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Reisebericht Südostasien 1996
Sumatra

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Mittwoch 25.09.1996

Sumatra Karte mit Bukittinggi Frühes Aufstehen und Frühstück, Abfahrt zum Flughafen gegen 7:45, Einchecken Abflug pünktlich um 9:55, Ankunft in Medan (Sumatra) ebenfalls pünktlich um 9:55. Auf dem Flughafen in Medan herrschte ziemliches Durcheinander, vom International Airport mussten wir für unseren Weiterflug nach Padang zum National Airport wechseln. Dort fanden wir ein ganz nettes Restaurant, wo wir bis 14:00 die Zeit totschlugen. Der Abflug nach Padang war etwas vorpünktlich um 15:40, Ankunft in Padang um 16:40.
Dort wurden wir von einem Taxifahrer entdeckt, der uns nach zähen Verhandlungen schließlich für 45.000 Rupien nach Bukittinggi fahren wollte (ca. 90 km). Die Fahrt verlief reibungslos aber strapazierte unsere Nerven doch erheblich, denn das Taxi machte keinen allzu vertrauenerweckenden Eindruck, es handelte sich um eine ziemlich alte Klapperkiste und der Fahrer verdiente den Namen Henker. Nichts desto trotz kamen wir heil in Bukittinggi an und mieteten uns im Hotel Dymen's ein, ein wohl ehemals recht schönes Hotel, aber inzwischen doch etwas heruntergekommen. Unser Zimmer war riesengroß mit Sitzecke und Kühlschrank. Leider war es bei unserer Ankunft schon dunkel und so konnten wir keine kleine Erkundungstour mehr machen, also fand auch das Abendessen im Hotel statt, Nasi Goreng und Gado Gado. Da es sich um ein muslimisches Hotel handelte, gab es leider kein Bier, der Ober reagierte auf meine Frage danach etwas pikiert.
Hotel Dymens in Bukittinggi Mit 473000 km2 ist die Insel Sumatra beinahe doppelt so groß wie die alten Bundesländer. Die Nord-Süd-Entfernung beträgt 1800 km, die breiteste Stelle nur 400 km. Beinahe ein Drittel, nämlich die gesamte Ostküste zwischen Medan und Palembang, ist Sumpfgebiet, das weiter westlich in tropischen Regenwald übergeht. Sumatra verfügt über einen großen Reichtum an natürlichen Ressourcen, Menschen und Kulturen. Im Vergleich zu Java ist es relativ dünn besiedelt und noch wenig entwickelt. Produziert wird unter anderem Öl, Gummi, Pfeffer und Kaffee und somit leistet Sumatra einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaft Indonesiens. Ethnologen wären begeistert über die Vielfalt der Bevölkerungsgruppen. Da sind die früheren Kopfjäger und Kannibalen, die Batak, die muslimischen, matrilinearen Minangkabau und die fundamentalistischen, muslimischen Acehnesen.
Das ist jedoch nicht der einzige Anziehungspunkt Sumatras. Es gibt hier noch Urwald im Süden, die eigenartigen Bauten der Minangkabau und Batak, Orang-Utans und den nur schwer zu sichtenden Sumatra-Tiger in den Wäldern, riesige Flüsse, exakt kegelförmige Vulkane.

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Donnerstag 26.09.1996

Big Ben von Bukittinggi Bukittinggi: Dieser Bergort (ca. 900 m über dem Meeresspiegel) mit einem verhältnismäßig kühlen Klima ist der bei Touristen beliebteste Ort auf Sumatra. Häufig wird er nach der Turmuhr am Marktplatz auch Kota Jam Gadang genannt. Bukittinggi ist bei der Bevölkerung der Gegend auch als Tri Arga bekannt. Dieser Name bezieht sich auf die drei hohen Berge, die es umgeben, den Merapi, den Singgalang und den Sago. Die Stadt, die während der Padri-Rebellion (1812-1837) eine Festung der Niederländer war, ist heute ein Zentrum der Kultur und Bildung der Minangkabau.
Museum in Bukittinggi Das Zentrum der Stadt konzentriert sich auf engem Raum, wobei die rostigen Blechdächer dem Ort ein bemerkenswertes Aussehen geben, das an Bergorte in Indien erinnert. Wie bei diesen werden die Straßen auf den verschiedenen Ebenen durch Treppen verbunden, was für Besucher anfangs zu Verwirrung führen kann.
Frühstück gegen 8:30, anschließend Flugbestätigung im zum Hotel gehörenden Reisebüro. Bei Ery von Dymens Travel haben wir dann die Tour für die nächsten zwei Tage für 160,- US$ gebucht, was uns nicht teuer erschien, da auch der Transfer nach Padang und die dortige Übernachtung mit eingeschlossen war.
Für diesen Tag hatten wir uns Bukittinggi vorgenommen und machten uns dann auch direkt auf den Weg, inzwischen war es halb zehn geworden. Wir erklommen den Berg um uns den berühmten Uhrturm anzusehen. Das Wahrzeichen der Stadt, der von einem büffelhornförmigen Dach gekrönte Uhrturm Jam Gadang, überragt den sich auf zwei Ebenen ausbreitenden farbenfrohen Markt. Vom "Big Ben" Bukittinggis hat man wahrscheinlicch eine herrliche Aussicht, aber leider war der Turm nicht geöffnet. Gleich neben dem Uhrturm steht das Gebäude des Pasar Atas, des oberen Marktes, mit seinen vielen Läden.
Das lebhafte Markttreiben dehnt sich auf das gesamte Areal zwischen den durch steile Treppenaufgänge verbundenen oberen und unteren Marktplätzen aus. Wir schlenderten durch die Marktbereich und suchten darüber hinaus noch das Museum, aber konnten es leider nicht finden, kamen aber bei unserer Suche durch interessante Wohnviertel, um dann in einem großen Bogen, an der Moschee vorbei gegen 12:30 wieder im Hotel anzulangen. Das Mittagessen im Hotel war ein Flop, strohtrockenes Beef. Wir dehnten unsere Mittagspause bis etwa halb drei Uhr aus, um uns dann noch einmal auf die Suche nach dem Museum zu machen.

Museum in Bukittinggi Blick auf Bukittinggi

Diesmal fanden wir es auch, wir waren nur am Vormittag hinter dem Markt nicht weit genug gegangen. Umgeben wird das Museum von einem Zoologischen Garten, der aber eher einem Rummelplatz gleicht und ein abschreckendes Beispiel dafür ist, wie ein Tierpark keinesfalls aussehen sollte. Das Museum wurde 1934 vom niederländischen Gouverneur des Bezirks erbaut.
Es ist ein schönes Beispiel der Minangkabau-Architektur mit den zwei Reisspeichern (erbaut 1956) vor dem Gebäude. Das Museum beherbergt eine gute Sammlung historischer und kultureller Ausstellungsstücke über die Minangkabau.
Nach dem Museumsbesuch bummelten wir noch durch den trostlosen Zoo und kamen schließlich noch zum Fort de Kock; außer einem Verteidigungsgraben und einigen Kanonen ist nicht viel von Bukittinggis altem Fort, das von den Niederländern errichtet wurde, übriggeblieben.
Auf dem Rückweg kamen wir an mehreren Traveller-Hotels vorbei und mußten feststellen, das wir es mit unserem Hotel Dymens's doch besser getroffen hatten. Bukittinggi hat uns sehr gut gefallen, aber mehr als für einen Tag gibt der Ort eigentlich nicht her.

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Freitag 27.09.1996

Abfahrt zu unserem Ausflug um 9:00. Wir fuhren durch eine wunderschöne Landschaft mit Palmen und Reisfeldern. Unterwegs zeigte uns unser Guide Ery Zimtbäume, Kaffeesträucher, Papayabäume und vieles mehr, was es bei uns überhaupt nicht gibt. Der erste Stop war bei einem Bauern mit einer Zuckerrohrpresse und für uns wurde extra die Kuh eingespannt, damit wir die Funktion der Presse sehen konnten.
Der zweite Halt war das Dorf Sungai Tarap, das hauptsächlich vom Kaffee lebt, wir sahen Kaffeemühlen, die mit Wasserrädern angetrieben werden, und wir konnten den Frauen beim Kaffeesieben zuschauen. Die Fahrt ging weiter nach Batusangkar, rund 50 km südöstlich von Bukittinggi gelegen.

Kaffeemühle Minangkabau Häuser

Batusangkar (wörtlich "steinerner Vogelkäfig") war einst Sitz der Könige des historischen Minangkabau-Reiches und gilt heute als die eigentliche kulturelle Hauptstadt der Minangkabau. Wir fuhren jedoch nur durch den Ort hindurch ca. 5 km weiter nach Pagarruyung. Hier steht die erst Mitte der 70er Jahre errichtete originalgetreue Nachbildung eines alten Königspalastes.
Hier hielten wir an, um den Palast zu besichtigen. Etwas irritiert über die schwarz-rot-goldenen Fahnen am Palast, erklärte uns Ery, dass die Fahnen nichts mit Deutschland zu tun haben, sondern durch den Zusammenschluß dreier Provinzen entstanden ist, deren Farben eben Schwarz Rot und Gold waren. Der Palast ist eine gewaltige Holzkonstruktion mit schönen Ornamenten, ein sehr eindrucksvolles Bauwerk der Minangkabau.
Nach Besichtigung des Palastes hatten Ery und der Fahrer wohl Hunger, denn sie wollten, dass wir essen gehen und fuhren uns wieder zurück nach Batusangkar, wo wir in einem Restaurant, das doch mehr auf Touristen zugeschnitten war, Reis und gegrillten Fisch zu Mittag aßen. Leider hatten wir nicht so großen Hunger, um die Spezialität der Gegend Nasi Padang zu probieren. Bei Nasi Padang bekommt man Reis (Nasi) und diverse Speisen in kleinen Schälchen auf den Tisch gestellt, kann sich dann beim Essen aussuchen, was man möchte und bezahlt nur das, was man tatsächlich verzehrt hat.

Königspalast in Batusangkar Dorfidylle in Palimbang

Nach der Mittagspause fuhren wir weiter nach Palimbang, wo ein schön restauriertes Minangkabau-Haus, das unter Denkmalschutz gestellt wurde, steht.
Wir machten noch einen kleinen Spaziergang durch den Ort, kamen an einem ziemlich verfallenen alten Haus vorbei, das sogar noch bewohnt war, und wollten noch weiter durch das Dorf schlendern, um uns noch mehr von den alten, z. T. mehr als 150 Jahre alten "Rumah Adat" anzuschauen, aber es kam ein kräftiger Wind auf, der die Blätter von den Palmen wehte, und nachdem ein Palmwedel direkt neben uns herabgestürzt war, hatte Ery wohl Angst, dass uns etwas passiert und wir traten den Rückzug an und fuhren weiter zum Danau (See) Singkarak. In einem Hotel am See war eine Kaffeepause angesagt, während Ery beten und unser Fahrer rauchen ging. Auf dem Rückweg nach Bukittinggi machten wir noch einen Stop in Pandai Sikat, dem Dorf der Holzschnitzer und Weber, wo wir auch eine kleine Werkstatt besichtigten, der, wie sollte es auch anders sein, ein kleiner Laden angeschlossen war.
Kurz nach 16:00 Uhr waren wir dann wieder zurück in Bukittinggi im Hotel Dymens. Da wir den ganzen Tag mehr oder weniger im Auto gesessen hatten, machten wir, bis es gegen 18:00 dunkel wurde, noch einen kleinen Spaziergang zur Stadt und konnten dort einige Ansichtskarten erstehen. Das Abendessen fand dann im Hotel statt.

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Sonnabend 28.09.1996

Sumatra Karte mit Padang Weil wir um 9:00 losfahren wollten, standen wir um 7:00 auf, frühstückten und packten unsere Sachen ein. Der Abschied im Hotel war ausgesprochen herzlich.
Unser erster Stop war Kota Gadang. Hier produziert man in den Häusern Stickereien und verarbeitet Silber aus Palembang zu kunstvollen Filigranarbeiten. So wurden wir auch wieder in den obligatorischen Touristenshop gelotst, aber diesmal mit Erfolg, denn die Silberarbeiten waren wirklich wunderhübsch, und so kam es zu einem sehr fein gearbeiteten kleinen Minangkabau Haus. Wir spazierten noch ein wenig durch den Ort, über einen kleinen Markt. Zur Kolonialzeit war Kota Gadang der Wohnsitz vieler Holländer, die in Bukittinggi arbeiteten, weil es noch etwas höher liegt und somit auch kühler ist als Bukittinggi. Die Wohnhäuser sind demzufolge auch fast alle im holländischen Stil erbaut, die typischen Minangkabau Häuser sind dort eher selten. Darüber hinaus ist Kota Gadang der Geburts- und Wohnort vieler Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Indonesiens.
Dorf unterwegs auf Sumatra Unser nächstes Ziel war der Danau Maninjau, einer der schönsten Bergseen ganz Indonesiens, der im Herzen die Minangkabau-Hochlandes 36 km westlich von Bukittinggi liegt. Bei diesem von einer Gebirgskulisse umrahmten See handelt es sich um den wassergefüllten, riesigen (8,5 * 16 km) Einbruchkessel über einem bei einer vulkanischen Eruption entstandenen Hohlraum. In 44 Haarnadelkurven windet sich ab dem Ort Matur eine atemberaubende, von kunstvollen Reisterrassen gesäumte Höhenstraße hinab zum See, wunderschöne Ausblicke auf den See tun sich immer wieder auf. Damit man sich nicht verzählt, steht in jeder Kurve ein Schild mit der Numerierung.
In einem hübschen kleinen Hotel machten wir eine Kaffeepause, leider war es erst halb zwölf und zu früh zum Mittagessen, denn das Hotelrestaurant sah sehr einladend aus. Wir fuhren dann zurück Richtung Bukittinggi und dann weiter nach Padang. Ein kurzer Stop an einem kleinen Büdchen, wo Reiskuchen gebacken wurden, ein wenig Obst im Reisteig und das ganz im Bananenblatt gebacken, es roch nicht nur ausnehmend lecker, der Reiskuchen war auch sehr köstlich.
Danau Maninjau auf Sumatra Der zweite Stop war bei zwei kleinen Äffchen, der dritte am Wasserfall, den wir schon auf der Fahrt nach Bukittinggi gesehen hatten. Nach den kurzen Fotostop mit Eisenbahnbrücke, leider ohne Eisenbahn, ging es weiter nach Padang. Dort machten wir eine kleine Rundfahrt.
Padang entpuppte sich als schreckliches Drecknest, am beeindruckendsten waren die Müllhalden am Strand. Gegen 16:00 Uhr kamen wir in unserem Hotel an. Das Zimmer war total muffig, das Bad ein Alptraum, aber es war ja bloss für eine Nacht. Wir machten noch einen kleinen Rundgang, erkundeten den Weg zum Flughafen, der tatsächlich direkt gegenüber vom Hotel lag, die Einfahrt nur durch eine Straße getrennt.
Als wir vom Flughafen zurückkamen, sprach uns ein kleines Mädchen an, und bat uns in ihr Heft unsere Namen und Adressen einzutragen, das sei eine Hausaufgabe von der Schule. Sie war sehr beredt und charmant und so gaben wir unser Autogramm.
Wir wollten dann noch den Strand finden, aber irgendwie ist es uns nicht gelungen, es drohte dann auch dunkel zu werden. Allerdings fanden uns noch 6 mal Schulkinder mit der Adressensammel-schulaufgabe.
Am Büdchen vor dem Hotel bestellten wir uns ein Bier für abends, und es gelang uns auch ihm klarzumachen, dass er es in die Kühlbox stellen sollte und wir kämen es um 19:00 abholen. Um 19:00 bekamen wir unser Abendessen, was einigermaßen o.k. war, allerdings waren wir die einzigen Gäste.
Anschließend holten wir unser Bier beim Büdchen ab, was wir dann in unserem ausnehmend gemütlichen Zimmer zu uns nahmen. Um halb 10 machten wir den Versuch des Schlafengehens unter Umgehung des ekligen Bades. Mein Kopfkissen strömte einen dermaßen widerlichen Geruch aus, dass ich lieber meine Dreckwäschetüte als Kopfkissen benutzte, sie roch vergleichsweise gut.

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letzte Änderung: 17.04.2016 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig