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Reisebericht Thailand 2005 Chiang Rai

Sonnabend 22.01.2005

Thailand Karte mit Chiang Rai unser Bus nach Chiang Rai Nach packen und frühstücken, fuhren wir um 9:00 mit dem Hoteltransfer zunächst zum Flughafen, wo die anderen alle hin wollten und dann zur Arcade Busstation. Leider war der nächste Bus nach Chiang Rai schon ausgebucht und wir konnten nur Fahrkarten für den Bus um 12:15 erstehen, hatten also noch über zwei Stunden Zeit, die wir in einem kleinen Lokal, gegenüber der Busstation mit Lesen verbrachten.
Wir waren rechtzeitig am Bus und als alle Fahrgäste da waren, fuhr er auch los, obwohl es 10 Minuten vor der Zeit war. Die Fahrt war recht kurzweilig und schon um 15:00 kamen wir in Chiang Rai an. Direkt am Busbahnhof wurden wir angequatscht, wir sollten unbedingt in Ben's Guesthouse kommen. Da dieses auch im Reiseführer empfohlen wird, fuhren wir also hin, aber es war nicht unser Geschmack: etwas zu abgelegen, düstere nicht ganz sauber wirkende Zimmer, (nicht mal ein Schrank war drin), die Betten wirkten auch etwas hügelig, alles etwas abgewirtschaftet und dafür eigentlich zu teuer. Wir lehnten also ab, und so brachte uns der Fahrer in ein "richtiges" Hotel, das Wang Come Hotel, das ich auch auf meiner Empfehlungsliste hatte. Es liegt mitten in der Stadt ganz zentral, sehr schönes Hotel, tolle Zimmer. Wir gönnten uns das superdeluxe Zimmer mit Wasserkocher und Extra Dusche für nur 1800,- Baht.
Chiang Rai ist die nördlichste Provinz von Thailand. Die Provinzhauptstadt Chiang Rai ist 785 Kilometer von Bangkok entfernt und liegt auf einer Höhe von 580 Metern. Der größte Fluss in Chiang Rai ist der Mae-Kok-Fluss mit einer Länge von 130 Kilometern. Chiang Rai wurde im Jahre 1262 von König Mengrai gegründet und war für lange Zeit das Zentrum des Lanna-Königreiches, bevor es von Burma eingenommen wurde. Chiang Rai wurde erst im Jahre 1786 zu thailändischem Territorium. Im Jahre 1910 wurde Chiang Rai von König Rama VI zur eigenständigen thailändischen Provinz erklärt.

Wancome Hotel in Chiang Rai Blick aus dem Hotelfenster in Chiang Rai

Wir packten gar nicht erst aus, sondern wollten gleich zu Thai Airways, um unseren Flug von Chiang Rai nach Bangkok zu buchen, wir hatten keine Lust auf 3 Stunden Bus und 12 Stunden Zug für die Rückfahrt, aber Thai Airways hatte geschlossen (geöffnet nur Mo. - Fr.).
Direkt gegenüber vom Hoteleingang gab es eine Reiseagentur und dort konnten wir völlig problemlos unseren Flug nach Bangkok für den 25.1. buchen, wir hatten mal wieder Glück, denn dienstags bis donnerstags sind die Flüge billiger.

Essenstand auf dem Nachtmarkt in Chiang Rai Nachtmarkt in Chiang Rai

Anschließend gingen wir wieder in unser Hotel und packten unsere Sachen aus. Gegen 18:00 brachen wir wieder auf zum ganz in der Nähe des Hotels gelegenen Nachtmarkt.
Dieser Nachtmarkt ist kein Vergleich mit dem von Chiang Mai. Hier in Chiang Rai ist es noch ein Markt, der hauptsächlich von Einheimischen besucht wird und das merkt man auch am Warenangebot, viel kleine Klamotten, nicht die Riesenteile, die in Chiang Mai und Bangkok angeboten werden, also ein Paradies für Frauen mit Kleidergröße 34. Wir setzten uns in ein Open Air Restaurant und bestellten nordthailändische Gerichte. Aber die Enttäuschung war groß. Es war alles sehr merkwürdig gewürzt und schmeckte ziemlich muffig, fast schon eklig.
Bald nach dem Essen gingen wir ins Hotel zurück, denn wir hatten dort noch zwei Fläschchen Underberg, der endlich den muffigen Geschmack vertrieb.

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Sonntag 23.01.2005

Wir frühstückten um 8:00 und gingen danach los, um den Ort zu erkunden. Es wirkte alles noch sehr verschlafen und ruhig, und so konnten wir Gesang hören. Wir gingen in die Richtung und kamen zu einer kleinen Kirche, die rappelvoll war. Wir wurden freundlich begrüßt und sollten hereinkommen. Über dem Altar war eine große Leinwand, auf der der Text zum Mitsingen karaokemäßig angezeigt wurde und alle sangen kräftig mit, nur wir konnten die Schrift ja nicht lesen. Ab und zu hörten sie auf zu singen und der Pfarrer sagte etwas und dann sangen sie wieder. Wir gingen dann jedoch bald wieder. Kurz nachdem wir draußen waren standen alle auf und sangen etwas zu der Melodie von "Freude schöner Götterfunken". Die Kirche war 1914 erbaut worden und nannte sich "Chiang Rai First Church". Wir waren erstaunt, dass es so viele Christen in Chiang Rai gibt.

Chiang Rai First Church Wat Giang Wiang in Chiang Rai

Wir gingen in dieser Straße weiter und kamen zum Tempel "Wat Giang Wiang", in keinem Reiseführer erwähnt, aber trotzdem nett anzusehen. Auch hier wirkte alles noch sehr verschlafen, aber ein Mönch tauchte auf und verschwand um eine Ecke. Als wir dort vorbeikamen, erwischten wir ihm beim Rauchen.
Wir hatten in unserem Buch gelesen, dass man eine Bootsfahrt auf dem Mae Kok machen könnte und mit Hilfe unseres Stadtplanes fanden wir auch die Brücke über den Fluss und die Bootsanlegestelle am anderen Ufer. Der Weg dorthin zog sich etwas in die Länge, denn es war in der Nähe des Flusses eine furchtbar langweilige Strasse ohne Häuser.

Bootsfahrt auf dem Mae Kok Ruam Mit Village

Es lagen dort mehrere Longtail-Boote, und wir beschlossen eine Fahrt zu machen und kletterten in das Boot. Offensichtlich gab es jede Menge Untiefen, denn wir fuhren in einem ziemlichen Zickzack-Kurs. Außerdem war ich recht froh, dass ich meine Jacke dabei hatte, denn auf dem Wasser war es durch den Fahrtwind relativ kühl. Die Bootsfahrt durch die hügelige grüne Landschaft war sehr schön und nach etwa 45 Minuten kamen wir in ein kleines Dorf, wo jede Menge Elefanten herumstanden.
Wir wollten aber nicht reiten, sondern machten einen kleinen Spaziergang durch den Ort und setzten uns in ein Restaurant mit Blick auf den Fluss, um etwas zu trinken. Nach etwa einer Stunde fuhren wir mit dem Boot wieder zurück nach Chiang Rai, stromabwärts dauerte die Fahrt nur 35 Minuten.

schönes Haus in Chiang Rai Wat Phra Kaeo in Chiang Rai

Von der Bootsanlegestelle gab es noch einen anderen Weg zurück in die Stadt, angeblich durch einen Park, aber es war alles sehr ungepflegt und von einem Park eigentlich nichts zu erkennen und wieder eine sehr langweilige Strecke. Erst nach einer halben Stunde, wieder im eigentlichen Stadtgebiet wurde es etwas interessanter. Wir machten noch einen kleinen Umweg um den Tempel Wat Phra Kaeo zu besichtigen. In diesem historischen Tempel war früher angeblich der Orginal-Standort des Smaragd-Buddhas, der heute im königlichen Wat Phra Kaeo in Bangkok steht.
Heute beherbergt das Wat in einem speziellen Schrein eine Jade-Buddha-Statue im Chiang-Saen-Stil. Diese Buddha-Statue wurde zu Ehren des 90. Geburtstages der Mutter Prinzessin seiner Hoheit der königlichen Majestät geschaffen.

Straße in Chiang Rai Nachtmarkt in Chiang Rai

Wieder in der Nähe des Hotels, stärkten wir uns beim Holländer erst mal mit einem Bier. Um 18:00 fanden wir uns wieder auf dem Nachtmarkt ein. Dieses Mal aßen wir in einem Restaurant mit Balkon und Blick auf den Markt und das Essen war vorzüglich, aber auch nicht ganz so preiswert. Nachdem wir uns gestärkt hatten bummelten wir wieder über den Markt. An einem Stand mit T-Shirts blieben wir stehen, denn sie waren wirklich hübsch und sollten 199 Baht kosten. Die Verkäuferin nannte uns den Preis und sehr bestimmt sagte Rolf: 200 Baht, sie wollte gerade empört widersprechen, merkte es dann aber doch und musste furchtbar lachen.

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Montag 24.01.2005

Am Reiseschalter im Hotel hatten wir wieder ein Auto mit Fahrer gebucht und er kam auch pünktlich um 8:30 Uhr. Unser erster Stop war ein malerisch in einem Tal gelegenes Karen Dorf, allerdings wurden uns am Eingang zum Tal pro Person 800 Baht Eintritt abgeknöpft.
Die Karen oder Karieng sind die größte Gruppierung unter den Bergvölkern Thailands. Ihre Gesamtanzahl beträgt zirka 280.000, was über 50 Prozent der ganzen Population von Bergstämmen in Thailand ausmacht. Das Hauptsiedlungsgebiet der Karen befindet sich auf der gesamten Länge der thailändisch-burmesischen Grenze. Sie haben ihre eigene gesprochene und schriftliche Sprache, die mit keiner anderen Sprache der Welt direkt verwandt ist. Man kann sie sprachwissenschaftlich lediglich in die Kategorie der Sino-Tibetan-Sprachen aus der Tibeto-Burman-Familie einordnen.

Der Weg zum Dorf der Langhals-Karen Karen Mädchen im Dorf der Langhals-Karen

Vor ungefähr einhundert Jahren sind die ersten Angehörigen des Karen-Volkes von Myanmar (Burma) nach Thailand eingewandert. Auch heute noch gibt es Gruppen von Karen, die versuchen, die thailändisch-burmesische Grenze zu überschreiten, um sich in Thailand niederzulassen. Die thailändischen Behörden versuchen allerdings mit allen Mitteln, die neu zugewanderten Karen davon abzuhalten, sich auf thailändischem Boden einzuquartieren.
Die Karen sind in der Mehrzahl Angehörige des Christentums, was das Ergebnis der missionarischem Aktivitäten von Europäern ist. Sie haben ihren eigenen, ursprünglichen Glauben und die Brauchtümer im Zusammenhang mit Natur-Geistern fast ganz aufgegeben. Von einer Minderheit der Karen wird noch Buddhismus in ursprünglicher Form praktiziert.
Eine spezielle Gruppe von aus Burma eingewanderten Karen kann man in der Provinz Mae Hong Son, nahe der Grenze zu Burma, antreffen. Diese Gruppe heißt Padong-Karen und ist weithin bekannt wegen ihren Frauen mit den langen Hälsen. Die Padong-Frauen tragen überdimensionale Halsbänder aus Messing-Ringen, die bewirken sollen, dass ihre Hälse länger werden. Ob dem wirklich so ist, sei dahingestellt, jedenfalls wird die optische Wirkung von überdurchschnittlich langen Hälsen mit diesen Halsringen durchaus erzielt. Beim Volk der Padong-Karen ist man der Ansicht, dass lange Hälse schwanenartig seien und daher ein Zeichen der Schönheit sind. Wegen diesem besonderen Brauch werden die Padong-Karen von den Thais ganz einfach als "Karieng-Cho-Yao" (Lang-Hals-Karen) bezeichnet, was im internationalen Sprachgebrauch auf englisch die "long necked Karen" sind.
Wir stiegen den Weg hinab zu dem Dorf im Tal, dort gab es jede Menge Andenkenläden, und ein paar Mädels mit den Ringen um den Hals, die dann für Fotos posierten. Eigentlich alles nur ein blöder Touristennepp.

Mae Salong Landschaft bei Mae Salong

Unsere zweite Station war Mae Salong. Laut unserem Reiseführer ein merkwürdiger Ort, die Bewohner sind ehemalige Kuonmintag-Soldaten Chang Kai Cheks und deren Nachkommen. Nach dem Sieg Mao Tse Tungs flohen sie 1949 aus China nach Burma und siedelten 1961 nach Thailand über. Wir erwarteten nun einen sehr chinesisch wirkenden Ort, aber weit gefehlt, es sah aus wie in anderen kleinen Orten auch, nur an den sehr touristischen Marktständen gab es allen möglichen chinesischen Kram zu kaufen. Kurz wir waren etwas enttäuscht.

Teeplantage bei Mae Salong Teeplantage bei Mae Salong

Wir fuhren weiter durch die wunderschöne Landschaft, stoppten an einer kleinen Teeplantage. Da wir nicht so die großen Teetrinker sind, wollten wir auch keinen Tee probieren und schon gar nicht welchen kaufen, also fuhren wir bald weiter Richtung Mae Sai, der nördlichste Ort Thailands, der direkt an der Grenze zu Myanmar liegt. Die Grenze ist der Mae-Sai-Fluss, der von einer Brücke überspannt wird, auf der anderen Seite befindet sich der burmesische Ort Tachilek. Zunächst führte uns unser Fahrer in eine Edelstein Factory, wo wir auch wieder nichts kauften, und dann sahen wir uns die Grenze zu Burma an. Wir überlegten kurz, ob wir die Grenze passieren sollten, aber die Schlange war lang, sicher kostete es auch ein paar Dollar, und das alles nur um einen burmesischen Stempel im Pass zu haben, erschien uns doch zu aufwendig.

Grenze nach Myanmar in Mae Sai Touristenfoto am Goldenen Dreieck

Also verließen wir Mae Sai wieder und fuhren weiter nach "Sop Ruak", dem Goldenen Dreieck. Hier treffen Thailand, Laos und Myanmar aufeinander. Eigentlich gibt es nicht viel zu sehen, der Blick auf den Mekong mit dem Wissen, auf der anderen Seite ist Laos. Natürlich gibt es an der Stelle auch jede Menge Restaurants und wir aßen in einem zu Mittag.
Unser Fahrer brachte uns dann noch Zum "House of Opium", ein kleines Museum gegen den Opiumanbau, gegründet in den 80'er Jahren von der Mutter des Königs. Ausgestellt sind Objekte, die beim Anbau, bei der Herstellung oder beim Konsum von Opium eine Rolle spielen - darunter Opiumpfeifen und Opiumgewichte. Sehr drastisch wird auch die Auswirkung des Opiumrauchens dargestellt. Gegen 16:00 brachen wir von dort auf und waren gegen 17:00 wieder in unserem Hotel.
Den Abend verbrachten wir wieder auf dem Nachtmarkt, dieses Mal an den Essensständen und waren dann gegen 21:00 wieder im Hotel.

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letzte Änderung: 27.11.2019 · Copyright © 2003 - 2024 by Angelika Rosenzweig

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