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Reisebericht Südostasien 1991
Chiang Mai

Flagge Singapur Flagge Thailand

Mittwoch 27.03.1991 - Donnerstag 28.03.1991

Thailand Karte mit Chiang Mai Ein niedlicher kleiner Propeller-Flieger brachte uns nach Kopenhagen, dort hieß es noch drei Stunden rumsitzen, die sich etwas hinzogen, obwohl der Flughafen ganz nett ist. Unsere Maschine nach Bangkok war kein Jumbo und der Bereich der Touristenklasse ziemlich klein und eng und einen Fensterplatz hatten wir auch nicht, sondern ganz hinten Mitte. In der letzten Reihe rechts saß eine junge Frau am Fenster in einem Superhosenanzug, der auch am nächsten Morgen noch toll aussah, die aber bald angewidert zum Gangplatz rutschte, weil alle paar Minuten irgendwelche üblen Typen, die offensichtlich keinen Raucherplatz bekommen hatten, zu ihr rauchen kamen. Überhaupt die üblen Typen, denen sah man schon an, weshalb sie nach Thailand wollten.
Der Service von SAS war ok, das Essen nur ein leichtes Abendessen und sehr lecker. Irgendwann wurde dann zum Dunkeltuten und Schlafen eingeläutet und ich konnte auch etwas schlafen. So gegen 6:00 nach unserer Zeit kam wieder etwas Leben in die Bude, am Klo stand eine Schlange, die üblen Typen zogen sich den Alkohol rein und der Bordfernseher zeigte uns an, wo wir uns befanden. Ganz schicke Sache und recht kurzweilig.
Flughafen Don Muang Nach 11 Stunden Flug landeten wir in Bangkok, 9:35 nach unserer Zeit, 15:35 Ortszeit; Temperatur 32°, hohe Luftfeuchtigkeit. Der Zoll war überhaupt kein Problem, nur bei den Paßschaltern dauerte es ziemlich lange. Irgendwann waren wir dann draußen und lauerten auf den Bus zum Nationalen Flughafen. Dort mußten wir dann noch bis 19:00 auf unseren Weiterflug nach Chiang Mai warten, und wir unterbrachen die langweilige Warterei durch einen kleinen Spaziergang zur Straßenbrücke der Straße nach Bangkok mit hektischen Verkehr. Der Abflug war pünktlich, Ankunft in Chiang Mai um 20:00; und dort mit dem Taxi zum Hotel Anodard. Im ersten Moment war ich etwas enttäuscht von dem Hotel, aber die Vorteile des Hotels kamen dann beim Aufenthalt zu Vorschein: Kein Touristenhotel, ziemlich günstig und zentral gelegen und tolle Abendaufenthalte am Pool.
Nach recht notwendiger Dusche machten wir noch einen kleinen Rundgang, das Geschehen suchend, aber nicht findend.
Abschließendes Bier am Pool, und nach viel Mühe - wegen eines völlig verständnislosen Kellners - bekamen wir auch zwei Brandy, später dann zwei Mekhong (köstlicher thailändischer Whisky bzw. nach unserem Verständnis Brandy).
Chiang Mai (160000 Einwohner) ist 713 Straßenkilometer von Bangkok entfernt und die zweitgrößter Stadt des Landes, hat aber nur ein Vierzigstel der Einwohner Bangkoks. Die Thais nennen Chiang Mai "Rose des Nordens".
König Mengrai hatte die Stadt 1296 am Fuße des Doi Suthep erbaut und sie "Neue Stadt" (= Chiang Mai) genannt. Später wurde sie ein Teil des Königreiches Lanna, das die Burmesen 1556 einnahmen. Im Jahr 1775 wurde Chiang Mai von König Taksin zurückerobert. Heute ist Chiang Mai weit über seine Stadtmauern hinausgewachsen. Teile dieser Stadtmauern sind noch erhalten, und der sie umgebende Stadtgraben vom zwei mal zwei Kilometern Länge gibt der Stadt ein unverwechselbares Erscheinungsbild.
Wie in Bangkok gibt es in erster Linie Tempel zu sehen, Chiang Mai hat über 300 davon.

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Freitag 29.03.1991

Aufstehen kurz nach 7:00, Frühstück kurz Nach 8:00 (Naja). Die Kühle des Nordens, die wir eigentlich erwartet hatten, erwies sich schon in den frühen Morgenstunden als Gerücht. Wir beschlossen erstmal das Touristenbüro T.A.T aufzusuchen, um die für Chiang Mai notwendigen Informationen zu bekommen. Anhand der zwei Stadtpläne, die wir besaßen, war das T.A.T leicht zu finden und nicht allzu weit. Aber erstmal war die Stadt viel weitläufiger als erwartet, nach mehrfachem Umrunden des Karrees, wo das T.A.T gemäß Stadtplan sein sollte, zweifelten wir schon an unserem Verstand, das Tourist Office war da nicht. Also fragten wir nach, und wurden über die Brücke geschickt, die Straße entlang, aber da war auch nichts, und es sah auch gar nicht so aus wie auf dem Stadtplan und so fanden wir das Karree mit dem T.A.T auch wieder nicht.

Wat Ketkaram in Chiang Mai Schöner Giebel in Chiang Mai

Nach noch zweimaligem Nachfragen schickte uns einer die Straße am Fluß entlang. Als wir schon aufgeben wollten, war da plötzlich das Tourist Office, gegenüber vom Hotel River View direkt am Fluß. Hübsches Häuschen, nettes ganz neues (!!) Büro. Wir waren also nicht zu doof, sondern das Büro war einfach nur umgezogen.

Nach dem vielen Herumirren in der Hitze, zogen wir für den Rückweg zum Hotel doch ein Tuk-Tuk vor, wobei wir dann auch das von Schulz empfohlene Hotel "Mae Ping" sahen, Superkiste und ganz neu, aber wie sich später herausstellte, hatte das Anodard viel mehr Atmosphäre.

unterwegs in Chiang Mai Hotel Anodard in Chiang Mai

Nach kurzem Pool-Aufenthalt und Nachmittagsschläfchen machten wir uns noch mal auf den Weg, erst zum Nachtmarkt, dann um ein Restaurant fürs Abendessen zu finden, das ich aus dem Reiseführer herausgesucht hatte, aber das gab's nicht (oder auch umgezogen ?!). Wir aßen dann im "Jade" - Restaurant, auch lecker und nicht teuer. Wir kamen dort ins Gespräch mit westfälischen "Bayern", die Frau im Zippelkleid war mir schon unterwegs mehrmals aufgefallen. Ganz nette Leute, die eine Individual-Pauschal-Reise gebucht hatten: alles vorgebucht, aber alleine unterwegs. Auch eine nette Alternative, wenn einem die Zeit zur Vorbereitung fehlt. Am Pool nahmen wir dann noch einen Schlummertrunk.

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Sonnabend 30.03.1991

Geisterhäuschen in Chiang Mai Nach langem Schlafen wollten wir um 10:00 frühstücken und es gelang uns durchaus eine Bestellung loszuwerden, aber nach Toast und Marmelade tat sich bis 10:45 gar nichts und erst nach mehrmaligem energischen Nachfragen, kam dann die Information rüber, dass keine Eier mehr da seien.
Wir machten uns dann auf den Weg zu dem vom T.A.T empfohlenen Reisebüro und buchten unsere Busfahrt mit Hotel nach Sukhothai. Auf den Rückweg entdeckten wir ein thailändisches französisch angehauchtes Bistro und so kamen wir zu unserem "Spätstück". Auch auf dem Rückweg gelang mir der Erwerb eines fast langen aber luftigen Seidenrockes.
Zurück im Hotel wollten wir unsere Fahrt zum "Dorf der Schirme" antreten und taten das auch mit dem "Bruder" von irgendeinem Menschen, der uns im Hotel aufgelauert hatte. Gemäß Reiseführer war die Erwartung vom "Dorf der Schirme" ein altes Dorf, in dem eben bunte Papierschirme hergestellt werden, die Realität war eine Straße mit einem Touristenladen neben dem anderen, wo es zufällig auch ein paar Papierschirme gab.
Tote Straße, brütende Hitze und nach ein paar Schritten wollten wir uns das nicht weiter antun und ließen uns vom Bruder zurückfahren.
Wat Phra Singh in Chiang Mai In der sehr nett aussehenden Kneipe an der Ecke unserer Hotelstraße nahmen wir ein Erfrischungsgetränk; die Kneipe sah zwar nett aus, aber die Bedienung war thai-untypisch dick und unfreundlich. Danach kurzer Stop im Hotel um mich in "Tempelklamotten" (langer Rock und langärmelige Bluse) zu werfen, denn wir wollten uns die Tempel von Chiang Mai ansehen.
Welche Tempel wir in welcher Reihenfolge anschauten, ist leider nicht mehr nachvollziehbar. Die ersten zwei wirkten ziemlich geschlossen und wir hatten den Eindruck, dass wir stören.
Im dritten Tempel war etwas mehr Leben, mehrere Mönchlein pflegten den Garten, wobei der Wasserträger immer wieder zum Brunnen schwebte, und als er merkte, dass Bernd ihn filmte, lächelte er doch sehr verführerisch und schwebte noch ein bißchen mehr.
Wat Chedi Luang in Chiang Mai

Der vierte Tempel war geöffnet und enthielt einen großen goldenen Buddha, einen versunken schreibenden Mönch und eine Gerümpelecke mit Kühlschrank. Der fünfte Tempel, Wat Chedi Luang, war im Jahre 1401 mit einem 86 m hohen Chedi erbaut worden, 1454 wurde der Chedi bei einem Erdbeben teilweise zerstört und nie wieder restauriert. Zu sehen ist noch eine 60 m hohe Ruine, die eingerüstet war, offensichtlich soll jetzt doch etwas gemacht werden.
Wir wollten das Hauptgebäude durch einen Seiteneingang betreten, aber ein schon wieder wahnsinnig schwuler Mönch wies uns mit neckischem Fingerzeig den Weg zum Haupteingang, und als wir dort auftauchten, kam er uns schon entgegengeschwebt, wedelte mit seinem Gewand und flötete hauchzart: "where you come from?".
Nach diesem Tempel wurde es schon langsam zu dunkel zum Fotografieren und wir beendeten die Tempelbesichtigungen.
Nach sehr notwendigem Duschen und Umziehen gingen wir zum Essen in ein nahe des Hotels gelegenen Gartenrestaurant, das wir am ersten Abend beim Spaziergang entdeckt hatten. Nur Thais waren im Restaurant und das Essen, - köstlicher Fisch mit Reis - war phantastisch. Rund und vollgefressen nahmen wir noch einen trägen Schlummertrunk am Hotelpool.

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Sonntag 31.03.1991

Frühes Aufstehen (7:00), frühes Frühstück (8:00), diesmal mit Eiern, um dann um 8:45 mit dem "Bruder" zu den Elefanten zu fahren. Wir brauchten noch Geld, und während Bernd bei der Bank war, blieb ich im Wagen. Der Fahrer machte plötzlich alle Türknöpfe zu, schloß die Fenster und erzählte was von "Cassy man". Der eine von den Typen neben dem Wagen machte sich die Hose auf, und ich dachte, der pinkelt jetzt ans Auto, aber als er mich sah, machte er wieder zu und pinkelte nicht. Dann lachte er, der Fahrer öffnete das Fenster wieder und unterhielt sich dann eigentlich ganz freundlich mit den etwas seltsamen Gestalten. Verstanden habe ich das Ganze nicht. Wir fuhren dann los, aber plötzlich wollte der "Bruder" statt der ausgemachten 400 Baht 600 haben. Nach kurzem Hin und Her ließen wir ihn anhalten, gaben ihm 100 Baht und stiegen aus. Mit Gezeter und Betrugsgeschrei zog der "Bruder" ab. Also keine Elefanten.

Meo Dorf bei Chiang Mai Meo Dorf bei Chiang Mai

Mehr oder weniger entschlußlos tranken wir im Mae Ping einen giftigen Kaffee, trafen unsere Bayern und entschlossen uns dann mit einem Auto des Taxistands vom Mae Ping einen Ausflug zum Tempel auf dem Berg Doi Suthep zu machen, die Preisliste mit den Festpreisen wirkte doch sehr vertrauenerweckend.

Wir fuhren durch ganz Chiang Mai an Universität und Zoo vorbei und dann ging's zügig bergauf. Auf dem Berg war es vergleichsweise kühl und sehr angenehm. Die Waldlandschaft wirkte sehr saftig grün. Der Fahrer drängelte uns noch eine Fahrt zum Meo-Dorf auf. Das wohl ehemalige Dorf ist ein reiner Touristennepp und nennt sich Opium-Museum. Viel war noch nicht los, die Touristenbusse waren noch nicht da oder schon wieder weg.

Tempel Wat Doi Sutep bei Chiang Mai Tempel Wat Doi Sutep bei Chiang Mai

Man zeigte uns Mohn und in Meotracht gekleidete Kinder, pro Kind und Photo 3 Baht, das Foto vom Mohn kostete nichts, abgesehen von den 5 Baht Eintritt. Das eigentliche Museum war auch recht dürftig. Von Meo Kultur nichts mehr zu sehen, aber die Fahrt zum Dorf war wunderschön im Luxus Songthaew. Wieder am Parkplatz stellten wir uns am Bähnle zum Tempel an, 296 Stufen rauf erschienen uns etwas heftig.
Der Tempel Wat Doi Suthep liegt 1180 Meter hoch etwas oberhalb des königlichen Sommerpalastes. Die goldene Pagode aus dem 16. Jahrhundert beinhaltet Reliquien Buddhas und zieht das ganze Jahr über Besucher und Pilger an.

Tempel Wat Doi Sutep bei Chiang Mai Tempel Wat Doi Sutep bei Chiang Mai

Der Tempel ist sehr prächtig und die ganze Anlage sehr gepflegt. Der Blick von oben auf Chiang Mai war leider etwas getrübt, da es sehr dunstig war. Zurück ging's zu Fuß die 296 Stufen hinab und mit dem Taxi dann ins Anodard.
Nach einer ausgiebigen Mittagspause (13:00-16:00) machten wir uns noch mal auf den Weg zum Nachtmarkt. Die Hinfahrt mit der Rikscha war etwas seltsam, der Rikscha-Fahrer machte einen ziemlich dümmlichen Eindruck, zeigte uns zwei Finger auf die Frage nach dem Preis, hielt bei einem Kumpel an, der uns dann fragte, wo wir hin wollten, erklärte es unserem Fahrer und der radelte los. Am Ziel wollte er dann plötzlich 20 Baht haben und als wir ihm dann fünf geben wollten, war er sauer, nahm gar nichts und fuhr davon. Uns war das erst ein bißchen unheimlich, wir dachten schon, dass er die rächende Meute der Rikscha-Fahrer auf uns hetzen würde - es geschah aber nichts. Also alles in allem etwas rätselhaft.
Unser Einkaufsbummel war nicht sehr erfolgreich, denn die schönen Seidentops entpuppten sich als Riesenteile für dicke große Touristinnen.

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letzte Änderung: 17.04.2016 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig