Flagge UdSSR

Reisebericht Sowjetunion 1987
Samarkand

Flagge UdSSR

Montag 07.09.1987

UdSSR Karte mit Samarkand Samarkand liegt im Zentrum von Usbekistan, ist eine Oasenstadt im Tal des Serawschan.
Samarkand ist eine der ältesten Städte Mittelasiens. Es wird bereits im 4. Jh. v. Chr. erwähnt, als es von Alexander dem Großen erobert wurde und Marakanda hieß. Um 1220 wurde die damals reiche Handelsstadt von Dschingis Khan eingenommen und zerstört. Nach dem Wiederaufbau machte sie Timur zur Hauptstadt seines Reiches.
Der Enkel Timurs, Ulug-Beg, errichtete Mitte des 15. Jh. das damals größte und berühmteste Observatorium.
Anfang des 16. Jh. fiel Samarkand in die Hände der usbekischen Dynastie der Scheibaniden, die die Hauptstadt nach Buchara verlegten, und allmählich verlor die Stadt an Bedeutung. Die häufigen Überfälle der Nomaden veranlassten im 18. Jh. den Großteil der Bevölkerung, die Stadt zu verlassen. Russische Truppen besetzten Samarkand 1868.
Für russische Verhältnisse gab es schon in aller Herrgottsfrühe Frühstück, nämlich um 8:30., dann brachen wir zur Stadtrundfahrt auf, die nachfolgende Besichtigungspunkte enthielt.
Observatorium des Uluq-Beg: diese Sternwarte aus dem Jahr 1427 wurde erst zu Beginn des 20. Jh. von einem russischen Archäologen freigelegt. Um möglichst exakte Messungen durchführen zu können, sogar unbeeinflusst von Erdbeben, ließ Ulug Beg das Segment eines Sextanten mit Winkel und Minuteneinteilung im gewachsenen Fels des Tal-i-Rasad Hügels anlegen. Darüber stand ein dreistöckiges, rundes Gebäude mit Kuppel und Nebenräumen.

Schah-i-Sinda Nekropole in Samarkand Schah-i-Sinda Nekropole in Samarkand

Schah-i-Sinda Nekropole liegt im Norden der Stadt, am Hang eines Hügels. Sie war zunächst eine islamische Wallfahrtsstätte mit dem Grab Kussam Ibn Abbas, der ein Vetter Mohammeds gewesen sein soll.
Timur ließ dann später hier die Mausoleen seiner Verwandten und Freunde errichten. Heute stellt die Gräberstadt ein wertvolles Zeugnis der architektonischen Baukunst unter den Timuriden dar.
Mausoleum Ak.Saray wurde Ende des 15. Jh. als Grabstätte der letzten Timuridenherrscher errichtet. In der Kuppelarchitektur wurden erstmalig Kreuzbögenkonstruktionen verwendet. Das Innere zeigt typische Kundal-Malerei, deren Technik an kunstvollen Brokat erinnert.

Registan in Samarkand Medresse Schir-Dor in Samarkand

Registan, ein Platz im ehemaligen Handwerker und Handelszentrum, heute umgeben von drei bedeutenden Koranschulen, deren Eingangsportale auf ihn ausgereichtet sind: Medresse Ulug Beg, 1420 unter der Herrschaft des Enkels Timurs errichtet.
Der gewaltige Eingang ist mit kunstvollen Blumen- und Sternmotiven geschmückt, hauptsächlich in den Farben Türkis und Kobaltblau. Medresse Shir-Dor, 1636 unter dem usbekischen Herrscher Jalangtusch errichtet.
Für islamische Kunst sehr ungewöhnlich ist die Dekoration der Außenfassade mit Menschen und Tierdarstellungen. Medresse Tilja-Kari, die dritte am Platz, wurde ebenfalls im 17. Jh. erbaut. An den Seiten des Portals befinden sich tiefe Arkadennischen mit vielfältigen geometrischen Mustern. Zentrum der Anlage ist eine Moschee, dessen Inneres prunkvoll restauriert wurde.
Moschee Bibi Chanym, wurde 1404 von Timur in Auftrag gegeben zum Gedächtnis an seine Lieblingsfrau, die Tochter des chinesischen Kaisers. Die Moschee gehörte zu den größten und schönsten Gebäuden des ganzen Orients. Leider ist die Anlage mehrfach durch Erdbeben zerstört worden und kann nur langsam wieder restauriert werden. Die Fassade besaß eine große Formenvielfalt in leuchtenden Blautönen, das Innere der Moschee war ganz in Blau und Gold gehalten.

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Dienstag 08.09.1987

Um 10:20 fuhren wir mit dem Bus nach Schachrisabs, wo wir um 13:00 ankamen. Wir bezogen das Hotel, unser Bad war von einer Kakerlake bewohnt, aber ein freundlicher Mitreisender rettete uns und warf das Vieh vom Balkon.
Schachrisabs ist eine Stadt im Gebiet Kaschkadar der Republik Usbekistan, einst ein Zentrum an der Großen Seidenstrasse südlich von Samarkand. Sie wurde im 3. Jh. v. Chr. gegründet und ist die Heimat Timurs. Während seiner Herrschaft entstanden prächtige Paläste, Moscheen und Mausoleen.

alter Palast in Schachrisabs Markt in Schachrisabs

Nach dem Mittagessen starteten wir zu einer Stadtrundfahrt, zunächst ein alter Palast, von dem nur noch der Torbogen erhalten war und ein gut erhaltenes Mausoleum und dann noch eine Moschee, die sogar noch als solche betrieben wurde und nicht nur Museum war. Daran anschließend bummelten wir über den Bazar und besuchten ein Teehaus. Das Schöne an Schachrisabs war, dass es noch sehr unverdorben wirkte, der Tourismus schien dort noch nicht so heftig zu sein.

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letzte Änderung: 17.04.2016 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig