Taj Hotel im Pichola See angelikasreisen.de

Reisebericht Nordindien 1986 Udaipur

Mittwoch 01.01.1986

Indienkarte Karte mit Udaipur im Zug nach Udaipur Unser Zug nach Udaipur fuhr erst kurz vor 14 Uhr und wir kamen erst im Dunkeln um 21:30 in Udaipur an. Wir hatten uns eine Fahrt erster Klasse geleistet, die Fahrt war sehr schön und es gab köstlich Gemüsebuletten unterwegs zu essen.
In Udaipur zogen wir in das Hotel Laxmi Vilas Palace Hotel, wie der Name sagt, ein ehemaliger Palast mit einem riesengroßen, wunderschönen Zimmer, einem Ankleidezimmer und einem riesigen Bad. Obwohl wir erst um 22 Uhr dort waren bekamen wir auch noch etwas zu essen.

nach oben

Donnerstag 02.01.1986

Udaipur

Leider konnten wir nicht in unserem schönen Hotel bleiben, denn sie hatten für die nächsten Nächte nichts mehr frei, weil sie eine Reisegruppe erwarteten. Der Manager empfahl uns aber das Hotel Lake End, rief dort auch für uns an und es war auch etwas frei, also zogen wir um. Das Hotel liegt sehr schön direkt am Fateh Sagar.See, "The City of Lakes" wird Udaipur auch genannt. Und tatsächlich ist es der gerade im sonst so kargen Rajasthan auffällige Wasserreichtum in Verbindung mit der fast schon tropisch anmutenden Vegetation, der mit zum besonderen Flair der Stadt beiträgt.
Wir suchten und fanden das Büro von Indian Airlines, mussten aber erfahren, dass es den Flug, auf den wir ursprünglich gebucht waren, nicht mehr gab, weil sich zum 1. Januar der Flugplan geändert hatte, aber man hatte uns auch nicht automatisch auf einen anderen Flug umgebucht und so war eben alles voll. Schade eigentlich. Wir sollten aber am Nachmittag noch einmal wiederkommen. Also liefen wir erst einmal los um uns die Stadt anzusehen. Wir waren doch sehr angetan, denn für indische Verhältnisse ist Udaipur eine sehr saubere Stadt.

Udaipur Udaipur

Bei unserem Rundgang kamen wir auch zum Palast und genossen dann vom Ufer des Pichalo Sees den Blick auf das Luxushotel auf der Seeinsel. Den wunderschönen Pichola See ließ der Maharaja Udai Singh nach der Stadtgründung vergrößern. Er ließ auch einen Damm errichten, so dass der See sich heute über eine Länge von 4 km erstreckt und etwa 3 km breit ist. Der Stadtpalast dehnt sich über eine stattlich Länge entlang des östlichen Seeufers aus. Südlich des Palastes liegt am Seeufer ein bezaubernder Garten. Nördlich des Palastes kann man gut wandern. Im See befinden sich zwei Inseln - Jag Nivas und Jag Mandir.
Stadtpalast Udaipur Jag Nivas ist die 1,5 ha große Insel mit dem Seepalast. Der frühere Palast wurde vom Maharaja Jagat Singh II. im Jahr 1754 erbaut und dehnt sich über die gesamte Insel aus. Vor einigen Jahren ist der Palast in ein Hotel der Luxusklasse mit herrlichen Gärten, Brunnen Innenhöfen und einem Swimmingpool umgewandelt worden. Wer es sicht nicht leisten kann dort zu wohnen, kann trotzdem zu einer Besichtigung oder einem Kaffee hinüberfahren, wenn einem die dann recht herablassende Behandlung der Hotelangestellten nichts ausmacht.
Udaipur Der Stadtpalast erhebt sich majestätisch über dem See. Er ist der größte Palastkomplex in Rajasthan. Eigentlich ist dieser Palast nichts anderes als eine Ansammlung von Gebäuden, die von verschiedenen Maharajas über einen Zeitraum von vier Jahrhunderten gebaut wurden, jeweils beeinflusst vom Stil ihrer Zeit . Bewundernswert dabei ist aber, dass sich alles zu einem schönen Ganzen zusammenfügt. Den Anfang machte Maharaja Udai Singh, der Begründer der Stadt. Umgeben ist der Palast von Balkonen, Türmen und Kuppeln; von den oberen Terrassen des Palastes aus hat man einen wunderschönen Ausblicke auf die Stadt und den See.
Auch heute noch dient ein Teil des Palastes als Residenz des Maharajas; der Südflügel wurde in ein Luxushotel umgewandelt, so dass nur das City Palace Museum für Besucher zugänglich ist. Man betritt den Palast durch das Badi Pol, welche zum großen Innenhof führt, auf dessen linker Seite sich acht Torbögen finden, unter denen sich früher die Maharajas in Gold aufwiegen ließen, um es danach unter der Bevölkerung zu verteilen. Zur Rechten zeigt sich sozusagen die Schokoladenseite des Palastes. Mit seinen unzähligen Erkern und Balkonen, Gesimsen und Pavillons dienet sie oft als Filmkulisse und unterscheidet sich so auffällig von der strengen festungsartigen Seefassade. Marmorbetten, Glas- und Porzellansammlungen, Jagdtrophäen und mit Goldfarbe ausgeführte Wandmalereien zieren die unter Verwendung edelster Materialien eingerichteten Zimmer. So beeindruckend diese Pracht der Maharajas dem Besucher auch erscheinen mag, so sollte man dabei nicht ganz vergessen, dass es die hungernden Bauern waren, die zu hohen Abgaben an Steuern und Naturalien gezwungen wurden und mit ihren krummen Rücken das dekadente Leben einen verschwindend kleinen Oberschicht finanzieren mussten.
Am Nachmittag fanden wir uns nochmals im Indian Airlines Büro ein, aber es gab nichts Neues, es waren immer noch keine Plätze in einem Flugzeug nach Bombay frei.

Udaipur Udaipur

Also liefen wir weiter in der schönen Stadt umher, ließen uns auch von Künstlern einfangen, die uns Seidenmalereien in ihrem Shop zeigen wollten, wo wir auch die Maler bei der Arbeit beobachten konnten. Die Malereien waren wirklich sehr schön und wir konnten nicht widerstehen und kauften ein.
Das Abendessen fand im Hotel statt, der Kellner wirkte ein wenig trottelig, ein bisschen wie Tegtmeier und ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Wir waren in nicht so guter Stimmung wegen unserer nicht vorhandenen Flüge. Ein Ehepaar betrat den Speisesaal, es war aber kein Tisch mehr frei. Als wir deutsche Worte hörten, boten wir ihnen an, sich zu uns zu setzen, worauf sie freudig eingingen. Die beiden waren eine Bereicherung, sie waren so freundlich, unternehmenslustig und gut gelaunt, dass sich unsere schlechte Stimmung in Nichts auflöste, und wir uns prima unterhielten. Es waren sehr interessante Leute, er ein deutscher Künstler der in Marbella lebt, Heinrich Franger 68 Jahre alt, und der personifizierte Lebenskünstler, sie ein gebürtige Schwedin, Margarete Nylin, die mit ihm in Marbella zusammenlebt.
Wir versuchten dann noch die Hotelbar zu finden, standen aber dann vor verschlossener Tür, denn die Bar hatte nur zu den Zeiten des Essens geöffnet, und jetzt war eben die Zeit vorbei und deshalb geschlossen.

nach oben

Freitag 03.01.1986

Unser erster Weg führte uns wieder zu Indian Airlines, aber wir sollten später noch einmal wiederkommen.
Also spazierten wir wieder durch die Stadt und kamen dabei zu einem landschaftlich sehr schönen Weg, der durch eine elegante Parkanlage mit einem vom Finanzminister Udai Singhs angelegten japanischen Felsengarten führt vom Ufer des Fateh Sagar auf den „Perlenhügel“ (Moti Magri), von wo sich ein sehr schöner Ausblick auf Udaipur und die umliegende Landschaft bietet, ein wenig jedoch erinnernd an einen Ausblich auf den Rhein. Als Hauptattraktion gilt hier jedoch eine bronzenes Reiterstandbild Pratap Samaks, der durch seinen heldenhaften Mut in der Schlacht von Haldighat gegen die Truppen Akbars in die Geschichtsbücher einging.

Udaipur Besucher der Hotelbar

Die Bar Unser nächster Besuch bei Indian Airlines brachte das Wunder des Tages, wir hatten für den nächsten Morgen acht Uhr einen Flug nach Bombay, die Maschine war zusätzlich eingesetzt worden, weil ein Reisegruppe genau das gleiche Problem hatte wie wir, aber dadurch, dass es so viele waren und es sich um eine organisierte Gruppenreise eines wohl namhaften Veranstalters handelte, gab es diesen zusätzlichen Flug nach Bombay.
Wir aßen wieder im Hotel zu abend bei Tegtmeier, denn das Essen war gut. Wir beeilten uns sehr mit dem Essen, um die Bar noch geöffnet vorzufinden, was uns auch gelang, aber sicher nur weil Frangers schon mit indischen Freunden dort waren. Die Bar wirkte eher wie ein kleines Büro, an der einen Wand stand ein TRESOR, im Moment gerade geöffnet und darin standen 7 Flaschen Schnaps, ein paar Akten und zwei Sektkühler. Eine Flasche Whiskey stand auf dem Tisch, aber ich glaube, die hatten sich Frangers mitgebracht.

nach oben

letzte Änderung: 20.11.2017 · Copyright © 2003 - 2017 by Angelika Rosenzweig