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Reisebericht Südostasien 1996
Java/Yogyakarta

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Donnerstag 03.10.1996

Java Karte mit Yogyakarta Mal wieder frühes Aufstehen (6:30), einpacken und um 8:45 holte uns Ardi vor dem Hotel ab, wir luden unser Gepäck ins Becak und machten uns auf den Weg zum Bahnhof, der nur ein paar Schritte schräg gegenüber vom Hotel lag. Eigentlich sollte der Zug um 9:20 abfahren, kam dann aber schließlich erst um 10:20, solange lungerten wir auf dem Bahnhof herum.
Ardi schwatzte mich voll und ging uns dann schließlich ziemlich auf die Nerven, dass wir froh waren als der Zug endlich kam.
Lok auf dem Bahnhof Cirebon

Die Fahrt war zunächst ganz nett, wurde dann aber doch recht langweilig. Um 15:10 kamen wir endlich in Yogyakata an und fielen direkt auf einen Schlepper herein, der uns ein vorzügliches Hotel zeigen wollte . Wir wollten aber zunächst das Batik Palace sehen, das Hotel, in dem ich 1985 gewohnt hatte. Es war aber ziemlich heruntergekommen, ausserdem gab es nur ein ziemlich dunkles Zimmer im Erdgeschoß, was uns überhaupt nicht zusagte.
Also fuhren wir doch zu dem vom Schlepper vorgeschlagenen Wisma Gajah, aber auch das hatte nur Zimmer im Erdgeschoß, wirkte etwas schmuddelig, wohl mehr was für jugendliche Rucksacktouristen und lag zudem am Ende der Welt. Also ging's zurück zur Jalan Malioboro zum etwas teureren Hotel Mutiara, sehr zentral in der Mitte der Jalan Malioboro, sehr schönes Hotel mit Pool und allem Drum und Dran.
Wir packten unser etwas durchnässtes Gepäck aus, bei der Taxifahrt hatte es ziemlich geschüttet und dieses etwas veraltete Modell eines Autos war wohl nicht ganz dicht gewesen. Unser Abendessen (sehr lecker) nahmen wir im Hotel ein und machten anschließen noch einen kleinen Spaziergang, die Jalan Malioboro hinauf und hinab, Viele schöne Geschäfte und Verkaufsstände mit allem, was das Herz begehrt.
Hotel Mutiara in Yogya Heute ist Yogyakarta eines der bedeutendsten kulturellen Zentren Javas. Der von Mauern umgebene Palast bildet den Mittelpunkt des Traditionellen Lebens. Er war bis zu dessen Tode der Wohnsitz des letzten Sultans. Während der drei besonderen Garebeg-Feiern, die hier jedes Jahr stattfinden, leitete er auch diese farbenfreudige und größten Prozessionen Javas. Bei diesem Fest nehmen Palastwachen, Hofbeamte in traditionellen Kleidern den Weg zur Moschee westlich des Kraton zum Klang von Gebeten und der unvermeidlichen Gamelan-Musik.
Die Stadt ist zudem ein Zentrum des Kunstgewerbes und einer der besten Plätze, um in Indonesien einzukaufen. Yogyakarta ist insbesondere für seine feinen Batiken und seine zahlreichen Batikwerkstätten bekannt, die eine unglaubliche Auswahl an Gegenständen bieten, darunter auch Batikgemälde. Die zeitgenössische Kunst blüht ebenfalls in Yogya. Die Stadt hat ihren Namen einer wichtigen Schule moderner Malerei geliehen.
Einst eine Stadt der Fahrräder und Fußgänger, ist Yogyakarta heute wesentlich größer geworden, aber immer noch geruhsamer als andere indonesische Großstädte.

Frucht- und Getränkeimbiss in Yogya Die Stadt ist eines der populärsten Ziele bei Besuchern Indonesiens, und es ist leicht zu verstehen, weshalb das so ist. Außer seinen vielen Sehenswürdigkeiten bietet die interessante, freundliche und unkomplizierte Stadt eine ausgezeichnete Auswahl an Unterkünften und Restaurants.
Jogjakarta war eng verbunden mit dem Freiheitskampf, hier begann Diponegoros Aufstand gegen die Holländer (1825-1830), und hier befand sich von 1946 bis 1950 der provisorische Regierungssitz der Republik. Jogjakarta bildet auf seinen ca. 3500 qkm ein Spezial Territorium einer Provinz. Mit dieser Sonderstellung werden die Verdienste des regierenden Herrschers Sri Sultan Hemengkubuwono IX beim Unabhängigkeitskampf gewürdigt.
1946 wurde Yogya zur provisorischen Hauptstadt Indonesiens. Zwei Jahre später versuchten die zurückgekehrten Holländer, die letzten republikanischen Bastionen, darunter auch Yogya, zu erobern und nahmen die gesamte Führungselite Indonesiens gefangen. Der patriotische Sultan schloß sich im Karton ein und bildete die wichtigste Verbindung zwischen der Stadt und den Widerstandskämpfern auf dem Lande. Die Niederländer gingen nicht gegen ihn vor, aus Angst vor den Javanern, die den Sultan fast als Gott verehrten. Der Sultan stellte den Rebellen, darunter auch Suharto sogar den Palast als Hauptquartier zur Verfügung. Nachdem der Sultan im Oktober 1988 verstorben war, wurde im März 1989 der älteste seiner 16 Söhne, Sultan Hamengkubuwono X. inthronisiert. Der derzeitige Sultan ist ein Mitglied der Nationalversammlung und wie sein Vater um die Erhaltung der Traditionen in Yogyakarta bemüht.

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Freitag 04.10.1996

Jalan Malioboro in Yogya Diesmal war Ausschlafen angesagt und so frühstückten wir gegen 8:00 Uhr. Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Hotel Garuda um dort im Garuda Office unseren Flug zu bestätigen, außerdem tauschten wir dort auch noch Geld. Neben unserem Hotel ist das Tourist Office, was nach unserer Bestätigungs- und Tausch Aktion auch geöffnet hatte und wir buchten unsere Yogya-Aktivitäten: Für den gleichen Tag um 16:00 ein Schattenspiel-Veranstaltung, für den 5.10 eine Fahrt zum Borobodur und abends eine Tanzveranstaltung, für den 6.10 die Fahrt nach Prambanam.
Dann schloß sich ein Bummel durch die Jalan Malioboro an, mit einem Abstecher in eine Seitenstraße mit Batikwerkstatt, die wir natürlich nur auf Empfehlung eines "Schleppers" fanden.
Allerdings war die Auswahl wirklich groß und die Batikbilder wunderschön, das dem Erwerb eines Bildes nichts im Wege stand. Zurück in der Jalan Malioboro bummelten wir durch ein Kaufhaus, aßen bei Mc Donald Pommes zum Mittagessen, tranken im Shopping Center Kaffee und gingen dann zurück zum Hotel.

Jalan Malioboro in Yogya Unsere Mittagspause endete um 14:30. Wir enterten ein Taxi, das uns zu unserer Schattenspielveranstaltung brachte, (hätten wir sonst nie gefunden, es lag etwas abseits). Der Taxifahrer versprach auch uns nach zwei Stunden wieder abzuholen. Trotz der unbequemen Stühle standen wir die zwei Stunden Schattenspiel gut durch, es war interessant, aber zwei Stunden waren auch genug.
Das javanische Schattenspiel (Wayang) ist eines der wichtigsten Mittel, mit dem das hinduistisch-buddhistische Erbe auf der Insel am Leben erhalten wird. Die Hauptform ist das Wayang Kulit.
Das Wort "Wayang" bedeutet "Schatten", während der Begriff "Kulit mit dem Wort "Leder" zu übersetzen ist. So deutet die Bezeichnung "Wayang Kulit" auf eine Form des Schattenspiels hin, bei dem die Puppen aus Leder angefertigt werden. Dies ist auch die bekannteste Form des Wayang, bei dem die Lederfiguren hinter einer beleuchteten Leinwand aus Baumwolle bewegt werden. Die Geschichten basieren im allgemeinen auf den hinduistischen Epen Ramayana und Mahabaratha, daneben werden aber auch andere Geschichten aus der Zeit vor dem Auftreten des Islam in Indonesien aufgeführt. Bei einer traditionellen Vorstellung kann eine ganze Nacht einer einzigen Geschichte (Lakon) aus einer Legende gewidmet sein. Nur ein Puppenspieler (der Dalang) bewegt dabei die Puppen und erzählt und singt die Geschichte, begleitet von einem Gamelan-Orchester.
Schattenspiel in Yogya Die Puppen werden aus Leder gefertigt, wobei das Leder von jungen Wasserbüffeln das bevorzugte Material ist. Das Äußere der Puppen wird mit einem feinen Messer geschnitzt und in seinen detaillierten Einzelheiten mit kleinen Meißeln und Hämmern ausgearbeitet. Wenn die Schnitzarbeit beendet ist, werden die beweglichen Arme und Beine befestigt und die Puppe angemalt. Dabei werden Linien gezogen und mit schwarzer Tinte verstärkt, die auch dazu verwendet wird, um den Kontrast der geschnitzten Tiefen zu verstärken. Dann wird der Cempurit, ein Stock aus Horn angebracht, der dazu dient, die Puppe aufrecht halten zu können.
Durch die fehlende Kenntnis der indonesischen Sprache kamen für uns die Geschichten im Spiel nicht so deutlich hervor, eigentlich war es nur ein Spektakel ohne großen Zusammenhang mit z.T. viel Geschrei und Getöse, aber einen Eindruck gab es uns trotzdem.
Unser Taxifahrer war tatsächlich wie verabredet wieder da, die Rückfahrt zum Hotel dauerte fast ein Stunde.
Wir beschlossen mal woanders zu essen, in der Jalan Malioboro gibt es ein Restaurant, wo man auch draußen sitzen konnte im ersten Stock auf einer Terrasse. Das Essen war mehr chinesisch und dazu eine fürchterlich fettige Angelegenheit, nicht sonderlich appetitlich. Also nahmen wir unser Abendbier doch lieber in der Hotelhalle/Bar und nutzten die Zeit ein paar Karten zu schreiben.

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Sonnabend 05.10.1996

Details am Borobodur Es war mal wieder frühes Aufstehen angesagt, um 7:30 wurden wir zu unserer Borobodur-Tour abgeholt. Als erstes fuhren wir zum Borobodur, hatten auch genug Zeit um alle "vorgeschriebenen"" Umrundungen zu machen.
Der Borobodur befindet sich auf einem kleinen Hügel 42 km nordwestlich von Yogyakarta. Er ist eines der größten buddhistischen Denkmäler in ganz Südostasien, an Bedeutung zu vergleichen mit Angkor Wat in Kambodscha oder Pagan in Birma.
Wahrscheinlich erbauten die Herrscher der Sailendra-Dynastie die riesige Pyramide zwischen 759 und 850. Sehr viel mehr ist nicht über die frühe Geschichte des Tempelkomplexes bekannt. Der Name Borobodur leitet sich möglicherweise von "Vihara Buddha Uhr" in Sanskrit ab, was soviel bedeutet wie "buddhistisches Kloster auf dem Berg".
Mit dem Niedergang des Buddhismus und der Verlagerung der Macht nach Ost-Java wurde der Borobodur bald nach seiner Vollendung aufgegeben und einige Jahrhunderte lang vergessen, begraben unter mehreren Lagen vulkanischer Asche. Erst im Jahr 1815, als Raffles Java regierte, wurde die Anlage davon befreit und die wahre Größe wieder zum Vorschein gebracht.
Buddha am Borobodur Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen die Niederländer mit der Restaurierung des Borobodur, aber im Laufe der Jahre war der Berg feucht geworden, was zur Folge hatte, dass der riesige Steinkomplex an verschiedenen Stellen abzusinken begann. Erst im Jahr 1973 wurde daher eine umfassende Restaurierung in Angriff genommen, die 21 Millionen US $ kostete und jetzt als mehr oder weniger abgeschlossen gilt.
Borobodur ist ein breites, Ruhe ausstrahlendes Monument, das in der Form eines massiven, symmetrischen Stupa gebaut ist und im wahrsten Sinne des Wortes um einen Berg herum errichtet wurde. Es steht fest auf einer Grundfläche von 200 qm und besteht aus sechs quadratischen Terrassen, gekrönt von drei kreisförmigen Terrassen mit vier Treppen, die zu den fein gearbeiteten Toren an der Spitze führen.
Das gesamte Monument wurde als eine buddhistische Vision des Kosmos in Stein konzipiert. Es beginnt mit der alltäglichen Welt und führt kreisförmig zum Nirwana, der buddhistischen Vorstellung des Himmels. Unten am Monument befinden sich Reliefs, die die Welt darstellen, wie sie von der Leidenschaft und den Begierden beherrscht wird und in der die Guten durch eine Reinkarnation in einer höheren Lebensform belohnt und die Schlechten mit einer niedrigeren Reinkarnation bestraft werden. Seltsamerweise wurden diese Reliefs mit Steinen verdeckt, vielleicht um sie vor den Blicken zu schützen. Auf der Südseite sind sie allerdings dazu im Widerspruch teilweise sichtbar. Die neueste Theorie geht davon aus, dass diese Steine hinzugefügt wurden, um die Basis des Monuments zu verstärken und es vor dem Zusammenbruch zu bewahren.
Stupas am Borobodur

Wir begannen den Rundgang am östlichen Tor zu den Galerien und folgten dem Uhrzeigersinn, wie man es bei allen buddhistischen Monumenten halten sollte. Obwohl Borobodur allein schon durch seine bloße Größe beeindruckt, sind doch aus der Nähe betrachtet die bildhauerischen Details um so erstaunlicher. Der Pilgerweg ist über 5 km lang. Er führt durch die engen Gassen an ca. 1500 reich verzierten Reliefplatten vorbei, auf denen die Bildhauer die buddhistischen Lehren wie auch viele Aspekte des javanischen Lebens vor 1000 Jahren dargestellt haben. Über 400 Buddhas mit heiter gelassenem Gesichtsausdruck blicken aus offenen Nischen über den Galerien, während sich 72 weitere Buddha - Figuren nur teilweise sichtbar in vergitterten Stupas auf den drei oberen Terrassen befinden. Es herrscht der Glaube, dass es Glück bringt, wenn man die Hand oder den Fuß eines der Buddhas in den Stupas berührt. Die drei kreisförmigen Terrassen, die zum Himmel hin offen sind und von denen man einen herrlichen Blick über das Tal hat, repräsentieren die Welt des Nichts. Die riesige darin eingeschlossenen Stupa, die das Nirwana versinnbildlicht, ist symbolisch leer.

Tempel von Mendut Nach der Besichtigung des Borobodur hatten wir noch Zeit und fuhren so zum vergleichbar winzigen Tempel von Pawon, ca. 2 km östlich von Borobodur. Er ist keine Stupa, gleicht jedoch den meisten zentraljavanischen Tempeln mit einem breiten Sockel, einem Mittelteil und dem pyramidenförmigen Dach. Die dickbäuchigen Zwerge über dem Eingang, die Reichtümer nur so vergießen, deuten darauf hin, dass er Kuvera, dem buddhistischen Gott des Glücks, geweiht wurde.
Der Tempel von Mendut liegt noch einen Kilometer weiter östlich in Richtung Muntilan. Er mag im Vergleich zu seinem riesigen Nachbarn Borobodur klein und unbedeutend sein, aber er beherbergt die außergewöhnlichste Statue, die sich auf ganz Java in einem Tempel befindet und noch an ihrem ursprünglichen Platz zu sehen ist - eine großartige, drei Meter hohe Buddhafigur, flankiert an der linken Seite von Bohisattva Lokesvara und an der rechten Seite von Vairapana.
Tänzerin in Yogya Der Buddha ist zudem aufgrund seiner Haltung bemerkenswert, denn anstelle des üblichen Lotussitzes hat er die westliche Sitzpositon mit beiden Füßen auf dem Boden eingenommen.
Der Tempel von Mendut, der unter der Bezeichnung "Tempel im Bambuswald" bekannt ist, wurde 1836 entdeckt. Die Niederländer versuchten ihn 1897 und 1904 zu restaurieren, aber Teile des Dachs und des Eingangs wurden nicht fertiggestellt. Trotz alledem ist es ein schöner Tempel.
Gegen 13:00 Uhr waren wir wieder im Hotel und verbrachten den Nachmittag am Pool. Um 17:30 aßen wir dann zu Abend und fuhren dann mit einem Taxi zu einer Tanzveranstaltung.
Es war gratis Veranstaltung einer Tanzschule, organisiert vom Tourist Office. Dargeboten wurde zuerst ein Einleitungstanz bzw. Begrüßungstanz der jungen Mädchen und anschließend ein Maskentanz, in dem Ausschnitte aus dem Mahabharata dargestellt wurden.
Da wir auf der Hinfahrt gemerkt hatten, dass es nicht weit vom Hotel entfernt war, wir hätten nur die kleine Nebenstraße nicht gefunden, beschlossen wir zurück zu laufen. Es war auch noch erstaunlich viel los auf den Straßen, viele Essenstände, viele junge Leute und auch eine Menge Touristen schlenderten die Malioboro entlang.

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Sonntag 06.10.1996

Tempel in Prambanam Aufstehen 5:00 Uhr! Um 7:00 wurden wir zur Prambanan Tour abgeholt, wir waren die einzigen Tourteilnehmer, deshalb hatten wir wohl auch nicht den intelligentesten Guide zugeteilt bekommen. Man hatte den Eindruck, er konnte nur seine vorgefertigten Sätze auf Englisch sprechen. Zuerst fuhren wir zum Plaosan-Tempel, ca. 3 km nördlich von Prambanan.
Man geht davon aus, dass die Plaosan Tempelgruppe zur selben Zeit wie die Tempelgruppe in Prabanan von Rakai Pikatan und seiner buddhistischen Königin gebaut wurde. Auch hier findet sich eine Kombination aus hinduistischen und buddhistischen Symbolen und Formen in der Reliefgestaltung. Von den ursprünglich 3 Haupttempeln, die durch zahlreiche Schreine und massive Stupas verbunden waren, wurde nur ein Tempel restauriert. Er besteht aus zwei Etagen mit sechs Räumen und einem dritten vorgetäuschten oberen Stockwerk. Das mehrstufige Dach setzt sich aus Stupas zusammen, die zu einem einzigen größeren zentralen Dach führen.
Im Tempel selbst sind beeindruckende Stein Bodhisattvas an jeder Seite eines leeren Lotus-Sockels in den verschiedenen Zellen sowie reich verzierte Kala-Köpfe über vielen Fenstern zu sehen. Die Buddhas, die einst auf den Lotus-Sockeln saßen, haben heute ihren Platz im Nationalmuseum in Jakarta.
Tempel in Prambanam Wir fuhren dann weiter zum Prambanan Tempelkomplex, inzwischen umgeben von einem schönen Park, der später mal das ganze Gebiet bis zum Plaosan-Tempel umfassen soll.
Der Prambanan - Komplex ist neben dem Borobodur die bedeutendste Sakral - Anlage Indonesiens und einer der Höhepunkte hinduistischer Kunst. Die Zahl der Reliefs kann mit der am Borobodur nicht wetteifern, künstlerisch zeigen sie aber eine ebenso große Vollendung, die Verwitterung ist weniger weit fortgeschritten.
Die Tempelanlage wurde unter einem der ersten Mataram - Könige Rakai Pikatan Anfang oder Mitte des 9. Jahrhunderts begonnen, aber wegen Verlegung der Hauptstadt nach Ostjava nicht bis ins Detail vollendet. Die Anlage war zugleich das Grabmal eines Mataram - Herrschers (des Erbauers?), dessen Urne man im Schnittpunkt der Zentraldiagonalen fand. 1549 zerstörte ein Erdbeben alle Tempel. Ganesha im Tempel in Prambanam Drei Jahrhunderte lang diente der Prambanan anschließend als billiger Steinbruch für den Bau von Straßen und Häusern. Die Rekonstruktion der Hauptheiligtümer, ein gigantisches Puzzlespiel, begann 1937, der große Shiva Haupttempel wurde 1953 fertig, weitere Arbeiten an Nebentempeln dauern bis heute an, und viele kleine Tempel sehen noch sehr unfertig aus.
Die Anordnung der Sakralanlage ist von geometrischer Klarheit und Übersichtlichkeit. Der Tempelkomplex besteht aus drei Zonen, die jeweils durch eine Mauer voneinander getrennt waren. Im Zentrum der Anlage befinden sich 8 Tempel. Der Haupttempel ist Shiva geweiht, die beiden daneben Brahma und Vishnu. Ihnen gegenüber sind drei nach Osten gerichtete Heiligtümer aufgereiht, die die mythischen Reittiere der drei Gottheiten enthielten: Shivas Stier (Nandi), Brahmas Ganter (Hamsa) und Vishnus Sonnenvogel (Garuda);nur die Statue von Nandi blieb erhalten. Die Funktion der beiden kleinen Tempel ist unklar. Diese Zentrum umschloß eine Mauer mit 110 m Seitenlänge. Der mittlere Bereich, umfaßt von einer Mauer mit 220 m Seitenlänge, war mit vier Reihen Gleichartiger 14 m hoher Votivtempel (insgesamt 224!) bebaut. Der dritte Bereich, Seitenlänge der Mauern 390 m, diente als Wohnbereich, da aber diese Gebäude aus Holz bestanden, blieb davon nichts erhalten.
Der 47 m hohe Shiva Tempel ist nach Shivas Frau Parvati benannt: Lara Jonggrang bedeutet Zarte Jungfrau, eine der Manifestationen der Göttin. Ihr Bild steht in der Nordcella (Nische), als 8-armige Durga tötet sie den Büffeldämon, in der Südcella ist Shiva als Maha Guru (großer Lehrer) dargestellt, in der Westcella Ganesha, Shivas elefantenähnlicher Sohn. Vogelgesangswettbewerb bei den Tempeln in Prambanam Der Haupteingang liegt nach Osten, die Ostcella, als größte und einzige Tempelkammer mit Ornamenten geschmückt, bildet das Allerheiligste. Shiva wird hier als Maha Deva (oberster Gott) dargestellt.
Wir hatten ziemliches Glück, als wir ankamen war das Gelände noch recht leer, die Reisebusse waren noch nicht eingetroffen, als wir mit unserem Rundgang zuende waren, strömten die ersten Gruppen herein und es füllte sich ziemlich schnell.
Beim Verlassen des Parks kamen wir noch an hunderten von Fahnenmasten vorbei, an denen große bunte Vogelkäfige hingen. Unser Guide erzählte uns, dass es sich um einen Vogelgesang-Wettbewerb handelte. Mir allerdings unerklärlich, wie der schönste Gesang in dieser schwindelnden Höhe ausgemacht werden konnte, ich jedenfalls hörte nur ein lautes und vielfältiges Gezwitscher.
Wächter am Kraton in Yogya

Auf dem Rückweg nach Yogyakarta gab es noch die obligatorischen Touristenshops, eine Silberschmiede und eine Wayang-Kulit-Puppen-Werkstatt. Der letzte Punkt unserer Tour war der Kraton von Yogyakarta, wo unser Tour-Guide einen deutschsprachigen Führer für uns auftat. Im Kraton war die Hölle los, Massen von Touristen waren unterwegs. Wir konnten die Teezeremonie bewundern, wobei mehrere Frauen Teekannen durch die Gegend trugen, der tiefere Sinn dieser Veranstaltung blieb mir jedoch verborgen. Seit 1989 regiert im Kraton der Sultan Hamengkubowono X., der allerdings nur fünf Töchter und keinen Sohn hat, also ist die Frage des nächsten Sultans ungeklärt.
im Kraton in Yogya Der Kraton befindet sich im Zentrum des alten Yogyakarta, der eigentlich das Kernstück einer kleinen, von Mauern umgebenen Stadt inmitten der Stadt bildet. Über 25.000 Menschen leben innerhalb des größeren Kratonkomplexes, der auch einen eigenen Markt, Geschäfte, Batik- und Silberwerkstätten, Schulen und Moscheen umfaßt. Ein großer Teil davon wird bis heute von der medizinischen Fakultät der Universität Gajah Mada genutzt. Bis vor gar nicht so langer Zeit (1949-1973) fanden die Vorlesungen für die Studenten in den nördlichen Höfen des Palastes Statt. Die inneren Gebäude, in denen der Sultan lebt, wurden zwischen 1755 und 1756 errichtet, jedoch 40 Jahre lang unter der Regierung von Hamengkubowono I. ausgebaut. In den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts gaben die damaligen Sultane der Innenausstattung zwar einen europäischen Touch, in seiner architektonischen Struktur ist der Kraton jedoch eines der besten Beispiele der javanischen Palastarchitektur mit seinen luxuriösen Säulen, geräumigen Höfen und Pavillons geblieben.
Den Mittelpunkt des Kraton bildet die berühmte Empfangshalle mit ihrem reich verzierten Dach und den Säulen aus geschnitztem Teakholz.

im Kraton in Yogya

Ein großer Teil des Kraton wird als Museum genutzt und beherbergt eine umfangreiche Sammlung, die unter anderem auch Geschenke europäischer Monarchen, sowie die vergoldeten Exemplare der Erbstücke der königlichen Familie, Gamelan-Instrumente, königliche Kutschen und riesige flaschenförmige Alarmgongs aus Holz umfaßt.
Um 12:30 endete unsere Tour wieder am Hotel, wo wir daselbst bis ca. 14:30 herumlungerten. Dann brachen wir zu einem Stadtbummel auf und brachten ein wenig Geld unter die Leute. Das Abendessen fand nach dem Flop im chinesischen Restaurant wieder im Hotelrestaurant statt, es gab ausgesprochen köstlichen Fisch.

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Montag 07.10.1996

Eingang zum Taman Sari in Yogya Da wir für diesen Tag keine Tour mehr gebucht hatten, konnten wir etwas später frühstücken (8:30). Anschließend fuhren wir mit einem Becak zum Vogelmarkt, der im Reiseführer als sehr interessant angepriesen wurde, wir jedoch fanden ihn nur grausam. Die Vögel wurden in viel zu kleinen Käfigen gehalten, noch viel schlimmer war es mit kleinen Hunden und Katzen. So beschlossen wir den Vogelmarkt sein zu lassen und machten uns auf den Weg den Taman Sari zu suchen, der gemäß Stadtplan nicht allzu weit entfernt schien.
Der Taman Sari (der duftende Garten) befindet sich westlich des Kraton. Er ist in Yogyakarta besser unter dem Namen "Wasserschloß" bekannt und war früher eine luxuriöse Parkanlage mit Palästen, Teichen und Wasserwegen für den Sultan und seine Familie.
Der Architekt dieser zwischen 1758 und 1763 erbauten Anlage war ein Portugiese aus Batavia. Er soll angeblich vom Sultan hingerichtet worden sein, damit die versteckten Freudenräume geheim blieben. Die Anlage wurde zuerst während des javanischen Krieges unter Diponegoro zerstört und schließlich durch ein Erdbeben 1865 fast völlig dem Erdboden gleich gemacht. Heute liegt der Großteil des Wasserschlosses inmitten staubiger Alleen, kleiner Häuser und Batikgalerien in Trümmern.
Wir kamen zu einem Tor, das so aussah, als ob es zum Taman Sari dazugehörte, aber es wirkte etwas verloren und so gingen wir zurück. Da sprach uns denn ein junger Mann an, ob wir einen Führer durch den Taman Sari haben wollten und wir sagten zu.
Der nette junge Mann führte uns zuerst zur unterirdischen Moschee, die aber mangels eines Daches nicht mehr sehr unterirdisch wirkte, dann zu einem verfallenen Haus, wo wir auf etwas abenteuerlichen Treppen bis nach oben stiegen, von wo aus wir eine traumhafte Aussicht auf Yogyakarta hatten. Schließlich kamen wir zu dem eigentlichen Palast, der dann allerdings auch ein paar Pfennige Eintritt kostete. Durch ein wunderschönes Eingangstor kamen wir zu den königlichen Schwimmbecken, drei Stück an der Zahl, eins für die Frauen, eins für die Kinder und abgeteilt davon eins für den Sultan. Das gesamte Palastgelände wird durch kleine Gäßchen durchzogen, es stehen überall kleine, unseren Lauben ähnliche Häuschen, in denen überwiegend Künstler und Handwerker wohnen. Das Viertel machte einen sehr sauberen und gepflegten Eindruck. Wir liefen einen ganze Weile durch das Gewirr der kleinen Gassen und Gärten und kamen schließlich am Vogelmarkt wieder in den Stadtbereich von Yogya.

im Taman Sari in Yogya Tor im Taman Sari in Yogya

Hier verabschiedete sich unser Guide nach einem kleinen Trinkgeld, das wir auch gerne gaben, denn seine Erklärungen waren sehr gut und alleine hätten wir nie soviel von dem Palast gesehen, weil wir es gar nicht gefunden hätten.
Wir liefen dann zurück zum Hotel, es war etwas weiter, aber schön zu laufen, es waren mehr so die normalen Stadtteile der Bewohner Yogyakartas, Touristen trafen wir kaum. Den Nachmittag verbrachten wir gemächlich mit etwas Bummeln, Kaffee trinken, etwas Pool, etwas lesen.
Das Abendessen fand wieder im Hotel statt, in der Bar waren wir an diesem Abend die einzigen Gäste, die Musik spielte aber unverdrossen nur für uns.

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letzte Änderung: 17.04.2016 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig