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Reisebericht Südostasien 2013 Yangon

Montag 28.01.2013

Myanmar Karte mit Yangon Central Hotel in Yangon 4.30 aufstehen, Rest einpacken und um 6 Uhr Abfahrt mit einem Taxi zum Flughafen. Da es noch so früh war, betrug die Fahrzeit auf den leeren Straßen nur eine knappe Stunde, zügige Abfertigung an allen Schaltern und so waren wir dann wieder mal viel zu früh dran. Der Abflug war etwas verspätet um 9.30, um 10.30 kamen wir in Yangon an. Die Abfertigung bei der Einreise war auch recht flott. Vor dem Flughafen wartete ein Mensch mit unserem Namensschild und brachte uns in unser Hotel "Central" in Yangon. Nun ja, zentral liegt es wirklich, aber schön ist es nicht. Wir waren gegen 12.00 Uhr dort, das Hotel wirkte etwas abgewirtschaftet, olle Möbel, nicht sonderlich gepflegt wirkender Teppichboden, das Bad war einigermaßen ok, im Schrank für zwei Leute sehr wenig Platz. Wir packten unsere Sachen aus, nachdem ich die Regalfächer ausgewischt hatte, konnte man sie auch benutzen und so konnten wir unsere Sachen doch unterbringen.
Danach machten wir uns auf den Weg, um die Hotelumgebung zu erkunden. Alles erschien uns ziemlich dreckig, auch die Leute und erinnerte etwas an Indien, die Restaurants, die wir so im Vorbeigehen sahen, waren auch nur wenig einladend, noch gerade so um dort ein Bier zu trinken. Die Geschäfte regten auch nicht die Kauflust an. Die ehemals schönen alten Häuser waren alle verwahrlost und runtergekommen, bis auf einige wenige Ausnahmen. Der Verkehr war auch sehr chaotisch, Fußgänger sind mal wieder die letzten in der Hackordnung
Yangun (auch Rangon, englisch Rangoon) ist die größte Stadt und das industrielle Zentrum des Landes. Bis zum Jahr 2005 war Yangun die Hauptstadt Myanmars; der Regierungssitz wurde nach Naypyidaw verlegt. Yangun liegt im Süden des Landes am Ostrand des Irrawaddydeltas. Geschichte: Bis 1755 hieß die Stadt Dagon und gehörte zum Reich der Mon. Im 12. Jahrhundert befand sich an der Stelle, wo heute Yangon liegt ein Ort namens Dagon und wurde 1755 in Yangon umbenannt.
1841 wurde die inzwischen kleine Stadt durch ein Feuer zerstört und etwas weiter weg von Fluß wieder aufgebaut, im 2. Krieg gegen die Briten 1852 schon wieder zerstört.

Strasseneindruck in Yangon Wohnhaus in Yangon

Die Briten bauten sie wieder auf, aber in der typischen Art der britischen Kolonialstädte.
Im Jahre 1942 wurde die Stadt im Verlauf des Zweiten Weltkrieges von der japanischen Armee besetzt. Als Birma 1948 die Unabhängigkeit von Großbritannien erlangte, wurde Yangon Hauptstadt des Landes. 1990 bei demokratischen Wahlen errang die oppositionelle Nationale Liga für Demokratie (NLD) einen Erdrutschsieg, jedoch wurden die Wahlen vom Militärregime für ungültig erklärt. In Yangon wurden friedliche Studentenproteste blutig niedergeschlagen und das Regime blieb an der Macht.
Im November 2005 wurden alle Ministerien und sonstigen Regierungsbehörden aus Yangon nach Pyinmana verlegt und somit war Pyinmana ab Dezember 2005 der neue Regierungssitz des Landes.. Im August 2007 kam es sich Protestkundgebungen in Yangon, angeführt von buddhistischen Mönchen und Nonnen, denen sich bald auch Zivilisten anschlossen. Am 24. September wurden bereits über 100.000 Demonstranten gezählt. Die Militärführung griff zunächst nicht ein, doch am 25. September begann sie gegen die Demonstranten vorzugehen. Nach offiziellen Angaben kamen zehn Menschen ums Leben, darunter ein japanischer Journalist. Inoffizielle Beobachter sprachen von bis zu 200 Toten. Mehrere hundert Menschen wurden verletzt. Es wurden Oppositionspolitiker im ganzen Land verhaftet. Insgesamt soll es hunderte Festnahmen gegeben haben. Vier Tage später erklärte die Militärjunta schließlich die Revolte als zerschlagen und beendet.
Sule Pagode Die erste Sehenswürdigkeit, die Sule Pagode lag auf dem Weg, und so nahmen wir sie auch gleich mit.
Die Sule-Pagode, die auch Kyaik Athok heißt, war bis in die 1990er Jahre mit 48 m das höchste Gebäude des Stadtzentrums und hat erst durch den dann einsetzenden Bauboom ihre Vorrangstellung verloren. Einer Legende nach soll sie bereits seit 253 v. Chr. existieren, als die Mönche Sona und Uttara unter anderem zehn Haare Buddhas vom dritten buddhistischen Konzil mitbrachten Die Pagode selbst wurde im Lauf der Zeit immer wieder neu ummantelt und renoviert, so dass man ihr ehrwürdiges Alter heute nur ahnen kann. Der achteckige Grundriss der Pagode setzt sich bis zu Spitze hin fort, eine typische Eigenheit der Mon-Architektur. Zahlreiche kleine Schreine umgeben die Pagode.
Das Schuhe abgeben kostete 1000 Kyat, der Eintritt 2 USD pro Person. Nach der Besichtigung der Pagode liefen wir noch weiter in der Stadt herum, und stellten fest, dass es doch noch Städte gibt, die dreckiger sind als Berlin. Auch die Bürgersteige bei uns sind doch eigentlich noch ganz gut.

In einer Reiseagentur buchten wir dann eine Stadtführung für den nächsten Tag für nur 150 USD, aber immerhin für uns beide. Auf unserem Stadtplan war schräg gegenüber von unserem Hotel ein Restaurant eingezeichnet, es stimmte zwar nicht genau, wir fanden es aber trotzdem und haben dort wider Erwarten sehr gut, aber etwas teurer gegessen. Gegen 18.30 waren wir wieder im Hotel und lungerten dort den Rest des Abends herum, wenigstens ließen sich die Fenster öffnen, das gab einem fast ein "Balkongefühl".,

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Dienstag 29.01.2013

Shwedagon Pagode
Frühstück um 7.30. Schlechtes Frühstück im völlig unterkühlten und ungemütlichen Frühstücksraum.
Vor dem Hotel warteten wir dann auf unseren Fahrer für die Stadtrundfahrt, unser Guide war nicht ganz pünktlich, aber um 9.15 Uhr ging es dann los, als er endlich den Fahrer gefunden hatte, der schon seit 10 vor 9 vor der Tür des Hotels stand.
Der erste Besichtigungspunkt war die Shwedagon Pagode, das bemerkenswerteste Bauwerk der Stadt ist 98 Meter hoch und mit Blattgold überzogen. Die ältesten Teile der Pagode stammen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. Seit 1564 wurde die Pagode durch acht Erdbeben immer wieder beschädigt. Während eines Bebens im Jahr 1786 stürzte der gesamte obere Teil ab. Die heutige Höhe und Form gehen auf die darauf folgenden Renovierungen zurück. Zuletzt verursachte ein Brand im Jahr 1931 schwere Schäden.
Die Schätze der Shwedagon-Pagode sind in der ganzen buddhistischen Welt berühmt. Von der im 15. Jh. regierenden Monkönigin Shin-saw-bu wird erstmals überliefert, dass eine Herrscherin ihr Körpergewicht in Gold aufwiegen ließ und der Pagode spendete. Ihr Nachfolger stiftete für den gleichen Zweck sogar das vierfache Gewicht von sich und seiner Frau in gold und führte die Tradition ein, jedes Jahr am Ende der Fastenzeit die Shwedagon Pagode königlich zu beschenken. Daher wuchs die Pagode über die Jahrhunderte und erreichte bereits 1774 ihre heutige Höhe von knapp 100 Metern. An ihrer Basis legte man eine breite Terrasse an, auf der zahlreiche kleine Pagoden Platz fanden Der letzte königliche Stifter war König Mindon, der 1871 den Schirm auf der Spitze spendete. Der 10 m hohe Ehrenschirm ist vergoldet und mit eingelassenen Edelsteinen verziert, darüber weht eine metallene Wetterfahne die Diamanten und Edelsteinen besetzt ist. Das Ende der Fahnenstange ist eine goldene Kugel mit 25 cm Durchmesser, an der 4350 Diamanten eingelegt sind.
Shwedagon Pagode

Wir betraten die Shwedagon über den speziellen Touristeneingang. Unser Reiseleiter bezahlte für uns die 10 USD Eintritt und wir fuhren mit einem Lift direkt bis auf die Terrasse. Man verehrt hier Buddhafiguren, denen ein bestimmter Wochentag, ein "Planet" und ein Tiersymbol zugeordnet ist. Die burmesische Astrologie misst dem Wochentag der Geburt größere Bedeutung zu als dem Datum.
Unser Guide fragte uns, an welchem Wochentag wir geboren seien, Rolf wusste seinen Geburts-Wochentag nicht, ich bin mir auch nicht ganz sicher, aber ich glaube, ich bin an einem Samstag geboren. Also blieben wir am Samstags-Buddha stehen. Ein älterer Herr, der auch ein "Samstagskind" war, teilte seine Blumen mit mir. Die musste ich dann dem Buddha umhängen, dann den Buddha und die Blumen 7 mal mit Wasser begießen, dann ein bisschen beten und dann das Drachen-Figürchen vor dem Buddha auch noch mit Wasser begießen.

Wir umrundeten die Pagode auf der Terrasse im Uhrzeigersinn (bringt Glück) und bewunderten die Pracht der vielen kleinen Tempel, Figuren und Stupas, sie hier alle aufzuzählen führte zu weit. Wir hielten uns über eine Stunde in der Pagode auf, dann ging es weiter zum nächsten Besichtigungspunkt.
Die Maha-Pasana-Höhle: 1954 lud der damalige Premierminister U Nu, der den Buddhismus zur Staatsreligion erheben wollte, zu sechsten buddhistischen Synode nach Yangon ein. Für diese zwei Jahre dauernde Versammlung baute man für die Mönche aus der gesamten buddhistischen Welt eine künstliche Höhle aus Beton, die 10.000 Besuchern und Mönchen Platz bieten konnte. Sie soll an die Satta Panni Höhle vom Rajgir in Indien erinnern, wo das erste buddhistische Konzil zusammengekommen war. Diese Höhle war wirklich sehr groß und geräumig, aber auch sehr schmucklos und so habe ich innen nicht mal ein Foto gemacht.
Der 3. Punkt unsere Stadtrundfahrt war Catfish füttern am Kandawgi See, nun gut haben wir im Royal River Hotel direkt von der Terrasse aus und die Fische sahen hier auch nicht anders aus.

Maha-Pasana-Höhle Swe Daw Myat Pagode

Als Viertes gab es mal wieder einen Tempel: Die Swe Daw Myat Pagode: Die recht neue Pagode liegt auf einem kleinen Hügel und strahlt weiß und golden. Chinthes (löwenähnliche Figuren) bewachen die Eingänge zu diesem Heiligtum, in dem das Duplikat eines Zahnes von Buddha als Reliquie verehrt wird. Der große Stupa ist begehbar und seine Wände sind mit einer goldenen Tapete mit Buddhamotiven bis hinauf in die Kuppel ausgestattet. Angestrahlte Buddhas und Wächterfiguren bewachen die aus China stammende Reliquie. Diese ist in einem Miniaturschrein zentral in der Stupa platziert.
Wir machten noch einen kurzen Fotostopp vor dem Haus von Aung San oder auch von Aung San Suu Kyui, so genau habe ich das nicht verstanden. Über einem großen grauen Tor, hing ein Bild von Aung San, das Tor war verschlossen und das Grundstück von einer hohen Mauer mit Stacheldraht gekrönt, umgeben. Nun ja wir ließen uns davor fotografieren und fuhren dann weiter.
Zum Mittagessen gingen wir in das Restaurant Green Elefant , 519 Pyay Rd., ein sehr gepflegtes schönes Restaurant in einem stilvollen Holzhaus. Es gab burmesisches Essen, ein wenig auf den westlichen Geschmack abgestimmt. Es war aber trotzdem sehr lecker und sehr viel. Wahrscheinlich ist es auch sehr teuer, aber das können wir nicht beurteilen, da das Essen im Preis im Rahmen unserer Stadtrundfahrt inbegriffen war. Es gab Fischcurry, Chickencurry, das ein wenig indisch schmeckte, Wasserspinat und irgendeinen undefinierbaren Salat, der etwas merkwürdig schmeckte und eine nichtssagende Suppe.
Karaweikschiff Nach dem Mittagessen Fahrt zum Bogyoke Aung San Market, schräg gegenüber von unserem Hotel. Wir machten nur einen kurzen Rundgang durch den Markt, es gab überwiegend Schmuck zu kaufen und jede Menge Touristenkrempel, Einheimische waren nur als Verkäufer zu sehen und so verließen wir den Markt wieder und setzten uns lieber nebenan in das Restaurant Zawgyi, wo wir schon am Vortag gegessen hatten und tranken dort etwas. Nach etwa einer Stunde trafen wir uns wieder mit unserem Guide.
Nun ging es weiter zum Kandawgyi See. Auch königlicher See genannt. Der See wurde von den Engländern angelegt. Auf dem See liegt das aus Beton erbaute Karaweikschiff, ein Restaurant, das für Veranstaltungen und Musikshows geöffnet wird, wir konnten es uns nicht ansehen, es war geschlossen. Am Ufer des Sees gibt es viele kleine Gartenrestaurants, wahrscheinlich ist dort am Wochenende und abends recht viel los, als wir am Nachmittag dort waren, war es ziemlich leer. Aber es war geöffnet und wir bekamen etwas zu trinken. Man saß dort sehr hübsch, mit Blick auf das Karaweikschiff und auf den See.


Botataung Pagode Anschließend kamen wir zum letzten Besichtigungspunkt: Die Botataung Pagode liegt fast am Ende der Strand Road, ganz in der Nähe das Yangon River. Die Legende der Pagode reicht bis in vorchristliche Jahrhunderte zurück. Bo bedeute Kommandant und tataung eintausend. Der Legende nach erwartete dort der König zusammen mit 1000 Kommandanten die buddhistischen Haarreliquien, welche die burmesischen Kaufleute Thapussa und Bhallika aus Indien mitbrachten.
Der heutige Bau entstand nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Trümmern der ausgebombten Stupas. Für die Archäologen brachte die Zerstörung die Gelegenheit mit sich, die ansonsten unerreichbar eingegrabenen Reliquien in Augenschein zu nehmen. Neben Edelsteinen und Schmuck entdeckte man 700 Buddhafiguren in der Reliquienkammer. Von besonderer Bedeutung war der Fund einer Terrakottatafel, deren Pali-Inschrift noch in einer alten südindischen Schrift verfasst war, sowie von vermeintlichen Reliquien des Buddha, darunter ein Haar des Erleuchteten. Die neue Pagode ist aus Beton erbaut, soll aber dennoch architektonisch dem alten Vorbild nachempfunden sein. Neu und einmalig für eine Stupa ist, dass die Reliquienkammer für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Sternförmige, mit Glasmosaiken verzierte kleine Räume bieten Platz zu Meditation oder zum Bestaunen ausgestellter, teils kurioser Schätze. In der Mitte der Pagode ist eine brunnenartige Öffnung, die in einem Glasbehälter die wertvollsten Reliquien enthält.(Quelle: Myanmar Nelles Verlag).
Wir bewunderten gerade im Inneren die vielen ausgestellten Schätze und Buddhafiguren, als es plötzlich stockfinster wurde, der Strom war ausgefallen. Da es im Inneren überhaupt kein Tageslicht gab, denn die Stupa hatte keine Fenster, konnten wir nicht die Hand vor Augen erkennen. Um nirgendwo gegen zu stoßen blieben wir einfach stehen und nach kurzer Zeit kam ein Retter mit einer Taschenlampe und führte uns nach draußen. Inzwischen hatte es auch aufgehört zu regnen und wir konnten uns noch den Außenbereich ansehen. Der Boden war überall schön gefliest, aber barfuss (wie in allen Tempeln in Myanmar) hatte man das Gefühl von Glatteis, nur nicht so kalt.


Salatmischerin Wir fuhren jetzt noch zum Restaurant Mansion, dort sollten wir zu Abend essen. Wollten wir aber nicht, denn im Restaurant war es dermaßen kalt, dass man sich einen Wintermantel gewünscht hätte und Hunger hatten wir auch nicht. Das Essen war aber bestellt und konnte nicht gecancelt werden, so haben wir nach längerer Diskussion den Guide und den Fahrer überredet, sie sollten uns ins Hotel fahren und sich anschließend das Essen abholen oder dort essen.
Wir machten dann noch einen Spaziergang zu der Kneipe, wo wir am ersten Abend das köstliche frisch gezapfte Myanmar Bier getrunken hatten. Direkt neben unserem Tisch war ein Stand, wo eine Salatmischerin zugange war, befremdlich anmutende Zutaten wurden vermischt, dann auf Teller geschüttet und zum Essen ausgegeben, es muss wohl sehr lecker schmecken, denn der Stand war gut besucht. Sie machte alles mit den Fingern, es wirkte aber nicht unappetitlich, nur die Zutaten waren etwas suspekt und der Abwascheimer etwas eklig. Ich fragte, ob ich sie fotografieren dürfte, sie freute sich sichtlich darüber und mischte was das Zeug hielt.
Irgendwann musste das Bier wieder raus, aber nach Rolfs Toilettenbesuch, beschloss ich doch lieber wieder ins Hotel zurück zu gehen, es war ja nur 15 Minuten entfernt. So waren wir gegen 20.30 wieder im Hotel und man hatte sowieso das Gefühl es würden gerade die Bürgersteige hochgeklappt.

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letzte Änderung: 20.11.2017 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig