Flagge Sri Lanka

Reisebericht Sri Lanka 2002
Dambulla

Flagge Sri Lanka

Montag 18.11.2002

Sri Lanka Karte mit Anuradhapura Ruvanweliseya Dagoba in Anuradhapura Um 9:00 brachen wir auf in Richtung Anuradhapura mit einem kurzen Stop an einem Gemüse und Obststand, wo wir mehrere Mangos probierten. Es gibt aber auch Gemüse, das auch bei uns wächst wie Kohl, Porree, außerdem gab es viele Gurkensorten, die aber unserer Gurke nicht im mindesten ähnelten.
Anuradhapura liegt 250 km von Colombo entfernt, hat ca. 50.000 Einwohner und wird aufgrund des dort verehrten heiligen Bodhi-Baumes auch als heiliger Ort angesehen.
Anuradhapura wurde im vierten Jahrhundert v. Chr. gegründet und war die erste Hauptstadt Sri Lankas und wurde nach einem mustergültigen städtebaulichen Konzept angelegt. Man errichtete spezielle Stadtbezirke für Bewohner bestimmter Berufszweige und Klassen. Es gab Herbergen, Spitäler, getrennte Friedhöfe für die hohen und niederen Kastenangehörigen. Die Wasserversorgung wurde durch das Anlegen von Wassertanks gewährleistet.
Anuradhapura war über 600 Jahre die Hauptstadt der Insel und das politische Zentrum. Durch die inneren Kämpfe um die Thronfolge konnte Anuradhapura dem Druck der Südinder nicht mehr standhalten. Nach schweren Kämpfen musste die Stadt schließlich endgültig aufgegeben werden. Über Anuradhapura begann sich der Dschungel auszubreiten.
Anfang des 20. Jh. wurde Anuradhapura in mühseliger Arbeit von Dschungel befreit und restauriert. Die alte Königsstadt wurde so nach über 800 Jahren wieder zum Leben erweckt. In Anuradhapura wurden dann jede Menge Sehenswürdigkeiten, die mehr oder weniger sehenswert waren, angeschaut:
Mondstein in Anuradhapura

1. Der heilige Bodhi Baum steht fast genau im Zentrum von Anuradhapura spielt heute noch eine zentrale Rolle im Leben und Glauben der Buddhisten in Sri Lanka und der übrigen buddhistischen Welt. Der Sri Maha Bodhi ist der älteste Baum auf diesem Planeten, dessen Geschichte dokumentiert ist. Vor Christi Geburt gelangte ein Zweig des Baumes nach Sri Lanka, unter dem Siddharta Guatama erleuchtet wurde und danach unter dem Namen Buddha wirkte. Der Baum steht auf einer Plattform, umgrenzt von einer ca. 3 Meter hohen Mauer. Der Baum ist vielfach abgestützt und im Vergleich zu den umstehenden Bo-Bäumen macht er einen wirklich uralten Eindruck. Es ist nicht auszudenken, was passieren würde, wenn dieser Baum eines Tages absterben würde. Aus diesem Grund ist er mit Sicherheit die am intensivsten umsorgte Pflanze der Welt. Noch heute wird in jeder neuangelegten Klosteranlage ein direkter Ableger dieses Baumes gepflanzt.

2. Die Ruvanweliseya Dagoba ist aufgrund ihrer Höhe von 110 Metern ein weithin sichtbares Bauwerk. Sie steht auf einem Sockel, der von 338 Elefanten getragen zu werden scheint.
Zwillingsteich in Anuradhapura Diese Elefanten sind im Laufe der Jahrhunderte immer wieder restauriert worden, so dass sie auch heute noch einen sehr frischen Eindruck machen. Bemerkenswert ist auch, dass kein Elefant dem anderen gleicht, sondern jeder eine individuelle Note trägt. Wir umrundeten die Dagoba, und stellten dabei fest, dass sie wirklich sehr groß ist. Auf dem quadratischen Sockel befindet sich in jeder Ecke eine kleine Dagoba wo die Gläubigen ihre Blumen opfern.
3. Der Ratnaprasada oder "Edelsteinpalast" aus dem 2. Jh. war ein königliches Geschenk an den Abt der Abhayagiri Dagoba, dem er als Wohnsitz dienen sollte. Der Eingang wird von besonders gut ausgeführten Wächtersteinen flankiert, die den Nagaraja oder "Schlangenkönig" darstellen, ansonssten sind aber nur Grundmauern zu erkennen.
4. Nordwestlich der Abhayagiri Dagoba findet sich der wohl bekannteste und schönste "Mondstein" Sri Lankas - ein halbkreisförmiger, flacher Stein, verziert mit Ornamenten von Wildgänsen, Elefanten und Lianenmustern. Den Mittelpunkt bildet eine Lotusblüte, das Symbol der Reinheit Buddhas oder des Nirvana. Der Stein befand sich einst vor dem Palast von König Mahasena.
5. Die überdachte Statue des Samadhi Buddha ("Meditirender Buddha") stammt wahrscheinlich aus dem 4. Jahrhundert und gilt als eines der weltweit schönsten Exemplare ihrer Art.
Thuparama Dagoba in Anuradhapura 6. Die Abhayagiri Dagoba wird zur Zeit restauriert, d.h. in einem ersten Schritt von der Vegetation befreit. Da im Laufe der Jahrhunderte die Mörtelschicht durch die Witterung abgetragen worden ist, lässt sich gut erkennen, dass sich die Dagoba aus unzähligen Ziegelsteinen besteht, die vor mehr als 2000 Jahren mit ungeahnter Präzision Schicht für Schicht zu diesem 115 Meter hohen Bauwerk zusammengesetzt worden sind.
7. Der Kuttam Pokuna oder "Zwillingsteich"" (8./9. Jh.) setzt sich aus zwei verschieden großen Wasserbecken zusammen (ca. 30 bzw. 40 m land). Diese restaurierten Becken waren wahrscheinlich Teil einer größeren Klosteranlage und dienten den Mönchen als Badeplatz. Susil sprach von 5000 politischen Menschen und es brauchte eine Weile bis wir dahinter kamen, dass es sich um buddhistische Mönche handelte.

8. Die 19m hohe Thuparama Dagoba wurde von König Devanampiya Tissa nach seiner Bekehrung zum Buddhismus erbaut. Wahrscheinlich ist sie die älteste Dagoba Sri Lankas. In späteren Jahrhunderten wurden Teile hinzugebaut. In der Dagoba wurde angeblich das rechte Schlüsselbein des Buddha eingemauert, das der indische Kaiser Ashoka dem König geschenkt hatte, die Reliquie verlieh der Dagoba eine solche Heiligkeit, dass sie zu einem der wichtigsten Pilgerziele Sri Lankas wurde.

Krankenhaus in MihintaleDas Wetter war bedeckt, aber geregnet hat es nur wenig, meistens, wenn wir im Auto saßen. Nach diesen ganzen Besichtigungen fuhren wir nach Anuradhapura "City" und aßen dort im Restaurant "Why not" zu Mittag. (so gegen 15:00). Ein sehr düsteres Lokal ohne Tageslicht.
Wir wollten Reis und Curry essen, das war aber schon alle, also gab es fade Nudeln, aber mit Hilfe des auf dem Tischstehenden Sambal bekam das Ganze etwas Geschmack. Bezahlt haben wir für 2 Bier, 1 Wasser, 1* Nudeln und 1* Reis mit Chicken 362 LKR, das sind knapp 4 Euro.
Die Sehenswürdigkeiten in Anuradhapura hatten wir wohl erledigt, und so fuhren wir nach Mihintale, das 13 km östlich von Anuradhapura liegt. Im Jahre 247 v. Chr. ging Mahinda, der Sohn des indischen Kaisers Ashoka, mit einigen Mönchen nach Lanka, um den Buddhismus zu verbreiten. Er traf den Lanka-König Devanampiya und verkündete dem König und seiner Jagdgesellschaft die Lehre Buddhas. Bald danach bekannten sich der König und 40'000 Bewohner zum Buddhismus. Darum ist bis heute Mihintale einer der wichtigsten Wallfahrtsorte für Buddhisten.

Buddha in Aukana In Mihintale besichtigten wir das Krankenhaus (eine Ansammlung von Säulen) und den Hügel, wo der König bekehrt worden war. Der Aufstieg zum Hügel beginnt auf einer langen, sachte ansteigenden Granit-Treppe, die aus angeblich 1840 Stufen besteht und im 8. Jh. von König Maha Dailiya Mana in Auftrag gegeben wurde. Die Treppe wird von weiß blühenden Frangipani-Bäumen flankiert. Der Hauptweg führt über die Treppe links weiter zu einem Kassenhaus und dann zu der Stelle an der Mahinda gestanden haben soll, als der König ihn zum ersten Mal erblickte.
Wir ersparten uns den Aufstieg über die Treppe, denn es war auch möglich mit dem Auto zu fahren. Dort bestiegen wir nur einen Felsen, von dem sich eine wunderbare Aussicht bot, liefen dann noch ein wenig auf dem Hügel herum und machten uns dann auf den Heimweg. Auf dem Rückweg noch ein Stop in Aukana, bei einer 12,5 m hohen Buddha Statue, ein Koloss von 75 - 80 Tonnen, der aus dem Felsen gehauen wurde. Über die Entstehung der Figur ist so gut wie nichts bekannt. Möglicherweise wurde sie im 5. Jh. unter König Dhatusena errichtet.
Nach unserem letzten Besichtigungspunkt wurde es schon langsam dunkel und wir mussten im Dunkeln durch den Wald fahren, wo es wilde Elefanten gibt, die durchaus manchmal die Straße überqueren, deshalb ist es auch verboten auf dieser Straße anzuhalten oder gar auszusteigen. Aber wir hatten Glück und trafen keinen Elefanten.
Abends saßen wir dann noch im Hotel herum, hatten aber wegen des späten Mittagessens keinen Hunger mehr. Die Türritzen deckten wir mit den im Zimmer liegenden Matten zu und so hatten wir in der Nacht keinen unliebsamen Besuch von den gelben Fliegen.

nach oben

Dienstag 19.11.2002

Sri Lanka Karte mit Pollonaruwa Tanzende Mädchen auf dem Weg nach Pollonaruwa Wir brachen wieder um 9:00 auf, der heutige Tag sollte der Besichtigung von Polonnaruwa dienen. Auf dem Weg dorthin entdeckte Susil ein paar tanzende Mädchen, die allerdings sofort aufhörten zu tanzen, als wir anhielten. Susil konnte sie jedoch überreden weiter zu tanzen. Sie übten gerade für irgendeine Vorstellung, und führten uns dann vor, was sie konnten. Es klappte bis auf ein paar kleine Patzer ganz gut. Es war so eine Art Erntedanktanz.
Die Stadt Pollonaruwa liegt südöstlich von Anuradhapura, 216 km von Colombo entfernt. Sie war im Mittelalter die Hauptstadt der Insel. Nachdem Anuradhapura zu Beginn des 11. Jahrhunderts von indischen Eroberern besetzt wurde, wurde der Regierungssitz nach Polonnaruwa verlegt. Die Stadt war großzügig gestaltet, zahlreiche Parks, Gärten, Paläste, Tempel und Schreine schmückten die Stadt. Ein gut ausgebautes Kanalnetz und ein künstlicher See sicherten die Wasserversorgung.
Königspalast in Pollonaruwa Vom 8. bis zum 11. Jh. diente Polonnaruwa wegen ständiger Überfälle auf Anuradhapura durch die Tamilen als Ersatzhauptstadt. 1071 wurde Anuradhapura von den indischen Cholas völlig zerstört. Die ebenfalls eingenommene Stadt Polonnaruwa machten die Cholas zu deren Hauptstadt. 1153 wurde Sri Lanka von dem singhalesischen König Parakrama Bahu I. wieder vereint und Polonnaruwa wurde ebenso prachtvoll wie zuvor die ehemalige Hauptstadt Anuradhapura. 1187 ließ König Nissanka Malla unzählige Prachtbauten errichten, aber nach dem Tod des Königs im Jahr 1196 wurde die Lage in der Hauptstadt wegen Streitereien um die Nachfolge instabil.
Dies machten sich die indischen Cholas und Pandyas zunutze und plünderten wiederholt die Stadt. Anfang des 13. Jh. unterlag Sri Lanka der Tyrannei von Magha, der aus dem südindischen Kalinga auf die Insel gekommen war. Nach Maghas Vertreibung versuchten die Singhalesen, Polonnaruwa wieder als Hauptstadt aufleben zu lassen, was aber erfolglos blieb. Im Jahr 1288 wurde die Stadt schließlich aufgegeben und ging wie zuvor auch Anuradhapura im Dschungel unter. Auch hier jetzt wieder die Sehenswürdigkeiten in der besichtigten Reihenfolge:
Königsbad in Pollonaruwa 1. Der unter König Parakrama Bahu I. angelegte Stausee Parakrama Samudra erstreckt sich mit 2500 Hektar entlang der Westseite der Stadt. An seiner längsten Stelle ist er über 5 km lang. Früher bildete der Tank die Westflanke der Verteidigungsanlagen, wodurch hier eine Stadtmauer unnötig war. Heute leben hier zahlreiche Wasservögel, darunter auch Pelikane und Kormorane.
2. Am Ostufer des Parakrama Samudra ragt eine 3,5 m hohe Statue von König Parakrama aus dem 12. Jh. empor, die ihn mit einem Ola-Manuskript in den Händen zeigt. Einer anderen Auslegung nach handelt es sich nicht um eine Manuskript, sondern um ein Band, das das "Joch des Königseins" symbolisiert. Die Figur ist mit Bart und einer Kappe auf dem Kopf dargestellt. Auch die Identität der dargestellten Person ist nicht unumstritten, einige Deutungen sehen in ihr den Weisen Agastya, andere wiederum den Asketen Kapila. Auf jeden Fall wusste Susil zu berichten, dass die Statue doch wunderschön "gesnittet" sei.
3. Etwa 200 m weitersüdlich schließt sich das restaurierte Potgul Vihara ("Bücherei Kloster") an, das erst 1904 vom überwuchernden Dschungel befreit wurde. Der Gebäudekomplex war von König Parakrama gebaut und sowohl mit einer Bücherei als auch mit einem rätselhaften runden Gebäude versehen worden, dessen Mauern 3 m stark waren. In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde das Gebäude von Plünderern zerstört, die dort wertvolle Manuskripte zu finden hofften.
Vatadage Tempel in Pollonaruwa 4. In dem ausgezeichneten Museum konnten wir uns sehr gut über die Anlagen informieren, in einigen Fällen wird durch Modelle die einstige Pracht verdeutlicht.
5. Rechts hinter dem Eingang zu den alten Anlagen steht unübersehbar der alte Königspalast Parakrama Bahus, der verschiedenen Auslegungen nach zwischen drei und sieben Stockwerke und bis zu 1000 Zimmer besessen haben soll. Heute sind noch die Löcher in den Wänden zu sehen, die die hölzernen Streben hielten, auf denen die oberen Stockwerke aufgebaut waren. Das Dach wurde von 36 Säulen getragen, und aus seiner Mitte ragte wahrscheinlich ein Turm hervor. Beim Durchstreifen des alten Palastes trafen wir auf eine kleine Kobra, die aber sehr schnell davonhuschte, geheuer war es uns dennoch nicht, denn wir hatten nur Sandalen an, und wo eine Kobra ist, könnten auch noch andere sein.
6. An der Nordostseite des Palastes findet sich die Audienzhalle (Audience Hall) und die Ratskammer (Council Chamber). Inschriften an den Säulen geben die Sitzfolge der Ratsmitglieder an, vom König am Kopfende bis zu den Protokollschreibern und den Vertretern der Handelsleute am entgegengesetzten Ende.
Satmahal Prasada in Pollonaruwa 7. Wenige Meter weiter südlich befindet sich das königliche Bad, der Kumara Pokuna ("Prinzenteich"). Dieses Becken war einst von zwei Löwenfiguren flankiert. Das Wasser wurde vom Parakramu Bahu hierhin geleitet und floß aus Hähnen, die man Krokodilsköpfen nachempfunden hatte.
8. Nordwestlich der Anlage befindet sich Vatadage oder "Runde Reliquienhaus" aus dem 12. Jahrhundert, Die Dagoba in der Mitte der Anlage ist von den vier sitzenden Buddha-Figuren umgeben, die nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet sind zu jeder führt ein Eingang mit Treppenaufgang, verziert mit Mondsteinen, Löwen, Erdgeistern.
9.Vom Satmahal Prasad "Turm der sieben Paläste", dessen Stil an kambodschanische Bauwerke erinnert, sind heute nur noch sechs, nach oben kleiner werdende Etagen erhalten. Welche Funktion er einst hatte, ist unbekannt. Angeblich hat einer der Könige in Kambodscha Krieg geführt und geschworen, wenn er den Krieg gewönne, würde er ein kambodschanisches Gebäude errichten.
Vor dem Gebäude befindet sich ein Monolith, der so bearbeitet wurde, dass er wie ein gigantisches Ola-Manuskript aussieht, das Gal Pota oder "Steinbuch". Seine Größe beträgt 8 mal 1,2 mal 0,6 Meter. Eingraviert ist eine Inschrift aus dem Jahr 1196, die unter anderem besagt, dass der Stein "von den starken Männern König Nissanka Mallas aus den Bergen von Mihintale hierhin gebracht wurde." Gemäß der Inschrift wiegt der Stein 25 Tonnen.
Gal Vihara (Felsentempel) in Pollonaruwa 10. Im Norden Pollonnaruwas außerhalb des Geländes um den Königspalast kamen zum Gal Vihara ("Fels-Tempel"). Dieser Komplex war Teil einer unter Parakrama Bahu angelegten Klosteranlage und enthält vier riesige aus einem Granitfelsen gehauene Buddha-Figuren. Man kann sich gut das Erstauenen von Entdeckt wurden sie durch Zufall von Lieutenant Fagan, der angeblich in dieser gegend des Dschungels jagen wollte als plötzlich die Figuren vor ihm auftauchten.
Die größte der Figuren ist 14 m lang und zeigt den auf seiner rechten Seite liegenden Buddha, der gerade ins Nirwana gegangen ist.
11. Weiter in Richtung Norden kamen wir zum Lotusbad, einen Badeteich in der Form einer Lotusblüte, angelegt von König Parakrama, der zahlreiche Teiche für die Mönche angelegt hatte, in denen sie sich auch in Zeiten der Dürre baden konnten.
12. Unser letzter Halt noch etwas weiter nördlich war der Schrein Jetavanarama. Um ihn nicht mit dem Gleichnamigen Gebäude zu verwechseln, wird es auch Tivanka Pilimage genannt. Zu sehen ist eine "dreifach gebeugte" (Tivanka) Satue des Buddha, sehr im Dämmerlicht im Innern des Tempels.

Gal Vihara (Felsentempel) in Pollonaruwa Auf dem Rückweg nach Dambulla kamen wir dann noch zu einer Holzschnitzerei, wo zufällig auch ein Laden dabei war, wo wir dann einen Elefanten, einen Liebesgott (Vada Krishna) und eine Holzschüssel kauften.
In Habarana aßen wir dann wieder etwas verspätet (so gegen 15:30) zu Mittag im Acme Restaurant. Es gab Reis mit Beilagen: Lotuswurzeln, Bananenblüten, Rote Beete, Huhn, Schwein, Heilpflanzen und noch anderes, was ich nicht mehr weiß. Es war alles nicht sehr scharf aber sehr lecker, als Vorsuppe gab es eine Kürbissuppe mit Champignons, die auch ausgesprochen köstlich war.
Unser letzter Besichtigungspunkt war ein Ayurveda Health Center, wo wir uns erklären ließen, was Ayurveda ist. Die Dame, die uns führte ratterte in Englisch äußerst lustlos ihre Erklärungen herunter, während Susil und Jayalath in einem Raum schwitzen gegangen waren, angeblich gut für die Atemwege. Abends saßen wir im Hotel Eden Garden, diesmal war auch unser Fahrer dabei, der auch mal was sagte und etwas auftaute.
An diesem Tag war Vollmondtag, der monatlich stattfindet und ein buddhistischer Feiertag ist. An diesem Tag darf kein Alkohol ausgeschenkt werden, aber im Hotel Eden Garden wurde bei ausländischen Touristen eine Ausnahme gemacht, von der auch Susil profitierte, denn wir bekamen alle einen Arrack.

nach oben

Mittwoch 20.11.2002

Sri Lanka Karte mit Sigiriya Sigiriya Felsen Aufbruch um 8:00, damit wir nicht in der allergrößten Hitze den Sigiriya-Felsen besteigen mussten.
Sigiriya: Es ist schon ein merkwürdiger Anblick, wenn mitten aus dem Dschungel ein riesiger Monolith auftaucht. Zum seltsamen Anblick trägt auch die Form des Berges entscheidend bei. Dadurch, dass er oben fast eine waagerechte Ebene bildet, wirkt er sehr künstlich und verbindet sich in keiner Weise mit seiner Umwelt.
König Kashyapa hatte seinen Vater, den amtierenden König bei lebendigem Leib einmauern lassen und den Thronfolger, seinen Halbbruder vertrieben, um die Macht an sich zu reißen. Seit dieser Zeit lebte er in permanenter Angst, sein Bruder könnte zurückkehren und ihm den Thron streitig machen. Er ließ auf dem Felsen von Sigiriya eine Festung errichten als Ausweg, dieser Furcht Herr zu werden. Kurz nach Fertigstellung seines Palastes rückte sein Bruder aus dem benachbarten Indien an, um den Vatermord zu rächen.
Wolkenmädchen am Sigiriya Felsen Kashyapa und seine Armee traten seinem Bruder gegenüber und in der folgenden Schlacht gab Kashyapa ein missverständliches Zeichen, das seine Männer als Zeichen zum Rückzug deuteten. Urplötzlich stand der König ohne sein Heer da und es blieb ihm noch der Griff zum Dolch, um nicht in die Hände des rechtmäßigen Thornerbes zu fallen.
Wir machten uns an den mühsamen Aufstieg, aber schon bei der klapperigen, alten Wendeltreppe zu den Wolkenmädchen habe ich gestreikt, denn das ist wirklich nichts für Leute mit Höhenangst. Der gesamte Felsen soll in früheren Zeiten bemalt gewesen sein. Heute befindet sich, durch einen kleinen Vorbau vor der Witterung geschützt, ein letzter Überrest dieser Bemalung.
Ich wartete auf Rolf und Susil an der sogenannten Spiegelgalerie, eine orangefarbene Mauer, die sich von der Treppe zu den Wolkenmädchen bis zur linken Ecke des Felsens hinzieht. Die dem Felsen zugewandte Seite wurde mit einer Schicht aus Eiweiß und verschiedenen Harzen eingerieben und danach blank poliert. Die so entstandene Fläche reflektierte die Wandmalereien, die sich auf der gegenüberliegenden Felswand befanden.
Dann ging der Weg noch ein Stück bis zum Löwentor an der Stirnseite des Felsens, das den imposanten Eingang zur Festung Kashyapa's gebildet hat. Heute sind von diesem Tor nur noch die beiden riesigen Tatzen links und rechts des Eingangs erhalten.
Aufstieg am Sigiriya Felsen Der Kopf des Löwen durch dessen Maul man die Burg betreten musste, ist leider im Lauf der Zeit verfallen. Ich war willens und bereit, den gesamten Felsen zu erklimmen, aber als ich dann die freischwebende Eisentreppe sah, die sich vom Löwentor aus in der prallen Sonne fast senkrecht nach oben zog, habe ich auch darauf verzichtet, ich sah mich schon japsend vor Angst auf der Treppe stehen und keinen Schritt mehr weiter zu können.
An der Felswand, wo heute die Treppe ist, sind teilweise die ursprünglichen Stufen, über die der Aufstieg früher möglich war, noch gut erkennen. Im Vergleich dazu ist die rostige Konstruktion ein wahrer Luxus!
Also machten sich Susil und Rolf an den Aufstieg und ich mich langsam auf den Rückweg. Da sich der Weg kurz hinter der Treppe zu den Wolkenmädchen in Abstieg und Aufstieg teilt, war ich, da es immer noch relativ früh war, auf dem Rückweg ganz alleine. Irgendwann traf ich auf einen zahnlosen Alten, der seine Führerqualitäten anbot und unaufgefordert neben mir herlief und schwätzte.
Das Geschwätz war zwar lästig, aber ich war doch ganz froh, dass ich nicht ganz alleine war, denn mir war das ein bisschen unheimlich. Kurz vor dem Parkplatz drückte ich meinem Begleiter 100 LKR in die Hand und verabschiedet ihn. Auf dem Parkplatz stand schon Jayalath und das Auto und wir unterhielten uns mehr schlecht als recht und ich durfte mir die Fotos seiner Familie ansehen.
Irgendwann kamen dann auch Rolf und Susil, ein Wahrsager bot seine Dienste an und Susil ließ sich die Zukunft aus der Hand lesen, war aber wohl nicht sehr ergiebig.
Für den Nachmittag war kein Programm geplant also wollten wir die Gelegenheit ergreifen und Karten schreiben, also gingen wir in die Batikfabrik neben dem Hotel, in der Hoffnung, dass es dort auch Ansichtskarten gäbe, gab es aber nicht, also noch mal zurück in Richtung Sigiriya und dort gab es dann welche.
Nach dem sehr notwendigen Duschen saßen wir dann im Hotel herum, lasen, schrieben Karten, aßen irgendwann recht guten Reis mit Beilagen. Als wir gerade mit dem Essen fertig waren, kam ein plötzlicher Überfall der gelben Fliegen, das dauerte etwa eine Viertelstunde, dann war der Spuk wieder vorbei.

Aufstieg am Sigiriya Felsen Aufstieg am Sigiriya Felsen

nach oben

letzte Änderung: 17.04.2016 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig