Flagge Thailand

Reisebericht Südostasien 2013

Flagge Myanmar

Mittwoch 30.01.2013

Myanmar Karte mit Bago und Hpa An Taukkyan War Cementary Wir sollten um 8.30 abgeholt werde, also standen wir früh auf, frühstückten um 7 Uhr und hatten dann noch jede Menge Zeit. Das Auto war ein uralter schwarzer riesiger Nissan oder Toyota, unser Fahrer hieß Mei und unsere Reiseleiterin Po.
Unser erstes Ziel sollte Bago sein. Unterwegs dorthin, nach etwa einer halben Stunde Fahrt, hielten wir kurz am Taukkyan War Cementary, einem Friedhof für die alliierten Gefallenen des 2. Weltkriegs, aus der Entfernung sahen wir einen Säulengang und gepflegt aussehende Gräber, aber besucht haben wir den Friedhof nicht.
Bago ist die viertgrößte Stadt Myanmars und liegt etwa 85 km nordöstlich von Yangon am Bago-Fluss, der in den Indischen Ozean mündet.
Geschichte: Bago war einst die Hauptstadt des Reiches Pegu (Hanthawaddy), das von zwei Mon Brüdern im Jahr 825 n. Chr. gegründet wurde. Im 13. Jh. war Bago die Hauptstadt des Mon Königreiches wurde aber später nach In Wa verlegt. Bis zum 17. Jh. war Bago eine wichtige Hafenstadt Die Stadt wurde 1757 von den Birmanen vollständig zerstörtund im Jahr 1790 begann man mit dem Wiederaufbau. Zahlreiche Kriege zwischen Birmanen und Mon oder Birmanen und Siamesen führten dazu, dass kaum alte Bauten erhalten blieben. Mehrere Erdbeben vernichteten in den Jahren 1912, 1917 und 1930 hervorragende Denkmäler.

Kyaik-pun Pagode liegender Buddha von Shwethalyaung

Etwa 5 km vor Bago, etwas abseits der Strasse steht die Kyaik-pun Pagode. Unser erster Besichtigungspunkt an diesem Tag. Sie wurde im Jahre 1476 n. Chr. von König Dhammazedi gebaut. Die Pagode besteht aus vier riesigen 30 m hohen sitzenden Buddhastatuen, die in alle vier Himmelsrichtungen gewandt sind, mit dem Rücken an einem massiven Backsteinpfeiler gelehnt.
Wir fuhren dann nicht mehr lange und kamen zur nächsten Sehenswürdigkeit, dem liegenden Buddha von Shwethalyaung. Hier wird Buddha im Augenblick seines Todes, beim Eintritt ins Nirwana dargestellt. Die Figur entstand 994, wurde aber im Jahre 1757 während eines Krieges beschädigt, als auch Bago zerstört wurde. Die Figur geriet in Vergessenheit und wurde vom Dschungel überwachsen. Erst 1881 als eine Bahnlinie gebaut wurde, entdeckten sie britische Ingenieure durch Zufall. Der liegende Buddha wurde restauriert Anfang des 20. Jahrhunderts wurde dann zum Schutz die Halle darüber gebaut. Er wurde noch mehrmals restauriert und erhielt sein heutiges Aussehen 1995. Auch die Tafeln auf der Rückseite, die die Geschichte der Buddha Statue erzählen, wurden erst 1995 hinzugefügt. Am Kopfende befinden sich Tafeln mit Bildern aus dem Leben Buddhas.
Der Buddha gilt als der schönste in Myanmar, er ist 55 m lang und 16 m hoch, die Fußsohlen 7,80 m, der kleine Finger 3 m, also alles in allem schon beachtliche Ausmaße. Als wir wieder hinaus kamen, fuhren wir an einem noch größeren liegenden Buddha vorbei, der nicht überdacht war, aber auch noch nicht ganz fertig wirkte.

Kha Khat Wain Kyaung Kloster Kha Khat Wain Kyaung Kloster

Es entstand der Eindruck, dass wir uns etwas beeilen sollten, und so fuhren wir zügig zum Kha Khat Wain Kyaung Kloster. Das Kloster gehört zu den drei größten Klöstern in Myanmar. Wir stellten uns in einen Gang, außer uns warteten noch jede Menge anderer Touristen, aber auch viele Einheimische. Vor uns standen zwei riesige Kochtöpfe mit Reis, so recht wussten wir noch nicht was das zu bedeuten hatte. Schließlich kam etwas Unruhe in die zuschauende Menge und aus dem Wohnbereich des Klosters kam eine lange Reihe rot gekleideter Mönche, mit ihren Bettelschalen unter dem Arm. Jeder konnte sich nun ein paar Pluspunkte für das nächste Leben holen und den Mönchen eine Portion Reis in ihre Schale füllen. Sicher auch eine Show für Touristen, aber ich fand es doch beeindruckend die lange Reihe der 700 Mönche zu sehen, die langsam und gemessen ankamen, ihre Schale den auffüllenden Leute hinhielten und zum Speisesaal weitergingen. Unter ihnen auch viele kleine Mönche, noch Kinder; ich hatte gelesen, dass oft arme Familien ihre Kinder ins Kloster geben, damit sie eine gute Ausbildung bekommen, die sich die Familien sonst nicht leisten könnten. Es dauerte eine ganze Weile, bis alle 700 versorgt waren, wir durften dann noch in den Speisesaal, auf den runden Tischen standen dort die Beilagen zum Reis, Gemüsecurrys und einmal in der Woche gibt es auch Fleisch.
Shwemawdaw-Pagode Es ist sicher richtig, dass man als Tourist auf diese Weise nicht die heilige Atmosphäre des Klosters spüren kann, aber sicher schadet es weder den Mönchen noch den Touristen sich die "Speisung der 10000" anzusehen.
Irgendwie hatte uns das Zusehen bei der Essensverteilung hungrig gemacht, aber wir mussten zuerst noch eine weitere Pagode ansehen. Die große Shwemawdaw-Pagode liegt mitten in der Stadt im Zentrum Bagos. Die heutige Stupa ist aus dem Jahr 1954 und mit ihren 114 Metern die höchste des Landes, sogar größer als die Shwedagon Pagode in Yangon. Ursprünglich wurde die Pagode von zwei Kaufleuten gebaut, um Haarreliquien von Buddha aufzubewahren, die diese angeblich von Buddha persönlich bekommen hatten, in den Jahren 982 und 1385 n. Chr. wurde dann jeweils noch ein heiliger Zahn hinzugefügt. Die erste Pagode war nur 25 m hoch, nach und nach wurde sie immer mehr erhöht und erreichte so bereits 1385 eine Höhe von 84 m. Die Pagode wurde dann durch Erdbeben in den Jahren 1912 und 1917 schwer beschädigt und schließlich durch ein Erbeben 1930 völlig zerstört und 1952 wieder aufgebaut. Und erhielt ihr heutiges Aussehen und ist mit dem 1954 aufgesetzten, und mit Diamanten besetzten Schirm heute etwas über 113 m hoch.
Der Hauptaufgang befindet sich im Westen und zwei riesige Löwenfiguren bewachen ihn. Auch diese Pagode ist achteckig mit Andachtsstellen für die Planeten oder Wochentage. An der Ostecke des zentralen Stupas wurde ein Stück der alten Pagode in den neuen Bau integriert, ein ziemlicher Brocken aus dem oberen Teil der Stupa. Auf der Terrasse auch wieder viele kleine Pavillons oder tazaungs.
Wir aßen dann gegen 13.00 Uhr in Bago zu Mittag und dann fuhren wir auch bald weiter, denn bis Hpa-an hatten wir noch fast 300 km zu bewältigen.
Auf einsamer Strecke hielt unser Fahrer dann plötzlich an, und siehe da das Auto hatte einen Platten und er musste den Reifen wechseln. Unsere Fahrt zog sich in die Länge, zumal auch die Landschaft eher eintönig war, Gummibäume rechts und links der Straße. Endlich gegen 17.00 Uhr erreichten wir beim Dorf Sandangu einen recht hohen Felsen. Am Fuß des Berges liegen ein Kloster und ein aufgestauter See, in dem das Wasser angeblich heilsame Kräfte hat, der Badebereich für die Frauen ist durch eine Mauer abgetrennt.
Eine steile Treppe mit 130, sehr unterschiedlich hohen Stufen führt hinauf zur Bayin Nyi - Höhle. die im vorderen Bereich einige interessante Buddha-Statuen beherbergt. Besonders sehenswert allerdings ist der hintere Bereich - ein etwa zweihundert Meter langer Gang mit Tropfsteinformationen. Ein paar scheue Affen gab es dort oben auch, die Höhle selbst fanden wir nicht so bemerkenswert, und so machten wir uns alsbald an den Abstieg.

Bayin Nyi - Höhle Bayin Nyi - Höhle


Wir fuhren weiter, immer in der Erwartung endlich in Hpa-an anzukommen, aber irgendwie war da keine richtige Stadt, sehr weit auseinander gezogene Häuseransammlungen, in denen wir ziemlich lange herumfuhren.

Hpa-an ist die Hauptstadt des Kayin (Karen) Staates und liegt am 3000 km langen Thanlwin Fluss. Die Stadt wirkte sehr ruhig und verschlafen und um 18.30 kamen wir endlich im Hotel Grand Hill an. Der erste Eindruck des Hotels war ja ganz nett, aber schon das umständliche Hin und Her an der Rezeption machte uns stutzig und dann kamen wir in unser Zimmer in einem kleinen Bungalow. Wir hatten Deluxe Zimmer gebucht, wie schrecklich müssen da erst die normalen Zimmer sein. Das Zimmer war düster, voll gestellt mit riesigen dunklen Möbeln, dadurch wurde es noch viel enger. Der Schrank war völlig unbrauchbar, weil er total feucht war und fürchterlich nach Mottenkugeln stank. Der ganze Tisch stand voll mit irgendwelchem unnützen Krempel, den wir erst mal in den Schrenk packten. Kein Balkon oder Terrasse, drinnen konnte man zwar auf zwei Stühlen sitzen, aber die brauchten wir ja für unsere Klamotten, das Bad war ziemlich schmuddelig und abgewirtschaftet. Die Klimaanlage konnte man nur ausschalten, wenn man sie von der Stromzufuhr trennte.

Hotel Grand Hill Hotel Grand Hill - der Garten

Wir setzten uns zunächst mal zu einem Entspannungsbier in den Garten, der sogar ganz nett war, es gab nur etwas wenig Tische und Stühle, aber allzu viele Leute waren da auch nicht. Wir bestellten dann auch etwas zu essen, der erste Ober konnte kein Englisch und wir leider kein burmesisch, also wurde der mit dem einen Stern geholt, der etwas Englisch konnte.
Nach einigem Hin und Her stellte sich bei uns das Gefühl ein, dass man uns verstanden hatte. Der hilflose Ober kam irgendwann und versuchte uns zu erklären, dass es mit dem Essen aber eine halbe Stunde dauern könnte, die Chefin kam kurz danach und entschuldigte sich, dass es länger dauert, aber es sei ja so viel los (5 Tische, ca. 20 Essen!?). Es wurde bald ein großer Tisch in den Garten gestellt und wir dachten schon, es gäbe ein Büffet. Eine ganze Weile tat sich gar nichts, dann kam jede Menge Reis, der gleich auf mehrere Teller verteilt und auf dem großen Tisch abgestellt wurde. Irgendwann kamen dann auch einige Essensportionen, die auch auf dem großen Tisch zwischengelagert wurden, es wurde nur so lange gewartet, bis das Essen endlich kalt war. Als unser Essen die richtige Temperatur erreicht hatte, bekamen wir es auch. Es war sogar ganz lecker, nur warm wäre es besser gewesen.
Zwischendurch gelang es Rolf eine Flasche Whisky und eine Flasche Wasser und etwas Eis zu bestellen. Zunächst kam der Whisky mit einem Glas, auf Nachfrage nach 10 Minuten das zweite Glas und sogar etwas Eis, etwa eine halbe Stunde später gab es dann doch noch die bestellte Flasche Wasser. Alles war recht unorganisiert oder ungeübt, hatte aber viel Komisches. Zwischendurch fiel dann zu allem Überfluss noch der Strom aus. Gegen 22 Uhr gaben die meisten Gäste auf - wir auch und gingen ins Bett.

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Donnerstag 31.01.2013

Kurz vor 8 Uhr fing es an zu regnen, also konnten wir nicht im Garten frühstücken. Hinter der Rezeption gab es einen kleinen Raum mit drei Tischen, dort war dann so etwas ähnliches wie ein Frühstücksbüffet aufgebaut: Butter, Marmelade und Nudeln, auf Wunsch gab es sogar einen Toast.
Wir wurden kurz nach 9 Uhr abgeholt, leider regnete es immer noch. Wir fuhren zum Markt, der deutlich größer war als erwartet und es hörte sogar auf zu regnen, nur der Boden war noch völlig durchweicht und matschig und wir holten uns schmutzige und nasse Füße. Der Markt war zwar allen anderen asiatischen Märkten sehr ähnlich, aber trotzdem interessant, die Auswahl an verschiedenen Gemüsesorten war großartig, aber auch Fische und viel Geflügel. An einem Haushaltsartikelstand gab es sogar den schon lange von mir gesuchten Julienne-Schneider für nur 500 Kyat.

Markt in Hpa An Markt in Hpa An

An der Moschee neben dem Markt wartete unser Fahrer auf uns, die Moschee besichtigten wir leider nicht, irgendwie waren wohl nur Tempel angesagt. Unser nächster Besuchspunkt war die Shwe Yin Myaw Pagode, in Hpa-an direkt am Fluss gelegen. Durch den Regen war der geflieste Fußboden total glitschig, es gab mal wieder einen goldenen Stupa und ich habe nicht mal ein Foto gemacht.
Wir verließen die Stadt in südwestlicher Richtung und fuhren durch eine Landschaft ähnlich der um Krabi herum, allerdings nicht ganz so spektakulär und kamen dann zum Kyauk Ka Lat, etwa 10 km von Hpa-an entfernt. Das Heiligtum erinnerte uns ein wenig an den James Bond Felsen in Thailand, allerdings steht er nicht im Wasser, sondern in recht sumpfigem Gelände. Im Gegensatz zum James-Bond Felsen thront jedoch oben auf der Spitze des Felsens eine goldene Pagode; wie die dort oben erbaut wurde ist mir schleierhaft.

Kyauk Ka Lat Landschaft bei Kyauk Ka Lat


Um zum Felsen zu kommen, mussten wir eine etwas wacklige Brücke überqueren und unsere Reiseleiterin versuchte mit gekauftem Fischfutter ein paar Fische anzulocken, da waren aber keine oder sie hatten keinen Hunger. Auch auf dem Felsen mussten wir wieder die Schuhe ausziehen und holten uns nun völlig dreckige Füße, wahrscheinlich muss man die Schuhe ausziehen, um sie zu schonen. Wir kletterten ein Stück über steile Treppen den Felsen hinauf, bis ganz oben zu Pagode kam man aber nicht.
Dann stiegen wir wieder ins Auto und fuhren zum Lumbini Park am Fuße des Mount Zwekabin. Unsere Reiseleiterin sprach von über tausend Buddhafiguren, die da in der Landschaft herumsitzen, alle überlebensgroß und zum Teil auch gut erhalten, im Reisebuch von Stefan Loose sind es sogar 2974 Buddhafiguren. Auf jeden Fall waren es sehr viele.
Wir fuhren bis zum Fuß des Berges, dort sollte es einen schönen Wasserfall geben, gab es aber nicht, wir konnten nur die Stelle sehen, wo in der Regenszeit das Wasser herunterfällt. Direkt am Berg gab es auch einen kleinen Ort, den Namen weiß ich leider nicht, durch den wir einen Spaziergang machten. Es waren kaum Leute unterwegs, alles wirkte sehr arm und einfach und außerdem auch nicht sonderlich sauber, wir hätten auch ein Wohnhaus besichtigen können, aber diese Peinlichkeit hatten wir auch schon auf anderen Reisen in verschiedenen Orten und ersparten uns die Besichtigung und gingen zurück zu unserem Auto.

an der Kawt-Gon Höhle Mönche an der Kawt-Gon Höhle

Der nächste Punkt den wir anfuhren, war mal wieder eine Pagode, dieses Mal in einer Höhle, der Kawt-Gon Höhle, etwa 26 km von Hpa an entfernt. Die Höhle ist mehr eine große Felsenhalle, die in der Mitte sogar gefliest ist. Sie wird auch die Höhle der 10.000 Buddhas genannt. Sie stammt aus dem 7. Jahrhundert. Viele tausend Buddhafiguren "kleben" als Reliefs an den Wänden, fast sieht es so aus als könnte man sie als eine Art Decke abnehmen. Ein sehr niedriger und schmaler Gang führt noch etwas tiefer hinein, wir mussten fast hindurch kriechen und ganz am Ende gab es dann eine paar kleine Buddhafiguren.
Außerhalb der Höhle strömen wieder 700 Mönche der Höhle entgegen, diesmal sind es jedoch nur Statuen aus Stein oder Beton. Wenn man diesen Weg weitergeht, kommt man an eine Felswand mit einem noch größeren Wasserfall, der aber leider auch außer Betreib war.
Wir fuhren dann zurück nach Hpa an zum Mittagessen. Ein Hauptessen bestellte man, dazu gab es eine Batterie von etwa 10 Schüsselchen, mit allen möglichen Gewürzen, aber sie waren uns alle nicht so ganz geheuer, dann noch eine große Schüssel mit rohem Gemüse aller Art, das man dann zum Essen knabbert und zu guter letzt noch eine Suppe. Das Essen war ganz gut, nur die Toiletten in diesen Restaurant waren sehr stark gewöhnungsbedürftig, eigentlich wie alle öffentlichen Toiletten, das Hock-Klo ist ja nicht so schlimm, aber schmierig, feucht, glitschig und übel riechend ist es ein Gräuel.

Strasse in Hpa-An Strasse in Hpa-An


Gegen 14.30 Uhr verließen wir das Restaurant und wurden überraschenderweise ins Hotel gebracht. Wir hielten uns nicht lange auf, sondern machten noch einen Spaziergang in den Ort und kamen zu einer breiten Hauptstrasse, auf der aber nicht viel los war, das Zentrum war es offensichtlich nicht. Wir liefen also die Strasse entlang in der Hoffnung, das Geschehen noch zu finden, aber irgendwie wirkte das alles ehr wie ein Ausfallstrasse und so machten wir dann kehrt.
Nach etwa einer Stunde fanden wir immerhin ein Restaurant, das auch appetitlich wirkte und bestellten uns ein Bier. Dazu gab es für jeden eine Hühnerbrühe, nun gut woanders gibt es Knabberzeug.
Gegen 18 Uhr waren wir wieder im Hotel und nach duschen und frisch machen setzten wir uns an einen freien Tisch im Garten, inzwischen war es bereits 19 Uhr. Irgendwann konnten wir den Ober überzeugen uns ein Bier zu bringen, er schaffte es sogar auch zwei Gläser dabei zu haben. Dann wollten wir die Karte haben, er gab uns irgendwie zu verstehen, dass es heute keine Karte gibt, wir fragten daraufhin, ob heute die Küche geschlossen sei. Daraufhin nickte er zustimmend und verschwand, um dann kurz danach den Franzosen am Nebentisch etwas zu essen zu bringen und ein einzelner Herr an einem anderen Tisch bekam auch etwas. Also irgendwas war da wohl schief gelaufen und Rolf konnte einen anderen Kellner doch noch überzeugen uns ein "Menue" zu bringen. Der Kellner legte die Karte geschlossen auf den Tisch, zückte seinen Block und fragte, was wir wollten, aber wir hatten ja noch nicht einmal hinein geschaut. Wir fühlten uns gehetzt, suchten schnell etwas aus und konnten dann unsere Bestellung loswerden. Ich hatte Schwein mit Nudeln bestellt und Rolf Sweet and Sour Pork. Das Schwein musste wohl erst geschlachtet werden, denn es dauerte noch über eine Stunde bis das Essen kam. Der Ober hatte nicht nach Reis gefragt, wir hatten auch keinen bestellt, also brachte er auch keinen, aber auch diesen konnten wir dann noch nachbestellen, er war natürlich kalt, wer weiß, wo er dieses Mal zum Abkühlen rum gestanden hatte.
Bald nach dem Essen fingen sie an, schon die ersten Tische und Stühle wegzuräumen, also gingen wir schlafen.

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Freitag 01.02.2013

Myanmar Karte mit Mawlamyine U Na Aok und Kauk Ngat Village Pagode Wir wurden gegen 5 Uhr wach, weil es im Zimmer eiskalt war, wir hatten vergessen den Hauptschalter der Klimaanlage auszuschalten. Also packten wir unsere Sachen ein. Da es nicht regnete, gab es das Frühstück im Garten, es war zwar nicht besser, aber man saß dort schöner.
Um 9 wurden wir abgeholt, um nach Mawlamyine zu fahren. Auf dem Weg dorthin hielten wir an, um eine Pagode und eine Dorf anzusehen, U Na Aok und Kauk Ngat Village Pagode. Leider habe ich nirgendwo etwas darüber gefunden. Die Pagode und das Dorf wirkten sehr sauber und ordentlich, aber viele Leute gab es dort nicht. Inzwischen hatten wir bereits das Gebiet der Karen verlassen, und befanden uns im Mon-Staat.

Gegen 12 Uhr kamen wir in Mawlamyine an. Mawlamyine (auch Mawlamyaing geschrieben, früher Moulmein) ist die drittgrößte Stadt in Myanmar und liegt etwa 300 km südöstlich von Yangon und 70 km südlich von Thaton an der Mündung des Thanlwin-Flusses. Zur Zeit der britischen Herrschaft trug die Stadt den Namen Moulmein.
Mit 300.000 Einwohnern ist Mawlamyaing die drittgrößte Stadt in Myanmar und der wichtigste Handelsplatz für Teak und Reis im südöstlichen Teil des Landes..

Attran Hotel in Mawlamyine Attran Hotel in Mawlamyine

Wir hielten am Museum für Mon-Kultur, das Museum war recht düster, es gab Stelen mit Inschriften, alte Holzskulpturen, Palmblattmanuskripte, Graburnen, Musikinstrumente und alte Möbel zu sehen. Unsere Reiseleiterin führte uns eine endlos lang erscheinende Stunde durch das Museum und las uns die Schilder vor: xx - Century, hätten wir auch selber lesen können, war auch in unserer Schrift geschrieben. Wir fanden das Museum schrecklich langweilig und waren froh, als wir wieder draußen waren.
Anschließend gab es Mittagessen in einem chinesischen Restaurant an der Strand Road, leider bekam ich nicht das, was ich bestellt hatte, sondern Schweinefleisch mit Cashewnüssen, was etwas seltsam schmeckte.
Anschließend fuhren wir in unser Hotel, wir hatten schon Bedenken, denn das Hotel in Hpa-An hatte drei Sterne, das Attran Hotel in Mawlamyine aber nur zwei. Aber unsere Sorge war unbegründet, das Attran Hotel hat 28 schöne Zimmer in Bungalows, mit einer kleinen Terrasse an jedem Zimmer in einem schönen gepflegten Garten, direkt am Fluss gelegen.

Shampoo Island Shampoo Island

Um 14.30 holte uns unser Fahrer wieder ab und brachte uns zu einer kleinen Bootsanlegestelle mit wenig Vertrauen erweckenden kleinen Booten, und solch ein Boot brachte uns zum Shampoo Island oder auch Haarwasch Insel (Gaungse Kyun). Der Name Shampoo Island stammt von den Briten, denn es gab eine Haarwasch Zeremonie für die Könige am Neujahrstag, weil das Wasser auf der Insel für heilig gehalten wurde. Auf dem Inselchen gibt es auch ein Kloster und viele kleine Tempel und Pagoden, sogar einen Ganesha konnten wir entdecken. Ein kleiner Tempel war für Frauen verboten, Rolf ging hinein und stellte fest, dass es nur eine unaufgeräumte Rumpelkammer war, vielleicht sollte man da mal eine Frau zum Aufräumen hinein lassen. Das Inselchen war so ganz nett nur leider wirkte die ganze Anlage etwas ungepflegt.
Wir fuhren mit dem kleinen Boot wieder zurück und starteten dann zur nächsten Sehenswürdigkeit, überraschenderweise mal wieder eine Pagode. Auf den Hügeln um Mawlamyine liegen mehrere recht große Pagoden, sehr malerisch. Als erste sahen wir die U Kanthi-Pagode und als zweites die U Zina Pagode. Irgendwie waren wir völlig lustlos schon wieder eine Pagode anzusehen, so warfen wir nur einen Blick hinein, ich machte nicht mal ein Foto, irgendwie sind sie sich doch alle ähnlich.
Wir ließen uns zum Hotel zurückfahren und hatten das Gefühl unsere Reiseleiterin und der Fahrer hatten auch nichts gegen einen freien Nachmittag einzuwenden.

Strand Road Strand Road

Gegen 17.30 Uhr brachen wir wieder auf. Wie hatten in der Strand Road zu Mittag gegessen und wollten sie nun wieder entlanglaufen, um eventuell noch ein anderes Restaurant zu finden. Da unser Hotel ganz am Ende lag, hatten wir die ganze Straße vor uns. Ganz in der Nähe unseres Hotels beschäftigten sich die Einheimischen damit, die Möwen zu füttern, hunderte von Vögeln flatterten aufgeregt über dem Wasser und versuchten die Leckerbissen zu ergattern. Die Häuser an der Strand Road waren hässliche große Wohnblocks und Restaurants gab es dort auch nicht. Erst nach etwa einer halben Stunde Fußmarsch kamen wir wieder dorthin, wo wir zu Mittag gegessen hatten und entschieden uns auch wieder für den Chinesen, denn das Restaurant sah am appetitlichsten aus. Dieses Mal bekam ich auch das, was ich bestellt hatte und es war auch lecker. Als wir schon dachten, das Restaurant wolle schließen, begann plötzlich eine größere Umräumaktion, mehrere Tische wurden zusammengestellt und festlich gedeckt, es wurde wohl noch eine größere Gruppe erwartet. Wir sahen dem Treiben noch eine Weile zu, aber irgendwann wurde das auch langweilig und wir machten uns auf den Rückweg.
Inzwischen war es schon dunkel geworden, die Straßenbeleuchtung ließ sehr zu wünschen übrig, so war der Heimweg eine ziemlich finstere Angelegenheit. Es hatten sich einige Essenstände eingefunden, aber es war ziemlich unklar, was es dort gab, denn bei der Dunkelheit konnten wir überhaupt nichts erkennen.
Den Rest des Abends verbrachten wir auf unserer kleinen Terrasse.

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Sonnabend 02.02.2013

Zinathuka Yan Aung Chantha

Wir fuhren um 9.00 Uhr ab und es ging Richtung Süden nach Mudon, etwa 30 km von Mawlamyine entfernt. Wir hielten uns in Mudon jedoch nicht auf, sondern fuhren sofort weiter, zur bedeutendsten Sehenswürdigkeit dieser Gegend: Zinathuka Yan Aung Chantha - dem größten, liegenden Buddha der Welt. Noch nicht ganz fertig, misst er eine Länge von 180 und eine Höhe von 34 Metern, wobei das Innere mit acht Stockwerken begehbar ist. Baubeginn war im Dezember 1991 und es wird sicher noch ein paar Jahre dauern, bis er endgültig fertig ist.
Über eine Brücke und viele Treppen gelangten wir in das Innere des Buddhas. In insgesamt 182 Räumen sind Statuen, Reliefs und Gemälde zu sehen, mache Räume sind noch völlig leer, in anderen sieht man halbfertige Werke, wir haben sicher nicht alle 182 Räume gesehen, aber gefühlte hundert waren es schon. Da der Buddha auch wieder heilig ist, mussten wir auch hier die Schuhe ausziehen und barfuss durch den Bauschutt stapfen. Nach einer Stunde und vielen Treppen und bunten Bildern hatten wir genug, spendeten noch zwei Fliesen für die weitere Verkleidung der riesigen Statue und verließen das Gelände.

Kriegslokomotive C 5031 Kriegslokomotive C 5031

Das nächste Ziel war Thanbyuzayat, rund 65 km südlich von Mawlamyine und der südlichste Punkt Myanmars, den Ausländer auf dem Landweg bereisen dürfen. Außerdem ist dort der westlichste Endpunkt der Eisenbahnstrecke von Thailand nach Burma, die als "Death Railway" (Todeseisenbahn) bekannt wurde. Im Zweiten Weltkrieg ließen die Japaner die mehr als 400 km lange Eisenbahnstrecke von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern aus Thailand durch die Berge und den Dschungel bauen. Insgesamt wird die Zahl der Kriegsgefangenen, die durch die brutale Behandlung während der japanischen Besatzung ums Leben gekommen sind, auf etwa 116.000 Menschen geschätzt. Wir hielten an einem überwucherten Stück Schienenstrang, der angeblich der Start/Endpunkt der Bahn gewesen sein soll. Auf den Schienen wurde dekorativ eine schwarz-grüne Kriegslokomotive C 5031, sie wirkt ziemlich alt und etwas herunter gekommen und scheint sich im Stadium der Auflösung zu befinden.

Thans Uzayat War Cementary Thans Uzayat War Cementary

Nicht weit davon entfernt an der Strasse nach Kyaikkami liegt die zweitgrößte Kriegsgräber-Gedenkstätte des Landes Thans Uzayat War Cementary. Die sehr gepflegte, bereits 1946 von Aung San eingeweihte Anlage hat 3771 Gräber von alliierten Kriegsgefangenen, die beim Eisenbahnbau ums Leben kamen. Die meisten Opfer waren Briten, aber es gibt auch amerikanische, holländische und australische Namen auf den Gräbern. Erschreckend ist, dass die meisten der Gefallen zwischen 20 und 25 Jahre alt waren und die meisten starben Ende Oktober Anfang November 1943. Sehr anrührend sind auf vielen Grabsteinen kleine Sprüche und Gedichte zum Gedenken des Toten.

Meerestempel Yele Paya Meerestempel Yele Paya

Nachdenklich verließen wir die Gedenkstätte und fuhren noch mal 5 km weiter in den Küstenort Kyaikkami. Auch dort gibt es wieder eine Sehenswürdigkeit, den Meerestempel Yele Paya, der bei Flut mitten im Wasser liegt. Erstaunlicherweise hat er den Tsunami von 2004 unbeschadet überstanden. Der Tempel ist über einen langen Damm zu erreichen, dessen untere Ebene bei Flut überschwemmt ist. Der Damm wurde erst vor ein paar Jahren erbaut, vorher war der Tempel nur bei Ebbe zu erreichen. Dieser Tempel hat als Reliquie 11 Haare Buddhas, der Haupttempel darf von Frauen nicht betreten werden, warum auch immer.
Wir fuhren zurück nach Thanbyuzayat, wo wir in einem kleinen netten Restaurant köstliche gebratene Nudeln aßen und gezapftes Bier gab es sogar auch.
Die Besichtigungspunkte für diesen Tag waren abgeschlossen und so fuhren wir zurück zu unserem Hotel in Mawlamyine und kamen gegen 16.30 dort an. Wir setzten uns auf die Hotelterrasse mit Blick auf den Fluss und löschten unseren Durst. Da wir so spät zu Mittag gegessen hatten, hielt sich unser Hunger in Grenzen und so blieben wir am Abend im Hotel und genossen den Abend auf unserer kleinen Terrasse.

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letzte Änderung: 17.04.2016 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig