto nicht hindurchpasst. Die malerischen alten gotischen Häuser und eine gotische Kirche aus dem 12. Jh. prägen das Stadtbild. Wir gingen treppauf und ab durch den hübschen Ort, überall gab es Mittagessen-Reste für die zahlreichen Katzen.
Über dem Berg kreiste ein Hubschrauber, wir vermuteten eine Rettungsaktion für Bergsteiger, werden es aber nie erfahren was wirklich los war.

Peille Peille

Auf dem Rückweg boten sich noch viele schöne Ausblick aufs Meer und an einer Stelle auf die Skyline von Monaco.
Wieder zurück in Beaulieu wollten wir den Strand erproben. Also holten wir unsere Badesachen. Der Strand war allerdings sehr steinig und daher nicht sonderlich bequem. Es waren auch nur wenige Leute dort, als wir die Füße ins Wasser steckten, wussten wir auch warum, das Wasser war lausig kalt. Rolf stürzte sich heldenhaft in die Fluten, mir war es zu kalt.

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Sonntag 10.10.1999

Frankreich Karte mit Monaco Spielkasino Monaco < Nach dem Frühstück fuhren wir nach Monaco. Das Fürstentum ist mit seinen 1,95 qkm nach dem Vatikan der zweitkleinste Staat Europas. Oft als Operettenstaat verspottet, wir Monaco vom Geld regiert. 40 der bedeutendsten Bankinstitute der Welt haben hier eine Niederlassung bei nur 30.000 Einwohnern, wobei nur ca. 5000 echte Monegassen sind. Für die Einnahmen des Staates sorgen das Glücksspiel und ein lohnender Immobilienmarkt.
Frühchristliche Küstenvölker errichteten hier ihre Siedlungen und nannten den Ort Monoikos. Im 12. Jh. fiel der Felsen von Monaco an Genua; erstmals 1297 findet ein Grimaldi, ein Flüchtling aus Genua, in den Geschichtsbüchern Erwähnung. 1308 kaufte ein anderer Grimaldi den Genuesern den Felsen ab.
Von dieser Zeit an wurde Monaco von den Grimaldis regiert. 1861 wurde Monacos Unabhängigkeit proklamiert, 1911 wurde die konstitutionelle Monarchie ausgerufen.

Schwimmbad in Monte Carlo unterwegs in Monte Carlo

In einem Parkhaus brachten wir unser Auto unter und wollten dann zuerst das berühmte Spielkasino sehen. Das Casino liegt im Stadtteil Monte Carlo, am schönen Place de Casino stehen nicht nur das Casino, sonder noch andere große Gebäude aus der Belle-Époque. Um das Casino von innen zu sehen waren wir nicht richtig gekleidet, Jeans und T-Shirt sind dort immer noch unerwünscht. Links neben dem Hauptcasino gibt es noch das Kasino für das gemeine Volk, wo die einarmigen Banditen das Bild beherrschen.
Über viele Treppen kamen wir dann zum Hafenviertel La Condamine. Im Hafen lagen beeindruckende Yachten, selbst deren Beiboote wären für uns unbezahlbar. Es machte aber Spaß, die riesigen Schiffe anzuschauen. Am Hafen gibt es auch ein Schwimmstadion, dessen "Liegewiese" nur aus Beton besteht und erstaunlicherweise lagen dort tatsächlich Leute und sonnten sich.
Am Hafen stehen auch größere Getränkebuden mit Tischen und Stühlen, die zu einer Rast einladen. Erstaunlicherweise waren die Getränke hier billiger als in Frankreich.

am Hafen in Monte Carlo am Hafen in Monte Carlo

Gegen 14:00 brachen wir von dort wieder auf, weil wir aber noch nicht zurück nach Beaulieu wollten fuhren wir weiter nach Menton. Geschützt durch die Berge ist auch hier das Klima sehr mild und das Stadtbild wird geprägt von Zitronenbäumen. Viele barocke Gebäude und malerische Straßen laden zu einem Spaziergang ein, als wir dort waren gab es auch noch einen netten Trödelmarkt. Irgendwo aßen wir dann eine Kleinigkeit und fuhren dann zurück und kamen gegen 17:00 wieder in Beaulieu an, wo wir dann noch zu einem kleinen Spaziergang aufbrachen, der sich dann auf 2 Stunden ausweitete. Weil unser Hunger nicht so groß war, wollten wir nur ein Sandwich essen, das sich dann als üppig nach Wunsch belegtes Baguette herausstellte und eigentlich für den kleinen Hunger viel zu groß war.

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Montag 11.10.1999

Wir fuhren zunächst zum Cap Ferrat, an deren Spitze ein weißer Leuchtturm steht. Ansonsten gab es auf der Halbinsel nur Villen in großen Gärten von undurchsichtigen Mauern oder Hecken umgeben. Wir wollten uns die Villa Ephrussi de Rothschild ansehen. Die Villa wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut. In den 1930er Jahren vermachte die Besitzerin die Villa dem Institut de France, so wurde die Villa zum Museum, es wurde nichts verändert.
Wir fanden die Villa auch problemlos, aber als wir feststellten, dass pro Person umgerechnet etwa 30,- DM als Eintritt verlangt wurde, verzichteten wir auf die Besichtigung.

unterwegs nach Monaco am Hafen in Monte Carlo

Nun wollten wir uns noch etwas anderes ansehen und versuchten, die Strasse nach Peillon zu finden, was uns aber nicht gelang. Zunächst gab es Wegweiser, aber die verschwanden dann irgendwann und so fanden wir die Straße nach Peillon eben nicht.
Auf einer anderen schönen Bergstraße mit schönen Ausblicken kamen wir nach Roquebrun und dann wieder nach Monaco. Wir wollten zunächst etwas essen, fanden ein kantinenähnliches Restaurant, wobei das Essen überhaupt nicht kantinenmäßig, sondern sehr lecker war und dazu noch preiswert.
Wir hatten bei unserem letzten Besuch den Teil Monacos noch nicht gesehen, wo das Schloss der Grimaldis steht, hoch oben auf dem Felsen. Um das Schloss herum gibt es eine fast abgeschlossen wirkende Stadt mit schönen alten Häusern. Von dort oben hat man stellenweise auch einen wunderbaren Blick.
Irgendwann landeten wir auch wieder am Hafen bei den Getränkebuden und genossen den warmen Sommertag mitten im Oktober.

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letzte Änderung: 17.04.2016 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig