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Reisebericht Südostasien 1991
Malacca

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Montag 22.04.1991

Malaysia Karte mit Malacca Christliche Kirche in Malacca Wieder mal frühes Aufstehen (7:00) und packen. Fahrt mit dem Taxi zum Busbahnhof. Wir kamen um 9:15 dort an und wurden direkt von einem Schlepper abgegriffen, der uns eine Taxifahrt nach Malacca statt Busfahrt aufschwatzte für 40 $M, was uns nicht teuer erschien, ungefähr das Doppelte von der Busfahrt, aber viel bequemer. Zuerst mußten wir noch ein ganzes Stück zu dem Wagen laufen, und dann sollte noch ein Freund des Fahrers abgeholt werden, der sich dann als ganz normaler Fahrgast, der am anderen Ende der Stadt wohnte, herausstellte. Aber dann ging's wirklich los über die Autobahn nach Malacca. Der "Freund" war auf der Fahrt durchaus eine Bereicherung, aber leider haben wir nicht alles verstanden, was er erzählt hat. Jedenfalls empfahl er uns ein Hotel in Malacca, wo wir auch hinfuhren, was sich als ehemalige etwas heruntergekommene Luxuskiste herausstellt, aber sehr nett und freundlich war und auch sehr günstig in der Stadt lag. Wir kamen um 12:00 dort an, und nahmen dann erst mal einen kleine Imbiß zu uns und machten uns dann auf den Weg durch den Ort.
Malacca ist die älteste Stadt Malaysias und hat ca. 100.000 Einwohner. Der erste Herrscher Malaccas, Parameswara, stammt aus Palembang auf Sumatra und floh vor Angriffen aus Java und ließ sich schließlich im heutigen Malacca nieder. Paramesvara, der zunächst durch Piraterie bereichert hatte, wurde in Malacca ehrenwerter: er vergab Handelskonzessionen und sicherte den Kaufleuten Schutz zu. Im Jahre 1403 entsandte der Kaiser von China seinen Botschafter nach Malacca und verlieh Parameswara den Titel eines Königs. Malacca wurde ein Protektorat Chinas. Der Ort hatte bald über 2000 Einwohner, Malacca wurde eine der kosmopolitischsten Städte der damaligen Welt: Mit dem Nordostmonsun kamen zu Beginn eines jeden Jahres Chinesen, Thai, Javaner und Bugis (aus Sulawesi), ab Mai mit dem Südwestmonsun Inder Burmesen und Araber.

Betreten verboten auf Malayisch Die mitgeführten Kostbarkeiten wurden am Ort umgeschlagen. Malacca wurde schnell als sicherer Hafen bekannt, da dessen Herrscher sich mit den Orang Laut, den Seezigeunern verbündete, diese ihrerseits hielten die Piraten in Schach. Der Einflußbereich des Stadtstaates vergrößerte sich immer mehr, 1488 kontrollierte Malacca die Westküste der malaiischen Halbinsel und einen großen Teile der Ostküste Sumatras.
Mittlerweile hatte sich jedoch einiges geändert. Die indischen Seefahrer waren wie die Araber inzwischen Moslems geworden. Die Herrscher fanden Gefallen an dem neuen Glauben - kein Wunder eignet sich der Islam mit den strengen Geboten und Verboten doch besser zur Beherrschung eines Volkes. Auch taktische Überlegungen dürften die Gründe gewesen sein: fast alle Händler waren Moslem. Jedenfalls trat Parameswara 1414 zum Islam über und nannte sich fortan Sultan Megat Iskandar Shah. Als Sultan war er religiöses Oberhaupt und somit unantastbar. Der Islam verbreitete sich rasch und unter Muzaffar Shah (1446-1458) wurde er Staatsreligion.

Bootsfahrt in Malacca Als erste Europäer kamen die Portugiesen wurden zunächst jedoch vertrieben. 1511 war es dann soweit: Alfonso de Albuquerque belagerte Malacca. Gegen die Kanonen und Gewehre konnte Sultan Mahmud trotz seines großen Heeres und seiner Kampfelefanten nichts ausrichten; Malacca fiel am 24. August 1511. Die Portugiesen bauten sich die Festung A Famosa, in der sie lebten und die 130 Jahre allen Belagerungen standhielt. Die Besatzer wurden zunehmend unbeliebter: Zum einen beanspruchten sie für sich das Monopol des lukrativen Gewürzhandels, dann verlangten sie hohe Hafensteuern. Auch mit ihrer Missionierung (besonders aktiv ab 1545: Franzis Xavier) gewannen sie wenig Freunde.
1641 eroberten die Holländer, die nach der Gründung der "Vereinigten Ostindischen Kompanie" im Jahre 1602 auch den Gewürzen nachjagten und sich 1621 Batavia (Jakarta) als Stützpunkt aufgebaut hatten, nach 7-monatiger Blockade die Stadt Malacca. Sie wurde dann von den Holländern als wichtiger Außenposten gehalten, die bedeutendere Zentrale blieb jedoch Batavia. Die nicht-holländischen Händler mieden Malacca zunehmend.
Der nächste und letzte Schritt ausländischer Kolonialisierung ging von England aus. Die East India Company, die vor allem Tee aus China importierte, brauchte einen geschützten Hafen. Francis Light schwatzte 1785 dem Sultan von Kadah die Insel Penang ab. Strasse in Malacca Der Sultan hoffte vergeblich auf englische Unterstützung im Kampf gegen die Thai im Norden, und es blieb ihm schließlich nichts anderes übrig, als der East India Company die Insel ganz zu verpachten. 1795 übernahmen die Engländer auch Malacca, 1819 betrat Stamford Raffles Singapur, wo er etwa nur tausend Malayen vorfand und richtete dort einen Handelsstützpunkt ein. 1826 schlossen sich die 3 britischen Standpunkte Penang, Malacca und Singapur zusammen und erhielten 1867 den Status einer Kronkolonie.
Unser Spaziergang führte uns über einen uralten Friedhof in den Innenstadtbereich und wir suchten wie immer zuerst das Touristbüro. Dort entdeckten wir ein Schild, das auf eine Bootsfahrt auf dem Malacca-Fluß und wir beschlossen diese mitzumachen, hatten aber vorher noch Zeit ein bißchen herumzulaufen. Am Platz gegenüber des Touristbüros steht das holländische Stadthaus, vermutlich 1650 fertiggestellt, einst Sitz des holländischen Gouverneure, heute hat sich dort das Museum einquartiert. Nebenan steht die ebenfalls holländisch Christuskirche aus dem Jahr 1753, leider waren beide geschlossen. Vor der Kirche zwei charakteristische Zeugnisse britischer Anwesenheit: der unvermeidliche Uhrturm und der Viktoria-Brunnen.
Die Bootsfahrt sollte nur stattfinden, wenn mindestens 4 Personen fahren wollten, und tatsächlich fanden sich noch zwei junge Frauen. Die Bootsfahrt führte durch die Stadt an alten Schiffen und Häusern vorbei und war sehr interessant. Danach machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel und liefen durch die malerischen Straßen und Gassen. Nach dem mal wieder sehr notwendigen Duschen aßen wir im Hotel zu Abend, eine sehr köstliche aber auch sehr scharfe Suppe. Danach noch einer kleiner Gang durch die Straßen.

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Dienstag 23.04.1991

Air Keroh bei Malacca Frühstück um 9:00, dann Fahrt mit dem Linienbus nach Air Keroh zum Freilichtmuseum ca. 10 km außerhalb der Stadt. Im Mini Malaysia Cultural Village sind verschiedene malaiische Haustypen der verschiedenen Staaten inkl. Ost-Malaysia, innen sind charakteristische Szenen mit Puppen dargestellt. Leider war in den Innenräumen das Fotografieren verboten und die Häuser von außen waren zwar ganz hübsch, aber alle ziemlich ähnlich. So viel unser Rundgang durch das Dorf recht kurz auch, zumal es auch viel zu warm zum Herumlaufen war. Weil uns nun ein leichter Hunger plagte, wollten wir das in der Nähe liegende Hotel Air Keroh Country Resort, eine schöne gepflegte Anlage, aber wir waren die einzigen Gäste. Das Essen war etwas vertouristet, aber ganz wohlschmeckend.
Dann fuhren wir mit dem Bus zurück und lungerten bis 17:00 im Hotel herum. Unser Abendspaziergang führte uns zuerst ins Antik-Viertel, aber sehr bemerkenswert waren die Antiquitätenläden nicht, der Weg zur "Strandpromenade" war auch nicht so richtig gewählt, wir kamen nur in ein Neubauviertel, aber nicht bis zum Wasser, da davor etwas verottete Industriegebiete lagen. Vom Hauptplatz aus nahmen wir dann ein Taxi in das Portugiesische Viertel, genauer gesagt zur eurasischen Gemeinschaft, die heute noch Cristao, eine portugiesischen Dialekt aus dem 16./17. Jhd. spricht. Laut Reiseführer sollte es am Portuguese Square gute Lokale mit portugiesischen Gerichten geben. Es schmeckte tatsächlich auch sehr gut, aber machte mehr einen chinesischen Eindruck. Der Taxifahrer hatte auf uns gewartet und wollte uns dann schließlich auch wieder übers Ohr hauen, weil er statt 2 Stunden 2 1/2 hatte warten müssen. War aber nichts. Den Abend verbrachten wir in der sehr teuren Hotel-Lounge und lauschten ergriffen dem Alleinunterhalter.

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Mittwoch 24.04.1991

Umbai Jetty bei Malacca Um doch noch mal einen Strandtag einzulegen, wollten wir zur Insel Pulau Besar fahren, die laut Reiseführer zu einer komfortablen Badeinsel ausgebaut wurde. Mit dem normalen Linienbus fuhren wir bis Umbai Jetty, um von dort aus überzusetzen. Von der Haltestelle bis zum Bootsanlagestelle war es noch ein Stück zu laufen, aber es wirkte alles ziemlich ruhig und an der Anlegestelle war auch nichts los. Wir fanden dann doch ein Boot das uns übersetzen würde, aber die Fahrt sollten M $ 40 kosten, obwohl die Insel in fast greifbarer Nähe lag. Wir empfanden das doch als etwas zu teuer und verzichteten auf die Überfahrt. Also tranken wir dort noch eine Brause, fuhren dann wieder zurück und hielten uns bis 16:00 Uhr im Hotel auf, dann packte uns der Hunger.
Im Hotelrestaurant wurde auch eine Pizza angeboten, und wir beschlossen sie zu probieren. Es war auch tatsächlich Teig mit was drauf, aber das war auch die einzige Ähnlichkeit mit einer Pizza. Aber das Ganze war trotzdem sehr schmackhaft.
Unser Verdauungsspaziergang führte uns über den Busbahnhof, wo wir die Bustickets für den Bus nach Singapur erstanden, wieder in die kleinen Straßen von Malacca, wo wir dann ganz mutig ein Eis aßen, gegen alle Empfehlungen in den einschlägigen Büchern, aber es ist uns gut bekommen.
Unser Hotel in Malacca Nach noch einer kurzen Pause im Hotel wollten wir uns in das nächtliche Getümmel in den Straßen von Malacca stürzen, das wir am Vortag schon beobachtet hatten, aber an diesem Tag war da kein Getümmel und so blieb es bei kurzem Schlendern, das mir immerhin zwei Kopft&ücher aus Seide und die Freude der Kopftuch tragenden Verkäuferin einbrachte. Ich habe ihr nicht verraten, dass ich das Tuch als Halstuch tragen will.
Unser Abendbier nahmen wir im Hotel, aber diesmal nicht in der teuren Lounge, sondern im Restaurant. Hier kamen wir mit dem Ober ins Gespräch, und er fragte uns, wo wir anschließend hin wollten. Wir gaben als unser nächstes Ziel Singapur an, und er erzählte uns von seinem Bruder, der in Singapur im Hotel arbeitet und er könnte für uns einen günstigen Zimmerpreis bekommen. Er wollte gleich noch am Abend mit seinem Bruder telefonieren.
Wir waren doch sehr skeptisch, nach den schon sehr unterschiedlichen, aber doch meistens schlechten Erfahrungen mit irgendwelchen Brüdern irgendwelcher Hotelangestellten. Unser Ober wollte uns am nächsten Morgen Bescheid geben.
Das Peninsula Hotel, das er uns nannte, war eigentlich schon in Ordnung, denn es war genau das, welches ich auch aus dem Hotelverzeichnis rausgesucht hatte: besonders günstig gelegen, aber trotzdem noch erschwinglich,

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letzte Änderung: 17.04.2016 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig