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Reisebericht Indien 2000 Udaipur

Montag 06.03.2000

Indienkarte Karte mit Udaipur auf dem Weg nach Kumbalgarh Frühstück um acht, Abfahrt um neun Uhr. Für die 45 km nach Kumbalgarh brauchten wir 2 Stunden, auf den kleinen Straßen konnte unser Fahrer nur sehr langsam fahren. Sehr malerisch krönt die gewaltige Burg einen sich steil über die Ebenen erhebenden Felsen. Die von einem mächtigen Mauerring von insgesamt 12 km Länge umgebenen Anlage war die nach Chittorgarh zweitgrößte Festung Rajasthans.
Obwohl Teile der Anlage Anfang des letzten Jahrhunderts restauriert wurden, liegen doch die meisten Gebäude in Trümmern, in den einzelnen Räumen ist, abgesehen von einigen Wandmalereien nichts zu sehen. Die eigentliche Faszination Kumbalgarhs ist der grandiose Gesamteindruck. Der steile Aufstieg zur Burg durch die z. T. mit dicken Eisendornen gegen Elefantenangriffe versehenen Tore lohnt sich aber trotzdem. Von dem auf 1100 m Höhe gelegenen Palast bietet sich eine sehr schöne Aussicht auf die Landschaft des Kumbalgarh Reservats. Diese 578 km2 große Tierschutzgebiet ist ein Rückzugsgebiet des vom Aussterben bedrohten indischen Wolfes.

Kumbalgarh Kumbalgarh

Wir hielten uns eine Stunde in dem Palastgelände auf, dann fuhren wir auf kleinen Nebenstraßen die 80 km nach Udaipur und brauchten dazu wieder 2 Stunden.

Kumbalgarh Kumbalgarh

In Udaipur angekommen, dachte ich gerade, dass das Hotel in dem ich damals mit Christian gewohnt hatte, müsste jetzt ziemlich in der Nähe sein, da hielten wir auch schon schräg gegenüber vom Lake End an und standen vor einem kleinen Palast, das uns Bharat als unser Hotel zeigte. Wir schauten uns die Zimmer an und waren begeistert. Ein solch schönes Hotel hatten wir auf der ganzen Reise noch nicht gehabt. Als wir schon überlegten, ob wir dafür auch bereit waren etwas mehr auszugeben, stellte sich heraus, dass es nur 1100 Rupien kosten sollte. Das Hotel liegt, wie auch das Lake End direkt am Fateh Sagar See. Auf der in der Mitte des Sees liegenden Insel wurde anlässlich des Geburtstages des ersten indischen Präsidenten am 14. November 1967 der Nehru Park eröffnet, ein beliebtes Ausflugsziel indischer Familien.

Unser Hotel in Udaipur Unser Hotel in Udaipur

Wir aßen dann auch gleich zu Mittag, wirklich die köstlichsten Kartoffeln mit Blumenkohl der Welt.
Udaipur wird auch "The City of Lakes" genannt. Der Wasserreichtum der Gegend und die dadurch fast schon tropisch anmutende Vegetation Udaipurs tragen sehr zur Besonderheit der Stadt bei. Sie wird auch "Venedig des Ostens" genannt und gilt als der romantischste Ort in ganz Indiens. "Der Tiger von Eshnapur" und "Octopussy" wurden hier gedreht.

schöner Park in Udaipur schöner Park in Udaipur

Udaipur ist inzwischen neben Jaipur und Jaisalmer die am meisten besuchte Stadt Rajasthans. Die Stadt fällt auch durch ihre Sauberkeit auf, in Indien auch sehr aussergewöhnlich.
Um 15:00 fuhr uns Bharat zur Post und wir kauften jede Menge Briefmarken, er riet uns dann, die Karten im Hotel mit den Marken zu bekleben und die Karten dann vor unseren Augen in der Post stempeln zu lassen, sonst läuft man in Gefahr, dass eine Postbeamter die Marken ablöst und sie dann weiterverkauft und die Karten wegwirft.
Wir machten noch einen kleinen Spaziergang durch einen hübschen kleinen Park, fuhren zu einer Silber Factory mit angeschlossenem Laden, wo es eigentlich keine besonders schönen Sachen gab und anschließend noch in eine Seidenbilder und Stoff Factory, wo wir dann ein Bild und Stoff kauften. Dann fuhren wir noch zum Reisebüro, um unsere Flugtickets für Goa abzuholen, die wir telefonisch an der Hotelrezeption bestellt hatten. Zurück im Hotel gab es dann auch bald Abendessen, das von einer Tanz und Musikgruppe begleitet wurde. Nach dem Essen gesellte sich noch Bharat zu uns.

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Dienstag 07.03.2000

Um neun Uhr starteten wir zu unserem letzten Besichtigungstag. Als erstes fuhren wir zum City Palace und Museum. Der Stadtpalast erhebt sich majestätisch über dem See. Er ist der größte Palastkomplex in Rajasthan. Eigentlich ist dieser Palast nichts anderes als eine Ansammlung von Gebäuden, die von verschiedenen Maharajas über einen Zeitraum von vier Jahrhunderten gebaut wurden, jeweils beeinflusst vom Stil ihrer Zeit .

Hochzeit in Udaipur Eingang zum Palast in Udaipur

Bewundernswert dabei ist aber, dass sich alles zu einem schönen Ganzen zusammenfügt. Den Anfang machte Maharaja Udai Singh, der Begründer der Stadt. Umgeben ist der Palast von Balkonen, Türmen und Kuppeln; von den oberen Terrassen des Palastes aus hat man einen wunderschönen Ausblicke auf die Stadt und den See.

Blick vom City Palace auf Udaipur Blick vom City Palace auf Udaipur

Auch heute noch dient ein Teil des Palastes als Residenz des Maharajas; der Südflügel wurde in ein Luxushotel umgewandelt, so dass nur das City Palace Museum für Besucher zugänglich ist. Marmorbetten, Glas- und Porzellansammlungen, Jagdtrophäen und mit Goldfarbe ausgeführte Wandmalereien zieren die unter Verwendung edelster Materialien eingerichteten Zimmer. Diese Pracht der Maharajas ist beeindruckend, finanziert von dem armen Bauern und Untergebenen, die durch die hohen Abgaben kaum ihr Leben fristen konnten.

im City Palace von Udaipur im City Palace von Udaipur

Von mehren Stellen des Palastes aus hat man einen schönen Blick auf den Pichola See. Im See befinden sich zwei Inseln - Jag Nivas und Jag Mandir. Jag Nivas ist die 1,5 ha große Insel mit dem Seepalast. Der frühere Palast wurde vom Maharaja Jagat Singh II. im Jahr 1754 erbaut und dehnt sich über die gesamte Insel aus. Vor einigen Jahren ist der Palast in ein Hotel der Luxusklasse mit herrlichen Gärten, Brunnen Innenhöfen und einem Swimmingpool umgewandelt worden. Wer es sicht nicht leisten kann dort zu wohnen, kann trotzdem zu einer Besichtigung oder einem Kaffee hinüberfahren, wenn einem die dann recht herablassende Behandlung der Hotelangestellten nichts ausmacht.
Der Palast war recht schön, aber irgendwie hatten wir auch von Palästen die Nase voll und so war unsere Besichtigungsrunde eher etwas lustlos.

Details am Jagdish Tempel Details am Jagdish Tempel

Als dann anschließend noch der Jagdish Tempel auf dem Programm stand, streikte Rolf, deshalb schauten Brigitte und ich uns den Tempel alleine an, wurden jedoch die ganze Zeit von einem Maler begleitet und beschwätzt, der in der folgenden Woche nach Deutschland fahren wollte, (wären wir Engländer gewesen, wäre er sicherlich nach England gefahren).
Durch die meterhohen Mauern, die den Vishnu Tempel umgeben, wirkt er eher wie eine kleine Festung, und entging so vielleicht der Zerstörungswut Auranzebs. Vor der Säulenhalle befindet sich ein Schrein mit der Abbildung eines Garudas, dem Reittier Vishnus. Im Tempelinnerein wird Vishnu in Gestalt des Jaganath, des Herren der Welt, dargestellt. Beachtenswert sind auch die Steinmetzarbeiten an den Außenwänden. Unser Begleiter, natürlich Student, hatte dann auch zufällig ganz in der Nähe seinen Laden und wollte uns unbedingt dorthin zerren, wir wollten aber nicht, was ihn etwas kränkte.
Dann fuhren wir noch zum Bharatiya-Lai-Kala Museum. Das Museum liegt in und es werden Kleider, Gebrauchsgegenstände und Musikinstrumente gezeigt. Bekannt ist das Museum für seinen Puppensammlung, die Puppen aller Kontinente beinhaltet. Angeboten wird auch eine, wenn auch sehr kurze Vorführung. Die Vorstellung ersparten wir uns, denn eine Besichtigungslust war immer noch nicht eingetreten und so fuhren wir zum Hotel zurück und aßen dort zu Mittag.

unterwegs in Udaipur unterwegs in Udaipur

Jetzt hatten wir bis 15:00 frei, dann fuhr uns Bharat wieder in die Stadt. Dort liefen wir dann 2 Stunden herum und suchten unter anderem den schönen Blick auf den City Palace, an den ich mich zwar erinnern konnte, doch keinesfalls mehr wusste, wo das gewesen war. Wir fanden ihn nicht und schlenderten nur einfach so durch die Straßen der für indische Verhältnisse blitzsauberen Stadt.

unterwegs in Udaipur unterwegs in Udaipur


Auf dem Heimweg gönnten wir uns eine Motorrikscha, denn es war recht warm und der Weg zum Hotel ging durch recht langweilige Straßen und wir hatten auch keine Lust mehr zu laufen.
Um 19:30 gab es dann Abendessen, immer wieder Kartoffeln mit Blumenkohl.

unterwegs in Udaipur unterwegs in Udaipur

Bharat brachte uns dann noch sein Buch, wo wir etwas hineinschreiben sollten und wir quälten uns dann folgenden Text zusammen: Dear, Bharat, the next I write in German, because my English is not so good. Die Fahrt von Delhi nach Agra und durch Rajasthan war sehr schön, die Hotels waren fast alle gut, am besten gefielen uns das Newton Manor in Jodhpur und das Ram Pratap Palace in Udaipur. Das Hotel in Jaisalmer war nicht so besonders, aber was besseres gibt es dort wohl in der Preislage nicht. Die Restaurants waren alle sehr gut und es hat uns gut geschmeckt. Du bist ein sehr sicherer und gelassener Fahrer und man musste trotz der schrecklichen Fahrweise der meisten Inder niemals Angst haben, selbst Kühe, Ziegen und Kamele wurden sicher umrundet. Vielen Dank für die schönen Tage. Auch an Bharat's Chef Mr. Paul schrieben wir noch ein Paar Zeilen: Dear Mr. Paul, our trip with Mr. Bharat Singh through Rajasthan was very nice. He is a very good driver and brought us very carefully and securely on the overcrowded roads in India. He found always good Hotels and Restaurants for us. With our best regards to you.
Wir machten dann noch einen Umschlag mit Trinkgeld für Bharat fertig, den wir ihm dann am Flughafen überreichen wollten. Dann packten wir unsere Sachen und gingen schlafen.

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letzte Änderung: 20.11.2017 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig