Flagge Thailand Flagge Vietnam

Reisebericht Südostasien 2004
Ho Chi Minh Stadt

Flagge Kambodscha Flagge Thailand

Sonnabend 07.02.2004 - Sonntag 08.02.2004

Vietnam Karte mit Saigon Blick aufs Le Le Hotel Wir flogen pünktlich mit der Deutschen BA von Berlin um 9:55 ab und kamen um 11:05 in Düsseldorf an. Dort mussten wir unser Gepäck holen, denn Emirates bietet nicht den Service, die Zubringerflüge mit zu buchen. Wir wechselten dann zum internationalen Teil des Flughafens, der sich als sehr ungemütlich herausstellte und flogen um 14:35 weiter mit Emirates nach Dubai, wo wir auch wieder pünktlich um 23:55 ankamen. Zunähst suchten wir uns ein Lokal zum Bier trinken, rauchen und Zeit totschlagen, dann bummelten wir noch ein wenig durch die Duty Free Geschäfte, die aber auch nicht besonders preiswert waren. Um 03:15 ging es dann weiter nach Bangkok, wo wir um 12:05 ankamen. Dann mussten wir kurz nach Thailand einreisen, denn das Gepäck gibt es erst nach der Passkontrolle, um dann gleich wieder auszureisen.
Eigentlich wollten wir uns in das Restaurant setzen, aber irgendwie gab es das nicht mehr, sondern nur noch hässliche Selbstbedienungs - kantinenähnliche Lokale. Um 16:00 flogen wir mit der Lufthansa weiter nach Ho Chi Minh City oder auch Saigon, wo wir um 17:35 ankamen.
Wir fuhren mit einem Taxi zum Le Le Hotel, das wir uns über das Internet ausgesucht hatten, obwohl ich auf meine Zimmeranfrage per E-mail keine Antwort bekommen hatte. Sie hatten aber Zimmer frei und das Zimmer war auch nett und sauber und so blieben wir dort.
Nachdem wir ausgepackt hatten, machten wir noch einen Erkundungsgang in der näheren Umgebung des Hotels, gingen etwas essen in einer kleinen Nebenstraße, das Essen war wirklich gut, und dann in eine Bar Bier trinken und lagen um 23:00 etwas geschafft von der langen Anreise im Bett. Vietnam umfasst 330.363 qkm – damit ist Vietnam in etwa so groß wie Italien oder Neu Mexiko. Das Land besteht aus drei geographischen Regionen – dem tropischen Süden mit den Ausläufern des Mekong, der trockenen Region im Zentrum und dem Norden, der das Delta des Roten Flusses und die Gebirgsgegend umfasst. Vietnams hat rund 76,5 Millionen Einwohner, 85 - 90 Prozent sind ethnische Vietnamesen. Obwohl die Vietnamesen von chinesischen Traditionen beeinflusst wurden, hat sich durch den Kampf um politische Unabhängigkeit ein ausgeprägter Sinn für nationale Identität entwickelt. Durch fast 100 Jahre französischer Herrschaft (1858-1954) standen die Vietnamesen auch unter europäischem Einfluss. Die Familie und Ahnenverehrung spielt aber weiterhin eine wichtige Rolle und spiegelt die weiterlebenden Traditionen wieder.

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Montag 09.02.2004

Strassenverkehr in Saigon Irgendwie steckte uns wohl noch die Zeitverschiebung in den Knochen und so waren wir dann schon um 7:00 beim Frühstück. Wir bekamen die Karte mit der Bemerkung :no egg, no chicken, und so entschieden wir uns für bread and cheese, was sich als kleines Baguette und zwei kleine Ecken Schmierkäse herausstellte. Dazu gab es einen absolut scheußlich schmeckenden Kaffee.
Um 8:00 brachen wir auf, suchten und fanden zunächst einen Schneider, denn wir hatten vergessen Rolfs Hose zu kürzen. Wir hatten einen schönen Stadtplan, der am Flughafen ausgelegen hatte und so fanden wir problemlos die erste Sehenswürdigkeit, die Markthalle.
Schon auf dem Weg zur Markthalle mussten wir feststellen, dass es sehr schwierig ist, in Saigon eine Straße zu überqueren. Wenige Autos, aber dafür rasen Tausende von Mopeds durch die Straßen, biegen kreuz und quer ab und fahren so dicht hinter und nebeneinander, dass man meint niemals über die Strasse kommen zu können. Durch Beobachtung der Einheimischen kamen wir dahinter wie es funktioniert. Man geht einfach los mit ganz kleinen Trippelschritten und arbeitet sich so ganz langsam zwischen den Mopeds hindurch, sie fahren einen tatsächlich nicht um. Wäre ich alleine gewesen, hätte ich mich aber trotzdem nicht getraut, ich stünde heute noch an der Ecke.
Kathedrale Notre Dame Die Markthalle Cho Ben Thanh ist der größte Markt von Saigon, es gibt alles zu kaufen Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch , Gewürze, Tabak, Schuhe, Kleidung, Drogeriewaren, Werkzeuge, Stoffe und vieles mehr. Die Hallen wurden 1914 von den Franzosen errichtet.
Mithilfe unseres Stadtplanes fanden wir problemlos die nächste Sehenswürdigkeit, die Kathedrale Notre Dame (Nha Tho Duc Ba). Die Kirche ist ein neoromanisches Backsteingebäude und wurde zwischen 1877 und 1883 ebenfalls von den Franzosen errichtet, die das Material ausschließlich aus Frankreich importierten. Sie ist heute eines der katholischen Zentren des Landes. Der Erzbischof von Saigon hat hier seinen Sitz. So schön die Kirche von außen aussah, so nüchtern und kahl wirkte sie innen.
Hauptpostamt

Direkt neben der Kathedrale steht das Hauptpostamt, auch ein schönes Beispiel französischer Kolonialarchitektur. Das Gebäude wurde 1891 fertiggestellt.
Opernhaus Von der Kathedrale aus gingen wir geradeaus die Dong Khoi (Straße der Volkserhebung) entlang, die gesäumt von Hotels und nobleren Geschäften und Geschäftshäusern an der 1899 erbauten Oper vorbei, die man aber wegen Restaurierungsarbeiten nicht besichtigen kann, zum Fluss führt. Irgendwie hatte ich am Fluss Cafes oder Restaurants mit schönem Blick auf den Mekong erwartet, dem war aber nicht so, also gingen wir wieder zurück, parallel zur Dong Khoi, die Nguyen Hue entlang, kamen am legendären Rex Hotel vorbei und dann auf die Le Loi, die uns wieder zu unserem Hotel führte.
In der De Tham, einer Strasse mit vielen Cafés, Restaurants und Reiseagenturen, fanden wir auch etwas, wo wir zu Mittag aßen, es war aber nicht bemerkenswert. Nach dem Essen waren wir etwas müde, legten uns zum ausruhen auf das Bett und wachten gegen halb vier wieder auf. Wir gingen dann wieder in die De Tham um einen Kaffee zu trinken, er schmeckte aber genauso scheußlich wie der Morgenkaffee im Hotel.
Wir liefen dann noch durch die kleinen Straßen, buchten bei Kim Travel für den nächsten Tag die Fahrt nach Cu Chi und bei Delta Adventure Tours die Mekong Delta Tour nach Phnom Penh, und fanden dann noch ein nettes Lokal, wo man draußen sitzen konnte, denn das Wetter lud wirklich dazu ein, es waren noch etwa 26 Grad.

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Dienstag 10.02.2004

Cao Dai Tempel Wir standen früh auf, denn wir sollten um 8:00 bei Kim Travel sein. Um 8:30 ging die Fahrt dann los in einem etwas überfüllten Minibus. Nach etwa einer Stunde Fahrt gab es einen "Relaxing Stop" an einer Tankstelle, dann noch etwa eine Stunde nach Tai Ninh und dort zum Cao Dai Tempel. Dieser Tempel ist ein bunte Mischung aus christlicher Kirche und buddhistischer Pagode und hinduistischem Tempel. Die Religion der Caodaisten ist ebenfalls eine Mischung aller Weltreligionen. Außen über dem Hauptportal, zwischen den zwei "Kirchtürmen" ist ein großes in einem Dreieck gezeichnetes Auge zu sehen, das allwissende Auge, das Symbol des höchsten Wesens. Innen im Tempel ist es noch bunter, hier kommt zu den Religionen noch ein wenig Tiger Balm Garden hinzu. Das Kirchenschiff steigt in neun Ebenen an, zusätzlich betont durch Säulen. Diese neun Ebenen entsprechen den 9 Stufen zum Himmel, denen wiederum die 9 Ränge der höchsten Würdenträger entsprechen. Auf dem Altar steht die Weltkugel in der wiederum das "wissende Auge" eingezeichnet ist.
Wir machten eine Runde in der schön-schrecklichen Tempel-Kirche und schauten uns dann noch ein wenig auf dem Gelände um, wo noch mehrere kleinere Tempel und Pagoden stehen. Das Gebäude wurde von 1927 bis 1937 erbaut, nachdem Tay Ninh 1927 zum Zentrum des Caodaismus gemacht wurde.
Cao Dai Tempel innen Um kurz nach 12:00 trafen wir uns alle wieder an unserem Minibus und fuhren in ein Restaurant, das eher wie eine Garage wirkte, zum Mittagessen, das Essen war auch nicht besonders gut.
Anschließend fuhren wir noch einmal etwas über eine Stunde zu den Tunnel von Cu Chi, etwa 36 km von Saigon entfernt.
Die ersten Tunnel wurden 1948 im Kampf gegen die französische Kolonialherrschaft gegraben. Bauern brachten hier ihre Vorräte und manchmal auch sich selbst in Sicherheit, die Widerstandskämpfer verbargen hier ihre Waffen und Munition. Seit Beginn der 1960er Jahre wurde das Tunnelsystem zu einem unterirdischen Netz von mehreren hundert Kilometern ausgebaut, das von der kambodschanischen Grenze bis an die Außenbezirke von Saigon reichte.
Die Tunnel, die mit einfachen Schaufeln per Hand ausgehoben wurden, liegen 3 bis 5 Meter unter der Erde, an einigen Stellen verlaufen sie auf drei Ebenen in bis zu 20 Metern Tiefe. Tausende von Widerstandskämpfern und Zivilisten verbrachten in den Stollen oftmals mehrere Wochen. Schließlich entdeckten die Amerikaner die Tunnel und versuchten die Vietcong zu vertreiben, in dem sie das Gebiet zu "free fire zone" erklärten und alle Bewohner der Gegend zwangsweise umgesiedelt wurden. Die Widerstandskämpfer ließen sich jedoch nicht vertreiben, selbst die eingesetzten deutschen Schäferhunde wurden ausgetrickst, die Vietcong legten amerikanische Kleidungsstücke aus und wuschen sich mit amerikanischer Seife. Erst Ende der 60er Jahre wurden große Teile des Tunnelsystem durch systematische Flächenbombardements zerstört.
Cu Chi - Tunneleingang In einer Art "Klassenzimmer" wurde uns ein Videofilm mit alten Dokumentaraufnahmen gezeigt, anhand einer Übersichtsgrafik konnten wir uns ein Bild von den ursprünglichen Ausmaßen des Tunnelsystems machen, durch ein Model wurden die verschiedenen Ebenen erläutert. Das Gelände wurde wieder aufgeforstet und so spazierten wir durch den Wald und es wurden uns mehrer Aus- und Eingänge der Tunnel gezeigt. In ein paar kurze Abschnitte kann man auch hineinklettern, es war wahnsinnig eng und auch nur 120 cm hoch, obwohl die für die Touristen zu besuchenden Tunnelabschnitte schon erweitert wurden, sonst kämen normale Mitteleuropäer und Amerikaner dort gar nicht hindurch und würden stecken bleiben. Den tieferen Abschnitt, wo man nur auf allen Vieren hindurch kommt, haben wir uns erspart. Kurz vor dem Ausgang gab es dann auch noch eine "nette" Ausstellung von Fallen, die die Widerstandskämpfer immer wieder errichtet hatten. Diese Fallen zielten alle darauf hin, nicht zu töten, sondern möglichst schwer zu verletzen. Mit einfachsten Mittel, aber sehr wirkungsvoll.

Gegen 16:30 stiegen wir wieder in unseren Bus, und kamen um 18:00 wieder in Saigon bei Kim Travel an. Im Kim Cafe aßen wir zu Abend, das Essen war schmackhaft und preiswert.

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Mittwoch 11.02.2001

Da wir keine Tour gebucht hatten, gönnten wir uns den Luxus eines späten Frühstücks um 8:30. Im Reisebuch hatten wir etwas über sehenswerte Pagoden gelesen und so nahmen wir uns ein Taxi. Zuerst fuhren wir zur Giac Lam Pagode, die die schönste Pagode Saigons sein soll. Zunächst kamen wir an der rechten Seite an mehreren Grab Stupas verstorbener Mönche vorbei und dann in einen Raum, wo in Schränken Hunderte von Urnen stehen. Dann besichtigten wir den Tempel. Der Tempel soll 1744 erbaut, 1804 erweitert und 1908 erneuert worden sein. Zuerst kamen wir in eine Vorhalle die als Versammlungsraum dient. In der Halle hinter dem Vorraum steht ein Altar, der stufenartig nach oben ansteigt und dort stehen über hundert goldüberzogenen Holzstatuen, von denen einige mehr als 100 Jahre alt sind.

Grabmal der Giac Lam Pagode Tempel des Jadekaisers

Danach fuhren wir zum Tempel des Jadekaisers (Chua Ngoc Hoang). Der Tempel wurde 1909 von Chinesen aus Kanton erbaut. Es wird dort nicht nur der daoistische Jadekaiser, sondern auch buddhistische Gottheiten verehrt. Auf den Altären befinden sich auch jede Menge Statuen.
Museum für Kriegsverbrechen Als ein Reisebus mit einer etwas größeren Touristengruppe vorfuhr, ergriffen wir die Flucht und ließen uns von unserem Taxifahrer an der Markthalle absetzen. Dort bummelten wir eine Weile herum und aßen dann in einem Restaurant zu Mittag, das überwiegend von Einheimischen besucht war, und das Essen war dann auch gut und preiswert.
Dann gingen wir in unser Hotel zurück, denn wir wollten unsere Einkäufe loswerden und brachen dann wieder auf zum "Museum für Kriegsverbrechen".
Das Museum war von unserem Hotel aus gut zu Fuß zu erreichen. Es liegt in den ehemaligen Räumen des amerikanischen Geheimdienstes. Das Museum zeigt in mehreren Ausstellungshallen Fotos von Kriegsopfern, von verwüsteten Städten und Landschaften, ein Gefängnis, eine Nachbildung des Tigerkäfigs und vieles mehr. Am beeindruckendsten fand ich die Ausstellung von Kinderzeichnungen über den Krieg.
Im Hof finden sich noch eine Ansammlung von Bomben, Bombern und Panzern. Auf dem Rückweg kamen wir durch den Van Hoa Park, eine schöne gepflegte Parkanlage mitten in der Stadt, eine Oase der Ruhe.
Gegen 17:30 waren wir wieder in unserem Hotel. Zum Abendessen gingen wir wieder in das Lokal von ersten Abend (Bi Saigon), denn dort hatte es uns am besten geschmeckt und wir wurden nicht enttäuscht. Das Essen war wieder sehr lecker, die Bedienung war freundlich, das Restaurant sehr sauber.
Anschließend gingen wir auf unser Zimmer und packten unsere Sachen zusammen.

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letzte Änderung: 17.04.2016 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig