Flagge Griechenland

Reisebericht Kykladen 1997
Santorin

Flagge Griechenland

Donnerstag 18.09.1997

Griechenland Karte mit Santorin Santorin ist eine 89 km2 große Inselgruppe und ist vulkanischen Ursprungs. Die Reste des ehemaligen Vulkans, die drei Ringinseln Thira, Thirassia und Aspronisi fallen zum Krater steil ab und neigen sich sanft zu den Außenseiten und laufen stellenweise in ausgedehnten Sandstränden aus. Da die Erde auf Santorin sehr fruchtbar ist, wird an den Hängen Wein angebaut, früher spielte auch der Tomatenanbau eine große Rolle, dient aber heute nur noch zu Deckung des Eigenbedarfs. Bis 1990 wurde noch Bimsstein abgebaut. Inzwischen ist der Tourismus die größte Einnahmequelle der Insel und hat die Landwirtschaft weitgehendst verdrängt.
kurzer Halt der Fähre in Ios Geschichte: Im 3. Jt. V. Chr. ließen sich zum ersten Mal Menschen auf der Insel nieder, die aus Kleinasien Kamen. Ab dem 2. Jt. Wurde sie von einer Kolonie der kretischen Minoer besiedelt. Um 1600 v. Chr. kam es dann zu der vernichtenden Naturkatastrophe, ein Vulkanausbruch von ungeheurer Stärke zeriss den Bergkegel und bedeckte die Reste mit einer 16 m dicken Schicht aus Bimsstein, die alles Leben unter sich begrub. Der nun offene Krater wurde vom Meer überflutet. Erst im 12. Jh. V. Chr. wurde die Insel durch dorische Siedler vom Peloponnes wieder neu besiedelt. Ihr König Grinos gründete 630 v. Chr. die nordafrikanische Kolonie Kyrene. Beim Peloponnesischen Krieg mit Sparta verbunden, musste die Insel seit 426 Tribut an Athen zahlen. Als Stütze Ihrer Macht errichteten die ägyptischen Ptolemäer in Santorin eine Garnison, dann wurde die Insel römisch.
Im Jahr 1207, nach dem 4. Kreuzzug, eroberte Marco Sanudo, der Herr von Naxos, Santorin, das nun drei Jahrhunderte unter italienischer Herrschaft stand, 1539 wurde Santorin türkisch, 1830 griechisch.
1925/26 kam es zu kleinen Vulkanausbrüchen und es entstanden im Krater die Inselchen Palea Kameni und Nea Kameni. Im Jahr 1956 erschütterte ein gewaltiges Erbeben die Insel und zerstörte einen großen Teil der Orte auf dem Kraterrand, die Häuser wurden jedoch in modernerer Form aber im alten Stil wieder aufgebaut.

Anfahrt mit der Fähre nach Santorin Anfahrt mit der Fähre nach Santorin

Um 12:30 holte uns ein Minibus ab und brachte uns zum Hafen, die Fähre, wieder eine große Autofähre fuhr erst um 14:30 ab, sie hatte 1 Stunde Verspätung. Die Fahrt dauerte drei Stunden mit einem kurzen Stop in Ios. Bald danach begann dann die Einfahrt in den Krater von Santorin und wir kamen aus dem Staunen gar nicht heraus und waren ganz traurig, das wir dann zum Aussteigen frühzeitig nach unten zum Ausgang mussten. Wieder wurden wir abgeholt und nach Perissa gebracht. Wir waren etwas enttäuscht, dass wir nicht in dem schönen Ort am Kraterrand wohnen sollten.
In Perissa bezogen wir unser Zimmer in einem sehr kleinen Hotel, das Zimmer war auch etwas spartanisch, aber wir hatten einen Balkon. Wir machten dann noch einen Spaziergang zum Wasser und aßen dort auch in einer Taverne zu Abend.

nach oben

Freitag 19.09.1997

Leider war das Wetter noch schlechter geworden. Zu dem heftigen Wind kamen jetzt auch noch Wolken hinzu und so war es richtig kalt, weil keine Sonne da war.
Mit dem 10-Uhr Bus fuhren wir nach Fira, dem Hauptort der Insel. Das Städtchen ist ganz auf Fremdenverkehr eingestellt. Der Ort wurde erst im 18. Jh. gegründet. Im Stadtkern der nach dem Erdbeben in der alten Architektur wieder aufgebaut wurde, gibt es keinen Autoverkehr. In der Hauptgeschäftsstrasse gibt es zahlreiche Schmuckgeschäfte, Souvenirläden und Galerien. Häuserlücken lassen immer wieder atemberaubende Ausblicke in den Kraterkessel zu. Der nördliche Teil der Stadt ist das katholische Viertel von Fira mit der großen katholischen Kathedrale.

Blick auf Immerovigli Blick auf Fira

Bald danach endet Fira und am Kraterrand gingen wir noch weiter bis nach Immerovigli, dem Nachbarort, der 326 m hoch liegt, Fira dagegen nur 250 m hoch. Von hier aus hat man auch einen zauberhaften Blick auf Fira und natürlich auch wieder in den Krater und auf die Insel Nea Kameni. Inzwischen kam auch die Sonne hervor und wenn man ein windgeschütztes Plätzchen erwischte war es richtig schön warm.
Wieder zurück in Fira fanden wir das Restaurant Naoussa, nicht am Kraterrand, sondern mitten zwischen den Häusern und völlig ohne Blick, aber dort muss man ihn auch nicht mitbezahlen. Das Essen ist preiswert und gut und die Bedienung freundlich.
Mit dem 17:00 Uhr Bus fuhren wir zurück nach Perissa. Wir hatten keine Lust mehr herumzulaufen, zumal es ohne Sonne auch wieder richtig kühl wurde und so kauften wir im Supermarkt Brot, etwas Käse und Wurst und machten uns unser Abendbrot auf dem Balkon.

nach oben

Sonnabend 20.09.1997

Mit dem Bus um 10:00 fuhren wir nach Akrotiri, von der Haltestelle sind es dann noch etwa 15 Minuten bis zu prähistorischen Ausgrabungsstätte.
Die seit 1967 durchgeführten Ausgrabungen legten eine spätbronzezeitliche Siedlung fei. Teile der Stätte wurden zum Schutz vor der Witterung überdacht. Es kann nur ein vorgeschriebener Rundgang besichtigt werden. Die Siedlung war eine reiche Handelsstadt, die um 1644 v. Chr., als der Vulkan Strongyle ausbrach, unter einer dicken Bimsschicht verschüttet wurde.

Ausgrabungssätte Akrotiri Ausgrabungssätte Akrotiri

Auf dem Rundgang sieht man zwei bis drei Stockwerk hohe, gut erhaltenen Gebäude, im Erdgeschoss befanden sich einst die Werkstätten und Vorratsräume. Viele Häuser wiesen im Wohntrakt Wandmalereien auf, die heute im Nationalmuseum in Athen zu sehen sind, wunderbare Nachbildungen davon im Nomikos Center in Fira. Nach dem eindrucksvollen Besuch der Ausgrabungen hatte wir Hunger, nicht weit entfernt waren wir direkt am Wasser und dort gab es mehrere nette Tavernen mit durchaus gutem und preiswertem Essen.

Pirgos auf Santorin Pirgos auf Santorin

Am frühen Nachmittag waren wir wieder zurück in Perissa und weil immer noch keine Badwetter war, nahmen wir wieder einen Bus und fuhren nach Pirgos, dem am höchsten gelegenen Ort der Insel. Vom Buswendeplatz unterhalb des Ortes stiegen wir durch verwinkelte Gassen zum Kastell hoch, einst Sitz der venezianischen Familie Aquila. Die günstige Lage in 350 m Höhe mit Blick über die gesamte Insel war ausschlaggebend dafür, dass die türkischen Besatzer (1537 – 1821) sie zur Inselhauptstadt wählten.
Außer uns war dort oben keine Menschenseele, wir empfanden es fast schon ein wenig als unheimlich. Mit dem Bus um 19:00 fuhren wir zurück und aßen im Restaurant Gorgona zu Abend.

nach oben

Sonntag 21.09.1997

Da das Wetter immer noch nicht zum Baden einlud, fuhren wir wieder mit dem Bus nach Fira und stiegen dort in den Bus nach Oia um. Oia liegt auf der äußersten Nordspitze des Kraterrandes. Die Häuser mit den für Santorin typischen Tonnengewölben sowie zum Teil sehr alte Höhlenwohnungen ziehen sich den steilen Hang hinunter. Die ärmeren Inselbewohner lebten früher am Kraterrand, während die wohlhabenden Händler und Kapitäne das Leben auf ebener Fläche vorzogen. Die heutigen Übernachtungspreise und Vorlieben der Touristen jedoch zeigen ein umgekehrtes Verhältnis.
Der vielleicht schönste Ort von Santorin wurde durch das Erdbeben von 1956 besonders stark zerstört. Ganze Partien der Ortschaft rutschten in die Tiefe hinab. Viele Gebäude baute man im traditionellen Stil wieder auf.

Oia auf Santorin Oia auf Santorin

Der Ort wirkt sehr ruhig und angenehm, fast zu ruhig, wenn man dort Ende September ist. Die Ausblicke die sich bieten sind traumhaft schön, dort zu wohnen hat aber auch seinen Preis.
Wieder zurück in Fira besuchten wir noch einmal unser nettes Restaurant Naoussa und machten in Fira die letzten Andenken und Urlaubseinkäufe, warfen einen letzten Blick auf die Caldera und fuhren dann mit dem Bus zurück nach Perissa.
Das Wetter hatte sich etwas gebessert und so wagten wir doch noch einen Abendstrandspaziergang und aßen anschließend wieder im Gorgona zu Abend, denn das Essen dort war preiswert und gut. Den Rest des Abends verbrachten wir auf unserem Balkon.

nach oben

Montag 22.09.1997

Eigentlich sollten wir unser Zimmer um 12:00 räumen, aber dazu hatten wir keine Lust, denn unser Flieger ging erst am Abend um 22:30, um 20:30 sollten wir abgeholt werden. Gegen ein geringes Entgelt konnten wir unser Zimmer auch noch behalten.
Da das Wetter wieder nicht zum Baden einlud, fuhren wir mit dem Bus nach Emborio, dem nächsten größeren Ort, sogar der größte Ort im Süden der Insel. Der Bus hält an der zentralen Platia mit Kiosk und kleinem Kinderspielplatz sowie einer Kirche. Von hier führt eine Gasse den Hang hinauf in den älteren Teil der Stadt mit kleinen Gassen, Bogendurchgängen, weißen Häuschen und kleinen Kirchen mit blauen Kuppeln.

Perissa auf Santorin Perissa auf Santorin

Etwas lustlos liefen wir durch die Stadt, denn eigentlich waren wir schon in Abreisestimmung. Als fuhren wir zurück nach Perissa, machten dort auch noch einen Spaziergang ins Zentrum an der Kirche und waren dann am späten Nachmittag wieder im Hotel, packten unsere Sachen zusammen und waren zufrieden, das wir das Zimmer samt Bad noch hatten und noch einmal duschen konnten.
Bis zur Abfahrt schlugen wir etwas die Zeit tot, wurden dann aber pünktlich abgeholt und flogen auch ebenso pünktlich zurück nach Berlin.

nach oben

letzte Änderung: 17.04.2016 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig