Flagge Hongkong

Reisebericht China 1988
Shanghai

Flagge China

Donnerstag 01.09.1988

China Karte mit Shanghai Wir verließen das Hotel um 8:30 um endlich mal etwas zu besichtigen:
Liuhe-Pagode 1.) Liuhe-Pagode ("Sechs Harmonien-Pagode"),(8:50-9:30): Südlich von Hangzhou steht über dem Qiantang-Fluß- er ist 1700 km lang und bedrohte Hangzhou stets mit Überschwemmungen - jene Pagode mit sechseckigem Grundriß, die zum Schutz der Stadt vor den Unbilden des Flusses und als Leuchtturm erstmals 970 errichtet wurde. Der heutige Bau stammt von 1899 und ist eine 60 m hohe Holz-Backstein-Konstruktion. Folgende sechs Größen sollen ihre Ecken symbolhaft in einem harmonisch ausgewogenen Verhältnis zu einander halten: Seele, Leib, Mund, Aktivität, Wohlstand und Enthaltsamkeit. Wir erklommen die Pagode bis zum 4. Stock und genossen den schönen Blick.
2.) Zoo (9:40-10:25): Da wir die Gelegenheit haben sollten, einen Panda in seiner Heimat China zu sehen, statteten wir dem Zoo einen kurzen Besuch ab. Neben dem "Großen Panda" widmeten wir uns auch kurz dem "Kleinen Panda", der eher wie ein Fuchs als wie ein Bär aussieht, dem Königstiger und dem weißen Pfau als einem Vogel, der in der chinesischen Kunst eine wesentliche Rolle spielt.
Panda im Zoo von Hangzhou 3.) Yue-Fei-Tempel (10:40-11:10): Während der Südlichen Song-Zeit gelang es dem General Yue-Fei (1103-1142), die aus dem Norden nahenden wilden Horden der Jin abzuwehren. Dieses brachte ihmseinerzeit derart viel Ruhm ein, dass sich sein Herr genötigt sah, ihn und seinen Sohn aufgrund von Verleumdungen hinrichten zu lassen. Das Volk verehrte ihn nun als Märtyrer und errichtete für ihn eine Gedenkstätte, die als Tempel fungiert. Wir besichtigten zunächst die Gedenkhalle, die aus dem letzten Jahrhundert stammt und eine übergroße Skulptur des Generals sowie einige Fresken mit Szenen aus seinem Leben präsentiert, dann die beiden Tumulusgräber in einem Nebenhof.
Nach diesem Programm kehrten wir zum Mittagessen ins Hotel zurück um uns anschließend wieder auf neue Besichtigungen zu freuen.

Künstlerinnen an der Huanglong Dong Höhle Huanglong-Dong ("Höhle des gelben Drachen") (14:15-15:05): Wenige Kilometer nördlich von Hangzhou befindet sich am Fuß des Berges Qixia-Ling in einem Bambushain einen durch einen Drachenkopf geführte Quelle, deren Wasser aus etwa 10 m Höhe in einen Teich fällt. Seit alters her gilt der Ort als heilig und dient heute als Treffpunkt für Musiker und Schauspieler, die ihre Künste volksnah vorführen. Wir lauschten zunächst den Gesängen zweier Damen in einem Pavillon, die auf der Bühne eine für Hangzjou typische Damenoper vorführten, dann den Klängen eines Ensembles, das vor einer Höhle auf traditionellen Instrumenten klassische chinesische Musik erklingen ließ. Eine weitere Besonderheit dieses Areals ist zu nennen: Im Bambushain wächst Bambus, dessen Rohr geradezu viereckig und nicht, wie üblich, rund ist. Während unseres Aufenthaltes lösten sich die Wolken auf und gaben einige Sonnenstrahlen frei. Das bewegte uns, vor unserer Abfahrt aus Hangzhou nochmals einen kurzen Aufenthalt am Westsee einzuschieben und erlebten diesen bei strahlendem Sonnenschein (15:20-15:35).
Mit dem Bild des sonnenüberfluteten Westsees im Auge bestiegen wir den Bus, der uns vom Seeufer zum Bahnhof brachte (15:35-15:55). Die Zeit bis zur Abfahrt des Zuges nach Shanghai war knapp geworden. Um 16:22 setzte er sich in Bewegung und durchquerte non-stop das Flachland. Dabei fiel uns der hohe Wohlstand der Landwirtschaft betreibenden Bevölkerung auf. Die sauberen zweistöckigen, häufig einzeln stehenden Giebeldachhäuser seien, so eröffnete uns Herr Dong, Bauernhäuser und gäben ein Beispiel dafür, dass es den Bauern Chinas heute sehr gut, sicher besser als der Stadtbevölkerung ginge. Die Grundlage für den Wohlstand ist hier jedenfalls das fruchtbare Schwemmland, das im subtropischen Klima und den hohen Niederschlagsmengen pro Jahr bis zu drei Reisernten hervorbringen kann.
Schon eine Stunde vor den Anhalten des Zuges im Hauptbahnhof Shanghais (20:03) kündigte sich die 11,8 Millionen Stadt (allein im Stadtinnern leben 6,9 Mill. Menschen) nahe der Yangze-Mündung an: Shanghai ("Über/Auf das Meer") hat, obwohl es über 100 km landeinwärts am Huangpu, dem "Zubringer" zum Kaiserkanal, liegt, den drittgrößten Hafen der Welt und ist das Herz des größten Industriezentrums Chinas, So breitet es sich immer weiter, vornehmlich ins südliche Umland, aus und wird für Besucher wie Verwaltung immer unüberschaubarer.
Unsere Reisegruppe am West-See in Hangzhou Wie die Geschichte lehrt wurde Shanghai als reine Hafenstadt in der Song-Zeit (960-1279) gegründet, war zunächst ein Fischerdorf, entwickelte sich aber schon in der Ming-Zeit zu einem befestigten Hafen. Nach dem Opiumkrieg erzwangen sich die Siegermächte für ihre Handelsherren Teilgebiete der Stadt als Konzessionen, die dann für Chinesen tabuisiert wurden: 1843 waren es die Engländer, 1847 die Franzosen und 1895 die Japaner. Nach dem Sturz des Kaiserreiches stieg die Unruhe in der Bevölkerung. Aufstände und Streiks fanden 1925, 1926 und 1927 statt. Von 1937 bis 1945 übten hier die Japaner ein Schreckensregiment aus. Nach deren Vertreibung wurde beschlossen, die Konzessionsgebiete aufzulösen und Shanghai im Ganzen der chinesischen Regierung zu überlassen. Diese bewegte Geschichte verlieh dem Shanghaier viel Selbstbewußtsein, das er auch nach 1949 nicht aufgegeben hat. Moderne Ideen, ob politische oder kulturelle, nahmen ihren Ausgang häufig in Shanghai. Heute ist die Stadt Chinas Zentrum nicht nur für die Industrie, sondern auch für Handel, Kultur und Wissenschaft und wird gerne die "geheime Hauptstadt genannt.
Die Shanghaier verdienen als Industriearbeiter heute durchschnittlich 90 Y (zuzüglich Leistungsprämien ca. 100 Y, Zuschüsse gibt es für Fahrten zum Arbeitsplatz, Getreide und den monatlichen Haarschnitt) pro Monat, also wesentlich mehr als ein städtischer Angestellter, dessen Einkommen noch bei 70 Y liegt. Für Fleisch bezahlt er pro kg. 2-4 Y, für Gemüse 0,30 - 0,40 y, es ist allerdings zu beklagen, dass diese Preise momentan sprunghaft steigen.
Die Monatsmiete beläuft sich auf 0,20 - 0,30 Y pro qm, umfaßt also 3-6% des Gehalts. Die Hälfte der Betriebe hat inzwischen eine Urlaubsregelung von 10 bis 15 Tagen pro Jahr eingeführt, Lehrer und Soldaten haben einen Monat Ferien. Das Leben in der Stadt mit subtropischem Klima ist schwer: im Sommer liegt die Temperatur im Schnitt bei 35°, im Winter - ohne Heizungsmöglichkeiten - bei 2 - 5°. Der Monsunregen bringt jährlich Überschwemmungen mit sich - dafür waren wir Zeuge! Wie auch sonst besteht in Shanghai Schulpflicht. Von den Jugendlichen, die die Hochschulreife erringen, können allerdings nur 40% mit der Zulassung zu einem Hochschulstudium rechnen, die anderen widmen sich praktischen Berufen. Die Lebenserwartung ist bei Männern auf 72, bei Frauen auf 74 Jahren angestiegen. Wenn sie im Alter von 60 bzw. 56 Jahren aus dem Arbeitsverhältnis entlassen werden, bekommen sie 75-80% ihres letzten Gehalts bis ans Lebensende und sind auch weiterhin zu geeigneten Tätigkeiten verpflichtet. Die Hepatitis-Epedemie der letzten Monate wird übrigens vor allem auf den Verzehr von üblicherweise ungekochten, einfach überbrühten Muscheln und Schnecken zurückgeführt.
Nach unseren Ankunft um 20:03 wurden wir auf dem Bahnsteig von der sprachgewandten und energischen Frau Gu empfangen, die uns mit dem Fahrer Zhang in das moderne Hotel Jiushjiang brachte. Da dieses am südwestlichen Stadtrand liegt, erreichten wir es erst um 21:30.

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Freitag 02.09.1988

Yueyuan-Garten von Shanghai Unser Vormittagsprogramm hatte vier Punkte:
1.) Fahrt in Richtung Bund (9:00-9:50): Da eine Stadtbesichtigung in der Riesenstadt nur punktuell möglich ist, war die lange Fahrt vom Stadtrand bis in die Nähe des Bundes ein aufschlußreiches Erlebnis. Wir bekamen etwas von der Verkehrsdichte in den geschäftigen Einkaufsstraßen mit, passierten den Volksplatz, auf dem ehedem die Pferderennbahn lag, und gelangten durch die Tibet-, Hueihai, Renmin- und Lishui-Straße schließlich in den Bereich der noch existierenden Altstadt.
2.) Yueyuan-Garten (9:50-10:35): Der "Garten im Garten" wurde 1537 von einem Mandarin aus dem Südwesten Chinas, aus Sechuan, angelegt. Für den heutigen Besucher wurde er 1956 hergerichtet. Wir betraten die Anlage durch den Haupteingang und lernten ein Paradies aus Pavillons, Brücken, Teichen, Wasserläufen, Wandelgängen und künstlich errichteten Felshügeln kennen. Zu unserer Freude erhellten zaghafte Sonnenstrahlen die Szenerie.

Altstadt von Shanghai 3.) Bummel durch die Altstadt (10:35-11.10): Da wir vor dem Mittagessen noch etwas Zeit hatten, betrachteten wir auf eigene Faust Wohn- und Lebensstil der Alt-Shanghaier, indem wir durch enge Gassen und über Plätze zogen.
4.) Fahrt längs dem Bund (11:10-11:50): Die kurze Wegstrecke bis zum Mittagessen-Restaurant führte uns über die Uferstraße, den Bund. Wegen der üblichen Verkehrsdichte dauerte diese Fahrt lang, sodass wir in Ruhe die alten Prachtbauten an uns vorüberziehen lassen konnten: Seemannsclub, Rathaus, Zollamt, Peace Hotel mit der Einmündung in die Nanjing-Road, die Hauptgeschäftsstraße, Bank of China Außenhandelsgebäude.
Unser schmackhaftes Mittagessen bekamen wir in dem Jin-Jiang-Restaurant im 5. Obergeschoß des World Trade Center Club of Shanghai serviert (11:55-13:00)
Vom Mittagessen aus fuhren wir zurück zum Bund, wo ein zweirumpfiges Ausflugsboot wartete. Wir wurden auf das zweite Oberdeck geführt und bekamen einen bequem eingerichteten Saal zugewiesen, in dem vor Polstersesseln Tische mit Süßigkeiten und Äpfeln gedeckt waren.

Hafenrundfahrt in Shanghai Die meisten von uns betrachteten diesen Raum jedoch nur als Durchgang zu Reling, an der wir uns in Rohrsesseln niederließen und die Abfahrt um 13:30 abwarteten. Von hier aus konnten wir am besten die weitläufigen Anlagen beobachten.
Die Hafenanlagen erstreckten sich zu beiden Seiten des Huangpu über 56 km in nordöstlicher Richtung bis fast an seine Einmündung in den Yangze. Überseeschiffe bis zu 10.000t können hier anlegen - Frachter vieler Herren Länder, Passagierschiffe der chinesischen Küsten- und Flußschiffahrt, Einheiten der Marine und motorisierte Dschunken gaben sich ein munteres Stelldichein.
Nach eineinhalb Stunden gelangte das Boot an die Einmündung des Huanpu in den Yangze und wendete in den gelb-schlammigen Wassermassen des Stroms um 15:05 - dort herrscht ein lebhafter Verkehr. In der Ferne ankerten Großschiffe, deren Ladung durch Dschunken, Lastkähne und Flöße gelöscht wurden. Die Breite des Stroms entzog unseren Augen das Nordufer: der schmale grüne Streifen am nordöstlichen Horizontwar die Südküste einer Flußinsel. Auf der Rückfahrt breitete sich gegen 16:00 die berühmte Skyline des Bund eindrucksvoll vor uns aus und signalisierte das baldige Ende des Ausflugs.
Hafenrundfahrt in ShanghaiUm 16:30 verließen wir das Boot und wanderten die kurze Strecke vom Bund zum Shanghaier Freundschaftsladen. Für den Freundschaftsladen, der nach verbreitetem Urteil der größte und am besten ausgestattete Chinas ist, hatten wir bis zum Abendessen Zeit (16:45-17:45).
Da inzwischen der Regen wieder eingesetzt hatte, fuhren wir die Nanjing-Straße bis zum Peace Hotel, in dessen 15. Stock wir das Abendessen bekommen sollten (18:00-18:50).
Am Abend erwartete uns noch eine Akrobatenshow im modernen Zirkus-Bau (19:15-21:15): Ein hervorragendes Erlebnis während eines Shanghai-Aufenthaltes ist der Besuch einer Aufführung des einmaligen Akrobaten Teams. Frau Gu hatte uns dafür vorzügliche Plätze in der 2. Reihe organisiert, wobei sie allerdings in Kauf nahm, dass wir seitlich zum Haupttor in die Arena sahen und die Nummern mehr oder weniger von der Seite her auf uns wirken lassen mußten. Das schmälerte jedoch nur geringfügig den überwältigenden Eindruck, den das Leistungsfeuerwerk hinterließ. Bemerkenswert ist, dass immer mehr Zirkusnummern mit Tieren - Pudel. Affen, ein großer und ein kleiner Panda, Katzen und ein junger Elefant mußten sich dem menschlichen Willen beugen. - in das Programm aufgenommen werden, weil gegenwärtig wohl nicht genug Künstler für die zwei Stunden Unterhaltung zur Verfügung stehen.

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Sonnabend 03.09.1988

unscharfes Photo vom Monsunregen in Shanghai Frau Gu ist unserem Wunsch, als ein Beispiel für den Erfolg Chinas in der Landwirtschaftsreform eine der 203 Kommunen zu besuchen, die die Weltstadt versorgen, gerne nachgekommen und führte uns in der Xin-Shuan-Kommune am Westrand der Stadt ein. Bei strömendem Regen erreichten wir um 9:55 das Verwaltungsgebäude, in dem uns Herr Pu vom Organisationskomitee folgende Informationen gab (10:00-10:25): Die Kommune gehört zum Landkreis Shanghai und wurde im September 1958 gegründet. Sie ist 18 qkm groß und Heimat für 13.000 Mitglieder von 6000 Familien, 8600 Personen sind Arbeitskräfte. Auf dem 882 h umfassenden Ackerland werden pro Jahr zwei Reisernten und eine Weizenernte eingebracht. Zur Kommune gehören auch 10 Produktionsbrigaden, die in 86 Arbeitsgruppen unterteilt sind. Also, so bestätigte Herr Pu, handele es sich um eine kleine Kommune. Landwirtschaftliche Produkte sind außer Reis und Weizen auch Raps, Baumwolle, Obst, Gemüse und Champignons. Die Viehzucht umfaßt Schweine, Enten und Hühner. Die Kleinindustrie besteht aus 14 Werkstätten, u.a. einer Wollspinnerei, einer Glaserei und etliche Reparaturwerkstätten. Diese Vielfältigkeit ist nötig, um das Defizit an landwirtschaftlich nutzbarem Boden auszugleichen. Die Einwohner haben teil an etlichen gesellschaftlichen Einrichtungen: zwei Mittelschulen, acht Grundschulen, etliche Kinderkrippen und -gärten, einem Krankenhaus, pro Brigade einer Sanitätsstation. Lehrer und Ärzte gehören zum staatlichen Kader. Ihre Gehälter hat die Kommune nicht zu tragen. Die Ausbildung der Kommunenkinder außerhalb der Schulen, also für praktische Berufe, geschieht innerhalb einer Produktionsbrigade. Qualifiziert sich jedoch ein Mittelschulabgänger zum Hochschulstudium beispielsweise in Shanghai, dann kommt die Kommune für die anfallenden Kosten auf. Freie Berufswahl hat grundsätzlich jeder, wird aber durch Familienbindung stark erschwert.
Eintrittskarte Seit 1969 ist genossenschaftlich auch eine medizinische Betreuung eingerichtet, für die jedes Mitglied einen Versicherungsbeitrag von jährlich 4 Y bezahlt. Für die Pension besteht seit 1980 folgende Regelung: Das Pensionsalter ist 60, der Pensionär erhält dann ein monatliches Taschengeld von 35 Y; wenn das nicht ausreicht, kommen die Kinder für ihre Eltern auf, sollten keine Kinder da sein, dann steht die Kommune für ihn ein.
Das Einkommen der Bauern beträgt 1.800 Y im Jahr; dazu kommen pro Person 40 Qm Land für den privaten Anbau von Lebensmitteln. Das bedeutet, dass dann, wenn zwei Familienmitglieder tätig sind, genügend Geld für die Anschaffung von Luxusgütern zu Verfügung steht. Verwaltetet wird die Kommune durch einen Bürgermeister und drei Vizebürgemeistern. Diese werden durch etliche Mitarbeiter unterstützt. Ob die Verwaltungsmitglieder einer Partei zugehören oder nicht, ist nicht ausschlaggebend.
Nach den informativen Ausführungen von Herrn Pu schlossen wir eine Besichtigung einiger wichtiger Einrichtungen an:
1.) Krankenhaus (10:25-10:45): Bei sintflutartigem Regenfall brachte uns der Bus zum nahegelgenen Krankenhaus, in dem wir uns vornehmlich um die Akkupunktur-Station und die Apotheke kümmerten.
2.) Kinderkrippe (10:50-11:05): Da die Kindergärten während der Schulferien nicht in Betrieb waren, statteten wir einer Kinderkrippe einen kurzen Besuch ab. Hier waren die Kinder zwischen drei und fünf Jahren gerade zur Mittagsruhe, die von 10:00 bis 14:30 geht, gebracht worden. In bunter Folge lagen die Mädchen und Jungen der etwa 20 Kinder starken Gruppen nebeneinander und ließen sich durch uns kaum stören.
3.) Fabrikationsstätte für bunt bemalte Shanghai-Enten und andere Tiere aus Esche und für Lackdosen (11:10-11:35). Wir verfolgten die Schnitz- und Malarbeit und bekamen Gelegenheit, im Laden einige Souvenirs zu kaufen.
4.) Besuch einer Bauernfamilie (11:45-11:55): Das gepflegte Haus der Familie, die wir besuchen durften, wurde 1981 für 6.000 Y auf komuneeigenem Boden errichtet und hat eine Wohnfläche von 160 qm - heute würde dieses Haus den fünffachen Preis kosten. Es wird von fünf Personen (Großeltern, Elternpaar mit Kind) bewohnt, deren Wohnzimmer im Paterre, die beiden Schlafzimmer im Obergeschoß liegen; die Küche ist in einem Hofbau untergebracht.

Blick aus dem Hotelfenster

Unser Mittagessen nahmen wir in einer Kantine ein (12:00-13:00), deren Koch Gerichte aus allen nur denkbaren Gemüsesorten sowie Hühner- und Schweinefleisch anbot.
Unser Nachmittag hatte noch drei Programmpunkte:
1.) Teppichknüpferei (13:35 - 14:10): Auf der Rückfahrt in die Stadt besichtigten, wir eine der größten Teppichknüpfereien, in der vor allem hochflorige Teppiche der nordchinesischen Art aus Wolle hergestellt werden; deren Blumen- und geometrische Muster werden im letzten Arbeitsgang mit einer Reliefschere herausgehoben. Die hier auch geknüpften Seidenteppiche bieten dagegen neben chinesischen vielfach iranische Blumenmuster.
2.) Shanghai-Museum (14:50 - 16:10): Um dem Naturwunder taifunartiger Regenfälle zu entfliehen, wählten wir als nächsten Punkt eine "In-door-Besichtigung", das wegen seiner Gemälde- und Bronzegerätesammlungen weltberühmte Museum. Wir widmeten uns aus Zeitmangel lediglich der letzteren im 1. Obergeschoß und ließen vor unseren Augen die Entwicklungsstufen des für China so typischen Bronzeguß-Handwerks passieren. Die Exponate waren Grabbeigaben und stammen aus den Gräbern der Shang (16.-12 Jh. v.Chr), der Zhou (12.-35. Jh. v.Chr.) und der Westlichen Han- (3.-1. Jh. v.Chr.) Dynastien.
3.) Shanghai-Messe (16:40-17:15): Zum Abschied aus der größten Industriestadt Chinas kehrten wir in der Messehalle für Handwerksprodukte ein. Hier lagen alle nur erdenklichen Dinge nicht nur aus Shanghai selbst, sondern auch aus ganz China in bester Auswahl vor uns ausgebreitet. Wir hatten aber genug von den "Touristenfallen" und tranken nur einen Kaffee.
Da der Regen immer noch nicht nachgelassen hatte, zog es uns zurück ins Hotel. Die Fahrt dauerte länger als erwartet, weil viele Straßen bis zu einem halbem Meter unter Wasser standen. So waren wir froh, um 18:15 endlich die trockene Empfangshalle des Hotels erreicht zu haben.

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letzte Änderung: 17.04.2016 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig